Einheitliche Ladegeräte in der EU: Konkreter Gesetzesvorschlag wohl im September 2021

Die Debatte um einheitliche Ladegeräte für mobile Endgeräte gibt es in der Europäischen Union schon eine ganze Weile. Ein Vorschlag sollte im Herbst erfolgen, hieß es da zuletzt. Geht man nach den neuesten Meldungen, dann werde sich das bewahrheiten: Demnach solle im September ein konkreter Gesetzesvorschlag vorliegen. Das Europäische Parlament hatte schon 2020 für das einheitliche Ladegerät gestimmt.

Zu beachten: Es sollen einheitliche Ladegeräte mit stets gleichen Anschlüssen vorgeschrieben werden – was die Hersteller für einen Port am Smartphone / Tablet implementieren, wird ihnen aber wohl weiterhin freistehen. Vielleicht tut sich aber auch da etwas, die Lage ist aktuell noch nicht zu 100 % klar. Vor allem Apple wäre dann aber von dem Schachzug betroffen, im Android-Segment gibt es zwar diverse Schnellladetechnologien der Hersteller, die auch weiterhin zum Einsatz kommen dürfen, im Bezug auf die Anschlüsse ist es da aber eher einheitlich.

Apple könnte dann halt seine Lightning-Anschlüsse weiterhin an etwa den iPhones selbst einsetzen, der Anschluss des Ladegerätes müsste dann aber möglicherweise USB-C oder USB-A nutzen. Apple selbst stemmte sich stets gegen die Bemühungen der EU-Politik und argumentierte, einheitliche Vorgaben für Ladegeräte würden der Innovation schaden. Zudem würde nicht Müll vermieden, sondern welcher produziert: Da die Bestandskunden dann zu neuen Ladegeräten wechseln würden.

Mal sehen, was aber am Ende tatsächlich für ein Gesetz herauskommt. Ich bin gespannt.

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31 Kommentare

  1. Bei iPhones ist doch eh kein Ladegerät mehr dabei. Wenn das Gesetz kommt, könnte man bei iPads auch darauf verzichten und Apple hätte das Problem gelöst.

  2. Dann sollten die Damen und Herren Politiker sofort aufhören diesen Gedanken weiter zu verfolgen.
    Da sieht man mal wieder wie realitätsfern die Welt für diese Herrschaften ist.
    99% aller Ladegeräte haben ja schon seit Jahren einen USB-A Anschluss. Teilweise kommen jetzt welche die auch einen USB-C Anschluss haben, der wird sich in den nächsten Jahren bestimmt auch von allein durchsetzen. Wenn die Jetzt beschließen ab sofort muss jedes Ladegerät USB-C als Anschluss haben, denn sind Millionen Ladekabel, die man sowieso schon besitzt, ja Elektroschrott. Würden Sie USB-A als Anschluss vorgeben, blockiert das die Weiterentwicklung der Technik. Also mal wieder ein Gesetz für nichts, am Endkunden vorbei, aber wir haben was gemacht!

    • Soweit ich das Verstanden habe, wird das Gesetzt nicht dazu führen, dass bestehenden Ladegeräte nicht mehr funktionieren oder nicht mehr verwendet werden dürfen, sondern dass neue Ladegeräte einen USB-C/A-Anschluss haben müssen. Man muss deshalb nicht gleich alles wegschmeißen.
      Wenn die USB-C-Only-Variante kommt, gibt es bestimmt findige Menschen die Adapter dazu anbieten. Dann kann man die alten Kabel weiterbenutzen.

    • Och Toby, wenn man keine Ahnung hat muss man damit doch nicht noch angeben. Wie du selber richtig sagst, gibt es mittlerweile schon immer mehr anschlüsse mit USB C, aber es gibt eben noch firmen die ein eigenes haben um mit eigenen Kabeln und Netzteilen Geld zu machen.

      Versuche mal etwas weiter als bis zum Bauchnabel zu denken, wäre es nicht toll auf Reisen oder zu Hause alle Geräte mit nur einem Ladegerät mit einem Anschluss zu benutzen, anstatt für E Zahnbürste, Handy, Laptop… jeweils verschiedene Ladegeräte mit verschiedenen Anschlüssen zu haben?

