Digitale Kassenbons in Deutschland: Ein Wild-West-Szenario

Mittlerweile gilt seit Jahresbeginn in Deutschland die Bonpflicht: Händler mit elektronischen Kassensystemen sollen ihren Kunden bei jedem Kauf unaufgefordert einen Beleg aushändigen. Könnte man hier in Kiel übrigens gut kontrollieren und Tausende Verstöße am Tag aufdecken: In den von mir frequentierten Supermärkten hält man sich daran bestenfalls sehr lose. Doch die Bonpflicht sorgte, auch mit der Argumentation sie schade der Umwelt, für viele Kontroversen. Elektronische Kassenzettel könnten Abhilfe schaffen. Doch in Deutschland droht da eher ein Wild-West-Szenario.

So wünschen sich Hersteller und Handel ein standardisiertes System – das wird aber vom Finanzministerium offenbar abgelehnt. Dann gibt es auch einige Politiker, die kurz nach der Einführung der Pflicht wieder für die Abschaffung trommeln – etwa der Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU). Läuft also alles insgesamt alles andere als reibungslos ab. Am Ende richten sich also viele Blicke auf den zuständigen Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD). Der will an der Bonpflicht festhalten und verweist dabei eben auch auf die Option statt ausgedruckter Belege elektronische Pendants anzubieten.

Klingt schlau, aber wenn keiner genau weiß, wie so ein elektronischer Bon an den Kunden übermittelt werden soll, dann nutzt das wenig. Möglich wäre vieles – von QR-Codes über E-Mails bis hin zu speziellen Apps. Doch es soll am Ende ja für die Kunden bequem sein, damit es genutzt wird. Und ich denke kein Nutzer wird Lust dazu haben für jeden Shop, in dem er möglicherweise einmalig einkauft, eine eigene App zu installieren – nur um einen digitalen Kassenzettel zu erhalten. Eine einheitliche Lösung wäre also optimal.

Genau da teilt das Bundesfinanzministerium aber mit, dass nicht geplant sei „eine Standardisierung irgendeiner Art im Zusammenhang mit elektronischen Belegen vorzugeben“. Schön, dass die Regierung sich da raushält und den Händlern Freiheit gewährt oder eurer Meinung nach eher die Masche: „Mal was einführen und dann nicht mehr weiterdenken“? Aktuell sollen nahezu wöchentlich neue Anbieter potenzielle Plattformen für digitale Kassenzettel anbieten. Ich bin gespannt, wie sich das ganze Thema noch entwickeln wird.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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60 Kommentare

  1. Heute beim Bäcker tatsächlich mal einen Bon verlangt. Was abgerissen bekommen und vom Vorkunde war noch der Kuchen mit drauf der händisch wieder durchgestrichen wurde. Geht gar nicht…

    • Bei diversen Märkten wirst freundlich gefragt ob Kassenzettel oder nicht. Alltagsdinge brauch ich kein Zettel, das wird verbraucht. Für Dinge mit Garantie jedoch wird es normal unaufgefordert ausgehändigt.

      2. Beispiele die seit ner ganzen Weile in meiner Umgebung so ablaufen

      1. Conrad (Elektronikhandel, Örtliche Niederlassung) gibt immer Kassenzette, ist klaro da hat man ja auch 2 Jahre Garantie auf das was man da kauft (ok Akkus und paar kleine Ausahmen). Da ich Kundenkarte hab (Mail hinterlegt) bekomme ich bei jedem Kauf damit auch den Kassenzettel per Mail. 1A falls doch mal innerhalb der 3 Jahre Garantie über die Kundenkarte (2+1) der Zettel verloren geht. Wir wissen, Thermodruck, nach wenigen Monaten im Licht verblassen die Teile.
      Tipp (von einer Kassiererin, weiß den Laden nicht mehr): Einscannen sicherheitshalber wenn der Beleg ausbleichen sollte.

      2. Lottoläden, gern ein Bon nach Zahlung ABER FUCK NOCHMAL sogut wie nie die Zettel mit den Resultaten, ein schelm wer böses denkt. Aber diese selbstverständlichkeit NERVT mit der sie die Zettel unterschlagen. Da sollte man mal genauer kontrollieren und Strafen auflegen.

