Donald Trump verklagt die CEOs von Facebook, Google und Twitter

Der ehemalige US-Präsident und Unternehmer, Donald Trump, ist auch nach seiner Amtszeit eine kontroverse Figur. Er verklagt nun die CEOs mehrerer Big-Tech-Unternehmen. Konkret wirft er ihnen Zensur und Angriffe auf die Meinungsfreiheit vor. Dabei hat er es auf Mark Zuckerberg von Facebook, Jack Dorsey von Twitter und Sundar Pichai von Google abgesehen.

Stein des Anstoßes ist für Trump, dass er von Twitter verbannt wurde und auch bei Facebook eine Sperre erhalten hat, die zwei Jahre läuft. Ursache waren einige strittige Posts, unter anderem auch Kommentare zum Sturm seiner Anhänger des Kapitols in Washington. Trump fordert eine sofortige Wiederherstellung seiner Konten und Schadensersatz. Unterstützt wird Trumps Klage vom America First Policy Institute (AFPI), einer Non-Profit-Organisation, die Trumps Ideologie unterstützt. Sie agiert da durch eine neue Unterorganisation namens Constitutional Litigation Partnership.

Trump strebt auch an, seine Klagen zu Sammelklagen zu machen, sodass sich andere Nutzer anschließen könnten. Bisher ist es aber weder Trump noch anderen gesperrten Nutzern gelungen, den sozialen Netzwerken nachzuweisen, dass die Sperren die Meinungsfreiheit einschränken und sich speziell gegen Konservative richten. Das ist ein häufiger Vorwurf in den USA. Eine Rolle dürfte für Trump hier wohl auch die Selbstinszenierung spielen, denn es geht wohl auch darum seine Anhänger zu mobilisieren und sich in einer Art Underdog-Rolle zu positionieren.

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48 Kommentare

  1. Unabhängig davon, dass es Trump ist. Es ist schon zumindest diskutabel, ob Plattformen die so groß sind, dass sie quasi Teil der Gesellschaft werden, einfach wen sperren dürfen.

    Bei Google gesperrt, gibt es ja nicht einmal einen Kontakt. Bei YouTube werden auch immer wieder Nutzer gesperrt, ohne Chance ihre Accounts zurückzuverhalten. Facebook ähnlich.

    Ist das okay so? Wohlgemerkt bei Plattformen, die Teil des Lebens sind und für viele auch wirtschaftlich relevant. Wer bei YouTube und Google keine Rolle mehr spielt, ist schließlich weg vom Fenster in großen Teilen des Internets.

    Ich finde man sollte schonmal darüber diskutieren, ob solche Plattformen „einfach so“ und ohne Chance auf Widerruf Nutzer aussperren dürfen. Die logische Antwort ist jetzt – klar, haben Hausrecht – aber sollten sie das haben, wenn sie selbst gar nichts anbieten bzw. eben Teil des gesellschaftlichen Lebens geworden sind?!

    Wie gesagt… alles unabhängig von Trump und davon, dass es nicht legitime Sperren geben kann. Es gab aber eben auch viele höchst umstrittene. Wer bestimmt dann, was richtig/falsch ist und wer weiß das überhaupt noch, wenn da alle in ihrer Bubble bleiben?!

    • therealThomas says:

      Ich finde die Diskussion auch notwendig.

      Trotzdem ergänzend: der Kanals des YouTubers MiiMii wurde ebenfalls gelöscht, ein Gericht hat diese Löschung nun aber für rechtswidrig erklärt. Hier das Video dazu von der Kanzlei WBS: https://youtu.be/MJgZiJ3uv3c

      • Genau. Und er musste vor Gericht gehen. Da gab es in Deutschland glaube ich noch eine Kanal, der das geschafft hat. Aber darf Google einem Menschen einfach so die Grundlage für sein kreatives Schaffen nehmen? Ich finde nicht. Und ich finde, es sollte nicht notwendig sein, einen teuren und schwierigen Gerichtsprozess dafür bestreiten zu müssen.

