EU-Kommission: WhatsApp muss Geschäftspraktiken erklären

Die EU-Kommission hat mal wieder Fragen an WhatsApp. Heute haben das Netzwerk für die Zusammenarbeit im Verbraucherschutz (CPC) und die Europäische Kommission einen weiteren Brief an WhatsApp geschickt, in dem sie das Unternehmen auffordern, Maßnahmen zu ergreifen, um die verbleibenden Bedenken hinsichtlich seiner Aktualisierungen der Dienstbedingungen und seiner Datenschutzpolitik auszuräumen und die Verbraucher klar über sein Geschäftsmodell zu informieren.

Insbesondere wird WhatsApp aufgefordert, zu zeigen, wie es plant, alle zukünftigen Aktualisierungen seiner Dienstleistungsbedingungen zu kommunizieren, und dies auf eine Weise zu tun, die es den Verbrauchern ermöglicht, die Auswirkungen dieser Aktualisierungen leicht zu verstehen und frei zu entscheiden, ob sie WhatsApp nach diesen Aktualisierungen weiterhin nutzen möchten.

Das Unternehmen hinter dem beliebten Messenger wird außerdem aufgefordert, anzugeben, ob es Einnahmen aus den Geschäftspolitiken im Zusammenhang mit den Nutzerdaten erzielt.

Justizkommissar Didier Reynders erklärte: „WhatsApp muss sicherstellen, dass die Nutzer verstehen, was sie akzeptieren und wie ihre personenbezogenen Daten für kommerzielle Zwecke verwendet werden, vornehmlich um Geschäftspartnern Dienstleistungen anzubieten. Ich wiederhole, dass ich von WhatsApp erwarte, dass es die EU-Vorschriften, die die Verbraucher und ihre Grundrechte schützen, vollständig einhält„.

Ein erstes Schreiben wurde im Januar 2022 versandt, da mehrere 2021 vorgenommene Aktualisierungen der Dienstleistungsbedingungen für die Verbraucher problematisch waren.

Sprich: In den Beschwerden der Verbraucherschützer wird WhatsApp schon vorgeworfen, die Nutzer auf unfaire Weise unter Druck zu setzen, um Änderungen an den AGB und Datenschutzbestimmungen zu akzeptieren.

WhatsApp hat nun einen Monat Zeit, um den Verbraucherschutzbehörden nachzuweisen, dass seine Praktiken mit dem EU-Verbraucherrecht vereinbar sind.

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Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Seit 2008 ist es Beruf(ung). Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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12 Kommentare

  1. Tja, man hat so das Gefühl als wenn die EU einfach nicht verstehen will, dass WhatsApp nicht möchte, dass der Kunde versteht wie das Ganze funktioniert und was mit den Kundendaten geschieht. 😉

    • oder man versteht es, gibt aber deshalb nicht auf. Und genau das möchte ich von dieser Institution.

  2. Peter Panzke says:

    Selbst wenn da rauskommt, dass Meta die Daten komplett selber für Marketingzwecke verwendet, an andere weiterverkauft und massiv auswertet. Es wird sich nichts ändern. Die breite Masse interessiert es einfach nicht.

    Am Anfang ist so Manche*r erschüttert. Aber sobald es darum geht, das eigene Verhalten zu ändern, fallen so gut wie alle wieder in die alten Routinen zurück, ähnlich wie beim Billigfleisch.

  3. Bernhardt says:

    Es gibt sogar ein Werbekartell zw. Facebook & Google

    Kann jeder selber überprüfen:

    Jetzt etwas werberelevanten auf WhatsApp geschrieben (Beispiel ein Flug in die Karibik) und ein paar Stunden später wird einem Air France Werbung für die Karibik auf YouTube eingeblendet.

    Kein Zufall, sondern gezieltes ausspionieren von Menschen!

    • Die Inhalte des Chats sind verschlüsselt. Und nach allem, was man weiß, ist das auch wirklich so. Das kleine bisschen bleibendes Vertrauen noch zu ruinieren, ist das auswerten des „angeblich“ (um deine Theorie aufzugreifen) ende-zu-ende-verschlüsselten Chats für Facebook doch gar nicht wert. Und die Metadaten alleine sind schon so wertvoll (und besser/günstiger auswertbar), dass man es gar nicht muss

      Häufig sind solche Phänomene anders zu erklären.