  2. Drücken wir es so aus, Politik ist heutzutage doch reinster Populismus, überall, nicht nur bei den Dummschwätzern am Amfang des Alphabets. Beispiel? Autobahn Geschwindigkeit auf 130. Soll so viel bringen, dabei a) darf man selten schneller, b) kann mam aufgrund Verkehr selten schneller und c) wenn man schneller kann und darf ist nachts, und damit kaum jemand unterwegs, der CO2 einsparen könnte durch langsameres Fahren. Nichts gegen eine Reduzierung, aber bitte mit korrekten Angaben. Daher Populismus.

    • Das Thema hat erledigt sind von selbst, wenn alle E-Auto fahren müssen.
      Dann fährt niemand mehr schneller als 130, weil sonst der Akku direkt leer ist.

      • Auch nur in den ersten Jahren, dann haben die Akkus mehr Kapazität und irgendwann fahren die Autos dann auch noch autonom. Warum sollte das Auto dann langsam fahren, wenn es umweltschonend und KI gesteuert fährt?

        • Vor allem sind die Autobahnen dann leerer, weil sich nur noch 1/4 der Bürger so eine Elektroschleuder mit 200€ Monatsmiete für den Akku leisten können…..

    • Das wesentliche Problem erwähnst du aber nicht (weil es vermutlich nicht in deine Populismusthese passt) – es ist schlicht wesentlich gefährlicher und ineffektiver, wenn jedes Fahrzeug im Verkehrsfluss seine eigene Geschwindigkeit wählt als es ein „gesteuerter“ Verkehr ist. Das lässt sich in absehbarer Zeit vermutlich intelligenter lösen, aber zur Zeit ist eine vorgegebene Geschwindigkeit die beste Lösung (und auch die günstigste). Kein Populismus, sondern schlicht rationelle Überlegung. Dein Populismus kommt immer dann ins Spiel, wenn jemand keine Argumente hat…

      • Sorry, aber das liegst Du einem Irrtum auf. Als wesentliches Argument wurde bislang der Umweltschutz genannt und auf diese, gehe ich ein. Daß es damit weniger Unfälle geben könnte ist möglich, aber nicht zweifelsfrei erwiesen. Außerdem sage ich doch im Abschlußsatz selber, daß ich nichts gegen eine Reduzierung habe, aber mit den richtigen Argumenten. Daß es welche gibt deute ich damit an. Neben möglicher Sicherheit zähle ich dazu auch entspannteres Fahren. Ich denke als Außendienstler kann ich das auch gut einschätzen. Persönlich schätze ich als Beweggrund für Deine Reaktion ein, daß Du mich für einen AfDler hälst. Davon bin ich weit entfernt. Deren Populismus (und Rassismus) ist mir genauso zuwider wie auf der linken Seite. Dazu bin umweltschützend aktiv und halte den Klimawandel für real und nicht erfunden. Kleiner Rat: Versuche Menschen nicht aufgrund eines Posts einzuschätzen, zu 98% wirst Du damit immer daneben liegen.

        • Mit deiner Vermutung liegst du falsch, ich beurteile nur deine Argumentation – und die verläuft im Ursprung wie auch in deiner Replik in Mustern, die du eben in Populismus findest. Aber das dürfte dich garantiert nicht überraschen, nicht wahr? Sichere Fahrt noch… 😉

      • Korrekt! T130 einführen und die Autos grundsätzlich auf 130 Km/h drosseln, auch über GPS auf das jeweilige temporäre Tempolimit drosseln zB T30, T50, T70, etc., aber das werden Autonome Fahrzeuge zukünftig eh, automatisch regeln… 😉

  3. Ein vorgegebener offener Standard wäre ideal, den dann Kassensystemhersteller und App-Entwickler integrieren können.

    Idealerweise stelle ich mir das so vor dass ich mit einer NFC-Karte (also zB meiner Bankkarte) der Kasse mein Verschlüsselungszertifikat und einen API-Endpunkt mitteile, die Kasse schickt da den Kassenbon hin (verschlüsselt, selbstverständlich, geht ja keinen was an) und mein Handy pusht dass ein Kassenbon angekommen ist.