    • Grundsätzlich ja. Aber Trump verbreitete ständig Lügen und wolle schon fast eine Revolution hervorrufen, mit Gewalt. Er verbreitete Rassismus, Sexismus, Hass, etc. Es ist schon sehr gut Begründet bei ihm. Aber jeder sollte ein Rekurs-Recht haben, damit es nochmal genau geprüft wird und Argumente angehört werden. Bei Trump ist die Sperre dennoch völlig berechtigt.

      • Wie gesagt, die Frage sollte man sich als Grundsatz mal stellen und es rechtlich definieren. Natürlich gibt es immer legitime Sperren. Auf der anderen Seite: Warum sollte jemand nicht Lügen verbreiten dürfen. Wäre im richtigen Kontext ja eine Straftat und könnte geahndet werden, ohne den Account zu sperren.

      • Schlichtweg falsch-andernfalls wäre er dafür erfolgreich angeklagt worden. Gerade in Punkto hatecrime sind die USA alles andere als zimperlich.

        Und das ist auch genau der Punkt. Private Unternehmen mit gefühlter Rechtssprechung und Verurteilung im Eilverfahren ohne rechtliche Grundlage darf es nicht geben.

        Da es sich hier um Marktführer handelt, hilft es auch nicht mit Hausrecht zu kommen. Das erlischt in dem Fall, denn die Post ist auch Marktführer und darf niemanden von Kommunikationswegen abschneiden. Das gilt so für alle großen Unternehmen, die eine (temporäre) gesellschaftsrelevante Funktion inne haben.

        • Und du glaubst, dass sich die Rechtsabteilungen der jeweiligen Konzerne nicht ausgibig damit beschäftigt haben und zu dem Schluß kamen, dass sich die Sperrungen im rechtlichen Rahmen befanden?

        • Falsch denn Trump war zu dieser Zeit Präsident, also hatte er Narrenfreiheit und wurde nicht angeklagt. Weiter gibt es im Internet täglich „hatecrimes“, da wird bei weitem nicht jedes geandet.

          Facebook, … verurteilen nicht ohne Rechtliche Grundlage, das was sie machen ist völlig legal und entspricht der Rechstsprechung.

          Sie verwechseln Marktführer mit Marktbeherrschender Stellung, die Deutsche Post hat eine Marktbeherrschende Stellung und darf darum niemanden von Kommunikationswegen abschneiden. VW ist z.B. Marktführer im Automobilmarkt, aber hat keine Marktbeherrschender Stellung weil es noch viele andere Automarken gibt. Das gleiche gilt bei Twitter, Facebook,…

      • Warum ist die Sperre gerechtfertigt?
        Gerade Sperren bei Twitter, Fratzenbuch und YouTube werden mehr als willkürlich und einseitig verhängt.
        Ja, die haben Hausrecht auf ihren Plattformen und können raus schmeißen, wen sie wollen. Dann muss man das auch entsprechend klar und transparent kommunizieren. Und vor allem sich nicht als Moralapostel und Sittenwächter aufplustern.
        Facebook hat schon preisgekrönte Fotos renommierter Foto-Journalisten gelöscht, weil sie für den Zuckerberg gewaltverherrlichend waren.
        Wenn man meint, Kinder schützen zu müssen, muss man halt ne richtige Altersverifikation machen.
        Und was richtig oder falsch ist und was gelogen ist oder die Wahrheit ist, haben allenfalls Gerichte zu entscheiden, aber ganz bestimmt nicht Facebook, Twitter und Google.

    • Zitat: „Wer bei YouTube und Google keine Rolle mehr spielt, ist schließlich weg vom Fenster in großen Teilen des Internets. “

      Ha ha ha, man könnte meinen, wenn man diese Konzerne nicht unterstützt hätte das eigene Leben keinen Sinn mehr LOL…. Ich habe meinen Facebook Account 2016 gekündigt und löschen lassen, Instagramm gehört zum Facebook Universum, gekündigt, gelöscht. WhatsApp bin ich endlich seit Anfang 2021 los und konnte es durch Signal ersetzen (Aufatmen!!). YouTube kann man problemlos mit odysee.com oder zahlreichen weiteren Videoplattformen ersetzen. Und von Google habe ich mich vor 2 Jahren auch getrennt. Ausser Android und die EMail die zwar umgeleitet wird, bin ich ansonsten Google los und ich lebe hervorragend, genau genommen besser denn je! Es gibt durchaus ein Leben nach Google, YouTube und Facebook!

