Facebook befürchtet Probleme beim Ad-Tracking durch iOS 14.5 und zunehmende Regulierung

Facebook hat nicht nur seine Quartalsergebnisse mitgeteilt, sondern auch Stellung zu kommenden Herausforderungen bezogen. So befürchtet man beim sozialen Netzwerk, dass bald ein härterer Wind in Sachen Ad-Tracking wehen könnte, der die Einnahmen senken dürfte. Teilweise führt man das auf eine zunehmende Regulierung zurück, teilweise aber auch auf Apples iOS 14.5. Letzteres erleichtert es den Nutzern, sich vom Tracking zu verabschieden.

Zuletzt hatte Facebook da Anlass zur Freude, denn die Werbeeinnahmen stiegen im ersten Quartal 2021 um 45 % an – auf sagenhafte 25,4 Mrd. US-Dollar. Das lag natürlich auch daran, dass die Menschen in der Corona-Krise und in Zeiten des Social-Distancings verstärkt zu sozialen Netzwerken strebten. Nun fürchtet man aber eben unter anderem durch iOS 14.5 im Wachstum ausgebremst zu werden. Ab der zweiten Jahreshälfte 2021 könnten sich die Veränderungen bereits zeigen.

Facebook nimmt an, dass viele iOS-Nutzer die neuen Möglichkeiten von Apple beanspruchen werden, um das Tracking auszuknipsen. Das würde es Facebook erschweren, personalisierte Werbung auszuliefern. So hatte man Apple diesbezüglich in der Vergangenheit scharf kritisiert und natürlich das Argument vorgeschoben, dass Apple mit seiner Strategie vor allem kleinen und mittelständigen Unternehmen schade, die es nun schwerer hätten, mit ihrer Werbung die passenden Nutzer zu erreichen. Facebooks plötzliche Sorge um „den kleinen Mann“ macht sich aber vermutlich primär in Marketing und PR gut, eher dürfte das eigentliche Interesse der eigenen Bilanz gelten.

In der EU laufen aktuell Diskussionen, die ein komplettes Verbot von Ad-Targeting auf Basis von Web-Aktivitäten zum Gegenstand haben. Auch das könnte sozialen Netzwerken wie Facebook das Leben deutlich schwerer machen. Hier muss man jedoch abwarten, was sich aus den Gesprächen ergibt und wann potenzielle, neue Gesetze dann am Ende wirklich umgesetzt werden. Bekanntlich mahlen die Mühlen der Bürokratie in der EU nämlich besonders langsam.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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41 Kommentare

  1. oh nein 🙁

  2. Ich befürchte, dass es seitens der EU wieder so eine bescheidene Lösung gibt wie schon bei den Cookies:
    Man wird mit immer aufdringlicheren Cookie-Meldungen genervt, die teils schwer bis gar nicht geblockt werden können.
    Das Internet war mal sooooo schön – früher, damals ohne Cookiemeldungen etc. – man blockte einfach Cookies und gut war.

    • Ich möchte die Zeiten zurück, wo man einfach eine Webseite öffnen konnte und die einzigen störenden Elemente Werbung waren. Ich bin schon längst so weit, dass ich sämtliche Cookie-Warnungen und Hinweise pauschal komplett bestätige, ohne auch nur noch eine Sekunde darauf zu ver(sch)wenden, mir das durchzulesen. Und das dürfte bei wenigstens 99% der übrigen Nutzer auch nicht anders sein. Insofern mag das alles zwar im Sinne der Verbraucher gut gemeint sein, in der Praxis aber hat sich schlussendlich nur dahingehend was geändert, dass eben diesem Verbraucher das Leben auch im Internet unnötig schwer gemacht wird.

      • Zum Glück gibts noch Adblocker, die auch diese Cookiebanner in den Griff kriegen.
        Seiten, die dann meinen, man dürfte sie nimmer aufrufen oder nur einen grauen Schleier zeigen, werden konsequent ignoriert!
        Anders gehts nicht – warum muss man alles immer gleich penetrant übertreiben mit Popupfenstern in einer riesen Größe? Früher gabs mal so kleine Banner/Leisten ganz unten, die sah man kaum.

      • Gunar Gürgens says:

        Ich lehne pauschal alle ab 😛

    • … vor allem wenn man erstmal scrollen muss und zig Klicks braucht um alles abzuwählen – eine Farce!
      Es nervt unheimlich. Die das verzapft haben müssten zur Strafe täglich 300 Klicks aufgebrummt bekommen 😉

    • Es wäre doch so einfach, eine klare verbindliche Entscheidung im Browser an den sich alle Webseiten zu halten haben. Ich entscheide einmal nein ich möchte kein Tracking, und schon ist das Thema erledigt.

