eufy Indoor Cam 2K Testbericht: Innenraumüberwachung zu einem guten Preis-Leistungsverhältnis

eufy ist die Untermarke von Anker, die sich für Smart-Home-Produkte wie Staubsaugerroboter, Sensoren sowie Überwachungskameras verantwortlich zeigt. Bei den Kameras kennt man bislang vermutlich eher die akkubetriebenen „eufyCams“, die es in diversen Ausführungen gibt.  Eine ganze Reihe von ihnen haben wir getestet. Sie haben eines gemeinsam, sie setzen eine zentrale Basis voraus. Neu im deutschen Handel ist nun auch die Indoor Cam 2K. Sie arbeitet anders als die bisherigen Modelle von eufy.

Die eufy Security Indoor Cam 2K ist eine Kamera, die unabhängig von einer Basis genutzt werden kann. Neben ihrer 2K-Auflösung gehören ereignisgesteuerte Aufzeichnung, Nachtsicht, 8-facher Zoom und Zweiwege-Audio zu den Standardfunktionen. Darüber hinaus verfügt sie über eine Erkennung von Menschen und Haustieren sowie über die Fähigkeit, ein schreiendes Kleinkind zu identifizieren. Die Cam unterstützt Alexa, den Google Assistant und lässt sich in HomeKit und HomeKit Secure Video einbinden.

Bislang war es so, dass man die Außenkameras an eine Basis anklemmte, die für die Speicherung von Clips auf einer microSD-Karte sorgte. Das ist bei der eufy Indoor Cam 2K anders. Sie kann zur ständigen oder Clip-Aufzeichnung mit einer microSD-Karte versehen werden. Alternativ kann man einen RTSP-Stream freigeben, der dann für Live-Streams über Apps wie den VLC Media Player oder die Aufnahme auf einem NAS, beispielsweise auf einem von Synology über die Surveilance Station, sorgt. Alternativ eben: HomeKit Secure Video. Aber: Es gibt nun auch eine Abo-Möglichkeit, einen Cloud-Dienst von Eufy, doch dazu später mehr.

Die eufy Indoor Cam 2K kommt in einer unaufgeregten Verpackung daher, sie ist recht handlich und im Lieferumfang ist alles Wichtige mit drin – neben der Kamera auch ein Netzteil, ein USB-Verbindungskabel vom Netzteil zur Kamera sowie Erstinfos und eine Bodenplatte und Schrauben, falls man die Kamera an einer Wand anbringen und nicht aufstellen möchte. Dementsprechend hat sie einen Fuß, der sich recht flexibel biegen lässt – er dient also entweder als Aufsteller oder Halter für die Kamera.

Eingerichtet wird die Kamera über die eufy-App, die ein Konto beim Anbieter erfordert. Die App führt euch durch das Setup. Wo ist die Kamera aufgestellt? Welcher Speicher soll benutzt werden? Es ist fast egal, wie ihr euch entscheidet, denn ihr könnt die ersten Änderungen natürlich später noch in der App ändern.

Die Kamera verfügt über eine Bewegungserkennung, hier könnt ihr einstellen, ob Personen, Haustiere oder alle anderen Bewegungen auch aufgezeichnet werden. Falls ihr nur bestimmte Bereiche des Sichtfeldes auf Bewegungen überwachen wollt, so ist auch dies einstellbar – wie auch eine Empfindlichkeit, bei der Bewegungen registriert werden sollen. Ähnlich arbeitet die Geräuscherkennung: Hierbei kann „Weinen“ erkannt werden, aber auch andere Geräusche. Auch hier ist eine Empfindlichkeit einstellbar. Die Kamera kann also nicht nur Bewegungen erkennen, sondern auch „hören“, ob etwas im Busch ist. Die Haustier-Erkennung ist ganz witzig. Hierbei kann man beispielsweise eine Alarmzone festlegen, beispielsweise eine Couch. Wird ein Hund auf der Couch erkannt, so kann die Kamera einen von euch definierten Sprachbefehl abspielen, beispielsweise „Hey, geh da sofort runter!“

Die Kamera benachrichtigt euch auf Wunsch, falls ein Ereignis eintritt. Selbstverständlich kann sie auch Ereignisse aufzeichnen, sodass ihr diese in der App anschauen oder auch auf das Smartphone herunterladen könnt. Die Funktionen als solche arbeiteten wie versprochen, wobei ich mangels Haustier nicht die Haustier-Erkennung mit dem entsprechendem Sprachbefehl ausprobieren konnte.

Das Bild ist sowohl am Tag als auch in der Nacht gut. Ebenso kann man die Zwei-Wege-Kommunikation sowie die Sirene, gemessen an der Größe der Kamera, durchaus als ausreichend bezeichnen. Wichtig zu wissen ist aber, dass HomeKit Secure Video die Kamera beschränkt. Dinge laufen dann eben über Apples HomeKit, nicht mehr über die eufy-App. AI-Erkennung und Aktivitätszonen fallen weg, Objekttypen (Personen & Tiere, die Schrei-Erkennung von Babys) müssen über HomeKit ausgewählt werden. Ebenso fällt die maximale Auflösung von 2K auf 1080p zurück. Ab iOS 14 könnt ihr dann auch in der Home-App Aktivitätszonen definieren und eine Gesichtserkennung aktivieren, die erkannte Gesichter mit eurer Foto-Mediathek abgleicht.