    Da das aber natürlich viel zu fortschrittlich wäre bin ich eigentlich schon zufrieden wenn Scholz vorgeben würde dass die Schnittstelle offen dokumentiert sein muss. Dann werden sich hoffentlich ein paar Leute finden die die marktgängigen Schnittstellen implementieren und man hat zumindest mal die Wahl mit wem man seine Daten teilt.

  4. Das mit den digitalen Bons wäre wirklich der Gipfel. Dann könnte man die Einkäufe auch noch besser mit dem übrigen Werbeprofil der Leute matchen.

    Können sie den Bon nicht einfach ausdrucken und an den Eingang einen Mülleimer stellen? Scheiß doch auf die Umwelt, lol.

    Der eigentliche Zweck der Bonpflicht, der Stärkung der Überwachung, bleibt davon vollkommen unbeeinträchtigt.

    • Das mit dem Mülleimer ist doch bei den meisten Bäckern schon so. In Italien, dem Vorreiter von diesem Bonpflichtschwachsinn, ist das übrigens verboten – das wird auch kontrolliert.
      Währenddessen können Amazon, Google und Faccebook weiterhin ihre Milliardengewinne völlig legal in Steueroasen verbringen. Man kann sich nur an den Kopf fassen.

  5. Händler mit elektronischen Kassensystemen sollen ihren Kunden bei jedem Kauf unaufgefordert einen Beleg aushändigen.

    Warum kann man hier nicht mal drei Sekunden Recherche betreiben, bevor man wiedermal den gleichen Unfug wie zig andere Blogs verteilt: Die Bonpflicht bedeutet eben nicht, dass man unaufgefordert einen Beleg aushändigen muss, sondern nur ihn anzubieten!

    Dass die Bons immer wieder sinnlos ausgedruckt werden, obwohl der Kunde sie abgelehnt hat, ist ein Versagen der meisten Kassensysteme oder ebenso unzureichender Information bei den Händlern, die glauben sie müssten immer drucken.

    • Das ist falsch.

      „Wer aufzeichnungspflichtige Geschäftsvorfälle im Sinne des Absatzes 1 Satz 1 erfasst, hat dem an diesem Geschäftsvorfall Beteiligten in unmittelbarem zeitlichem Zusammenhang mit dem Geschäftsvorfall unbeschadet anderer gesetzlicher Vorschriften einen Beleg über den Geschäftsvorfall auszustellen und dem an diesem Geschäftsvorfall Beteiligten zur Verfügung zu stellen “

      Src.: gesetze-im-internet.de/ao_1977/__146a.html

      • Es gibt schon Alternativen. Beispielsweise per default einen qr Code am Display zu erzeugen den jeder mit Smartphone abfotografieren kann. Mit dem Hinweis diesen elektronischen Beleg auch gerne auf Papier auszustellen falls gewünscht.
        Das ist dann ähnlich wie bei der inzwischen verbreiteten Onlinerechnung von Telekom und Co.
        Das Finanzamt will Betrug verhindern. Es hat kein spezielles Interesse an Papierbelegen.

        • Weder mit der einen noch mit der anderen Methode wird man Betrug verhindern. Und ich mache mich doch nicht zum Kontrollbüttel des Finanzamts.
          Die sollen doch gefälligst bei den Großunternehmen anfangen, von Siemens bis Amazon, die ihre Gewinne in Steueroasen verbringen.

          • Whataboutism bringt bei keinem Thema etwas.
            Und der spezielle Faible für Großunternehmen in diesen Diskussionen ist für mich Polemik, sorry.
            Wenn der Gesetzgeber eine Steuersparmöglichkeit verbieten möchte könnte er das. Oder zahlst du freiwillig mehr als du musst? Ich setze jeden Fitzel ab wenn ich kann.
            Es werden vom schnuckeligen sympathischen Kleinbetrieb nebenan teilweise hohe Summen schwarz ohne Beleg eingenommen und da unsere Wirtschaft in der Masse vorallem aus kleinen und mittleren Unternehmen besteht geht hier viel Geld verloren. Das sollte jeden kümmern der sich über schlechte Straßen oder kaputte Schulgebäude beschwert. Gerade Kommunen leiden unter hinterzogener Gewerbesteuer massiv.

