EU-Kommission untersucht Praktiken bezüglich Apple Pay und App Store

Die EU nimmt Apples Regeln für App-Entwickler unter die Lupe. So hat man eine formelle kartellrechtliche Untersuchung eingeleitet, um zu beurteilen, ob Apples Regeln für App-Entwickler über den Vertrieb von Apps über den App Store gegen die EU-Wettbewerbsregeln verstoßen.

Die Untersuchungen betreffen laut Meldung insbesondere die obligatorische Verwendung von Apples eigenem In-App-Kaufsystem und Einschränkungen der Möglichkeit von Entwicklern, iPhone- und iPad-Nutzer über alternative günstigere Kaufmöglichkeiten außerhalb von Apps zu informieren.

Als Reinholer: Spotify warf Apple vor, das Unternehmen nutze seinen App Store, um Innovationen zu ersticken und die Auswahl für Verbraucher zugunsten seines eigenen Apple-Music-Services einzuschränken.

Die Untersuchungen betreffen die Anwendung dieser Regeln auf alle Apps, die im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) mit Apples eigenen Apps und Diensten konkurrieren. Die Untersuchungen folgen auf separate Beschwerden von eben erwähntem Spotify und einem E-Book-/Audiobook-Vertrieb über die Auswirkungen der App Store-Regeln auf den Wettbewerb bei Musik-Streaming und E-Books/Audiobooks.

Auch Apple Pay wird untersucht. Hiermit möchte man feststellen, ob das Verhalten von Apple in Zusammenhang mit Apple Pay gegen die EU-Wettbewerbsvorschriften verstößt. Die EU-Kommission prüft laut eigener Aussagen insbesondere die Geschäftsbedingungen von Apple und seine sonstigen Maßnahmen zur Integration von Apple Pay in kommerzielle Apps und Websites auf iPhones und iPads, die Beschränkung des Zugangs zur NFC-Funktion (Nahfeldkommunikation) „tap and go“ auf iPhones auf Zahlungen in Online-Shops und Ladengeschäften sowie mutmaßliche Verweigerungen des Zugangs zu Apple Pay.

Die für Wettbewerbspolitik zuständige Exekutiv-Vizepräsidentin der Kommission Margrethe Vestager erklärte dazu: „Mobile Zahlungsmöglichkeiten finden bei den Nutzern mobiler Geräte immer mehr Anklang und erleichtern Zahlungen in Online-Shops und Ladengeschäften. Diese rasche Entwicklung wird durch die Coronakrise weiter beschleunigt, da deshalb mehr Zahlungen online getätigt werden und in Geschäften das kontaktlose Bezahlen stärker genutzt wird. Apple legt offenbar Bedingungen für die Nutzung von Apple Pay in kommerziellen Apps und auf Websites fest. Außerdem stellt es die iPhone-Funktion „tap and go“ nur für Zahlungen mit Apple Pay bereit. Apple darf den Verbrauchern mit seinen Maßnahmen aber nicht die Vorteile der neuen Zahlungstechnologien vorenthalten. Diese müssen weiterhin von einer besseren Auswahl, höherer Qualität, Innovation und wettbewerbsbestimmten Preisen profitieren können. Wir werden daher die Verhaltensweisen von Apple im Zusammenhang mit Apple Pay und ihre Auswirkungen auf den Wettbewerb auf den Prüfstand stellen.“

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caschy

Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Seit 2008 ist es Beruf(ung). Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei LinkedIn, Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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18 Kommentare

  1. Wundert mcih, daß das solang gedauert hat. Das Banken da noch nicht auf die Barrikaden gegangen sind. Weil mobil bezhalen is eben nur mit ApplePay möglich. In den meisten Bankingapps ist doch mobiles bezahlen auch schon drin. Aber einmal mehr kommt Apple mit dem fadenscheinigen Argument „Sicherheit“ Finde es wie bei Android besser, daß man eben die Wahl hat GPay zu nutzen oder eben die app von seiner Bank.

    • Naja Sicherheit…bei Apple Pay gab es keine Berichte über falsche Abbuchungen bei Paypal…bei Google pay gab es jetzt zweimal Probleme mit unberechtigten Buchungen…aktuell steht es was das Thema Sicherheit angeht 2 zu 0 für apple

      • Außerdem möchte ich keine App zum bezahlen öffnen, ich möchte das im Betriebsystem enthalten haben. Mit ApplePay kann ich auch in Webshops bezahlen.

        Hingegen das man keine Zahlung außerhalb des AppStore durchführen darf halte ich für problematisch. Ich darf auf einem ATV zum Beispiel keine Filme in der Amazon-App buchen (unabhängig davon das ich das garnicht möchte)

        • DerEineDa says:

          Du musst Google Pay auch nicht öffnen, das öffnet sich im Moment der Zahlung selbst, zeigt kurz an, das alles klar ist und verschwindet wieder

          • Es geht auch um die Buttons auf Webseiten Apple Pay funktioniert auch auf Webseiten wie Paypal oder Amazon pay…

            • Das geht mir Google Pay vom Prinzip her auch. Muss der Anbieter halt implementieren wie auch bei Apple Pay. Nur als Beispiel bei Adidas geht’s zb.

              Leider noch nicht so verbreitet wird aber bestimmt auch mehr mit der Zeit.

      • Das Problem war hier aber PayPal. Nur weil die Möglichkeit bei Apple gar nicht vorhanden war, waren sie nicht betroffen. Das spiegelt nicht im Geringsten Sicherheit Apple Pay vs. Google Pay wieder.

    • > Aber einmal mehr kommt Apple mit dem fadenscheinigen Argument „Sicherheit“

      Virtuelle Kartennummer, Secure Element und Bezahl-Tokens sind nun mal in der Secure Enclave gespeichert. Da kommt man von aussen nicht ran. Wenn man es weniger sicher haben will und beim Bezahlen mit dem Smartphone noch Daten and Google und andere leaken will, kann man immer noch Android nutzen.

  2. Ich find’s schon bescheuert, dass ich z. Bsp. in der Audible App keine Hörbücher und in der Thalia App keine eBooks kaufen kann, weil Amazon und Thalia – verständlicherweise – keine 30% an Apple abdrücken wollen. Ich hoffe, da ändert sich was.

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