Bild aus dem Stream:

In der Dunkelheit:

In Kurzform: Die Kamera hält, was sie verspricht – und dennoch kommen wir mal zu den Kritikpunkten. Die Kritikpunkte spiegeln den 10. Juli wider, solltet ihr den Text später lesen, dann kann sich etwas verändert haben: eufy bietet jetzt also ein Abo in der Cloud an. Behauptet die Kamera. Könnt ihr natürlich nur nutzen, wenn ihr sie nicht in HomeKit habt. Das ist nicht verwerflich. Allerdings fand ich beim ersten App-Setup nirgendwo einen Hinweis, was ich denn wo für welche Dienstleistung zu bezahlen hätte. Irgendwann fand ich dann eine Seite, die eine Preisübersicht anbot. Ich habe bei eufy angefragt, vermutlich werden die US-Preise 1:1 identisch zu den deutschen. Könnte auch teurer werden, da die US-Preise ohne Steuer ausgewiesen sind.

Ist vielleicht später mal interessant für Leute, die kein HomeKit haben und sich nicht auf die Speicherung auf einer Karte / einem NAS verlassen wollen. Für HomeKit-Nutzer bis zu 5 Kameras ist das natürlich keine Option, die schnappen sich das 2-TB-Abo, können bis zu 5 Kameras und Aufzeichnung unterbringen – UND haben noch Cloud-Speicher für sich und die Familie. Ebenso unraffbar: Bei HomeKit-Einbindung ist die Cam auf 1080p beschränkt, was ja nicht wild ist. Schrottig: Warum sind heruntergeladene Filme aus der eufy-App nur 1.280 x 720p?

Als kurze Vielleicht-Frage-Antwort-Runde:

* Ja, die Kamera kann in der eufy-App mit einer microSD-Karte genutzt werden und gleichzeitig für das Anschauen in HomeKit. Dann wird aber nicht HomeKit Secure Video genutzt.

* Ja, der in der Kamera verbaute Bewegungssensor kann in HomeKit genutzt werden, um andere Automatismen auszulösen, beispielsweise, um das Licht anzuschalten.

* Ja, ihr könnt die Kamera auch rund um die Uhr aufnehmen lassen. Denkt dabei an die Lebensdauer eurer microSD-Karte. Manche Karten lassen sich 500x beschreiben. 16 GB langen dabei für eine Aufzeichnung von rund einem Tag (+/-).

* Ja, die Einbindung in HomeKit sorgt dafür, dass manche Merkmale, wie im Text beschrieben, nicht über die eufy-App funktionieren. So hat man z. B. nur 1080p-Auflösung, selbst dann, wenn auf der microSD-Karte aufgezeichnet wird.

* Die Kamera benötigt keine Base.

* Unfassbar nervig: Hat man mehrere der Kameras in der eufy-App, so kann man, Stand Testbeitragsdatum, diese nicht alle zeitgleich auf abwesend stellen. Da muss eufy unbedingt nachbessern!

* Die Cam hat mehrere Modi: Zuhause, Abwesend, Deaktiviert oder Zeitplan. Es gibt derzeit kein Geofencing. Ihr habt die Möglichkeit, einen benutzerdefinierten Modus einzurichten. Ist dieser aktiviert, könnt ihr folgendes machen: Video aufzeichnen / Push-Benachrichtigung erhalten / Kamera-Alarm.

Kurz-Fazit nach rund einer Woche? eufy muss noch an der Software schnitzen. Ich brauche mehr Automatismen bei mehreren Kameras, will diese alle auf „Abwesend“ oder „Daheim“ einstellen können. Ansonsten macht die Cam ihre Arbeit sauber, sowohl in 2K als auch bei 1080p – bei Tag- und Nachtsicht. Und der Preis für eine (auch) HomeKit-fähige Kamera ist sehr fair. 40 Euro, wenn man nicht eh bei den eufy-Rabatten zuschlägt, die sehr regelmäßig kommen.

eufy Security Indoor Cam 2K mit Bewegungssensor
https://www.amazon.de/dp/B086LBWH4M

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caschy

Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Seit 2008 ist es Beruf(ung). Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei LinkedIn, Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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25 Kommentare

  1. Danke für deinen Bericht! Da ich noch keine Eufy-Kamera habe, möchte ich gern noch zwei Fragen stellen:

    1. Macht die Kamera auch einen hörbaren „Klick“ wenn sie auf Nachtsicht wechselt? Meine (alte) Foscam macht das noch, was abends bei Licht an, Licht aus, immer wieder zum Klicken führt.