      Ich z.B. bin mittlerweile bis auf wenige ausnahmen bei USB C bei allen Geräten und finde es Mega auf Reisen nur ein Netzteil mit 2 USB C Anschlüssen mitzunehmen und damit alles zu laden was ich auf Reisen dabei habe.

  3. „Zudem würde nicht Müll vermieden, sondern welcher produziert“, sagte Apple und lieferte USB-C-Kabel aus, die zu vorherigen iPhone Netzteilen nicht kompatibel waren.

    • Immerhin bleibt Apple aber schon seit 10 Jahren seinem Anschluss treu, während Android-Hersteller immer wieder neues Zeug raushauen, was dann nicht richtig kompatibel mit dem Rest ist.
      Von daher musst du das mitgelieferte Kabel nicht nutzen – anders als bei anderen Herstellern, da nur dann das Schnellladen funktioniert

      • „Immer wieder neues Zeug“. MikroUSB, USB-C. „Immer wieder neues Zeug“. Immerhin kann ich mein Tablet und mein Telefon mit dem gleichen Kabel laden. *Apple weint in Lightning*

  4. Sorry, braucht kein Mensch so ein Gesetz.

    Da sitzen nur wieder viele gelangweilte Politiker dumm rum.

  5. Die sollen mal ein Gesetz machen, dass eBook-Reader nur noch mit USB C-Ladeanschluss verkauft werden dürfen.
    Sonst pennt Amazon hier noch weitere 10 Jahre.

  6. Bei Routern oder Smart Speaker sind USB Anschlüsse wenig verbreitet. Wenn das alle Geräte betrifft, dürfte das schon einige treffen.

    • Du hast den Beitrag aber verstanden?
      Es geht um „mobile Endgeräte“, da zählt weder da eine noch das andere dazu!

  7. Vollkommen unnötige Gängelei von Herstellern und Verbrauchern. Aber das ist es was man von der EUrokraten erwartet. Durch solche Aktionen kann selbst der schärfste EU-Befürworter zum Seitenwechsel bewegt werden.

  8. EU bitte vorhaben erweitern und z.B. auch für Router, Laptops usw.

    • Naja, dann muß die USB C Spec aber schneller mithalten.
      Mein 2017er Laptop hat schon ein 95W Netzteil.

      • So schön USB-C als Anschluss auch ist – das Ganze mit den Standards ist ne echte Shitshow. Der Anchluss ist identisch – aber 100 Sachen sind möglich, die dann auch wieder spezielle Kabel und Endgeräte benötigen.

        • Exakt so ist es. USB-C könnte kaum weiter von einem einheitlichen „Standard“ entfernt sein.
          Vor einigen Jahren gab es beim Pixel 2 und einigen anderen Geräten sogar Berichte, dass viele USB-C auf Klinke Adapter nicht funktionieren, weil da eben nichts einheitlich ist. Anders als von gefühlten USBC-Fanboys immer wieder behauptet.

          • Das lag aber daran, dass Pixel und Co. sich an den Standard gehalten haben. Andere Hersteller haben eine Leitung für Audio missbraucht und somit das Signal durchgereicht. Somit haben dumme Adapter dann nicht an den Geräten funktioniert.

        • Warum ist „100 Sachen sind möglich“ ein Nachteil? Noch schlimmer wäre es doch, wenn alles wieder eine eigene Buchse hat. Ein USB-Ventilator braucht weder 250W noch Displayport-Modus oder USB4 Datenraten. Und das ein 100 € Handy nur langsames USB 2.0 hat, ist auch nicht verwunderlich. So hat jedes Gerät die Standards, die es benötigt. Dass ich keine Dateien auf ein Powerbank kopieren kann, sollte doch jedem klar sein, oder?
          Bitte klärt mich auf, was ich da übersehe.

  9. Zitat „Vor allem Apple wäre dann aber von dem Schachzug betroffen“ – Inwiefern ist hier Apple betroffen – Apples Netzteile haben doch schon immer USB C oder A gehabt – oder verstehe ich hier was falsch?

