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Disney: Hinweise sollen stereotype Darstellungen in alten Filmen und Serien erklären

Viele Filme und Serien aus vergangenen Tagen würden heute so nicht mehr produziert werden. Ein klassisches Beispiel ist „Frühstück bei Tiffany“ aus dem Jahr 1961 – schöner, romantischer Film. Doch Mickey Rooney als Mr. Yunioshi verkörpert hier alle Klischees über Asiaten und das eben auch noch im Yellowface. Auch Disney, ein Unternehmen, das sehr auf sein familienfreundliches Image bedacht ist, ist da kein unbeschriebenes Blatt. Nun stellt man diesbezüglich seine Strategie vor.

Mit viel Blabla erklärt Disney dabei natürlich wie offen man heute für Diversität sei und wie menschenfreundlich im Konzern alles ablaufe. Das kann man natürlich erst einmal ignorieren, da es vor allem der PR dient. Doch gleichzeitig erläutert man auch die Verfahrensweise mit seinen Katalogtiteln. Da gibt es eben Filme, die an sich immer noch beliebt sind oder gar als Klassiker gelten – deren Darstellungen aber zum Teil fragwürdig sind.

Laut Disney wolle man die Vergangenheit nicht auslöschen, sondern aufklären. Man habe sich entschieden, zu den Fehlschlägen zu stehen und sie nicht unter den Teppich zu kehren, sondern sie zu nutzen, um Gespräche anzustoßen. Dabei habe man sich auch von vielen externen Partnern beraten lassen. Vor einigen Filmen, die deswegen bei Disney+ zur Verfügung stehen, werde man spezifische Hinweise einblenden.

Beispiele? „Aristocats“ etwa zeigt eine Siamkatze, die als rassistische Karikatur ostasiatischer Menschen verstanden werden kann. Die Katze singt in schlechtem Englisch, wird von einem Weißen gesprochen und veralbert im Grunde die chinesische Kultur mit Textzeilen wie „Shanghai, Hong Kong, Egg Foo Young. Fortune cookie always wrong.“ Doch auch „Dumbo“ enthält rassistische Vorurteile in Form der Krähen – bis heute eine sehr umstrittene Szene ist ihre Musical-Nummer.

In „Peter Pan“ bekamen leider die amerikanischen Ureinwohner ihr Fett weg, während es in „Der Schweizerische Robinson“ wiederum Piraten sind, die nur aus Menschen im Yellowface oder Brownface bestehen und als Barbaren dargestellt werden. Auch hier verkörpert man Vorurteile gegen Asiaten und Menschen aus dem Mittleren Osten.

Ich selbst denke, dass Disney hier tatsächlich den richtigen Weg geht. Die Filme und Serien sind ein Dokument ihrer Zeit. Sie nun zu zensieren, würde allen nur einen Bärendienst erweisen. Es ist wichtig auch junge Menschen über den Rassismus vergangener Tage aufzuklären und ihn kritisch zu diskutieren.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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36 Kommentare

  1. > Mit viel Blabla erklärt Disney dabei natürlich wie offen man heute für Diversität sei und wie menschenfreundlich im Konzern alles ablaufe. Das kann man natürlich erst einmal ignorieren, da es vor allem der PR dient.

    Das ist so herrliches Schubladendenken: Ist eh nur Blabla, ist ja ein Konzern, geht eh nur um PR.

    • Nein, dem börsennotierten Megakonzern Disney geht es nur darum Gutes in der Welt zu bewirken.

      • Ach stimmt ja, da arbeiten nur böse Menschen…

        • > Ach stimmt ja, da arbeiten nur böse Menschen…

          Es ist komplizierter.

          Unternehmen tun das, was ihr Einkommen maximiert. Unternehmen bestehen aus Menschen, die sich sehr weitgehend diesem Ziel widmen. Das geht so weit, dass Leute in der Lohnbuchhaltung eines Konzentrationslagers „gute Arbeit leisten“ — wir kennen das aus der deutschen Geschichte. Ohne Sympathie dafür zu haben: Ich nehme es einem Adolf Eichmann ab, dass der völlig fassungslos war, dass er was schlechtes getan hätte: Die Abrechnungen waren doch immer tiptop!

