Elon Musk will mit Neuralink das menschliche Gehirn einem Upgrade unterziehen

Elon Musk will mit Neuralink mal wieder etwas Neues versuchen. Dieses Mal geht es nicht um elektrische Fahrzeuge oder Reisen ins All, sondern um das menschliche Gehirn. So entwickelt das seit 2017 bestehende Neuralink Chips, die sich mit deutlich weniger Auswirkungen als bisher ins Gehirn einsetzen lassen sollen.

Als Ergebnis will man nicht nur Krankheiten behandeln, sondern potentiell quasi auch ein Upgrade des Gehirns vornehmen, indem man Symbiosen mit künstlicher Intelligenz schafft. Erst einmal will man jedoch mit der Hilfe eines speziellen Roboters sehr feine Fäden in Gehirne einsetzen, die gerade einmal 4 bis 6 Mikrometer dünn sein sollen. Sie sollen dann sowohl Schreib- als auch Leseoperationen mit sehr hohem Datenvolumen ausführen.

Das klingt fast wie Science-Fiction, was die ganze Sache de facto aktuell aber auch noch ist. So haben Wissenschaftler aus dem Team von Neuralink erklärt, dass man noch einen langen Weg vor sich habe, bevor man in irgendeiner Form tatsächlich an den Markt gehen könne. Man habe sich aber jetzt gegenüber der Öffentlichkeit zu seinen Vorhaben bekannt, weil man dann auch mehr Möglichkeiten habe etwa wissenschaftliche Artikel zu publizieren.

Letzteres ist für Neuralink von enormer Wichtigkeit, da man die größere Wissenschaftsgemeinde einbinden möchte, statt isoliert zu entwickeln und zu forschen. Der Mitbegründer und Präsident von Neuralink, Max Hodak, hat erklärt, er sei zuversichtlich, dass Techniken von Neuralink auf lange Sicht z. B.  Menschen helfen könnten Prothesen zu steuern und auch Lösungen für Seh- und Hörschwächen mit Hilfe neuer Techniken möglich wären.

Erste Tests an Menschen möchte man eventuell schon 2020 beginnen. Musste ich ein wenig schmunzeln, könnte man ja gleich mit einer Werbekampagne für „Cyberpunk 2077“ vermischen. Als Kooperationspartner hat man aber aktuell eher beispielsweise die Stanford University bzw. Wissenschaftler aus dem Bereich Neurochirurgie im Auge. Die Tests mit Menschen setzen immer noch Bohrungen in den Schädel voraus. In Zukunft könnte man aber auch mit Lasern Mini-Löcher erstellen, um die Fäden einzuführen.

Experimente mit Ratten waren bereits ein Erfolg und lieferten hohe Datenmengen – etwa das Zehnfache von dem, was man aktuell sonst mit den besten Sensoren sammeln könne. Ziel ist es, dass die Fäden im Gehirn drahtlos mit externen Chips kommunizieren können. Einige Wissenschaftler sind aber kritisch, denn sie fragen sich, wie die Fäden im Gehirn längere Zeit unbeschadet überstehen sollen, da dort eine salzige Flüssigkeitsmischung schnell Materialien angreift.

Hinter Neuralink steht, wie eingangs erwähnt, Elon Musk. Er agiert als CEO und hat bisher 100 Mio. der durch Investoren eingeworbenen 158 Mio. US-Dollar zugeschossen. Bei Neuralink arbeiten aktuell etwa 90 Mitarbeiter. Man möchte das Team aktuell aber vergrößern, um die Entwicklung zu beschleunigen. Spannende Sache, die man über die Jahre mal im Auge behalten sollte.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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26 Kommentare

  1. Herr Musk sollte mal gelegentlich in die Realität zurück kehren und seinem eigenen Gehirn ein Upgrade verpassen.

    • Ne, warum? Ist defenitiv der nächste Schritt in der Evolution. Oder nimmst du keine Tabletten wenn du krank bist? Kein Asperin? Keine Impfung? Den dass manipuliert auch dein Körper, wird komischerweise akzeptiert von der Befölkerung. Wenn blinde mit diesen Implantat wider sehen können, dann sollte man das unbedingt verwenden. Du bist wahrscheinlich von keinen Schicksal betroffen, deswegen hast du gut reden.

      • Mein Schicksal ist, das meine spinnerten Iceen als Phantasiereisen angesehen werden. Was sie wahrscheinlich auch sind.
        Die Phantasiereisen eines Herrn Musk hingegen werden frenetisch beklatscht und sogar als nâchsten Evolutionsschritt bezeichnet.
        Ich habe übrigens den Stein der Weisen ausgegraben und mit dessen Hilfe entschlüssele ich alle Krankheiten und rotte sie aus.
        Aber wenigstens hast Du uns zum Lachen gebracht.

