EZVIZ eLife 2K+: Smarte und drahtlose Überwachungskamera im Test

Ich hatte wieder einmal Zeit, mir Überwachungskameras anzuschauen. Dieses Mal habe ich mir ein Modell von EZVIZ angeschaut, nämlich jenes mit dem sperrigen Namen BC1C 2k+. Der Name lässt es erahnen: hierbei handelt es sich um eine Kamera mit 2K-Auflösung, welche man im Netz einfacher benannt als EZVIZ eLife 2K+ finden kann. Aber der Reihe nach.

Smarte Überwachungskameras gibt’s mittlerweile wie den sprichwörtlichen Sand am Meer. Die EZVIZ BC1C 2k+ kommt ohne Basis daher und setzt auf WLAN. Die Kamera ist für den Außeneinsatz prädestiniert (natürlich könnt ihr sie aber auch in Gebäuden einsetzen), ist sie doch nach IP 66 zertifiziert und kommt mit einem 10.400 mAh fassenden Akku daher. Jener soll bis zu 270 Tagen durchhalten. Die erreicht man sicherlich nur, wenn man die Minimalüberwachung einstellt.

Dass die Kamera einen Akku hat, hat natürlich Vor- und Nachteile. Einige Menschen setzen beim Überwachen am Haus auf PoE-Kameras, sprich: Geräte, die über das Netzwerkkabel dauerhaft mit Strom gespeist werfen und somit die Dauerüberwachung erlauben. Ist bei Akku-angetriebenen Kameras zwar möglich, aber Quatsch, da man sie sonst dauernd aufladen – oder eben alternativ an das Netzteil hängen müsste.

Technische Daten EZVIZ BC1C 2k+

Fangen wir einmal an mit den nackten Daten der EZVIZ BC1C 2k+:

Lieferumfang EZVIZ BC1C 2k+

Im Lieferumfang selbst findet ihr alles, was ihr für den Betrieb benötigt. Netzteil, USB-Kabel, Handbücher sowie die Wandhalterungen. Derer findet ihr zwei vor, denn die Kamera kann per Magnet geklippt oder geschraubt werden. Obwohl die Kamera IP 66 beherrscht und auch am Netzteil betrieben werden könnte, ist das Netzteil nicht für den Einsatz bei Wind und Wetter vorgesehen, sondern für den Innenbetrieb oder das Aufladen. Des Weiteren setzt man nicht auf USB-C, sondern auf Micro-USB.

Verarbeitung EZVIZ BC1C 2k+

Die EZVIZ BC1C 2k+ wirkt baulich sehr robust und ist meines Erachtens wertig verarbeitet. Die Kamera versprüht keine Fragilität. Der USB-Anschluss liegt gut geschützt hinter einem Gummipfropfen auf der Unterseite der Kamera. Dort, wo sich sowohl der Lautsprecher als auch der Reset-Knopf befinden. Vorne in der Cam befinden sich noch zwei Spotlights, aber auch ein PIR-Sensor. Das ist ein passiver Infrarotsensor, der Bewegungen anhand von Körperwärme erkennen möchte.

Arbeit der EZVIZ BC1C 2k+

So viel erst einmal zur Kamera selbst. Kommen wir zur Einrichtung. Die Kamera wird über die App des Unternehmens gekoppelt. Das geht relativ schnell. Konto anlegen, Verbindungsknopf drücken und mit dem WLAN verbinden. Positiv überrascht bin ich davon, dass die App mich häufig aufforderte, für meinen Account eine Zwei-Faktor-Authentifizierung einzusetzen. Das bieten manche Apps nicht einmal an. Bis man sich in der App zurechtfindet, werden sicherlich einige Minuten vergehen. Man findet diverse Übersichtsmodi vor, das wichtigste ist allerdings erst einmal die Einstellung des Überwachungsmodus. Da gibt es unterschiedliche Dinge.

Der typische Anwendungsfall bei so einer Kamera: Aufnehmen und Alarm, wenn eine Bewegung erkannt wurde. Klappt 1a. Man kann menschliche Bewegungen generell erkennen lassen, wenn sie im Blickwinkel der Kamera wahrgenommen werden. Alternativ gibt’s auch Bewegungsbereiche, die man festlegen kann. So kann man einen Teil des Sichtfeldes aussparen.