          Das gibt es auch in kleiner. Ich verbringe einen erheblichen Teil meiner Freizeit mit Browsertools, die auch das letzte bisschen Tracking und Werbung aus einer Website rausfiltern. Beruflich, jetzt halt dich fest, baue ich Tracking und Werbung EIN. Das Leben ist kein Ponyhof.

          Früher habe ich in der Druckbranche gearbeitet. Ich bekomme einen Auftrag zur Herstellung von Druckfilmen, Auftraggeber ist eine Behörde zur Imntegration von Behinderten, dem Auftrag liegen einige Bilddateien bei. Name der Dateien: Krüppel1.tif , Krüppel2.tif, Krüppel3.tif ,…

          Im Augenblick werden über all in Websites die Geschlechts-Wahl-Dialoge erweitert, zu m und w kommt „divers“ dazu. Auftragnehmer, Auftraggeber, 3rd-Party — alle sind am fluchen über den „Blödsinn“, aber jeder ist so professionell, das nicht nach draussen dringen zu lassen.

          Ein Unternehmen wird ebenso bereitwillig 3 Geschlechter einführen, wie es auch ein Betretungsverbot für Juden ausspricht, wenn jemand durchgerechnet hat, dass sich das lohnt. Es gibt immer einen „Jemand“. Und wenn „Jemand“ das nicht durchrechnet, dann tut es „JemandAnderes“, der „Jemands“ Job haben will.

          Ich sage es immer wieder, auch gern im Zusammenhang mit ganz anderen Themen wie geschlossenen Ökosystemen auf Smartphones etc.:
          Es ist total wichtig, dass Rahmenbedingungen nicht durch Firmen festgelegt werden, sondern durch unsere Gesellschaft, das Gemeinwesen, den Staat. Selbst Firmen, die eigentlich willens zu altruistischen Strategien wären, sind dazu nicht fähig, weil es dann eine andere Firme macht.

          Firmen sind nicht gut. Firmen sind nicht böse. Firmen agieren mit der gleichen moralfreien Reaktion wie eine Evolution, eine Physik, jede Naturwissenschaft. Geht die Welt unter, dann verkaufen sie Schwimmwesten.

  2. Finde den Weg auch deutlich besser als entsprechende Titel totzuschweigen und zurückzuhalten. Und kann daher deinem letzten Absatz nur zustimmen.

  3. Ich weiß nicht.. sind aktuelle Disneyfilme nicht viel böser als die alten?

    Mulan ist im Grunde ein Honorium an Xi Jinping. Sie haben sogar den neuen Vater so gecastet, damit er so aussieht wie Xi.

    ..und die neue Message ist: wenn du nicht zum System passt töte dich. 😀

    Da helfen auch keine Hinweise auf PC Tabus bei Breakfast for Tiffanys lol

  4. Krümelmonster says:

    Klar ist das Blabla … damals fanden sie es witzig und hätte sich die öffentliche Wahrnehmung nicht maßgeblich geändert, würde man heute noch drüber lachen. Sie konnten den Kram also jetzt nur noch unter den Tisch fallenlassen und kein Geld mehr damit verdienen, oder Erklärungen nachschieben, damit weiter Geld damit verdient werden kann.

    Diese ganzen „Sorry, das war damals eben so“-Erklärungen, die man jetzt überall hinterher schiebt sind so furchtbar unnötig. Das sollte man auch so wissen, dass Dinge nicht mehr so sind, wie früher. Kürzlich habe ich mir mal alte Edgar Wallace Filme angesehen, da wurde den Frauen noch auf den Hintern gehauen und Männer hatten grundsätzlich das Sagen. Da muss mir jetzt keiner erklären, warum das heute nicht mehr so sein darf …

    • Dir muss das niemand erklären. Und das ist gut so.

      Aber leider gibt es zum Einen Idioten die sagen: „Schaut euch Frühstück bei Tiffany an. Einer der größten Filme aller Zeiten. Das war schon immer so, warum sollte man etwas ändern?“.

      Und zum anderen gibt es die Fraktion, die danach ruft, Werke aus jener Zeit abzuändern, siehe z.B. Räuber Hotzenplotz, oder nicht mehr auszustrahlen bzw. zu verkaufen.

      Insofern hat Disney schon einen guten Weg gefunden damit umzugehen. Denn die an sich tollen Werke der Vergangenheit wegen des damaligen Zeitgeistes und dessen Einfluss einfach zu vergraben wäre eine Schande. Über die Alternative des Überarbeitens kann man auch vortrefflich diskutieren, ist aber bei Filmen deutlich schwieriger als bei Büchern.