      Gedankenspiel 1:
      Du schickst einen Link zu besagtem Flug in die Karibik. Es wird eine Vorschau in Whatsapp geladen, welche auf deinem Gerät generiert wird. Dadurch ist natürlich ein Webseitenbesuch im Hintergrund notwendig. Durch diverse Trackingmöglichkeiten wird so die Brücke zu dir geschlagen.

      Gedankenspiel 2:
      Wer sagt denn, dass du wirklich zufällig das Thema auswählst, mit dem du die Überwachung beweisen möchtest? Sicher, dass dir gerade die Karibikreise nicht deshalb in den Kopf geflogen ist, weil du sie irgendwo gesehen hast? Das ist der Punkt, der vermutlich mehr Potenzial hat, als man sich eingestehen möchte. Und diese unbewusste Beeinflussung macht das Tracking so gefährlich – siehe Cambridge Analytica in Verbindung mit der Trump-Wahl.

      Gedankenspiel 3: Dein Gegenüber hat nach dem Gespräch über Flugreisen in die Karibik schlichtweg danach gesucht. Durch gutes Tracking durch das ganze Internet hinweg schlägt man die Brücke zwischen der Websuche und dem Nutzer bei Whatsapp. Metadaten sei Dank. Natürlich weiß man durch die nicht verschlüsselten Metadaten auch, wer wann wie wo mit wem kommuniziert. Und zack – dadurch bekommst du auch auf einmal Werbung zur Karibikreise.

      Wer hat dich verraten? Die Metadaten.

      • Peter Panzke says:

        Wirklich gute Beispiele, Martin!

        Ich glaube auch, dass die Verschlüsselung auch für Meta Bestand hat. Dies soll eben die Sicherheit, welche auch durch Meta übermäßig stark angepriesen wird, suggerieren und einen Wechsel verhindern.

      • Bernhardt says:

        Putzig, dass es immer noch naive User gibt, die denken dass WhatsApp sicher sei…

        Der Verschlüsselungscode wird Deinem WhatsApp vom WA-Server zugewiesen = WhatsApp kann alles entschlüsseln und mitlesen!

        Guck einfach selber:

        „Vor einer halben Stunde habe ich über whatsapp vom Handy meiner Frau einem Bekannten guten Wind für die Überfahrt von Teneriffa nach St. Maarten gewünscht – und jetzt habe ich auf youtube eine Werbung von Air France für Flüge nach Saint Martin eingeblendet bekommen. wtf“
        https://twitter.com/stephan_eckner/status/1486440925677109253

        „Ich hab ein Foto von einem sehr speziellen Gegenstand gemacht und es jemanden via Whatsapp geschickt. Keine Recherche im Netz, keine Telefonate, keine Gespräche vorher und danach. Trotzdem wurde mir bei Instagram eine Werbeanzeige eines US-Unternehmens dazu gezeigt.“
        https://twitter.com/Maltis/status/1098149321755815937

        „Durchsucht #Facebook die Nachrichten von #WhatsApp-Nutzern auf mögliche #Stichworte für #Werbung?
        Gestern sprach ich per Direktchat mit jemandem über eine bestimmmte Software, heute bekomme ich Werbung dafür angezeigt. “
        Beweise mit Screenshot!
        https://twitter.com/gtorges/status/1127932497780793344

        Wer echte Sicherheit & Datenschutz haben will, steigt schnellsten auf Theema um!

        • Ich möchte mich nicht mit Händen und Füßen dagegen wehren, dass es nicht die theoretische Möglichkeit gibt, dass Facebook da nicht doch irgendwie ne Backdoor hinterlegt hat oder das kann. Schließlich wird genau das ja auch von der EU gefordert. Ich halte es aber für sehr unwahrscheinlich, dass es momentan so ist.
          Wie ich schon gesagt habe, sind die anderen anfallenden Informationen sehr viel besser/günstiger auszuwerten als echte Inhalte. Unterschätze nicht die Kraft der Metadaten.

