DMA: Apple könnte Browser-Engines anderer Hersteller zulassen müssen

Lange hat es gedauert, letzten Endes musste sich dann Apple aber auch dem Druck beugen, dem Nutzer andere Standard-Apps zu erlauben – beispielsweise Mail-App oder Browser. Man weiß aber auch seit langem, dass dies vielen nicht genug ist, denn Browser dürfen auf der iOS- und iPad-Plattform nicht einfach ihre eigene Engine nutzen, sondern sind stattdessen ein Rahmen um das von Apple gezeichnete WebKit-Bild. Durch den Digital Market Act könnte da wieder mehr Drive reinkommen, wenn es so ist, wie man aktuell beim Register berichtet, die sich auf die Arbeit stützten, die Damien Geradin erledigt hat.

Der will eine Kopie der unveröffentlichten Änderungen in dem vorgeschlagenen Digital-Gesetz erhalten haben. Unter den verschiedenen Anpassungen des Vertragsentwurfs ist die ausdrückliche Anerkennung von „Webbrowser-Engines“ als Dienst, der vor wettbewerbswidrigen, durch Gatekeeper auferlegten Beschränkungen geschützt werden sollte. Da geht’s dann sicherlich um Apple. Sollte diese Fassung des Digital Market Act 2024 in Kraft treten, wird Apple offenbar verpflichtet sein, Browser-Wettbewerb mit den eigenen Engines auf iOS-Geräten zuzulassen.

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18 Kommentare

  1. Flitzpiepe says:

    2024……dann dauert es vermutlich nochmal 3 Jahre bis das ganze umgesetzt wird. Ergo nutzlos.

  2. Richard Rosner says:

    Dann kann man ja Mal einen Browser haben, der tatsächlich einen modernen Umfang an Webstandards unterstützt. Kann man nur hoffen, dass das sowohl den Ehrgeiz von Apple als auch Google beflügelt. Von Google, da Blink wohl aufgrund der beitreten Unterstützung weniger performant ausfallen könnte, von Apple damit die zeitnah auch Mal sinnvolle Standards schneller unterstützen und man zb beim ausspoelen von WebM Bildern nicht immer Rücksicht auf deren Rückständigkeit nehmen muss.

    • Den von Google beflügelt es garantiert nicht. Für die bedeutet das nur noch mehr Monopol-gleiche Stellung, da noch mehr Browser Chromium verwenden werden.

      • Richard Rosner says:

        So einfach wird das kaum sein. Ich wage zu bezweifeln, dass allzu viele einen alternativen Aufsatz für Safari nutzen werden. Und selbst wenn, werden die es natürlich mitbekommen, wenn es plötzlich deutlich schlechter funktioniert.

        Und die Leute einfach zu einer Engine zu zwingen ist eben auch keine Lösung dafür, dass bis auf Mozilla einfach keiner mehr ein Interesse daran hat, eine Engine für die Breite Masse zu entwickeln und zu pflegen. Opera hat seine vor langem aufgegeben, MS hat kein Interesse an was eigenem auch nur ansatzweise brauchem, seit der IE nicht mehr allen Seiten vorschreiben kann, was sie dürfen, damit es auch ja keine Kompatibilität zu anderem geben kann.

      • Glaube ich auch nicht. Apple verteidige ich ungern, aber wenn hier jemand unter Kontrolle gestellt gehört ist das Google. Mit AMP, GMail, Android und der Dauerwerbung für Chrome verhält sich Google nicht gutwillig, Google dominiert das Web bereits beinahe so wie einst der IE5 und IE6.

        Klingt jetzt doof: Aber WebKit unter iOS erzwingt nebenbei Kompatibilität, sogar für Linux mit Epiphany. Die Einstellungen vieler Webentwickler ist ja „Blink ist Standard und Workarounds“ gibt es nicht. Sieht man wunderbar bei Microsoft, Skype und Teams nur für Blink-Engine. Wir sind in 2001 zurück.

        Offenes Web…

        Wenn die EU etwas sinnvolles tun möchte, dann die Webbrowserwahl wieder vorschreiben:
        Für Windows wieder, für Android sowieso und für iOS.

        Man kann unter iOS „google.de“ nicht öffnen, ohne das man wenigstens einmal die Google-Suchwerbung wegdrücken muss. Unter Linux nerven sie nicht. Besser gleich DuckDuckGo.

        • Richard Rosner says:

          Was bringt es, einen anderen Browser wählen zu können, wenn alle unter der Haube ohnehin das gleiche sind. Wenn dann müsste die EU schon die Entwicklung einer eigenen Engine finanziell unterstützen. Oder besser einen kompletten quelloffenen Browser, der statt Chromium als Grundlage dienen kann. Natürlich mit den Ziel zu möglichst hoher Kompatibilität zu bestehenden Standards und Offenheit gegenüber Browserherstellern, die Vielleicht den Chromium-Unterbau ersetzen wollen. Und natürlich größt mögliche Stabilität und Effizienz.

          Aber da sollte dann nicht sowas wie der EU DNS bei herumkommen, den jeder mit einem Funken Verstand meiden wird wie der Teufel das Weihwasser. Dann lieber von Digitale Gesellschaft e.V. Kann DoH und DoT und da muss einiges passieren, bis es jemand schafft, den zu zensieren.