      Meiner Meinung nach ist es sogar vorteilhaft, die originale Fassung mit entsprechender Erklärung zu versehen, auch bei Büchern. So regt man eventuell zur Diskussion oder zumindest zur Reflektion darüber an.

      • André Westphal says:

        Das sehe ich ähnlich und ich finde es auch sehr wichtig, solche Sachen im Kontext der Zeit zu sehen. Nur so ist überhaupt eine hinreichende Betrachtung eines Kunstwerks möglich. An solchen Aspekten sieht man ja auch die gesellschaftlichen Veränderungen dokumentiert, kann sie diskutieren und für die Zukunft vielleicht nochmals neue und bessere Wege finden.

        Wenn man sich nicht mehr daran erinnert, was einmal gewesen ist und es nur ausblendet, erhöht man eher die Gefahr, dass es nochmal passiert.

        • Krümelmonster says:

          Ich finde es eher erschütternd, wie man sich alte Werke anschauen kann und nicht ganz von alleine schon bestimmte Dinge kritisch sieht, ohne das einem etwas per Randnotiz erklärt wird. Das kann ich für Kinder und Jugendliche gerade noch verstehen, aber spätestens bei einem erwachsenen Menschen nicht mehr.

          Wenn ich mir alte Filme ansehe, dann stoße ich immer wieder auf Szenen, in denen ich mir sofort denke: Das könnte man aber heute so nicht mehr bringen. Dabei ist mir aber bewusst, dass dahinter damals keine Böswilligkeit steckte.

          • Es geht hier aber ja auch um Filme, die durchaus auch für Kinder und Jugendliche gedacht sind. Und auch bei den Erwachsenen sind leider nicht alle mit so guter Medienkompetenz ausgestattet, wie das Publikum dieses Blogs.

            • Wo ist denn das Problem, einen Chinesen mit gelber Haut, Schlitzaugen und einer Kegelmütze zu zeichnen, und der sagt dann Ching-Chang-Chong? Was ist daran schlecht? Chaplin’s „Sauerkraut“-Rede in „Der Diktator“ ist doch auch großartig. Man lacht drüber, der nennt uns Kartoffeln, und gut ist.

              Es gibt Begriffe, die von vorn herein als Beleidigung gedacht sind: Kanacke, Bimbo etc., da wäre ich der erste, der sagt, dass das nicht geht. Aber „Neger“ war schon immer ein ganz normales Wort, so wie „Bayer“ oder „Bremer“, und da lasse ich mir die Sprache nicht wegnehmen.

              • Na, bei der Sauerkrautrede ist eine Gruppe gemeint, über die man Witzr machen darf. Das ist politisch korrekt. Traurig aber,wahr. Für mich ist etwas Diskriminierung, sobald eine Aussage bei nur einer Gruppe diskriminierend ist, auch wenn ich das über eine andere sage.

                • Ich bin der Meinung, man darf über ALLES Witze machen. Nicht alles wird in jeder Situation passen, nicht alles wird gut geheissen werden, aber ich halte nichts von der Theorie, dass Worte eine Geisteshaltung generieren.

                  Wir haben früher in der Antifa politische Arbeit gemacht, zwischendurch in der Pause vor der Tür eine geraucht und einen Witz über Konzentrationslager erzählt, und dann sind wir wieder rein und haben weiter politische Arbeit gemacht. Das eine war Witz, das andere war ernst, und das konnte man unterscheiden.

                  • Hallo Jörg , mal abgesehen von den KZ-Witzen – die wären mir persönlich dann doch nicht über die Lippen gekommen – da bin ich bei Dir . Loriots hervorragende Sketche würden vielfach heute als „frauenfeindlich“ gelten . Aber sie sind, wie vieles Andere hohe Kunst und kultur. klar aus der Sichtweise ihrer zeit . Aber deshalb Kultur. Wir lesen ja auch immer noch den Tacitus in latein oder den Faust . Aber vielleicht gibt es den ja auch in „Modern“ mit Greta statt Gretchen smile ? Wie hälsts du mit der Energiewende – lach . nein ich finde es darf in „Jim Knopf und lukas“ noch den Jim als „Neger“, und die Chinesische Prinzessin und die chinesischen oberbonzen — lach tolle wortspielerei – geben . Auch das buch hat man ja in einer PC-kaputten Fassung herausgebracht – so was sollte eigentlich verboten werden , literatur und ust im allgemeinen nachträglich zu „säubern“ Nach der inhaltichen „Säuberung“ kommt nämlich irgendwann die Verbrennung von Büchern die man nicht mehr will – und das ist immer falsch , egal mit welcher ideologischen Begründung.