        • „Wenn ich die Menschen gefragt hätte, was sie wollen, hätten sie gesagt schnellere Pferde.“ soll Henry Ford mal gesagt haben. Die Ablehnung von neuen Ideen, die fehlende Fantasie, die weit verbreitete Engstirnigkeit und Ängstlichkeit machen die Gesellschaft krank. Für Zeitgenossen wie Rolf wurde 1865 in Großbritannien ein Gesetz erlassen, „Red Flag Act“.
          Heute kann sich eine überwältigende Mehrheit der Bevölkerung eher das Ende dieser Welt vorstellen, als erfolgreiche Umgestaltung und lebenswerte Zukunft. Und Miesepeter wie der da oben spielen das unwürdige Spiel gerne mit.
          Ich bin zwar kein Fan von Elon Musk. Seine Milliarden in Zukunftstechnologien und Grundlagenforschung zu investieren ist aber allemal besser, als sie mit Bitcoin-Kursmanipulation zu verzocken. Das versteht aber kaum jemand, der gerade unter einem Stein hervorgekrochen zu sein scheint und den eigenen Schleim für das Universum hält.

      • Ich kann nachvollziehen, wenn kranke Menschen große Vorteile in Elon Musks Neurolink sehen. Es gibt aber Gott sei Dank noch andere neue medizinischen Lösungsmöglichkeiten in Entwicklung. Und diese sind nicht mit den Risiken der „Fernsteuerung“ etc. verbunden.

        Ich sehe die Gefahr von Elon Musks Neurolink darin, das Menschen zu „von aussen steuerbaren Maschinen“ gemacht werden. Der Mensch ist aber keinn „Roboter“. Elon Musk meint Gott spielen zu müssen, weil er sein will wie Gott. Das halte ich für schlicht weg GRÖSSENWAHNSINNIG.

        • Hallo may , Menschen steuern durch chip-Implantate – dann ist es wenigstens offensichtlich . Steuern = beeinflussen durch Fake-news, Werbung , Facebook und co. ist alltag und passiert oft so unterschwellig – das ist m. e. viel gefährlicher – denn die Drähte sieht man nicht und wir zappeln dennoch .

  2. Christoph says:

    Ist Musk nicht ein erklärter Gegner künstlicher Intelligenz?

  3. Gibt’s schon: https://kernel.co

    Aber wenn Musk dabei ist dann ist das ne Meldung wert. Auch gut wenn man Investoren sucht und langfristig im Grunde nur Kapital verbrennen will, so wie Tesla und SpaceX.

  4. Ach Kalle, bist du etwa ein shorter bei Tesla? SpaceX ist quasi Monopol, deswegen ist die Aktie auch nicht an der Börse gelistet. Sonst würde diese explodieren. Guck mal was Bezos mit Blue Origin macht. Der denkt doch zwei Schritte weiter als Musk mit seinem Mars.

    Aber eins gebe ich dir recht. Nur weil Musk dabei ist, wird die Meldung verbreitet.

    • > bist du etwa ein shorter bei Tesla?

      Natürlich nicht.

      SpaceX ist nicht Monopol sondern hat weniger als 50% vom Markt. Ich meine den aktuell/real existierenden Markt, Cargo in den Orbit der Erde zu bringen. Nicht idiotische Träume wie Kolonien auf dem Mars, die wird es nie geben, der Mars ist ein toter Planet und wird es auch immer bleiben. Selbst für Mining gibt es da nicht genug Wasser und andere Ressourcen.
      Firmen gehen public weil sie Cash brauchen. Das ist bei SpaceX ist nicht der Fall. Der Markt ist relativ begrenzt. Die Kohle kommt von Musk, ein paar ausgesuchten Geldgebern und der Regierung (durch Aufträge). So lange man genug Kohle zum verbrennen hat dann ist das auch ok. Und die paar Geldgeber sind näher an der Regierung, was immer gut ist. Wenn die public gehen würden dann kämen Shorter, Institutionen und Aktivisten. Die Aktie würde eine Berg- und Talfahrt hinlegen wie keine andere. Aus dem Grund will er auch Tesla wieder private machen. Dann würden Reporter usw auch weniger Wind machen. Schliesslich baut man „nur“ Spielzeug für Reiche.