      • Das ist schön. Andere haben ihr Unternehmen bei Instagram und erwirtschaften dort viel Geld. Andere machen Marketing über Facebook oder YouTube. YouTuber sind auch abhängig von Google-Diensten.

        • Carsten C. says:

          Warum sollten in der Online-Welt grundsätzlich andere Regeln gelten als in der physischen? Will sagen: Wenn meine Würstchen-Fabrik durch den Verkauf verdorbener Waren die Gesundheit anderer beeinträchtigt, dann sollen die Behörden meinen Laden gefälligst trotzdem nicht schließen?

        • YouTuber haben sich selbst abhängig gemacht…….
          Niemand muss zu YouTube gehen, denn YouTube ist nicht die einzige Videoplattform.
          Facebook, Instagram, Twitter und YouTube werden total überbewertet…..nennenswerter Traffic wird darüber nicht generiert. Verdienen lässt sich damit kaum was. Das funktioniert mit Affiliate wesentlich besser.
          Auf YouTube kann man nur regelmäßige Einnahmen erzielen, wenn man einen Mehrwert bietet.

    • Carsten C. says:

      Die Plattformen sperren ja nicht „einfach wen“ oder „einfach so“. Man muss in der Regel schon einiges dafür tun, um gesperrt zu werden.

      • Ich wurde bei Google mal gesperrt, weil ich aus versehen bei einer Standardfrage nach dem Login auf irgendwas (weiß es bis heute nicht) geklickt habe und Google daher ein Alter von 0 Jahren bestätigt habe. Dass das so gar nicht möglich ist, spielt keine Rolle. Ansprechpartner gab es keinen. Telefon, E-Mail nichts gefunden und was ich gefunden habe, wurde nicht beantwortet. Ich bekam meinen Account nicht zurück und kam auch nicht an meine Cloud-Daten heran. Einfach so aus einem Versehen heraus.

        Da gleich die nächste Frage: Müssten so große Firmen nicht dazu gezwungen werden, einen Support anzubieten?

        • Carsten C. says:

          Bei der Support-Frage gebe ich Dir grundsätzlich recht, wobei sich nicht jede(r) mit Real-Namen bei einem Dienst anmeldet und eine Legitimationsprüfung dann schwierig wird.

      • > Die Plattformen sperren ja nicht „einfach wen“ oder „einfach so“.

        Kumpel war einen Monat draussen weil der Israel’s Siedlungspolitik kritisiert hat. Sowas darf man doch als deutscher garnicht.

        https://thehill.com/policy/technology/402495-twitter-ceo-jack-dorsey-i-fully-admit-our-bias-is-more-left-leaning
        ^ Merkt man eindeutig am Löschverhalten.

        Außer es handelt sich um einen Markt in den man möglichst wieder rein will:
        https://apnews.com/article/china-business-technology-3741dcfb1c2eb11f17280c9ed8c06fc4

      • Stimmt…..Du musst nur Dinge posten, die entweder den Plattformen nicht schmecken, oder der Politik. Die Auslegung ist willkürlich, ebenso könnte man das auswürfeln.
        Damals, als man als Kriegsdienstverweigerer seine pazifistische Haltung noch vor einem Gremium „nachweisen“ musste, haben anerkannte KDFler eine Karte des Regionalbeauftragten für Zivildienst bekommen. Wenn die alle waren, wurden die restlichen Verweigerer kurzerhand abgelehnt.
        Das gleiche in grün machen die sogen. Social Networks….. nach Gutdünken sperren.

        • Carsten C. says:

          „nach Gutdünken sperren“ – welchen Sinn sollte das für die „sozialen Netzwerke“ haben? Sie leben von der Werbung. Daher wäre es kontraproduktiv, wenn sie User/-innen „nach Gutdünken sperren“ würden.