  5. Alles so lassen, wie es war. Nichts kommentieren. Den ganzen SJWlern eine Absage erteilen. Das darf alles so bleiben und ist OK. Wenn der PC-Mist nicht aufhört, werde ich das erste mal in meinem Leben stramm rechts wählen.

    Ich habe für meine Tochter noch schnell alte Auflagen von Pippi Langstrumpf gekauft, wo der Vater noch Negerkönig ist, und nicht irgendein Südseetrottel.

    • Sicher dass es das erste Mal sein wird, Jörg?

      • > Sicher dass es das erste Mal sein wird, Jörg?

        Ganz sicher. Ich bin sozialisiert als Mitglieder der Sozialistischen Deutschen Arbeiterjugend, später Antifa, schwarzer Block. Gut, ist 35 Jahre her, aber bis heute ist das „rechteste“, was ich wähle, die „Linke“. Über die Jahre gern auch mal DKP oder MLPD. Ich verstehe mich als „klassisch Links“: Ein starker Staat garantiert Mindestlöhne, Arbeitsplätze, Mieten, Wohnraum, Arbeitszeiten.

        Und gerade aus meiner Geschichte heraus kann ich was mit dem Begriff „Kulturrevolution“ anfangen, wie sie durch Mao in China passiert ist — und das ist es, was die SJWs hier verbrechen.

        Das ist nicht meine Gesellschaft, in der man sich alles nach belieben zurechtschrubbt, andersdenkende mobbt und ohne Sinn und Verstand Bismarckdenkmäler umhaut. Ich stehe für eine Gesellschaft, in der man unterscheidet zwischen „Bismarck toll finden“ und „Das Denkmal stehen lassen, wie es ist“. Das ist doch alles Geschichtsklitterei, Neusprech und 1984. Das ist für mich auch alles nicht „Links“. Ich bin links. Betriebsrat ist links. Multikulti ist links. Gewerkschaften sind links.

        Ich bin mit Negern zusammen losmarschiert und habe den Nazi-Skins die Fresse poliert, und das einzige Problem dabei waren die Naziskins, und nicht irgendwelche Aua-Wörter. Gott, sind das alles WASCHLAPPEN.

        Für mich ist derzeit das größte gesellschaftliche Problem nicht irgendwelche versoffene Faschos ohne Arbeit, sondern die Neusprechdenke der SJWs. Die sind für mich Problem Nr. 1, und wenn sich „meine“ Parteien des m.E. größten Problems nicht annehmen, dann muss ich gucken, wer das tut. Auf die Gefahr hin, mit dem unsäglichen Rassismus der Rechten das zweitgrößte Problem auch noch zu fördern.

        Beschwert euch bei den Parteieliten. An der Basis gibt es NULL Verständnis für Sternchen-Schreib, „Radfahrende“ und Migrationshintergrundsprech. Mir sind Ausländer herzlich willkommen, aber nicht die Wattesprache der Kunststudenten.

        • 100% Zustimmung. Der Schwachsinn von Disney hier ist das Ergebnis von massenhaften Kampagnen der Soziale-Gerechtigkeit-Krieger. Anders als früher geht es denen nicht mehr um Miteinander, sondern Gegeneinander. Hinter jedem beschissenen Rülpser wird gleich das Schlimmste vermutet und jeder Randgruppe muss man immer und überall krampfhaft gerecht werden, außer natürlich dem bösen weissen Mann.

        • Na sicher, wer Eier aus Stahl hat, darf natürlich stramm rechts wählen. Ist schon ok, bist ja schließlich „eigentlich links“. Gehts noch?

          • > Na sicher, wer Eier aus Stahl hat, darf natürlich stramm rechts
            > wählen. Ist schon ok, bist ja schließlich „eigentlich links“.
            > Gehts noch?