    • Wenn Chrome auf dem gleichen Niveau unter iOS kommt wie unter macOS, dann wird das nichts – der Akku eines iPhones wäre nach 2h leer. An Hardwareanpassung zu scheitern ist vermutlich Einstellungsvoraussetzung bei Google-Entwicklern…

      • Richard Rosner says:

        Dann würde aber niemand Chrome nutzen, was Google ganz sicher nicht Recht wäre. Und ich gehe mal davon aus, dass ihr Interesse an iOS auch größer sein wird als an macOS

  3. Wenn es wirklich so weit kommt, darf man sich schon auf unsachliche Kommentare der DAUs freuen, warum der Akku so schnell leer ist oder gewisse Dinge nicht mehr wie gewohnt funktionieren.

  4. der Michael says:

    Das ist gut so.

    Ein iPhone gehört dem, der es bezahlt hat – und der sollte das Recht haben, auf ihm jede Software zu nutzen, die er will.

    Ist seit 40 Jahren in allen Betriebssystemen Standard…. egal ob Heimcomputer, PC oder Smartphone … außer bei Apple (und bei Spielekonsolen)

    • Was für ein Unsinn. Das ist eine komplette Bullshit-Aussage auf gesamter Länge.
      Niemand zwingt dich, ein Apple-Gerät zu kaufen, auf dem dann von Apple „auferlegte“ Software läuft.
      Auf KEINEM OS dieser Welt hast du die komplette Kontrolle, obwohl es „dein“ Gerät ist. Manche Systeme sind nur etwas offener als andere (und in ausnahmslos allen Fällen deswegen auch deutlich anfälliger in Sachen Sicherheitslücken usw.)
      Auch bei Android und Windows kannst du nicht komplett machen, was du willst.

      • Richard Rosner says:

        Selbstverständlich kannst du unter Android und Windows machen, was du willst. Denn wenn dir das, was du machen kannst, nicht reicht, kannst du jederzeit ein anderes Betriebssystem mit weniger Beschränkungen installieren. Denn im Grunde gibt’s auch da schon nicht so wahnsinnig viele Beschränkungen, was Software machen kann und was nicht. Und bei beiden bist du nicht auf die Willkür eines einzigen Herstellers angewiesen.

        Und das Argument mit der Freiwilligkeit ist ohnehin das dümmste, das man Vorbringen kann. Demnach könntest du sämtliche Regulierungen, die für besonders große Unternehmen bzw Unternehmen mit besonders großer Marktmacht gibt, wegargumentieren. Die Leute nutzen das alles freiwillig, da muss man sie ja nicht davor schützen, ausgenutzt zu werden, weil es einfach wenig bis gar keine Alternativen gibt.

    • Hallo der Michael, Apple produziert und verkauft Hardware mit dazu passend produzierter Firmware. Wird in Zukunft jetzt Samsunc verpflichtet auf seinen Fernsehern z. B. Fire OS laufen zu lassen ? Ist nämlich das gleiche „in Grün“. Wenn ich ein integriertes Produkt Hard- und firmware anbiete kann ich sehr wohl bestimmen daß ein bestimmungsgemäßer Gebrauch nur dann gewährleistet ist wenn nicht eigentsändig an den Komponenten Veränderungen vorgenommen werden. Also selbst wenn Apple zulassen müsste das seine hardware und firmware einfach „verändert“ wird können sie in ihre Produktgewährleistung schreiben daß dann jeder support erlischt. Das ist und bleibt nämlich deren Freiheit – jede(r)Nutzer)in) nimmt dann Veränderungen auf eigenes Risiko vor. Dann wird sich wohl ein großer Teil der Anwender(innen) überlegen ob man nur wegen einer anderen Browserengine seine Garantie aufs Spiel setzt .

      • Richard Rosner says:

        Du weißt schon, dass es nicht darum geht, alternative Firmware oder ein alternatives OS zu installieren? Es geht einzig darum, dass Apple nicht Gatekeeper dafür spielen darf, welche Apps du unter iOS nutzen darfst. Und möglicherweise müssen sie auch Einschränkungen aufheben, was Apps machen können. Und wenn iOS nicht in der Lage ist, damit umzugehen, wird es Zeit, dass Apple etwas sinnvolles programmiert. Das hat mir der Garantie rein gar nichts zu tun.

  5. Wirklich „wahnsinnig viele Beschränkungen“, von denen die Masse der Nutzer auch was merkt, gibt es auch bei Apple nicht. Natürlich ist das System nicht so offen wie andere, das ist auch unstrittig. Aber die, die die Offenheit anderer Systeme wirklich nutzen, sind tatsächlich längst nicht so viele, wie offenbar vielfach angenommen wird. Bei Android bspw. wird immer wieder angeführt, dass man Apps nicht nur aus dem offiziellen Store installieren kann, sondern auch aus anderen Quellen. Das ist natürlich richtig, aber die Nutzer, die das machen, sind die absolute Minderheit.
    Und das Argument mit der Freiwilligkeit mag das dümmste sein, das macht es aber nicht weniger richtig.

  6. Schon lange überfällig, ja bitte. Und noch die USB-C-Pflicht… glaubt mir, das wird dem Absatz des iPhones enorm helfen.

  7. Apple implementiert ja einige APIs in Safari absichtlich nicht.
    Vermutlich da mit PWAs und passenden Browser-APIs mittlerweile einiges möglich ist und man von Entwicklern lieber 99€/Jahr bzw. 299€/Jahr für die Dev-Lizenz nimmt.
    Andere Browserengines die die APIs entsprechend implementieren könnten Apple da schön ein wenig Druck machen. Hoffen wirs. 🙂

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