Europäisches Parlament: Google soll Suchmaschine vom Rest des Unternehmens trennen

Laut dem britischen Guardian ist das Europäische Parlament angeblich bereit, Google in Einzelteile zerschlagen zu wollen, was natürlich noch einmal für ordentlich Pfeffer in den laufenden Kartellverfahren sorgt, die man Google angehängt hat. So sollen bereits Dokumente durchgesickert sein, die zeigen dass das Suchmaschinen-Geschäft getrennt von den anderen wirtschaftlichen Dienstleistungen in Europa funktionieren soll.

Google Office

Die Europäische Kommission untersucht seit Jahren Bedenken, dass Google seine beherrschende Stellung in Sachen Suche missbraucht. Deutsche, französische und spanische Politiker haben Google schon häufig kritisiert, hier ging es beispielsweise um die Enthüllungen von Edward Snowden in Sachen NSA, das Recht auf Vergessenwerden – ein Gesetz, welches es Menschen erlaubt, unter Umständen Suchergebnisse mit ihrem Namen löschen zu lassen.

Sigmar Gabriel, unser Wirtschaftsminister und Vizekanzler, schlug ein Aufpsalten von Google im Mai vor, was dann aber in einem Auferlegen von Verordnungen umgemünzt wurde. Das Verfahren gegen Google wird laut Aussagen des Guardian vom Rivalen Microsoft, Axel Springer und einigen kleinen Konkurrenten geführt. In Deutschland habe Google in Sachen Suche eine Verbreitung von 91,2 Prozent, so Springer-Mann Mathias Döpfner – man habe schlichtweg Angst vor dieser Dominanz.

Mal schauen, was da passiert. Die EU kann natürlich nicht einfach anordnen, dass Google zerschlagen wird – allerdings kann man Unternehmen mit Strafen oder anderen Gängelungen belegen.

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caschy

Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Seit 2008 ist es Beruf(ung). Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei LinkedIn, Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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39 Kommentare

  1. Sollen sie halt eine bessere Suchmaschine auf die Beine stellen.

  2. Einfach zum Totlachen … mehr fällt mir dazu eigentlich nicht ein.

  3. Man kann sich vor allem lächerlich machen. Das kann man sehr gut!

    Traurig, wie die EU stets den Europagegnern in die Hände spielt!

    Es gibt Gründe, warum Europeana nie ansatzweise so bekannt wurde wie Google Books – und das ist nicht eine Bevorzugung von Google Books durch die Google Suchmaschine.

  4. Die gönnen Google nur den Erfolg nicht
    Sollen sie doch Microsoft von Nokia und Apple von iTunes trennen

  5. Hier wird Demokratie missbraucht weil man Angst vor jemanden hat der erfolgreich ist!

  6. Was für völlig absurde Pläne…

  7. Dafür! Auch wenn ich nicht genau weiss wie das aussehen soll.

    Google häuft einfach zuviel Macht an.

  8. Ergänzung: Das Verfahren … wird vom Rivalen Microsoft, Axel Springer und einigen kleinen Konkurrenten geführt. Microsoft hat 20 Jahre tun und lassen können was es wollte. Erst beim InternetExplodierer hat die EU beim Windows7 eingegriffen. Und selbst das hatte keine Änderung heibeigeführt!

  9. Wie beim ADAC. Aber da ändert sich an der Machtpossition nichts!

  10. Axel Springer?! Echt armselig. Zuerst beim LSR eine völlige Blamage und dann mit so was kommen. Die sollten zuallererst zerschlagen werden…

  11. Bin gespannt, wie sie sich das vorstellen. Schließlich basieren alle anderen Dienste Googles im Kern auf der extremen Verknüpfung mit der Suchmaschine…

  12. Wenn man überlegt für was für Gedanken die EU da Geld ausgibt. Google müsste einfach sagen das sie sich aus den Ländern wo diesen Antrag stellen zurück ziehen. Der Aufschrei wäre sicher heftig.

  13. „In Deutschland habe Google in Sachen Suche eine Verbreitung von 91,2 Prozent, so Springer-Mann Mathias Döpfner – man habe schlichtweg Angst vor dieser Dominanz.“

    Klar, weil Google Ihnen durch das Leistungsschutzrecht einen Strich durch die Rechnung gemacht hat. Anstatt zu zahlen haben Sie die Seiten einfach aus dem Index genommen (Was ich für die absolut richtige Entscheidung halte!)

    Wenn Sie die Verbreitung stört, sollen Sie halt ne Springer-Bing-Suchmaschine starten.

    Ps: Ich habe Angst vor der Verbreitung der BILD-Zeitung. Bitte zerschlagen!

  14. Es gibt eben in Europa mächtige Lobbyisten (wie Springer), die schon lange einen Kampf gegen Google führen, siehe Leistungsschutzrecht. Und weil Politiker mit dieser Lobby sehr eng verbunden sind (und sogar auf deren Stimmungsmache angewiesen sind), hat gerade die Verlags- und Medienlobby einen extrem hohen Einfluss auf Politiker. Da wäscht eine Hand die andere. Und so was kommt dabei eben heraus.