            Und genau das ist das Problem. Es gibt keine Diskussion. Es gibt ätzende Kommentare, toxische Antworten, keine Argumente, keine Kompromisse. Wenn man sich so einen Shitstorm bei Twitter&Co tatsächlich mal durchliest, dann steht da immer nur drunter „Die schon wieder“, „Wer auch sonst“ und „Geht’s noch?“. Meistens durchaus mit erheblicher sprachlicher Eloquenz, die die Bildung des Schreibers bestätigt — die er leider nicht für Inhalt aufwendet, sondern für giftspritzig Form.

            Darf ich einfach mal fragen, mit welcher Motivation Du an einer Diskussion teilnimmst, wenn Du nichts beiträgst als wütend zu sein? „Eier aus Stahl“, „eigentlich links“ — was genau soll den dabei jetzt rauskommen?

  6. War das schön, als Efraim Langstrumpf, der Vater von Pippi Langstrumpf, noch “Negerkönig” sein durfte. Niemand dachte dabei etwas Böses, diese Leute waren bestimmt sehr freundlich. (Die hatten ja immer tolles Wetter auf ihrer Südseeinsel.) Und mit “Uncle Ben’s” haben die Schwarzen so nebenbei eines ihrer sympathischsten Gesichter verloren. Die Liste liesse sich endlos fortsetzen.

    Aber das ist der Lauf der Zeit. Nun haben wir die politische Korrektheit, das Zurechtbiegen (Verstümmelung) der Literatur und als Belohnung gibt es die Neger (ohne den freundlichen, stets gut gelaunten Negerkönig) vor allem in unseren Innenstädten.

    Der Trend begann jedoch schon viel früher, als der Klassiker von Agatha Christie “Zehn kleine Negerlein” (im Original: “Ten little Niggers”) umgetauft wurde, zuerst im Englischen (“And Then There Were None”), dann im Deutschen (“Und dann gabs keines mehr”). Der Roman wurde bis heute über 100 Millionen mal verkauft. Aber er darf nicht mehr heissen, wie es die Autorin angedacht hat. Einfach nur traurig …

    Auf die gute, neue Zeit!

  7. Ob auch Onkel Remus‘ Wunderland dazu zählt?
    Das einzige was damals für mich interessant war,
    war eigentlich die nette Musik.

  8. Ich laß letztens einen Kommentar zu einer ÖR Politsendung zu so einem Thema. Frei wiedergegeben endete es so: während sie in Deutschland noch daran arbeiten die Sprache von Diskriminierung zu befreien, arbeitet man anderorts daran die Diskriminierten von Diskriminierung zu befreien. Durch Pipis Negerkönig wurde keiner zum Rassisten, im Gegenteil, der war,ne coole Sau und Vorbild für viele.

  9. Man, Fraggle sollte als Kommentator stehen. Caschy ist nut Teil meiner emailadresse für den Blog. Sorry.

  10. Ist immerhin besser einen Kommentar hinzuschreiben, dass es im Kontext der Zeit betrachtet werden sollte, als alles zu canceln, was auch nur im Ansatz irgendwie, irgendwen triggern könnte.

    Es ist einfach lächerlich das große Menschen, Werke o.Ä. jetzt verunglimpft werden, für etwas was in deren Zeit normal war. Jemand hätte das Heilmittel für Krebs finden können und würde heute trotzdem gecancelt werden, weil er nicht in irgendeine sjw Agenda passt.

    Wenn man danach geht, dann kann man 98% der Werke killen, Museumstücke abhängen, Ehrungen entziehen etc. Es gibt keinen Menschen der frei ist von Vorurteilen, kruden Ansichten, Missetaten usw. Man wird immer was finden.

    Wer ernsthaft erwartet man dürfe sich nichts mehr geben von jemanden der vor 90 Jahren Rassist oder Anti Homo war, hat wohl noch nicht begriffen, dass wir heute, global gesehen kein Stück weiter sind. Was zugegeben traurig ist, doch

    wenn nicht für diese Merkmale, dann werden wir uns für andere Merkmale hassen. Und morgen dürfen wir uns dann nichts mehr reinziehen von Menschen die keine Bio Lebensmittel kaufen und konzentrische Nippel haben.

    Natürlich sollte man schon unterscheiden ob man gerade Donald Duck im Dschungel zeigt mit überzeichneten Ureinwohnern oder den ewigen Juden.