            • Danke Eric, genau so ist es!

              Immer dieser dumme Schwachsinn mit der Steuergestaltung von Großkonzernen.
              Dort werden legale und sehr oft politisch gewollte steuerliche Gestaltungsmöglichkeiten genutzt.

              Gerade in bargeldintensiven Branchen werden jährlich Milliarden an Steuern bewusst hinterzogen. Bei vielen Prüfungen werden teils signifikante Mängel festgestellt.

            • Bei den unseriösen Kleinbetrieben von nebenan geht es nicht nur um die Steuereinnahmen, sondern auch um Steuergerechtigkeit. Es ist einfach ein erheblicher Nachteil, wenn ein ehrlicher Händler seine Verkäufe versteuert, der unseriöse dagegen seine Einnahmen durch Schwarzverkäufe um einige Prozente steigern oder die Preise aufgrund der nicht gezahlten Steuern senken kann. Die Schwarzverkäufe werden nicht ganz zu verhindern sein, durch die Bonpflicht aber so erheblich erschwert, dass man zumindest eine gute Portion kriminelle Energie unterstellen muss, um trotzdem noch die Steuer zu umgehen.

              Warum jetzt das Argument mit den Großkonzernen kommt verstehe ich nicht, da geht’s um ganz andere Bereiche im Steuerrecht, um die man sich auch kümmern muss.

              Selbst beim Thema Umweltschutz sehe ich nicht das große Problem, da sich durch das extra gedruckte Papier die Müllmenge allerhochstens im Promillebereich erhöhen wird. Das ist um der Steuereinnahmen und Steuergerechtigkeit Willen einfach Wert.

            • Der kleine Kiosk an der Ecke kann nur soviele Coladosen und Gummibärchentüten verkaufen, wie er vorher eingekauft hat. Vom Finanzamt also leicht zu prüfen. Genauso kann der kleine Bäcker keine 5000Kg Mehl von der Steuer absetzen, aber gleichzeitig behaupten, nur 100 Brötchen im Monat verkauft zu haben. Es gab und gibt genug Kontrollmöglichkeiten. Die kleinen Händler sind es eben NICHT, die in großem Stil den Staat betrügen.
              Und die wahren Steuerbetrüger sitzen sowieso in Berlin im Parlament, verplempern im großen Stil das von uns abgepresste Geld….

              • Dem Staat entgehen jährlich mehrere Milliarden an Steuereinnahmen im Einzelhandel, selbst in konservativen Schätzungen. Das widerspricht ganz eindeutig deiner Annahme, dass kleine Händler eben nicht im großen Stil den Staat betrügen.

      • Der Beleg muss nicht in Papierform ausgestellt werden.

    • „sondern nur ihn anzubieten“
      Falsch. Vielleicht selber erstmal informieren?

  6. potentiell wäre das der Moment endlich richtig mit mobile payment durchzustarten und sich in Europa an die Spitze zu setzen. Bezahlen und elektronischer Kassenbeleg für Steuerehrlichkeit und nicht zuletzt Garantie und Gewährleistung beim Güterkauf in einer kurzen Handbewegung per Apple oder Google Pay oder gern auch einer guten App der Girocard. Das ist die eigentliche Diskussion die wir brauchen. Nicht diese Clownerie mit Säcken voller ungewollter Kassenzettel die irgendein grinsender Lobbyist Journalisten vor die Kamera hält..

    • Ea gibt genügend Gründe gegen reines bargeldloses Zahlen:
      völlige Überwachung durch alle Beteiligten.
      ohne Internet oft keine Zahlung möglich.
      Keine gute Kostenkontrolle (psychologisch, nachgewiesen)
      Kleinhandel bekommt Probleme (Kostenfaktor)
      Privathandel unmöglich bzw. wirdan gezungen PayPal vergleichbare Gebühren zu zahlen. man denke z.B. an Flohmärkte. Ein paar damit mal genannt.