    • Diese Diskussion ist absolut notwendig. Wenns jemand trifft, den man eh nicht mag (bzw. jmd. der medial kollektiv zur hassenswerten Figur gemacht wurde) wie Trump, ist man immer schnell dabei HAUSRECHT und VÖLLIG BERECHTIGT zu rufen. Allerdings ist dies Einstellung ziemlich dämlich und auch kurzsichtig. Denn wenn man schaut was aktuell auf den Plattformen passiert, was Löschungen und Sperrungen angeht, dann wir offensichtlich ein nicht zu kleiner Teil der Öffentlichkeit gemutet.

      Die grossen Plattformen haben Öffentlichkeits-Charakter und da jemand ohne Möglichkeit zum Widerruf auszusperren ist mehr als bedenklich. Die Berufung auf Hausrecht oder ähnliches mag für den LIDL an der Ecke passend sein, aber nicht für Plattformen, die Milliarden Nutzer haben einen signifikanten Teil des öffentlichen Diskussionsraums darstellen.

      • Genau, Öffentlichkeits-Charakter ist eine gute Bezeichnung dafür.

      • Carsten C. says:

        Wer oder was wird denn auf den Plattformen in großem Stil „gemutet“? Bzw. wie groß soll der von Dir erwähnte „nicht zu kleine Teil der Öffentlichkeit“ in etwa sein?

        • Gemutet wird jeder Nutzer. Shadowban ist seit Jahren aktiv, Regioban gibt es auch, dazu wird einem zusätzlicherstmal die gefilterte Vorauswahl gezeigt, und das jedesmal erneut-man kann die nicht generell abstellen.

          Man sieht nie den gesamten ungefilterten Content, Twitter bspw. steuert generell, das Nutzer faktisch nie einen Einblick in das reale Nutzergeschehen haben und greift damit natürlich massiv in gesellschaftliche Debatten und Themen der Medien ein.

          • Carsten C. says:

            „Gemutet wird jeder Nutzer“. Ach so, dann habe ich „muten“ wohl falsch verstanden – ich dachte, dass heißt „stumm schalten“, aber da z.B. auf Twitter jede Menge Nutzer/-innen ständig irgendetwas schreiben, bedeutet „muten“ offenbar etwas anderes.
            Ich gebe allerdings zu, dass ich mit Begriffen wie „Shadowban“ oder „Regioban“ nichts anfangen kann – vermutlich, weil ich in den (angeblich) „sozialen Medien“ nicht aktiv bin. Also bin ich raus.

          • Das macht jeder Dienst, also Twitter, Google, Netflix,… so was nennt man microtargeting. Ab der ersten Sekunde wenn du einen Account hast oder du anders endeutig indentifziert werden kannst wirst du „gemicrotarget“. Das lässt sich nur durch alternative Frontents zum Teil beheben wie teddit bei Reddit oder Nitter bei twitter. Bei der Google Suche wäre es z.B. durch SearX möglich. Wenn man sich daran stört muss man einfach Soziale Medien meiden, denn das der Grundpfeiler dieser „Medien“. Die Rede von Sacha Barom Cohen bei der Anti-Defamation League könnte vielen die Augen öffnen.

    • Dann solltest du zunächst einmal festlegen, welche der Plattformen denn „unbedingt notwendig“ für dein Leben ist. Twitter, Youtube und Facebook sind es mit Sicherheit nicht, ein Leben ohne die beiden ist ohne weiteres möglich. Wenn du Hausverbot in einem Restaurant bekommst, wirst du auch nicht verhungern. Bei einem Google oder Apple-Account wird es in der Tat schwerer, weil es dir den Zugang zu zentralen Funktionen nimmt – von denen ist hier aber kaum die Rede.
      Es gibt kein Recht darauf, dass jeder überall gehört werden muss – ausser vor staatlichen Institutionen.

    • Sorry. Ich denke jedes Portal, egal wie groß es ist, hat das recht Nutzer zu sperren, die zu Gewalt aufrufen, Mobbing betreiben oder ähnliches.
      das hat nichts mehr mit Meinungsfreiheit zu tun. Diese wird meiner Meinung nach viel zu oft Missbraucht um Menschen zu diffamieren, zu beleidigen, zu Gewalt aufzurufen oder ähnliches. das Internet ist kein rechtsfreier Raum, bzw. sollte es nicht sein.