    Übrigens: Ich, bzw. eine gute Anzahl meines Dunstkreises, sind oft höchst belustigt über Klischees oder Vorurteile unserer Herkunft und befeuern diese teilweise auch selbst. Kontext, Kontext, Kontext. Es ist ein riesen Unterschied ob ich etwas humoristisch verarbeite oder ob ich gerade ein Vorurteil bediene um meine Ablehnung gegenüber etwas auszudrücken.

    Nur weil irgendein Vollidiot, für den die Welt nur Schwarzweiß ist den Unterschied nicht verstehen kann, lasse ich mir nicht diktieren, was ich denken sagen oder mir ansehen darf.

    Es erfordert halt Intelligenz und Unterscheidungsvermögen um zu sehen was Humor ist und was als Humor getarnter Hass. Und wie man sieht, haben die meisten diese Fähigkeiten nicht.

    • 99% Zustimmung.
      Nur sehe ich keinen Unterschied zwischen überzeichneten Dschungeleinwohnern oder ewigen Juden. Beides ist gleich falsch, da Diskriminierung generellt falsch ist und nicht bei dem einen tolerierbar und bei dem anderen nicht. Einen Unterschied dabei zu machen isz bereits Diskrimimierung, denn alle sind gleich, egal ob mwd, lbgtq, Dschungelbewohner, Juden, Muslime, Christen etc. Alle ohne Ausnahme, daher auch keine Ausnahme bei Diskriminierung.

  11. Soweit ich mich an meine Kindheit erinnern kann, gab es nie Gedanken an Rassismus oder Stereotype oder irgendwas in dieser Richtung. Man hat die Filme geschaut und mit den Helden mitgefiebert ohne sich über Hautfarbe oder ähnliches Gedanken zu machen. Als Knirps gab es eh nur die eigene kleine Welt mit drei Programmen, ohne Internet und Telefon mit drei Meter Kabel.
    Tjo

  12. Manchmal wundert mich die Weldfremdheit der Medienkonzerne. Ich wohne in einer Stadt, in der Kreuzfahrtschiffe anlegen. Und ja, man kann nicht nur über uns Deutsche dort sämtliche Klischees der Gegenwart bestätigt sehen, sondern eben auch bei den ausländischen Gästen. Jede Nation hat ihre Eigenheiten. Und ja, meine schwarzen Nachbarn, genau wie die türkischen Nachbarn, erfüllen einige Klischees ziemlich deutlich-in den meisten Punkten sind wir hier aber alle gleich.

    So zu tun, als kämen Klischees rein aus der Fantasie, ist gleichermaßen dumm wie falsch. Und man braucht auch keine Einordnung für Mr. Yunioshi, denn einen solchen Asiaten, derart überzeichnet dargestellt, gibt es in der heutigen Zeit schlicht nicht mehr.

    Das einzige, was Disney damit erreicht, ist eine Schädigung seiner Marke. Man muss ja den Eindruck haben, die Produkte richten sich allein an ein schwachsinniges Publikum, dem man erklären muss, dass Elefanten nicht fliegen können und Meerjungfrauen nicht im Schlemmerfilet landen…

    Wenn es so losgeht, dass man dem Publikum noch bevor es einen Film gesehen hat erklärt, was da passieren wird und wie man das zu deuten habe, dann ist das doch Realsatire. Oder wie läuft das sonst ab? Das erste Mal, wo Mr. Yunioshi ins Bild kommt wird unterbrochen, und ein weinender Faktenchecker erzählt erstmal zehn Minuten was über seine Gefühle?

    Ist langsam nur noch lächerlich…

  13. Natürlich ist das PR eines Unternehmens, eines knallhart Gewinnorientierten Unternehmens. Was richtig ist, es sind Kunstwerke und sollten so gesehen werden, wie sie die Macher in Ihrer Umgebung geschaffen haben. Genau so wie Helden und Ihre Statuen in ihrer jeweiligen Umgebung geschaffen wurden. Bei ersterem wird es nur dann kniffelig, wenn eine Neuverfilmung oder Neuübersetzung ansteht. Gute Übersetzer belassen das Werk so wie es ist und nehmen nur Korrekturen für das Textverständnis vor – und dokumentieren das. Vor dem Problem standen schon die Gebrüder Grimm. Und die, die heute die Ursprungsfassung der Gebrüder Grimm wieder für Kinder verständlich machen sollen 😉

    Und bei den Helden und den Statuen? Sind nur fehlbare Menschen. Und in zehn Jahren sehen wir selbst unsere heutigen Ansichten und Meinungen wieder ganz anders.