Alternativ zum klassischen Bewegungssensor gibt’s den oben erwähnten PIR (passives Infrarot). Das erkennt Menschen und auch Tiere aufgrund der Körperwärme. Das kann aber tatsächlich mehr Akku verbrauchen. Des Weiteren kann es in wärmeren Umgebungen auch einmal Fehlalarme geben. Funktioniert das? In der Tat. Ich selbst bin aber Fan der klassischen Personenerkennung.

Betriebsmodi gibt’s auch, da kann man auf Basis Zeit arbeiten – alternativ gibt’s auch Geofencing in der Betaversion, bisher aber nur unter iOS, denn unter Android konnte ich die Funktion nicht finden. Ich habe mich aber erkundigt. Wenn EZVIZ der Meinung sei, dass die Funktionalität zu 100 % gewährleistet werden könne, werde man das laut eigenen Aussagen offiziell auch für Android ausrollen. So lange schaltet man einfach per Hand ein oder aus.

Speicher der EZVIZ BC1C 2k+

Zur Speicherung der Inhalte selbst vorab: EZVIZ verbaut 32 GB internen Speicher, der für massig Bewegungsinhalte ausreicht. Wird die Kamera gestohlen, so habt ihr Pech gehabt. Das ist bei allen Anbietern so. Deshalb gibt’s auch bei EZVIZ eine Cloud.

Die kostet – ähnlich wie bei RING und Konsorten – Geld. Kostet pro Kamera 4,99 Euro im Monat, bei Jahreszahlung 50 Euro. Da gibt’s dann 7 Tage Videoverlauf. Bei 30 Tage Verlauf zahlt man 9,99 Euro / 100 Euro im Jahr. Bis zu vier Kameras deckt man mit dem großen Plan ab, da ist man ab 7,49 Euro im Monat dabei.

Als Vergleich: Der teuerste Plan bei Ring, der alle Cams abdeckt, kostet 100 Euro im Jahr, bei EZVIZ mal eben 150 Euro. Das sind Dinge, die man beim Kauf mit einplanen sollte. Zugutehalten muss man aber dann eben den internen Speicher, man wird ja nicht zur Cloud gezwungen.

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Aufnahme, Klang und Bild der EZVIZ BC1C 2k+

Das Bild der Kamera hängt auch von der Umgebung ab. Ehrlich gesagt denke ich, dass mir die Variante mit 1080p reichen würde, denn auch bei einer Videoauflösung von 1.920 x 1.088 Pixeln kann es zu Artefakten oder Weichwaschungen kommen, wenn sich ein Zielobjekt in der Dunkelheit bewegt. Dennoch empfinde ich das Bild grundsätzlich als „gut“ – ebenso den Ton über die Zwei-Wege-Kommunikation, wobei man da von den meisten Geräten keine Wunder erwarten darf. Es reicht für Sprache, man wird gehört, that’s it.

Weiter unten habe ich ein paar Beispielbilder. Der Alarm ist deutlich hörbar und laut. Man kann, muss ihn aber nicht nutzen. Das gilt auch für vorgefertigten Text. Ihr könnt eine Sprachaufnahme von 10 Sekunden anfertigen, die bei Erkennung von Personen abgespielt wird. „HEY, GEH WEG!“. Oder eben, wie ich es für meinen Test machte….

Anmerkungen

Die ansonsten aufgeräumte und relativ schnell erlernbare App verschweigt Parameter, die ich mir auch nicht im Handbuch anlesen konnte. Ich habe diverse Betriebsmodi. Nirgendwo ist ersichtlich, wie lange etwas aufnimmt. Neben dem Ruhe- und dem Daueraufnahmemodus gibts den Leistungsmodus und den Energiemodus. Laut Beschreibung unterscheidet sich die Länge der aufgenommenen Clips. Doch inwiefern? Ich habe die Antworten selbst besorgt.

  • Aufnahmemodus: Das Gerät geht nicht in den Ruhezustand und nimmt weiter auf. Da sagt der Akku aber ratzfatz: „Ja, moin, lad mal!“.
  • Leistungsmodus: Es gibt keine Begrenzung für die Aufnahme von Clips. Bei einem Auslöser nimmt das Gerät so lange auf, bis das Objekt verschwindet, und geht dann in den Ruhezustand.
  • Energiesparmodus: Bei jedem Auslöser nimmt das Gerät 30 Sekunden auf und schläft 10 Sekunden, dann kann das Gerät wieder ausgelöst werden.
  • Super-Energiesparmodus: Gerät schläft weiter und kann nicht ausgelöst werden. Nur die Live-Ansicht in der App kann das Gerät aufwecken. Nichts für die Überwachung also eher nur zum ab und an mal hereinschauen.