      • Gut, dass Trump nie eines dieser Sachen getan hat. Dass er angeblich dazu aufgerufen haben soll das Kapitol zu stürmen wurde von den Demokraten herbeikonstruiert.

        • Carsten C. says:

          Es sind ja selten die Leute an der Spitze, die direkt zu Gewalt o.ä. aufrufen. Sie formulieren es halt anders, so dass jede(r) weiß, was gemeint ist, es aber nie konkret gesagt wird.

          • Das siehst du so weil du es so sehen willst. Na wenn das Schule macht, kann man so gut wie fast jede Aussage auf Twitter als indirekten Aufruf zu irgeneiner Straftat auslegen. Gerade Politische Tweets können doch sehr emotional geladen sein. Da fühlt sich die Opposition immer direkt auf den Schlipps getreten. Dann kommt direkt das Geheule von „Hatespeech“ oder „Gewaltaufruf“ und das nur weil man grund verschiedene Meinungen hat.

            • Carsten C. says:

              Sieht nicht jeder die Welt so, wie sie bzw. er sie sehen will?

              • Ja, genau. Das ist auch gut so.
                Nur hast Du bei Fratzenbuch und Co keine Chance, selbst zu bestimmen, was richtig oder falsch ist, was Wahrheit oder Lüge ist. Das bestimmt die Politik, und im vorauseilenden Gehorsam die Plattformbetreiber.

        • Man muss sich einfach den Livemitschnitt seiner Veranstaltung ansehen. Herbeikonstruiert ist da nichts.
          „I will walk down to the capitol … with you“ oder so ähnlich.
          Oder man verneint es, damit das Weltbild heil bleibt.

          Realität Valentin. Lernt euch kennen 🙂

        • Naja, wenn ein nachweislich notorischer Lügner gebannt wird, ist das wohl unbetritten ok.

          Verstehe Trump auch nicht wirklich, man sollte doch meinen, dass der doch wohl schon genug juristitischen Ärger als Hals hat.

      • Eben, und weil es nicht rechtsfrei ist, kann nicht der Maßstab sein, was Leute „fühlen“. Was einer fühlt ist irrelevant, solange die Äußerungen keine strafrechtliche Relevanz haben.

        Diffamierung, Gewaltaufrufe, Beleidigung ist rechtlich immer im Einzelfall zu betrachten und die Grenzen sind dort völlig zu Recht sehr weit gefasst, alles andere wäre auch totalitär.

        Private Unternehmen handeln illegal, wenn sie Beiträge löschen, weil sie „der Meinung sind „, diese stellen einen Verstoß gegen Nutzungsbedingungen dar. Diese müssten dann klar und nachvollziehbar definiert sein-sind sie aber nicht. Gegen etwas, das nicht existiert, kann man nicht verstoßen.

        Und in den USA wie Europa sind Marktführer anderen Regeln unterworfen. Der Verweis auf AGB, Nutzungsbedingungen und Hausrecht gilt dort nicht mehr uneingeschränkt.

      • Dann ist ja alles gut……denn ob die Sperre gerechtfertigt ist, entscheiden jetzt Gerichte. Und eben nicht ein Betreiber eines Social Network.
        Das ist die einzige Instanz, die darüber zu entscheiden hat, was richtig oder falsch ist.
        Wenn Du der Meinung bist, jemand hat etwas strafrechtlich relevantes getan, musst Du ihn anzeigen oder verklagen. Wenn Herr Zuckerberg der Meinung ist, jemand hat etwas strafrechtlich relevantes getan, muss er ihn anzeigen. Alles andere ist ganz einfach Zensur.
        Kann ich als Plattformbetreiber zwar machen, dann muss ich aber auch klar kommunizieren, dass ich Inhalte, die mir nicht schmecken, weil ich ne andere Meinung habe, diskussionslos lösche. Das muss ich auch damit leben, dass die wenigsten diese Zensur akzeptieren…..statt 1 Million habe ich dann eben nur noch 100 oder 1000.