    • Hallo HSCI , mit den Übersetzungen ist das ja noch viel komplizierter: eine bibel in „zeitgemäßer“ Sprache oder auch der „Herrder Ringe“ in der neuübersetzung klingen für mich einfach „falsch“: das gesteltzte des „Bibeldeutsch“ oder auch die antiquirt wirkende Übersetzung des HdR aus den 60ern sind passend zum Text , die neue HdR-Übersetzung passt m. E. einfach nicht zum Stoff und auch nicht zur Originalfassung, niemand käme wohl auf die Idee den HdR auch im englischen original „neu“ zu fassen damit die Sprache zeitgemäßer klingt. Orks allerdings als „dunkelhäutig“ oder die Uruks sogar als „schlitzäugig“ zu beschreiben – na wartet bis das ein PC-gutmensch näher betrachtet … dann haben wir die nächste Rassismus-Diskussion – Aber Saruman wird schon noch ein paar arische Orks in Isengard versteckt halten – lach !

  14. Das Schlechte entsteht im Kopf.
    Hat mich der Verzehr eines Negerkusses zu einem Rassisten gemacht, hat es mich zu Rassisten gemacht, weil wir in Grundschule 10 kleine Negerlein gesungen haben. Jeder von uns ist damit groß geworden, und ich behaupte mal keiner davon ist deswegen zum Rassisten geworden. Wer ein gestörtes Bild von Menschen anderer Nation oder Hautfarbe oder eine Frau hat, der wird sich sicher nicht durch Disneys Vorhaben wandeln. Dieses Gutmenschentum geht mir sowas von auf die Klöten.

    Ich kann darüber nur den Kopf schütteln.

  15. NanoPolymer says:

    Auch ohne solche Erklärungen war mir klar das ich einen Film aus den 70er auch nach diesem Maßstab bewerten muss was eine bestimmte Art von Sprache angeht oder eben dem was man sieht. Aber gut es gibt ja wirklich Menschen die glauben die Darsteller sind wirklich so. Ich finds auch nur lachhaft das ganze.

  16. Umstrittenes Thema ich weiß, als Ausländer in Dtl. geboren und aufgewachsen, bin und war ich doppelter diskriminierung ausgesetzt, Wenn ein Text vor einem Film, jemanden zu einem „besseren“ Menschen macht oder etwas nicht mehr beim „Namen“ zu nennen, dumme Kommentare aus der Welt schafft, wäre das schon längst passiert. Ich halte nichts davon. Ich lache mit, mache meinen eigenen Witze, will immer noch mein Mohrnkopp Brötchen.
    Alte Filme, etc machen niemanden zum fanatischen Neo Faschisten. Es sind die kleinen Dinge die jeder Ausländer gut kennt „Du bist ja ganz anders, ABER die anderen….“ „Du bist ja wie wir, aber die anderen…“… ich bin ich und du bist du.

    Macht ein Konzern sowas, einfach einen großen Bogen drum machen, die tun es nicht aus Nächstenliebe, sondern weil der Wind aus der Richtung kommt und man will am Markt gut da stehen.

    Diskriminierung ist auch nicht wie ich etwas sage sondern was ich sage. Das ist nicht die Aufgabe des Konzerns jemanden zu Schulen oder aufzuklären. Es ist eine Sacher der Gesellschaft.
    Aber diese Worte sind vergebene Mühe. Weil es immer jemanden gibt der sich berufen fühlt, der Rächer der Enterbten zu sein ohne wirklich in der Materie zu sein. Eine Person die sich profilieren muss und das auf kreative Art und Weise.
    Werft einen Blick auf die USA. Es schwappt seit Jahren über und dabei haben wir in der BRD oder grob EU andere Herausforderungen. Mir jedoch unverständlich, versuchen einige Kleingruppen diese auf unsereiner Situation umzumünzen. Funktioniert zwar von US Gallone auf Liter, aber eben nicht alles.

    TL;DR Es ist nicht was ich sehe und höre sondern was ich, als mündiger Mensch für mich und meine Umwelt daraus mache.

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