      • Naja also Internet braucht man für Google Pay zum Beispiel nicht. Kostenkontrolle hängt wohl von der Person ab. Ich verliere mit Bargeld vollkommen den Überblick. Wer zählt denn das Geld im Geldbeutel? Ich hab die Handy app meiner Bank und kann jederzeit bequem und vor allem viel schneller drauf schauen wie viel Geld ich hab. Der Kontoauszug übernimmt vollautomatisch die Kostenkontrolle, die es bei Bargeld schlicht nicht gibt (außer man schreibt selber mit). Von mir aus weg mit Bargeld. Ich meide inzwischen Läden die nur Bargeld nehmen, ich will einfach nen vollständigen Kontoauszug haben und meine Kosten im Blick behalten können und das ist mit Bargeld leider unmöglich.

        • > Naja also Internet braucht man für Google Pay zum Beispiel nicht.

          Du als Bezahlender nicht, das Zahlungsterminal aber schon. Und ja, in Deutschland ist das leider manchmal noch immer ein Problem…

      • „Kleinhandel bekommt Probleme (Kostenfaktor)
        Privathandel unmöglich bzw. wirdan gezungen PayPal vergleichbare Gebühren zu zahlen. man denke z.B. an Flohmärkte. Ein paar damit mal genannt.“

        Und damit schnell mal in die „Ich will unbedingt mit Bargeld bezahlen“-Front eingereiht. Andere Länder zeigen doch wie selbst am Flohmarktstand auf Bargeld verzichtet werden kann. Aber wer’s nicht kapieren will findet immer wieder Argumente.

        Ich persönlich erwarte leider von einem sozialdemokratischen Finanzminister Scholz keine Regelung die dem Wahlvolk, das aus Händlern und deren Kunden besteht, irgendwelche Vorteile bringen könnte. Es gibt schon Gründe warum die SPD da steht wo sie steht…

      • Für Puristen kann’s ja gerne weiter den Papierstreifen geben.

      • GooglePayFan says:

        „Ea gibt genügend Gründe gegen reines bargeldloses Zahlen:“
        – Niemand will ausschließliches bargeldlose Zahlen. Aber es sollten alle Händler als gleichwertige Alternative anbieten!

        „völlige Überwachung durch alle Beteiligten.“
        – Nein. Deine Bank bekommt keine Daten darüber WAS du gekauft hast. Und dank Google/Apple-Pay können Tokens für die Kartenzahlung verwendet werden, sodass auch der Händler dich über mehrere Zahlungen hinweg nicht tracken kann.

        „ohne Internet oft keine Zahlung möglich.“
        – Gilt bei den meisten Geschäften mit Warenwirtschaftssystem ebenso für Bargeldzahlungen

        „Keine gute Kostenkontrolle (psychologisch, nachgewiesen)“
        – Je intelligenter ein Mensch, desto resilienter gegenüber sinnlosem Geldausgeben (nachgewiesen). Darüber hinaus bekomme ich dank Kartenzahlung eine perfekte monatliche Aufstellung für was ich Geld ausgegeben habe. Ganz automatisch.

        „Kleinhandel bekommt Probleme (Kostenfaktor)“
        – Gilt nicht mehr, die Gebühren für Kartenzahlung wurden schon vor Jahren von der EU gedeckelt. z.B. bei SumUp gibt es Terminals, die monatlich 30€ kosten. Wer das als Händler nicht übrig hat sollte sein Geschäftsmodell ohnehin überdenken.
        Das Café an dem ich täglich nur vorbei laufe würde allein durch mich im Monat schon diese 30€ verdienen. Wenn ich denn mit Karte zahlen könnte…

        „Privathandel unmöglich bzw. wirdan gezungen PayPal vergleichbare Gebühren zu zahlen. man denke z.B. an Flohmärkte.“
        – Sie oben, stimmt nicht.

        „Ein paar damit mal genannt.“
        – Ja, du hast eine wunderbare Mischung aus VTs, Bullshit und FUD genannt. Herzlichen Glückwunsch! 🙂

        • Peter Brülls says:

          Das mit der Übersicht halte ich für reine Übung, jedenfalls für die meisten. Ich persönlich setze mir ein Budget, zahle alles was geht mit Karte und habe genau im Blick wieviel ich noch im Monat ausgeben darf. Und kaum eine Ausgabe geht verloren.