        • Die Gerichte werden nicht entscheiden denn die Sperre ist zu 100% im rechtlichem Rahmen. Es ist auch keine Zensur denn Facebook,… unterstehen nicht dem 1. Zusatzartikel und somit auch nicht der Redefreiheit. Herr Zuckerberg kann auch einfach alles löschen was er will, er ist niemandem Rechenschaft schuldig. Wenn man dies als Problem sieht würde es genügen Möglichkeiten geben dies zu ändern, aber eine Klage wie von Trump bringt gar nichts.

          • Klar bringt die Klage etwas. Und zwar für Trump.
            Er macht Geld damit und generiert Aufmerksamkeit.
            Darum geht’s hauptsächlich.

    • du hast recht. und man sollte bedenken: nicht einmal der amerikanische staat selbst hat in diesem bereich soviel macht, wie diese privaten tech-giganten. der kann eben nicht einfach so zensieren (bitte nicht an dem wort aufhängen -das resultat ist das gleiche), was ihm nicht schmeckt. warum sollten das dann unternehmen können, welche mittlerweile gleichbedeutend sind, mit dem öffenlichen raum? der großteil des diskurses findet heutzutage nunmal in sozialen netzwerken statt. es ist aus meiner sicht undemokratisch, wenn man nicht mehr am öffentlichen diskurs teilhaben darf, nur weil man strittige meinungen vertritt. solange kein gesetzt gebrochen wird, sollte niemand das recht haben, anderen den mund zu verbieten. das hat bananenrepublikcharakter. Facebook, Twitter & co. sollten sich endlich mal entscheiden, ob sie nun publisher oder plattform sein wollen. beides geht nicht.

      • Carsten C. says:

        „der großteil des diskurses findet heutzutage nunmal in sozialen netzwerken statt.“: Selbst wenn das stimmen sollte (ich weiß es schlicht nicht), dann gibt es immer noch einen Unterschied zwischen Quantität und Qualität.
        „es ist aus meiner sicht undemokratisch, wenn man nicht mehr am öffentlichen diskurs teilhaben darf, nur weil man strittige meinungen vertritt.“: Ist es nicht eher so, dass manche es nicht mögen, wenn man ihrer „strittigen Meinung“ Kontra gibt?

  2. Ich dachte, Trumps mittlerer Name wäre irgendwas mit „J“? Nun kommt wohl heraus, dass er doch Donald „Karen“ Trump heißt. Wie sonst lässt es sich erklären, dass er einen Anspruch dieser Art gegen ein Privatunternehmen geltend machen möchte? In den USA nennt man solche Leute „entitled“. Und sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie „den Manager“ sprechen wollen, wenn die Angestellten nicht ihren erlauchten Wünschen folgen wollen. Nun wird eben geklagt, toll.

    Twitter, Facebook und Co sind private Unternehmen. Und private Unternehmen können sich aussuchen, mit wem sie Geschäfte machen. Das hängt auch nicht mit der Größe zusammen, denn wo zieht man da die Grenze? „Oops, zwei User zu groß, für Dich gelten nun andere Gesetze.“ Hä? So läuft Recht und Gesetz aber nicht. Und immer dieses Gedönst um große Firmen. Warum klagt sich denn keiner bei Myspace ein? Könnte man ja auch seinen Senf loswerden. Irrelevant? Ja, wie Facebook es auch irgendwann mal sein wird. Die Constitutional Litigation Partnership Orga, die Trump hier unterstützt, pocht auf die Grundrechte. Wie diese Auditoren, die anderen Leuten auf die Nerven gehen, um „im Prinzip“ ihre Recht auf Bullshit offen zur Schau zu stellen. Freedom of Speech bedeutet aber nicht, dass man das Recht hat, auf einer bestimmten Plattform jeden Mist zum Besten zu geben. Und es gibt auch kein Recht auf Reichweite durch große Firmen. Die Meinungsfreiheit sollte einzig und allein vor staatlicher Unterdrückung schützen und ist ein Grundpfeiler der Demokratie, weil dadurch der aktuelle Machthaber anders Denkende nicht unterdrücken darf. Ich hoffe, dass die Gerichte in den USA diese Rechte besser einordnen können, als Trump.