    • Also: In erster Linie geht’s um Netzteile. Da sind vermutlich mittlerweile fast alle Hersteller auf der sicheren Seite. Das schrieben wir ja schon vor Jahren. Seitens EU und Co. wird aber immer sehr diffus kommentiert und berichtet – wobei ich fest davon ausgehe, dass die keine Ladeanschlüsse an Geräten angreifen wollen.

  10. Aha, der Anschluss am Ladegerät. Es geht also darum festzuschreiben, dass dort (nur) USB-A oder USB-C verwendet werden darf? Wow! Gibt es hier noch etwas anderes? Ein Gesetz das keiner braucht, das inzwischen USB-C Ladegeräte faktisch Standard sind.

  11. Bei diesen Diskussionen wird hier immer wieder gerne Apple ins Feld geführt, die (auch) in diesem Bereich ihr eigenes Ding machen. Dazu habe ich mal eine wirklich ernst gemeinte Frage, ohne jetzt einen hitzigen Glaubenskrieg lostreten zu wollen: Welcher Anschluss wäre eigentlich der bessere, wenn man alleine die technischen und mechanischen Seiten von USB-C und Lightning betrachtet? Allein die höhere Verbreitung von USB-C macht es ja nicht zwangsläufig auch zum besseren Anschluss. Ich kenne mich da auch nicht wirklich gut aus, befürchte aber, dass es so ähnlich läuft wie seinerzeit bei der Videokassette und letztlich nicht das bessere System gewinnt, sondern das mit der größeren Lobby.

  12. [quote]Apple könnte dann halt seine Lightning-Anschlüsse weiterhin an etwa den iPhones selbst einsetzen, der Anschluss des Ladegerätes müsste dann aber möglicherweise USB-C oder USB-A nutzen. [/quote]

    Den Satz verstehe ich nicht. Apple benutzt doch mindestens seit dem iPhone 8 USB-C auf Lightning Netzteile, oder irre ich? Was bedeutet in dem Zusammenhang [quote]Vor allem Apple wäre dann aber von dem Schachzug betroffen[/quote]?? Hmm …

  13. Die bekloppte Studie hat über 200 Seiten und kommt zu dem Schluß, dass 4 der 5 Optionen mehr negative als positive Auswirkungen haben. Selbst die Option, die am besten abschließt, bringt kaum Positives.

    https://op.europa.eu/en/publication-detail/-/publication/c6fadfea-4641-11ea-b81b-01aa75ed71a1

  14. Versteh ich nicht…

    Apple nutzt doch an den aktuellen Netzteilen fast überall schon USB-C, also bei iPhone, iPad und MacBook.
    Watch weiß ich nicht genau, aber die Pucks gibt es auch schon mit USB-C.

    Was soll sich für Apple da also so großartig ändern?

    Und die Macs und die iPads werden zu großen Teilen ja sogar schon mit USB-C Anschluss gefertigt, und sollte die EU auch die Ports an den Geräten vorschreiben wollen, bin ich nicht sicher, ob Apple da nicht komplett darauf verzichten würde.
    Gerüchte dazu gab es dazu ja schon einmal, auch die Überlegung einen magnetischen Anschluss zu nutzen, ähnlich dem Smart-Connector der iPads, was ich aber angesichts vom neuen MagSafe für unwahrscheinlich halte.

  15. Da Apple dem iPhone sowieso kein Ladegerät mitliefert hat sich dies dort ja erledigt.

    Und ich vermute, dass Apple auch in naher Zukunft auf den Ladeport am iPhone selbst verzichten wird und nur auf Wireless Charging setzen wird.

  16. Hoffentlich kommt da was brauchbares raus:

    1. USB-C an den beiden Enden des Kabels
    2. USB-PD Pflicht

    Und zwar für alle (mobile) Geräte, die z.B. über 0,1 kg wiegen, über 5 mm dick sind und unter 100 Watt verbrauchen.

    3. Erdung für alle Ladegeräte wäre auch wünschenswert.

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