          „Der Verschlüsselungscode wird Deinem WhatsApp vom WA-Server zugewiesen = WhatsApp kann alles entschlüsseln und mitlesen!“

          Whatsapp nutzt für Einzelchats das Signal-Protokoll. Hier werden die Schlüssel NICHT vom Server erstellt. Für sicheren Schlüsselaustausch gibt es erprobte und funktionierende Methoden. Woher hast du die Info für die Behauptung, dass der Schlüssel bei Whatsapp liegt? Hast du das vielleicht mit der TRANSPORT-Verschlüsselung verwechselt, die zusätzlich vorhanden ist?

          Was du in deinen Twitter-Beispielen vorbringst, nennt man anekdotische Evidenz. Und ich habe in meinem vorherigen Beitrag aufgezeigt, wie soetwas AUCH zustande kommen könnte. Ich finde Whatsapp keineswegs gut. Es gibt genau einen Vorteil: Ich kann quasi jeden erreichen. Aber mir wäre es lieber, wenn ich bei Whatsapp niemanden erreichen könnte. Ich finde Facebook ekelhaft.

          Deine Argumentation wirkt aber fraglich. Du behauptest einfach, dass die Verschlüsselung aufgebrochen werden kann und wird. Das ist leicht – zumal es quasi unmöglich ist die nichtexistenz dieses Vorgangs zu beweisen. Auf meinen Beitrag gehst du gar nicht ein.

          Du bringst außerdem keine echten Beweise. Wo sind die Whistleblower bei Facebook, die diesen Missstand aufdecken? Da gibt es ja schließlich auch Leute mit einem Gewissen – wie zum Beispiel Frances Haugen. Die hat aber kein Wort über dieses Thema verloren.
          Was es allerdings gibt, sind Dokumente von Whistleblowern beim FBI. Und die ergeben, dass die Verschlüsselung von Whatsapp tatsächlich Bestand hat:

          https://www.heise.de/news/FBI-ueber-Messenger-An-welche-Daten-von-WhatsApp-Co-US-Strafverfolger-kommen-6282456.html

          Hier könnte man sagen, dass das Dokument bewusst nach Außen gedrungen ist, um die Nutzer in Sicherheit zu wägen. Aber irgendwann driftet man bei einer gewissen Art der Argumentation auch in Tiefen ab, die nicht förderlich sind. Siehe Corona-Verschwörung usw.

  4. Süss

    Martin = bezahlter Facebook Scherge, der hier kritische Kommentare (mit Blödsinn) widerlegen soll!

    Offensichtlicher gehts nicht mehr….

    • Du bist die erste Person, die mir jemals Sympathien mit Facebook nachgesagt hat.
      Und ich kann in meinen Postings auch überhaupt nicht erkennen, wo ich pro-Facebook argumentiert haben soll. Mir geht es lediglich darum, diesen Mythos „mein Handy lauscht mit“ zu relativieren.

      Ja, du wirst durch das ganze Internet getrackt. Und das finde ich wirklich ekelhaft. Aber dass die INHALTE deiner Kommunikation (Mithören über Mikrofon, Inhalt der ausgetauschten Nachrichten) aktiv ausgewertet und für Werbezwecke verwendet werden, halte ich für unwahrscheinlich. Und es gibt bei der von Whatsapp verwendeten Ende-zu-Ende Verschlüsselung keine echten Anzeichen, dass diese nicht so funktioniert, wie man es erwartet.

      Ich hab hier erklärt warum dies unwahrscheinlich ist und wie diese Schlüsse alternativ gezogen werden könnten.
      Du hast allerdings inhaltlich gar nichts beigetragen und versuchst mich mit unsachlicher Argumentation zu diffamieren.
      Mir geht es um die sachliche Diskussion – dir offenbar nur um Krawall.
      Wenn Facebook, Whatsapp und Instagram verschwinden würden, wäre ich sehr froh.

  5. „Schizophrenie

    Im akuten Krankheitsstadium treten bei schizophrenen Menschen eine Vielzahl charakteristischer Störungen auf, die fast alle Bereiche des inneren Erlebens und Verhaltens betreffen, wie Wahrnehmung, Denken, Gefühls- und Gemütsleben, Willensbildung, Psychomotorik und Antrieb.“

    https://de.wikipedia.org/wiki/Schizophrenie

    • Wieso werden hier überhaupt Kommentare moderiert, wenn man solche Kommentare durchlässt?
      Was trägt das zum Inhalt bei? Das ist doch einfach nur unsachlich und beleidigend.

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