Deutsche Telekom demontiert das letzte gelbe Telefonhäuschen

Da geht ein wenig Geschichte dahin. Die Deutsche Telekom hat bekannt gegeben, dass man die letzte „gelbe“ Telefonzelle demontiert habe. Nun gut, die Zeiten sind natürlich mittlerweile ganz andere. Aber ich kann mich noch gut an die gelben Telefonzellen erinnern, die das Stadtbild durchaus mitprägten. Und die meisten Leser jenseits der 30 kennen sie wahrscheinlich auch noch – vielleicht sogar die Nutzung.

Ab 1946 ging man dazu über, die Kommunikationsboxen einheitlich in Gelb zu gestalten, ab 1978 hat man die Telefonzelle ausschließlich aus Kunststoff in der gelben Farbe montiert. Sicher weiß es noch jeder von euch: Zwanzig Pfennig kostete eine Gesprächseinheit, ab Ende 1984 wurden es dann dreißig Pfennig.

Zu den besten Zeiten hatten wir über 100.000 öffentliche Telefone in Deutschland, davon waren circa 50.000 von der Art, wie wir sie heute abgebaut haben„, resümiert Günter Nerlinger, Projektleiter bei der Deutschen Telekom.

Laut Deutscher Telekom waren die Telefonhäuschen schon 1984 nicht profitabel, die Betriebskosten überstiegen also die Einnahmen. Die letzte gelbe Telefonzelle musste aus finanziellen Gründen weichen. „Wir entschließen uns, das Telefonhäuschen vom Netz zu nehmen, wenn der Umsatz pro Monat dauerhaft unter 50 Euro absinkt, weil die Kosten natürlich wesentlich höher sind“, verdeutlichte Günter Nerlinger vor Ort im bayrischen St. Bartholomä.

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caschy

Hallo, ich bin Carsten! Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Getaufter und Gründer dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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18 Kommentare

  1. ja und dann immer der Stress mit dem Kleingeld, oder dann später die Leere Telefonkarte 🙂

  2. Ja. Direkt vor der Schule stand früher eine. Die wurde dann sogar irgendwann auf Münz-Karten-Kombi umgestellt und es gab zu allen möglichen Anlässen dann Telefonkarten geschenkt. Man, davon hatte ich dann sogar noch welche (mit Guthaben!), als ich mir mein erstes Handy vom hart erarbeiteten Ferienjobgeld gekauft und finanziert habe.
    Die Karten waren dazu gedacht, bei Defekt des Fahrrades etc. die Eltern anrufen zu können, damit man abgeholt werden könnte. Jaja von wegen… wie oft hab ich mein Fahrrad die drei km nach Hause schieben müssen, weil irgend ein Penner das Ventil rausgedreht und weg geworfen hatte. Ohne das mich meine Eltern deshalb abgeholt hätten.

    Kann mich auch noch an die Diskussion erinnern, als die Telekom dann ihre grau-magentafarbenen Häuschen und Säulen aufgestellt hat. Da hieß es dann, mangels der gelben Signalfarbe würde das Wohl von Menschen in Not in unnötig hohem Maße gefährdet, weil damit zu rechnen sei, dass Menschen, die Hilfe rufen wollen, die neuen Telekomdinger eher übersehen würden. Tja…

  3. joshuabeny1999 says:

    Bei uns im Dorf wurde die Swisscom-Kabine (Schweizer Telefonanbieter) nicht demontiert, sondern nur das Telefon ausgebaut. Die Bibliothek hat dann ein paar Regale hinein getan. Darin kann man alte Bücher bringen, welche man nicht mehr braucht, damit andere diese ausleihen können. Eine echt nette Sache.

  4. Ein Stück Kindheitserinnerungen weg. Aber ich kann es schon verstehen.

  5. Klaus Mehdorn Travolta says:

    Viele hatten leider auch ne Doppelfunktion: Telefonzelle und Toilette…

    • Oh ja. An den entsprechenden Geruch beim betreten von den Dingern kann ich mich auch noch sehr gut erinnern.

    • Ich erinnere mich nur noch an den Geruch von Urin und an die abgefackelten Telefonbücher in den Telefonzellen. Früher war eben nicht alles besser 😉

  6. Kann nicht stimmen. Keine 30 m von mir hier entfernt steht noch eine gelbe Telefonzelle mit einem Münzer drin. Die Telefonzelle steht seit Jahrzehnten hier im Innenhof. Sie funktioniert nicht mehr und wird auch nicht mehr geleert. Aber es ist eine offizielle Telekom-Telefonzelle, die noch nicht abgebaut wurde. Daher kann die andere nicht die letzte gewesen sein.

  7. 1993 die ersten Termine darin gemacht als Handelsvertreter in Sachsen, und im Sommer immer einen Fuß in der Tür gelassen, damit man frische Luft bekam vor lauter Hitze :-)…

  8. Einen dieser versifften Hörer würde ich nur in der grössten Not an mein Ohr halten. Allein der Gedanke …

    • jaaa… Der Duft nach einenm rauchenden Vorredner war unbeschreiblich (Kabine und Hörer) – und garantiert fehlte genau die eine Seite im Telefonbuch… 🙂

  9. Also bei uns steht noch eins und ich habs am Wochenende benutzt, als mein akku leer war, Tank auch fast und ich mein Portmonee und Haustürschlüssel bei meinen Eltern liegen lassen hab und anders niemanden um 2 Uhr in der Nacht erreichen konnte, wenn ich nicht hätte im Auto schlafen wollen. Da war ein Telekom-T dran. Die Dinger aind ünrigens pure Abzocke, das nur so am Rande. einige Male Mobilbox angesprungen und 30 Sekunden telefoniert hat mich 5 Euro gekostet, die ich noch hatte.

  10. Bei der Telekom in der Pressestelle möchte ich auch mal gerne arbeiten.
    Von 4 Drehs auf YT/Telekom Netz sind 3 draussen – vorzugsweise Schwarzwald / bayer. Alpen.
    Ich vermute mal Dr. Jodl hat in BGL einen Zweitwohnsitz. So oft wie der von dort berichtet…
    Leider gibt es inzwischen viele Wiederholung ala 1. Mobilfunkmasten LTE im südlichen Oberfranken, 1. Mast LTE im nördlichen Unterfranken, im westlichen Mittelfranken usw.

  11. Ich bin 20 und kenne die auch sehr gut. Ich glaube „jenseits der 30“ ist ein wenig zu hoch gegriffen.

  12. Igor Myroshnichenko says:

    In Russland werden derzeit die Münztelefone nicht abgebaut, es werden immer mehr Telefonate kostenlos angeboten. Zuerst nur ins Ortsnetz, jetzt inzwischen landesweit aufs Festnetz wohl kostenlos. So geht es auch!

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