  15. Warum wurde oben mein Kommentar geblockt/gelöscht?

  16. Erst einmal ist es gut dass man sich Gedanken über die Vormacht von Google macht. Google übertritt in schöner Regelmäßigkeit rote Linien, siehe zum Beispiel die Bildersuche (nur in D und Frankreich noch nicht – Angst vor Gerichtsurteilen. Denn eines hasst Google, Gerichtsurteile. Meistens kommt es vorher zum Vergleich).

    Ob nun der derzeitige Weg oder Wege die richtigen sind mag dahin gestellt sein. Aber es ist nicht der erste Versuch Google die Schranken zu weisen und es wird auch nicht der letzte sein.

    Diejenigen die es lächerlich finden oder sogar sowas wie Neid unterstellen wenn man sich über Googles Allmacht Gedanken macht, diejenigen sollten sich mal Gedanken machen was das tatsächlich bedeutet und was Google bisher auch für Schaden angerichtet hat.

    Allerdings glaube ich dass es eher der Markt richten wird. Wenn Mozilla den Mut hat Googl als Standardsuchmaschine auch in D zu verabschieden. Wenn Yandex sich endlich Richtung Deutschland aufmacht. Dann könnte es passieren dass Google auf gesunde 60% bis 70% herunter geschraubt wird.

  17. Der Text ist fehlerhaft.

    „Die Europäische Kommission untersucht seit Jahren Bedenken, dass Google seine beherrschende Stellung in Sachen Suche missbraucht.“

    – Ich lese ihn schon zum dritten Mal und ich verstehe den logischen Sinn nicht dahinter. Müsste es nicht heißen, die Kommission „hat“ seit Jahren Bedenken?

    “ Aufpsalten“ ?

  18. @Roland:

    Prinzipiell kann ich deinen Kommentar so unterschreiben, nur ist der Ansatz, den die EU verfolgt, der falsche. Man ändert die Situation nicht, indem man Google in einzelne kleinere Unternehmen aufsplittet, sondern indem man den europäischen Wirtschaftsraum so reformiert, dass auch mehr stärkere Startups entstehen können, die auch überleben können, ohne gleich von einem der US-Giganten geschluckt zu werden. Es haben sich in der EU bereits junge Unternehmen wie Soundcloud aus Deutschland oder Spotify aus Schweden gegründet, die in ihren Bereichen international mithalten können. Und genau das wäre auch der beste Weg, indem Google sich wieder mehr dem Wettbewerb stellen muss. Das brauchen sie in vielen Bereichen momentan nicht, weil Projekte wie die Suche, Android, YouTube oder Chrome den Konkurrenten weit voraus sind. Wie heilsam Wettbewerb sein kann, sieht man ja an Microsoft, der Konzern befindet sich immer noch im Umbruch, ist aber auch gezwungen, seine Strategien auf breiter Front zu ändern.

    Am Ende ist es aber auch die Frage an jeden einzelnen, ob er selber zu Googles Marktmacht beitragen will, indem er möglichst viele Dienste nutzt, oder ob er auch mal über den Tellerrand blickt und seine Sachen mehr streut. Ich habe selber auch bis für 4 oder 5 Jahren relativ viel von Google benutzt, mittlerweile benutze ich bis auf YouTube keinen einzigen der Services mehr (okay, Gmail noch, weil ich keine Lust auf die Abfrage per Telefon habe, aber das ist auch nur meine Spamadresse), sondern bin stattdessen auf Nokia Here, Bing (vor allem bei der Bildersuche), Firefox etc. umgestiegen und ich vermisse nichts. Letztlich sind das aber alles persönliche Sachen, die jeder im Einzelfall für sich entscheiden muss.

  19. Die BILD hat hier 75% Marktanteil.
    Davor habe ich viel mehr Angst…

    Und dann wird auch noch die NSA mit in die Argumentation gebracht, obwohl Transatlantiker Springer und der Bundesnachrichtendienst sicher viel eifrigere Gehilfen des großen Brudes sind.

    Das alles ist so durchschaubar und lächerlich.
    Angst haben die höchstens vor freien Informationen.
    Allein Google Maps und Google Earth dürfte Verlagen, Navigationssystem Herstellern und vermessungsämtern viele Millionen gekostet haben, weil diese der Menschheit diese Informationen frei zugänglich gemacht haben. Was hat denn bitte Springer den Menschen gebracht, außer Tittenfotos und ihrer eigenen Agenda in großen Überschriften?

  20. Ich denke, die „Sorge“, die solche Gedanken bei vielen auslöst, hat gute Gründe.
    Google ist kein unsympathischer Monopolist, der uns keine andere Wahl lässt.
    Zumal die geistigen „Hürden“, eine andere Suchmaschine, Mailanbieter etc. zu nutzen wirklich trivial sind.

    Die Produkte und Innovationen, die Google´s direkt Dienste und viele Nebenprojekte zu Tage fördern, haben den technischen Fortschritt des letzten Jahrzehnts beschleunigt.

    Wo wären wir heute ohne Maps, (vor 12 Jahren haben wir in der Firma Landkartendaten umständlich aus der Klicktel-CD per Screenshot herauskopiert), Android, den Übersetzer oder Gmail?

    Ja, das muss man differenziert sehen. Eine offensichtlich von machpolitischen Zielen anderer Marktbeherrscher motivierte Kampagne, die ihre Lobbymillionen für diesen Zweck einsetzen, ist ganz klar die falsche Herangehensweise.

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