EU will Kunden bei Online-Käufen besser schützen

In der Europäischen Union sollen Verbraucher besser bei Online-Käufen geschützt werden. Ziel ist es, dass Händlern mehr Verantwortung zukommt, wenn es Rückrufe oder auch Unklarheiten in der Lieferkette gibt. So zielen die neuen Regeln wohl auch auf Waren ab, die aus Nicht-EU-Ländern geliefert, aber beispielsweise auf Marktplätzen wie bei Amazon.de verkauft werden.

Kennt ihr sicher auch: Man stöbert bei Amazon.de, legt etwas in den Warenkorb, sah nicht ganz genau hin und stellt fest, dass man einen Marketplace-Artikel erwischt hat. Selbst bei Händlern mit deutsch klingenden Namen lohnt dann oft der Blick ins Impressum. Oft finden sich dann Firmenadressen in etwa China. Laut dem Binnenmarktausschuss des EU-Parlaments führt das dazu, dass regelmäßig Produkte in dem EU-Binnenmarkt landen, die nicht ausreichend geprüft worden sind bzw. nicht den hiesigen Standards entsprechen.

Deswegen soll es zukünftig eine Überprüfung durch verantwortliche Personen geben. Die müssen sicherstellen, dass die Hersteller Informationen zu den EU-Sicherheitsstandards korrekt angeben bzw. sie eben erfüllt werden. Kommt es dann zu Schäden, will man eine Haftungsverpflichtung einführen. Außerdem soll es verlängerte Garantiezeiträume geben, damit für Käufer die Chance besteht, sich strittige Produkte ersetzen zu lassen.

Klingt alles aber noch ein wenig vage, so wie die Tagesschau es beschreibt. Allerdings muss die ganze Sache auch noch formell durch die EU-Mitgliedsstaaten und das Europaparlament abgesegnet werden. Da werden wir sicher noch etwas zu den konkreteren Folgen hören. In Kraft treten würden die neuen Regeln dann nach einer Übergangsfrist von 18 Monaten.

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4 Kommentare

  1. Ich wage anzuzweifeln ob das irgendwem wirklich nützt und wie die Kontrolle Aussehen soll. einen Grund den Preis zu erhöhen gibt’s somit ja vielleicht.
    nicht falsch verstehen, ich finde das bei Amazon auch nervig wenn es am Ende aus China kommt, aber dass Gesetz betrifft dann alles. nicht nur Amazon. und hier sehe ich dann auch schon für andere Shops Fallstricke.

  2. Verlängerte Garantie fände ich gut. Dann hat man auch bei Apple keine Probleme mehr sich mit Gewährleistung herumzuschlagen, sondern kann auf Garantie pochen 😉

    • Es ist schon spannend, dass die Tagesschau meint, dass die EU die freiwillige Garantieleistung der Hersteller verlängern will. Eigentlich müsste das die gesetzlich vorgeschriebene Gewährleistung der Händler sein. Umgangssprachlich mag man die Gewährleistung fälschlicherweise Garantie nennen, der Tagesschau sollte das aber nicht passieren!

      Auf die Gewährleistungsverlängerung bin ich schon gespannt. Offiziell ist die zwar zwei Jahre in Deutschland. Allerdings gibt es nach einem Jahr eine Beweislastumkehr, d.h. man muss beweisen, dass es der Mangel von Anfang an vorhanden war. Das Gutachten dazu wird wahrscheinlich teurer als die Reparatur sein. Effektiv gibt es also nur ein Jahr Gewährleistung. Wenn nur die „zweite Hälfte“ der Gewährleistung verlängert wird, bringt das rein gar nichts.

  3. Die größten Schwierigkeiten hatte ich bisher immer, mit sog. Marketplace Händlern die nicht in CN sitzen, sondern mit deutschen Händlern die in Deutschland sitzen.

    1) Ewig lange schriftliche Diskussionen, um Garantieleistung

    2) Ewig lange schriftliche Diskussionen um Rückerstattung des Kaufpreises

    3) Null Kulanz, wenn ein Gerät nach ein paar Wochen seinen Geist aufgab

    4) Man erhält keinen Aufkleber, damit man das Gerät Portofrei einschicken kann

    5) Man muss das Gerät selbst ins Reparatur Lager einsenden

    6) Bei Rückfragen, erhält man die Antwort: Sie haben das Gerät selbst eingeschickt.
    wir haben somit keinen Zugriff auf die Reparatur Dauer. Obwohl man vom Händler selbst dazu aufgefordert wurde, das Gerät dort einzuschicken.

    7) Anwaltliche Drohungen, wissen die Händler Ganz Genau, laufen ins Leere, weil Rechtsschutzversicherungen nur ungern solche Fälle übernehmen, selbst bei einem Wert von einigen hundert Euros.

    Nur das aufsetzen Eines Schreiben des Anwalts beträgt heute mehrere Hundert Euro.
    Die erste meist kostenfrei, mündliche Beratung lautet wie folgt (selbst erlebt): Sie sind somit auch ein Opfer von Online-Bestellung geworden, wie es heutzutage jeden Tag vielen Leuten passiert. Das ist bedauerlich, jedoch nicht änderbar.
    Würden Rechtsschutzversicherungen alle Fälle übernehmen, wären sie pleite oder die Prämien so hoch, dass keiner mehr eine Versicherung abschließt.
    Die Antwort war sogar noch positiv.
    Andere Anwälte hatten andere Gründe genannt: bspw. wegen Corona, oder Urlaubsbelastung könnten sie derzeit keine neuen Fälle annehmen. Also nichts mit Kreuzbergs Anwalt Liebling. Der Zug ist abgefahren.

    Die schlechten Erfahrungen auf amazon von Marketplace Händlern, hatte ich wie gesagt von deutschen Händlern. Wobei die ganz kleinen Händler immer kulant waren. Schwierigkeiten, bereiten oft die etwas größeren Mittelstandsunternehmen, die ihren eigenen Online Auftritt haben und bei ebay verkaufen.

    Nach drei schlechten Erfahrungen, deshalb nur noch prime bei amazon.

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