Meater kann es – Kameras nicht.

Was ich ebenfalls schade fand, das ist die fehlende Unterstützung für dringliche Nachrichten in iOS 15 – siehe der Screenshot. Habe ich nachts oder generell keinen speziellen Fokusmodus, der Meldungen der App durchlässt, so würde ich im stumm geschalteten iPhone-Modus nichts mitbekommen. Das ist bei solchen Apps komplett albern – aber Ring, Eufy oder Netamo bekommen dies ja auch nicht gebacken. Aber hey, die Entwickler meines smarten Fleischthermometers, die unterstützen das.

Was noch? Es gibt einfache Routinen. Scharf schalten und auch alles deaktivieren. Auch auf Basis Zeit. Oder eben manuell. Wie ihr mögt.

EZVIZ BC1C 2k+ in Stichpunkten

Die Cams haben einen schlecht bewerteten Alexa-Skill. Bei mir ließ sich das Live-Bild auf Zuruf aufrufen. Aber: Hierfür muss die zusätzliche Ende-zu-Ende-Verschlüsselung (die andere Hersteller teils gar nicht ab Werk anbieten!) der Videos deaktiviert werden. Sollte man den Skill nicht nutzen, unbedingt die weitere Verschlüsselung aktiviert lassen.

Tatsächlich war ich nach den Erlebnissen in Sachen EZVIZ-Software in der weiten Vergangenheit positiv überrascht, auch wenn man manche Schaltflächen zu klein gebaut hat, was dafür sorgt, dass man den ganzen Text nicht lesen kann. Auch wäre eine Erklärung toll gewesen, was welcher Betriebsmodus genau macht.

Die Kamera macht auch Farbnachtsicht. Dabei wird aber der Strahler der Cam mit warmem Licht genutzt. Muss man für sich entscheiden, was besser „funktioniert“. Ich hab ja ein paar Bilder dazu:

Nachtsicht

Tagsüber

Farbnachtsicht

Farbnachtsicht, Screenshot aus dem Video

Ein Fazit?

Tatsächlich war ich positiv überrascht vom Gesamtpaket. Die Kameras gibt’s in 2K- und 1080p-Auflösung. Alternativ kann man gar ein Solar-Panel verbauen, wenn man nicht auf den Akku vertrauen möchte. Cool: Cloudspeicher machbar, aber keine Pflicht. Wirklich wertige Verarbeitung, robust und unauffällig. Leistungsstarke App, in der man nach kurzer Einarbeitungszeit „drin“ ist. Kinderleichte Einrichtung und Nutzung. Kommt im Gegensatz zu anderen Lösungen ohne eine Basis aus – dafür muss man aber in den 2,4-GHz-WLAN-Band-Apfel beißen. Der Zugriff über die App erfolgt sehr flott. Ich hatte im Test nur wenig Latenz zwischen Geschehen und Live-Video. Bonuspunkt für das Erinnern der App, dass man sein Konto mit der 2FA absichern sollte.

Spartipp: Bei Interesse den Preisverlauf im Auge behalten. Das 2K-Modell ist relativ neu und kostet 149,99 Euro. Das FullHD-Modell gibt’s für 119,99 Euro, war aber auch schon für unter 100 Euro zu haben. Gefällt mir von der Verarbeitung und der Optik sowie der App besser als Eufy-Kameras, die ich lange Zeit im Einsatz outdoor hatte. Die EZVIZ eLife 2K+ ist tatsächlich eine Kamera, die ich mir selbst oder meinem Schwiegerpapa aufs Grundstück setzen würde.

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Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Seit 2008 ist es Beruf(ung). Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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5 Kommentare

  1. Also auch für das streamen des Bildes auf einen Google Nest Hub braucht man das kostenpflichtige Cloudangebot?

  2. „oder wie ich es für meinen Test machte…“ made my day

  3. Nun ja, wer sich im Aussenbereich mit einer WLAN Kamera sicher fühlt hat etwas nicht richtig verstanden!
    Ein Deauther für ca. 15 Euro eine 9V Blockbatterie ein Knopfdruck und alle WLANs in der Umgebung sind tod.
    Somit auch die Geile WLAN-Kamera

  4. Also ich selber nutze seit Jahren Ezviz Kameras und bin echt begeistert. Einfache Handhabung und vor allem sind die nicht so teuer. Brauche keine cloud, da ich lokal auf Karte speichern kann.
    Die hier getestete Kamera lass ich mir zu Weihnachten schenken 🙂 bin gespannt wie die ist.

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