          Das mit der Deckelung stimmt nur bedingt. Gedeckelt sind die interchange fees, was zwischen den Finanzhäusern anfällt. 0,2 % für Debit, 0,3 % für Kredit. Da kommen die Gebühren der Dienstleister noch drauf, auch wenn das die Gesamtkosten natürlich etwas gedrückt hat.

          Mein letzter Stand ist, dass Bargeld dann günstiger ist, wenn der durchschnittliche Posten unter sechs Euro liegt. Und bei einigen dürfte es auch darüber noch günstiger sein, etwa bei Familienbetrieben.

    • Ja, Abschaffung des Bargelds, der Traum unserer Politiker. Totalüberwachung der Bürger, um dann auch noch für die „10€ von Omi fürs Rasenmähen“ Steuern kassieren zu können.

  7. Wenn es da einen Standard gäbe, würde es sicher auch schnell Preisvergleichs-Apps geben.
    „Du kannst die gleichen Artikel auch in Supermarkt XY kaufen, dort ist es es 5% günstiger!“

    Bestimmt eine Idee mit Potential…

  8. In den von mir frequentierten Supermärkten (Edeka, Aldi, Lidl, Netto, Biosupermarkt…) habe ich es in den letzten Jahren nicht ein einziges Mal erlebt, dass ich keinen Bon bekommen habe oder danach fragen musste. Höchstens beim Bäcker.
    Scheint in Kiel anders zu sein.

  9. André Westphal says:

    @kOOk Hier muss ich tatsächlich immer noch in einigen Läden bewusst danach fragen. Wobei es zugegebenermaßen vor der Umstellung noch auffälliger war. Als Standard mitgegeben wird der Bon aber halt nicht, eher unter Vorbehalt mit Blick auf den Mülleimer Mal gefragt: „Brauchen Sie den Bon?“

    Ich nehme den grundsätzlich immer mit, um alles kurz zu kontrollieren – habe selbst während des Studiums lange an der Kasse gesessen und weiß wie leicht auch Mal ne Panne passiert. Tatsächlich hat es sich auch schon des Öfteren gelohnt Mal auf den Bon zu schauen.

    • Ich bin einer von den Leuten die beim Einkauf die Summe im Kopf mitrechnet, einfach aus Spaß zum Gedächtnistraining. Wenn an der Kasse eine Diskrepanz entsteht nehme ich den Bon mit und schaue nach warum. An der Kasse falsch eingebont kommt so gut wie nie vor, seit es Scannerkassen gibt. In acht von zehn Fällen ist es am Regal falsch ausgezeichnete Ware, oder der Preis ist im Kassensystem falsch. Bei den zwei Übrigen hab ich mich dann verrechnet oder beim Preis verkuckt :-).
      Und bei Waren mit Gewährleistung oder Garantie nehme ich den Bon natürlich auch. Bräuchte man für die Gewährleistung zwar nicht unbedingt wenn man einen Zeugen für den Kauf hat, das scheint aber bei den meisten Einzelhandelsleuten nicht bekannt zu sein, mit Bon ist es da einfacher.

  10. Rewe. 5 cm Einkauf. 30cm Werbung. Da beschwert sich niemand. Und die Kinder kaufen ne limo und bekommen den Gong automatisch. -.-

    • Vielleicht nicht ganz so krass, aber kann ich im Grunde so bestätigen. Vor allem bei Leuten die mit Karte bezahlen wird es lang. Würde mich nicht wundern, wenn das Papieraufkommen insgesamt ohne die Werbung trotz Bonpflicht am Ende sogar geringer wäre als ohne.

  11. Dabei wäre das ganze so einfach gewesen. Aber hier schwört man ja immer noch auf das schöne Bargeld. Hätte man schon vor Jahren wie in China ein System eingeführt mit dem man einfach per QR Code hätte zahlen können (als Option und ohne Abschaffung des bargelds), dann hätte man auch so den Bon erhalten können.