  3. Och, eine Runde Mitleid für Facebook bitte.

  4. Was wäre das nur für eine schöne Welt ohne Facebook.
    Leider wird dieser Traum in nächster Zeit nicht wahr werden.

  5. Hatte der .ackfr.sch nicht gerade das beste Jahr aller Zeiten verkündet? Die Facebook Jünger werden weiterhin Tracking zulassen, da machen wir uns mal nichts vor. Gut nur, dass Menschen die im Vollbesitz ihrer Geistigen Kräfte sind zukünftig besser vor diesem Ar…loch geschützt sind.

    • Wieso gehst du davon aus das Leute die FB nutzen auch Tracking und Werbung wollen?
      Mir ist keine Person bekannt die das will oder sich über Werbung freut. Dank uBlock kann man FB sogar erträglich nutzen, wenn man muss.

    • Wenn die Nutzer wirklich einfach und bewusst die Entscheidung treffen können, werden weit über 95% der Leute Tracking ablehnen. Das weiß auch ein Herr Zuckerberg, nicht umsonst ist er derart in Panik verfallen.

  6. „Letzteres erleichtert es den Nutzern, sich vom Tracking zu verabschieden.“
    Diese Aussage ist leider unzutreffend. Ich zitiere hierzu Mike Kuketz:
    „Offenbar wird die von Apple in iOS 14.5 integrierte Funktion zur Beschränkung des Trackings von vielen falsch eingeschätzt. Die Funktion verhindert NICHT das Tracking generell, sondern nur das app-/webübergreifende-Tracking per IDFA (Werbe-ID).“

    • Das ist das Problem bei der aktuellen Sache. Niemand kist scheinbar fähig Apples Tracking-Definition zu lesen.

      Vor allem ergeben sich durch Apples Tracking-Definition wichtige Frage…. weil über die DSGVO müssen Daten anonymisiert/pseudonymisiert werden. Wenn man Apples-Info liest, ist das bisher nicht passiert

  7. Warte nur mal ab. Ich höre niemanden mehr sagen wie super, toll und wertvoll Facebook ist. Der Großteil unserer Kontakte hinterfragt immer offener, warum man sich das überhaupt antut und wem das soziale Gewürge überhaupt etwas bringt.
    (Disclaimer: Ich war noch nie bei Facebook und habe auch kein WhatsApp. Aber eine Familie und ein Leben!)

    • Schau Dir doch einfach mal an was so in der Timeline los ist. Irgendwelche Mutti und Hausfrauen Themen die unterm Strich kaum jemanden interessieren, eine Menge gefährliche, manipulativer Falschmeldungen und noch ein paar entlaufene Haustiere.

  8. Ein Vorschlag zur Güte an Facebook: lasst doch einfach das Tracking komplett weg, dann hat Apple viel Geld für das iOS-Update umsonst ausgegeben, da könnt ihr denen mal so richtig ’ne lange Nase zeigen! 🙂
    Ein komplett neues Geschäftsmodell, gar keine Werbung und kein Tracking mehr bei Facebook sondern die Nutzer zahlen das per Abo, könnte ich mir auch vorstellen. Wenn ich richtig gegoogelt habe, war der Umsatz von FB letztes Jahr ca. 30 $ pro Benutzer. Wer Facebook gerne nutzt, wird das doch sicher bezahlen wollen.

    • facebook ist sich sehr bewusst darüber, dass 99,9% der Nutzer nicht einmal 5 Euro im Jahr für facebook zahlen würden, wahrscheinlich nicht einmal einen Euro im Jahr.

  9. Zurück zur Litfaßsäule. Da gab es Anzeigen ganz ohne Tracking. Geht auch.

  10. Alles, was Big Zuckerbrother nicht gefällt, ist definitiv gut für diese Welt! Insofern zeigt die Reaktion, dass Apple hier genau den richtigen Schalter umgelegt hat. Danke!