  5. Das war mit Abstand der schlechteste Artikel, den ich in diesem Blog je gelesen habe.

    Bleibt lieber bei alltäglicher Hard- und Software.

      • phrasemongerism says:

        @bat
        Meinst du, dass dein Kommentar
        – jemandem hilft oder
        – etwas Positives bewirkt oder
        – angemessen ist
        Vermutlich drei Mal nein. Aber immerhin was geschrieben.

        • Sorry. Meine ? waren nur ?
          Ich verstand die Worte von Satz 1 von Chris, der keine Begründung beinhaltete, und wollte nach Gründen dafür fragen – sonst ist’s für mich uninteressant.
          Wär anders, wenn ich Chris kennen würde und damit etwas über seine Einschätzung.
          Oder hat er sein Statement nur André Westphal mitteilen wollen?

          • André Westphal says:

            Manche Leute stänkern halt gerne um des Stänkerns willen – wenn jemand konstruktive Kritik anbringen will, nehmen wir das immer gerne auf, von einem „Find ich kacke“, hat in der Regel keiner was – weder der Kommentator noch der Autor noch ein dritter Leser. Aber darf man natürlich auch hier sagen, solange es nicht beleidigend wird – jeder hat seine Meinung :-).

            • Nein, nein und nochmal nein. Mein Kommentar war definitiv kein „stänkern im des stänkerns Willen“. Ich finde nur, dass Elon Musk einerseits einer der schillernsten Personen unserer Zeit ist der definitiv einiges auf die Beine gestellt hat. Daher genießt er auch einige Aufmerksamkeit. Aber das o.g. Thema geht mir eindeutig zu weit. Vielleicht ist es auch die Art und Weise, wie das Thema aufgezogen wird. Oder die Wortwahl des Artikels. Weiß nicht. Mir geht das Thema zu weit und ich finde die Menschheit hat andere Probleme als – genau wie du schreibst – diese Science fiction.

              Gut und richtig, dass es Menschen gibt, die zwei Schritte weiter denken, sonst würden wir wohl immer noch in Höhlen leben und Bären jagen. Aber „Roboter, die feine Drähte in Gehirne einsetzen…“ – Welcher Normalo würde sich einer solchen Operation unterziehen? Und jetzt kommt mir nicht mit Menschen, die taub sind oder blind. Die, die ich kenne sind froh genug, so durchs Leben zu kommen trotz ihrer Einschränkungen. Da unterzieht man sich sicher nicht einer lebensgefährlichen OP für Herrn Musk.

              Sorry, ich bleibe dabei. Dieser Artikel ist und bleibt ein fail. Im science magazine wurde ja ebenfalls darüber berichtet. Ich finde, das klingt alles mehr nach Musk-Marketing als wissenschaftlich ernst zu nehmende Medizin. Vielleicht irre ich mich auch und in 10 Jahren lachen mich alle aus. Auch gut, wenn auch mir 1 Menschen damit geholfen werden kann.

  6. Elon Musk sollte, was die Intelligenz betrifft, mal lieber bei sich selbst anfangen. Unvergessen die unsagbaren Beleidigungen des Tauchers in Thailand. Da war mir klar, dass der Mann vielleicht visionär, aber auch unrettbar bekloppt ist.

  7. Also eins verstehe ich nicht, wieso bashen so viele Leute auf Musk ein? Wieviele Multimillionäre gibt es auf der Welt die einen riesen Batzen des eigenen Geldes für Wissenschaft ausgeben? Und ihre Visionen versuchen zu realisieren?! Der Typ hat doch bisher kein Penny aus den Sozialkassen bezogen?

    Warum zerreisst ihr euch nicht das Maul über die Anderen zig Milliardäre, die nichts für die Gesellschaft leiseten und sich nur um die nächst größere Yacht gedanken machen?

    • Hat vielleicht etwas mit der Art und Weise zu tun, wie Er es macht. Großes Medien Gerummel und so. Sieh dir Bill an. Der macht es anders. Und besser.

  8. Richtig interessant wird es, wenn man ein brain machine interface mit nanobots erzeugen kann. Die nanobots können das Gehirn atomar umstrukturieren und damit Krankheiten des Gehirns therapieren. Bis es so weit ist (ca. 10 exponentielle Jahre), wird auch das Gehirn vollständig entschlüsselt sein. Und es wird basierend auf diesem Wissen neue künstliche Intelligenz geben, die über machine learning hinaus geht und artificial general inteligence erzeugt. Das wird der Zeitpunkt der technologischen Singularität, wie sie Ray Kurzweil, Peter Diamandis und Max Tegmark voraussagt.

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