  12. @Andre
    Ich mag den Blog sehr, aber ich finde schon, Ihr könntet bei journalistischen Beiträgen wie diesem hier, etwas mehr Recherche betreiben.

    Es wäre z.B. durchaus ein passender Ansatz, hier auch gleich noch ein paar Apps oder StartUps vorzustellen.

    Wenn sogar ich mitbekomme, dass es da auf der Messe in Stuttgart (irgendwas Gastro) Anbieter für gibt… Giulia Siegel, die kennt man ja doch auch aus Dschungelcamp oder sowas, macht auch eine…
    https://www.instagram.com/greenbill/?hl=de

  13. GooglePayFan says:

    Meine Erfahrung ist bisher, dass die Supermärke, die bisher schon jedes Mal explizit gefragt haben ob man den Bon möchte, es auch weiterhin tun.

    Mein Stammbäcker hat immer noch nicht einmal einen Bondrucker. Bei meinem Stammdöner ist weiterhin die Schublade der Kasse immer offen.

    Am Sonntag war ich in einem vernünftigem Restaurant, auch dort wurde beim Bezahlen die Speisen auf dem Standardnotizzettel zusammen gerechnet…

    Fazit: Finanzamt hat echt noch eine Menge zu tun….

    • Eine bestimmte Branche hat für sämtliche Einzelhändler in Sippenhaft genommen. Vielleicht mag es niemand aussprechen, aber es sind die Asia Imbisse und Döner Buden, die nichts in die Kasse tippen und die Geldkassette offen haben. Und selbst erlebt, auch heute noch so machen, weil sie wissen, dass es dem Kunden egal ist, nicht kapiert, dass hier gerade schwarz verdient wird und er selbst kein Interesse an einem Bon für sein Essen hat. Vielleicht mehr Steuerprüfer und Plausibilität Kontrolle zu Wareneinsatz und Umsatz hätten helfen können.

  14. Mit Wild-West ist das ganze für beschrieben. Alleine die Liste der aktuellen Lösungen ist schon sehr lang:

    Von E-Bons und QR-Codes – eine aktuelle Übersicht zur papierlosen Bonpflicht
    https://regnerischernachmittag.wordpress.com/2020/02/04/von-e-bons-und-qr-codes-eine-aktuelle-ubersicht-zur-papierlosen-bonpflicht/

  15. Am Besten gefällt mir noch die Lösung von Rewe, sobald man ein Kundenkonto anlegt und die Payback Karte scannt kann man bei jedem Einkauf den Bon per Mail bekommen(die Payback Karte muss jedoch gescannt werden).

    In Amerika lief es so, dass in Geschäften ein Terminal hing wo man auswählen konnte Bon drucken, per Email oder kein Bon. Wenn man dann einmal per Email ausgewählt hatte, dann wurde bei jedem weiteren Einkauf mit der Karte der Bon per Mail verschickt, wieso ist das in Deutschland so schwierig=

    • „…wieso ist das in Deutschland so schwierig“

      Der deutsche Michel hat Angst davor überwacht zu werden. Das Vertrauen in den Staat fehlt, weil die Bürger in Deutschland durch jedwede Überwachungsgerätschaft unter Generalverdacht gestellt werden. Bestes Beispiel ist die Forderung der Polizei nach immer mehr Videoüberwachung. In Deutschland macht sich ein System breit, welches die Unschuldsvermutung auf den Kopf stellt und zur Schuldvermutung macht. Du willst bargeldlos bezahlen und keinen oder einen elektronischen Kassenbon haben? Dann hast du irgendwas zu verbergen und planst eventuell eine kriminelle Handlung – Nein, du hast vermutlich schon eine kriminelle Handlung begangen und bist im Visier der Strafverfolgungsbehörden. Selbst die Kamera am Bahnhofsvorplatz in Klein-Kleckersdorf macht den Passanten zum potentiellen Straftäter anstatt seinem Sicherheitsgefühl zu dienen. Das ist die deutsche Realität und damit wird es schwierig. Gestapo und Stasi sind im deutschen Gedächtnis tief verankert. Vielleicht tiefer als der Holocaust?