    • Dass ein privates Unternehmen mit so einer Marktstellung aber deine Online-Identität nehmen kann, sollte sehr gut begründet sein.
      Im Falle von Trump ist der Verstoß so vielzählig und nachvollziehbar, dass das dort gegeben sein sollte.
      Ansonsten könnte man rückblickend mal bei Personen der (Kriegs-)Geschichte fragen, wen man da hätte auch nicht sperren dürfen.
      Trump hingegen geht es in seinem kranken, von Egoismus zerfressenem Schädel nur um sich und sein berührtes Ego. Als Grund nimmt er alles was gelegen kommt. Nicht dass er selbst an diese Prinzipien glauben würde, wenn es um konträre Meinungen zu seiner gehen würde^^

  3. Zensur halte ich grundsätzlich für sehr sehr bedenklich, wenn man nur die eine Meinung zulässt, egal von wem sie kommt. Donald Trump war ein demokratische gewählter President, immerhin das oberste Amerikanische Staatsorgan. Ein privates Unternehmen hat ihn gesperrt weil es der Meinung war dass sein Post nicht für die Öffentlichkeit geeignet war. Ich kenne diesen Post nicht und erlaube mir keinen Kommentar dazu. Trotzdem ist das ein Unding. Demokratie kann/muss/soll mit verschiedenen Meinungen funktionieren, ansonsten ist das keine Demokratie mehr. Im Prinzip hat der Besitzer solcher Sozialen Netzwerke die Meinungsoberhand, was ich wiederum für sehr bedenklich halte. Sobald ein Kommentar nicht die Meinung der Besitzer entspricht wird es gelöscht. Mag ich eine bestimmtes Produkt nicht lösche ich es einfach, mag ich eine bestimmte Automarke nicht, lösche ich die entsprechenden Einträge usw. usw. Facebook und Co. besitzen eine unglaubliche Reichweite und im großen Rahmen auch Macht. Ich begrüße das, dass endlich jemand dagegen klagt, dass Zensur stattfindet. Ich hoffe es wird den sozialen Netzwerken ein Denkzettel verpasst der sich gewaschen hat. In der Größenordnung in der sich Facebook, Twitter und Co befinden hat ein gesperrter Nutzer, ein gelöschtes Kommentar, eine viel größere Tragweite, wie wenn hier im Blog etwas nicht zugelassen wird. Als eines der bestes Beispiele für Zensur kann man wohl Corona nennen, was hier gelöscht wurde ist unglaublich. Hier herrscht nur die eine Meinung, stelle ich etwas in Frage oder bin dagegen wird sofort gelöscht oder aufs übelste beschimpft, so sind zumindest meine Eindrücke in letzter Zeit gewesen.

    • Carsten C. says:

      „Ein privates Unternehmen hat ihn gesperrt weil es der Meinung war dass sein Post nicht für die Öffentlichkeit geeignet war.“ Wenn man es so verkürzt wie Du es gerade tust – Sperrung wegen eines einzelnen Posts -, dann könnte man sich zu Recht empören. Meiner Meinung nach kann man diesen einen Post aber nicht isoliert betrachten, und das wird der Plattformbetreiber vermutlich berücksichtigt haben, bevor er sich zu einer Sperre entschloss.

    • „Ich hoffe es wird den sozialen Netzwerken ein Denkzettel verpasst der sich gewaschen hat.“
      Ich denke, dass Herr Trump genau weiß, das die Klage scheitern wird, da die Rechte von Firmen in den USA groß geschrieben werden (sind ja laut us-Recht auch Personen) und diese natürlich auch eine Meinung haben dürfen (TOS).
      Ihm geht es um Geld einsammeln und Aufmerksamkeit. Er will Relevanz behalten.

  4. Wenn es ein fiktives Buch darüber geben würde wie ein hofnarr zum König wird, würde man es für zu abgehoben und unrealistisch halten.

    Die Geschichte belehrt uns eines besseren.

    In den US late shows ist trump noch immer der running gag no. 1. Und öfter und länger in den Shows zus Ehen als Biden und harris zusammen.

    Trump bringt jede Woche mindestens 2 solche strupide Aktionen.

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