  11. Ich kann dieses Facebook Bashing nicht immer ganz nachvollziehen und ja es trifft kleine und mittlere Unternehmen die damit Werbung schalten um Umsätze generieren zu können. Auch wenn hier im Blog niemand Facebook zu nutzen scheint, ist es für Werbung neben Google nach wie vor sehr weit oben.
    Ich schalte gern auf Facebook Werbung, da ich eben genau meine Zielgruppe erreichen kann die sich für mein Produkt in dieser Niche interessiert. Gerne können die Nutzerdaten anonymisiert werden, aber eine zielgerichtete Werbung nach Interessensgruppen ist nicht grundsätzlich schlecht und hilft natürlich kleinen und mittlerel Firmen gezielt ihren Kundenkreis anzusprechen. Da sind eben nicht wie bei großen Firmen Millionen-Budgets dahinter so das man der ganzen Nation seine Produkte präsenteiren kann.

    Der Support von Facebook für Geschäftskunden ist schrecklich und war in der Vergangenheit nahezu nicht existent – das stimmt. Mittlerweile ist es aber besser und sie bieten immerhin wieder Kontaktmöglichkeiten an.

    • Na dann mach dich mal schlau….es geht z.B. darum dass Facebook Menschen trackt die überhaupt kein Kunde bei Facebook sind. Auch wenn ich den Nutzen Facebooks für die Menschheit für sehr gering erachte, wäre doch alles in Butter wenn dieser Vollhonk aufhört der Welt auf den Sack zu gehen und gegen unserer Informelle Selbstbestimmung zu verstoßen. Blocks, Foren und Chaträume funktionieren im Übrigen prima…auch für Werbetreibende…denn hast du GENAU deine Zielgruppe…wie praktisch.

    • Ganz ehrlich, was sich facebook schon seit Jahren heraus nimmt ist schlicht und ergreifend eine Frechheit. Alleine in welche Ausmaß sich eine facebook App erlaubt auf meinem Smartphone andere Apps und diverse Aktivitäten auszuspähen ist derart dreist, dass einem fast die Worte fehlen.

  12. Gunar Gürgens says:

    War das erste, was ich heute morgen gemacht hab. Alles Tracking blockieren, super.
    Ich muss mal noch rausfinden, wie das mit dem Pi-Hole geht…

    • Eine einfache Lösung ist für den Anfang AdGuard DNS direkt im Router.
      In meiner FritzBox läuft das schon länger und blockt einiges Weg – Geräteübergreifend!
      https://adguard.com/de/adguard-dns/overview.html

      IPv4
      94.140.14.14
      94.140.15.15

      IPv6
      2a10:50c0::ad1:ff
      2a10:50c0::ad2:ff

      DNS over TLS
      dns.adguard.com

      • Dann doch lieber eine lokale Lösung wie Pi-Hole bevor ich alle meine Anfragen über fremde DNS Server einer ehemals russischen Firma laufen lasse.

      • Gunar Gürgens says:

        Danke dir.
        Ich hab hier schon einen Pi-Hole eingerichtet. Der blockt schon gut (~30%), was aber nicht so geil läuft ist eben speziell das Facebook Zeugs. Richtig geil wäre es, wenn die Timeline Werbung weggeblockt werden könnte.

  13. Packt man jetzt halt alles in die technischen Cookies. Wie genau verhält sich eigentlich Apples Plan zur DSGVO. Wer sich Apples-Tracking-Transparency durchliest, der bekommt Einblick in Dinge, die laut DSGVO „eigentlich“ verboten sind!

    • ^ Übersetzung: „Ich habe keine Ahnung wovon ich rede.“

      Hier geht’s um App-/Seitenübergreifendes Tracking und Aktivitätsprofile, die Dritte über Nutzer haben.
      Wie will man das mit technischen Cookies innerhalb einer Partei realisieren?

  14. Facebook könnte sich einfach mal um den Schutz der Nutzendaten kümmern. Bald jede Woche wieder ein neuer Leak von Daten etc……. Das ist das eigentliche übel.

  15. „Facebook nimmt an, dass viele iOS-Nutzer die neuen Möglichkeiten von Apple beanspruchen werden, um das Tracking auszuknipsen.“

    Damit ist eigentlich alles gesagt.

    Mit anderen Worten sobald die Menschen eine bewusste Entscheidung treffen können, lehnen sie es am von Werbenetzwerken ausspioniert zu werden. Nicht wirklich überraschend.

    Diesen Wunsch haben Firmen zu respektieren. Da es ganz offensichtlich nicht auf freiwilliger Basis funktioniert, wie die Vergangenheit eindrucksvoll gezeigt hat, müssen halt im ersten Schritt technische Lösungen her und im zweiten Schritt selbstverständlich klare rechtliche Grenzen die diesem Treiben ein Ende setzen.

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