  16. Ich will keinen Bong und auch nicht damit belästigt werden, wer einen will soll ihn verlangen, basta! Apple und Google Pay Flächendeckend einführen, dann sind die Zahlungen elektronisch erfasst auch ohne extra-App und Registrierung und Papier und haste nicht gesehen…

    • Da weißt du aber nicht was dir entgeht. Ich hatte früher immer ganz gern mal, ab und zu, einen Bong.

      • Alle Jahre wieder, verlange ich ihn auch mal, wenn zB Kopfrechnung und verlangte Summe auffällig auseinander liegen. Aber, dass bei jedem Kassiervorgang ein Papierbon gedruckt wird, was zu 99,99% im Müll landet, ist schlichtweg Unfug. Deswegen, auf Verlangen und gut ist!

    • Dem „Zahlungsbeleg“ durch Apple oder Google Pay (wollen wir unseren gesamten Zahlungsverkehr im Einzelhandel wirklich an zwei amerikanische Großunternehmen binden?!) fehlt die notwendige Auszeichnung der Steuersätze und ist deswegen unzureichend. Das würde nur funktionieren, wenn du den beiden Anbietern dann neben dem Betrag auch den Rechnungsinhalt übermittelst und diese wiederum dem Staat gegenüber die Korrektheit der Steuerdaten anzeigen. Etwas, was die – insbesondere „Datenschutz-Apple“ – ganz sicher gar nicht wollen 😉

      • Tja, die zwei haben nun mal das Rennen gemacht… Ich möchte aber auf gar keinen Fall eine Insellösung, sondern schon eine die International akzeptiert wird.
        Eine Papierrechnung/ Papierbon soll man weiterhin verlangen können, wenn man die ganze Rechnung haben will. Den Zahlungsdienstleister hat den Rechnungsinhalt nicht zu interessieren, deswegen ist schon gut so, wie es momentan geregelt ist. 😉

      • Wo ist das Problem die Kassenbons automatisch in Echtzeit ans Finanzamt zu übermitteln? Für den Kunden dann bequem in einer Wallet oder als Ausdruck falls gewünscht.

  17. Könnt ihr mich bitte aufklären, wie die Logik hier vom Finanzamt gewünscht ist?
    Bäcker muss mir einen Bon anbieten bzw ausdrucken. Ob ich den mitnehme oder in Müll schmeiße ist meine Sache. Bedeutet Bon (Beweis) ist eh weg.
    Wie will denn nun das Finanzamt prüfen, was wirklich über den Tisch ging? Anhand der Bons geht das ja nicht. Oder wird in jeder Kasse immer eine Sicherung erstellt. Das würde Sinn machen, aber dann muss ich ja keinen Bon zwingend ausdrucken. Die komplette Logik hab ich nicht verstanden. Vielleicht kann mir der ein oder andere hier helfen. Denn leider konnte ich dazu bisher keine Antwort finden. Und bitte keine „das versteht eh keiner“ Antwort 🙂 Danke

    • Ein wichtiger Baustein ist die Nummer auf den Bon. Diese bildet eine Art Blockchain und beweist, dass zwischen ausstellen des Bons und der Kassenprüfung die Transaktionsdaten in der Kasse nicht manipuliert wurden. Das bedeutet, dass bereits ein einzelner Bon beweist, dass die Kasse in einem großen Zeitraum nicht manipuliert wurde. Mithilfe von einigen wenigen Bons können damit viele bisher aufgetretene Manipulationen der Kasse festgestellt werden.
      Früher musste das Finanzamt darauf hoffen, dass ihnen ein Bon vorliegt, zu welchem auch dann die Kasse manipuliert wurde. Mit der neuen Regelung können sie mit einem vorliegenden Bon auch überprüfen, ob andere nicht vorliegende Bons korrekt gebucht sind.

  18. Sinnvoll wäre eine Mitnahmepflicht und mehr Kontrollen. Oft wird beim Bäcker die falsche MwSt erhoben, dabei spare nicht ich als Kunde, sondern die Bäcker mit Café bereichern auch illegal. Altmeier will die jetzt zurückrudern bis 10 Euro und die ganze kriminelle Gastronomie kann weiter machen wir bisher.

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