DSGVO: Amazon Frankreich muss 32 Millionen Euro Strafe zahlen

Die CNIL, Frankreichs Datenschutzaufsicht, hat Amazon France Logistik mit einer Geldstrafe von 32 Millionen Euro belegt , da das Unternehmen mit seinem Überwachungssystem die „Grenzen des Datenschutzes“ deutlich überschritten hat. Bei der Überwachung ging es um die detaillierte Erfassung der Arbeitsleistung der Lagermitarbeiter durch Handscanner, die jede Bewegung und Pause aufzeichneten. Die französische Behörde stellte fest, dass Amazon damit weit über das Ziel hinausgeschossen ist, da die gesammelten Daten zur Leistungsbeurteilung bis zu einem Monat gespeichert wurden und Mitarbeiter für jede noch so kleine Unterbrechung sich erklären mussten.

Besonders kritisiert wurde die Praxis, jede Zeitspanne ohne Scanneraktivität zu verfolgen. Die CNIL sah darin eine unzulässige Kontrolle, die nicht für das Tagesgeschäft oder zur Unterstützung der Mitarbeiter notwendig ist. Zudem wurden Verstöße gegen die Grundprinzipien der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO), wie die Datenminimierung und die informierte Einwilligung (Information über Video bevor Video aufgenommen wird), insbesondere bei Zeitarbeitern, festgestellt. Das Videoüberwachungssystem war außerdem zu schlecht abgesichert.

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4 Kommentare

  1. Nunja, dann wird Amazon halt noch ein paar Leute entlassen und das aus der Portokasse zahlen.
    Das ist eben das gute amerikanische Selbstverständnis dass ein Unternehmen das Recht hat so reich wie möglich zu werden, koste es die Arbeitnehmer was es wolle.
    Immerhin sind die Zeiten vorbei in dem man auf streikende Arbeitnehmer schiessen lassen konnte.
    Amazon ist derart groß geworden das der Mitarbeiter zu Kosten mit Ohren geworden ist
    Und Kosten müssen permanent überwacht werden um das letzte bisschen Leistung rauszupressen und Minderleistung gnadenlos ahnden zu können.
    Die Skl.. Mitarbeiter in Frankreich haben das Glück in der EU zu sein.
    In anderen Ländern außerhalb dürften die Bedienungen noch härter sein.
    Und hierzulande schüttelt so mancher den Kopf dass Zugführer bessere Bedingungen haben wollen.
    Die Welt wird härter.

  2. Ich verstehe nicht, warum Amazon bei so einem krassen Vergehen mit so einer läppischen Strafe davon kommt. Maximal sind 4 % vom letzten Jahresumsatz möglich, bei Amazon 430 Mrd. Euro, also maximal 17,2 Mrd. Euro Strafe. Da sind 32 Mio. Euro weniger als 0,19 % der maximalen Strafe, das ist quasi ein Fliegenschiss.

    • Ich rate mal, die Politiker simulieren was getan zu haben und Amazon braucht die Augenbrauen nicht zu heben.
      „Es wäre doch schade um so viele Arbeitsplätze, wo doch bald Wahlen sind…“

    • Mike Leitner says:

      Ich glaube der Betrag setzt sich nach dem Ableger in Frankreich zusammen, oder eu. Nicht gesamt

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