    2. Funktioniert die Einbindung in die Surveillance-App bei Synology problemlos oder ist es nur theoretisch auf dem Papier so zu sehen, weil streamfähig?

    Vielen Dank! 🙂

    Gruß Draal

  2. 1. Ja, hört man.
    2. Funktionierte tatsächlich richtig.

  3. Hallo Caschy, ist die Cam in der Nachtsicht „unsichtbar“ oder sieht man irgendwelche LEDs rot leuchten?
    Beste Grüße
    Peter

  4. Geht die Daueraufzeichnung auch mit HomeKit?

  5. Redet die App direkt mit der Kamera? Wenn nein, würde die Kamera zu Elektroschrott verkommen, wenn Eufy/Anker mal keine Lust mehr hat, die Cloud-Server weiter zu betreiben, oder? Welche Strategie hat Eufy da heute? Die Erfahrungen mit anderen Anbietern zeigt ja meiner Meinung nach, dass es hier nicht um das ‚ob‘ geht, sondern nur um das ‚wann‘. Es wäre toll wenn du diesbezüglich mal nachfragen könntest.

  6. Interessant-bei mir kein Homekit trotz 2.0.6.9 – wie habt ihr die eingebunden ?

  7. Danke Caschy für den ausführlichen Testbericht.

    Was ich vermisste ist aber, ob man die Kamera auch zusammen mit der HomeBase nutzen kann?
    Weil wenn man schon zwei EufyCam 2c inkl. Base hat macht es ja Sinn, dass auch dort die Videos gespeichert werden.

    • Ne, ist nicht integriert. Läuft neben der Base, die ich auch habe. Lässt sich nicht einmal zeitgleich auf „Abwesend“ oder so schalten. Hab ich schon also Feature-Wunsch in deren Forum angemerkt.

  8. Ich hätte auch eine Frage, kann die Nachtumschaltung abgeschaltet werden? So das es nicht zu diesem Klicken kommt?

  9. Das heisst, wenn man sie nicht über Apple HomeKit direkt einbindet, ist man gezwungen alles über die App des Herstellers zu nutzen, welche mangelhaft ist noch bevor das Produkt ein Jahr alt ist.

    Könntet ihr den Punkt noch mal deutlicher machen?
    Kann ich die Kamera direkt über HomeKit einrichten oder bin ich auf jeden Fall gezwungen, die Anker-App zu nutzen und ein Anker-Konto einzurichten?

    PS
    Jedes Hardware-Gerät, welches zwingend ein Konto erfordert, sollte auch von euch grundsätzlich abgewertet werden. Ich kann mich nur wiederholen, wieviele fallengelassene Produkte (auch von Größen wie Google) braucht ihr noch, um zu kapieren, dass Kontozwang aus theoretischem Eigentum einen Nutzungsvertrag macht? So nerdig kann man doch gar nicht sein, um nach zehn Jahren und hunderten Elektroschott-„Skandalen“ diesen Punkt weiter zu ignorieren (Skandal in Anführungszeichen, weil es einen Tag danach keinen mehr interessiert)

  10. Sehe ich es richtig, dass die Kamera nicht per Web Interface erreichbar ist, sondern nur per App und RTSP Stream?

    Ich nutze bisher nur Kameras, die auch per Web Interface erreichbar sind und die ich in die Instar App einbinden kann, was mit den Eufy Cams dann wohl nicht möglich sein wird.
    Oder könnte man den RTSP Stream abfangen?

    @Caschy Kannst Du da was zu sagen?

  11. Danke für den Test, meine müsste heute oder morgen ankommen. Was ich immer noch nicht verstanden habe und nirgendwo eindeutig nachlesen kann:

    Wenn ich die Kamera in HomeKit einbinde, aber NICHT HomeKit Secure Video verwende, wird sie trotzdem auf 1080p begrenzt?

    Bisher nutze ich 4 EufyCams 2c und bin trotz Deiner nachvollziehbaren und von mir bestätigten Kritikpunkte recht zufrieden. Die Geschindigkeit und Zuverlässigkeit, mit der HomeKit sich mit den Kameras verbindet, ist mit der iOS 14 Beta enorm gestiegen. Das ist jetzt erstmalig wirklich nutzbar und es lag offenbar nicht an Eufy vorher. Mit den Netatmo Presence, die ich vorher hatte, war HomeKit auch nur theoretisch nutzbar. In der Praxis zu unzuverlässig und langsam.

    • Beim nochmaligen Lesen deute ich diesen Absatz leider doch als eindeutige Antwort auf meine Frage. 🙁

      „* Ja, die Einbindung in HomeKit sorgt dafür, dass manche Merkmale, wie im Text beschrieben, nicht über die eufy-App funktionieren. So hat man z. B. nur 1080p-Auflösung, selbst dann, wenn auf der microSD-Karte aufgezeichnet wird.“

  12. Lassen sich die Daten (Videos & Bilder) der Speicherkarte am PC ohne spezielle Software auslesen?

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