Deutsche Telekom: 50 weitere Standorte bekommen ein Funkloch geschlossen

Seit vergangenem Jahr lässt die Telekom Funklöcher „jagen“. Sie bietet Kommunen die Möglichkeit, recht unbürokratisch anzufragen, ob ein zusätzlicher LTE-Mast gestellt werden kann. Das, was man eigentlich als normale Sache eines Anbieters erwartet, wird da quasi zum Gewinnspiel des Unternehmens. 50 Orte hatte man vorher eingeplant, nun sollen es weitere 50 werden. Der hohe Zuspruch sei „Schuld daran“.

Damit schließt die Telekom nun insgesamt 100 Funklöcher im Rahmen der Aktion. „Wir haben die Zahl der Gewinner verdoppelt, weil die Aktion sehr viel Begeisterung und Engagement in den Kommunen ausgelöst hat“, sagt Walter Goldenits, Technikchef der Telekom Deutschland. „‘Wir jagen Funklöcher‘ zeigt, dass Mobilfunkausbau anders gehen kann, wenn alle an einem Strang ziehen.

Üblicherweise suchen Funknetzplaner vorab potenzielle Standorte für Mobilfunkmasten und gehen dann auf die Kommunen zu. Lehnt die Kommune den Standort ab, wiederholt sich der Prozess und dauert so mehrere Monate, manchmal sogar Jahre.

„Wir jagen Funklöcher“ ergänzt des Ausbauprogramm der Telekom. Pro Jahr baut die Telekom laut eigener Aussagen rund 2.000 Mobilfunk-Standorte in Deutschland. An der Aktion haben sich 539 Kommunen beteiligt. Die Telekom prüft derzeit, inwieweit sie weiteren Kommunen ein Angebot machen kann und sie in ihre Ausbauplanung für die nächsten zwei Jahre integrieren kann.

Die zweiten 50 Gewinner:

Baden-Württemberg

Dornhan
Geisingen
Sulz am Neckar
Unlingen
Waldenburg

Bayern

Aubstadt
Eyershausen

Hessen

Driedorf
Ehrenberg OT Reulbach
Ringgau
Schöffengrund

Mecklenburg-Vorpommern

Passow

Niedersachsen

Auhagen
Börger
Firrel
Lage
Lingen (Ems)
Lüder

Nordrhein-Westfalen

Leichlingen (Rheinland)
Mechernich
Rheda-Wiedenbrück
Übach-Palenberg
Vettweiß
Weilerswist

Rheinland-Pfalz

Asbach
Bad Dürkheim
Braunshorn
Bubach/Budenbach/Horn (Hunsrück)
Buchholz
Dickendorf
Friesenhagen
Hallgarten
Hergenroth
Herrstein
Kludenbach
Körperich
Mandel
Marienrachdorf
Scheibenhardt
Steinefrenz
Völkersweiler
Wiebelsheim

Saarland

Schmelz
Sachsen

Dippoldiswalde
Rothenburg/O.L.

Sachsen-Anhalt

Mücheln (Geiseltal)

Schleswig-Holstein

Hedlingen
Rügge

Thüringen

Kölleda OT Burgwenden und Großmonra
Nobitz

Die Funknetzplaner der Telekom haben die vorgeschlagenen Standorte vorab auf Tauglichkeit geprüft. Im nächsten Schritt wird in Vor-Ort-Begehungen festgestellt, ob die Standorte tatsächlich nutzbar sind. Verläuft auch dieser Termin erfolgreich, wird ein Anmietvertrag aufgesetzt und unterschrieben. Im letzten Schritt wird der Standort gebaut.

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caschy

Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Seit 2008 ist es Beruf(ung). Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei LinkedIn, Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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38 Kommentare

  1. Kann mir jemand sagen, warum Kommunen Standorte ablehnen?
    Hohe Strahlungswerte? Optisch nicht ansprechend an der Stelle?

    Warum sagt die Kommune dann nicht, baut den Masten doch da, da, da oder da hin?
    Das muss die Kommune doch freuen wie sonstwas, aus dem Funkloch rauszukommen.

    • Weil da alte Menschen in grauen Anzügen sitzen.

    • Nicht jeder bekommt so eine Aktion mit und wenn ich mir das 400 Personen Örtchen meiner Eltern anschaue, da interessiert sich keiner für.

    • Du kannst nicht einfach nen Handymast an einen beliebigen Ort stellen. Der muss ja bestimmte Voraussetzungen erfüllen (auch wegen der Strahlung).

      • Der Anbieter will seine Kosten auch wieder zurück haben, die machen es ja nicht für lau.

      • FALSCH
        Wenn es um die Strahlung ginge würde man definitiv nicht auf oder um Gebäude wo Menschen leben/arbeiten Antennen aufstellen.
        Und wie bei allen Trotteln nochmals, vermutlich dennoch wieder mal sinnlos erklärt: JE MEHR MASTEN DESTO GERINGER DIE STRAHLUNGSWERTE nicht nur beim SENDEMAST sondern auch beim HANDY/SMARTPHONE weile die VERBINDUNG UNTEREINANDER dann MIT WENIGER ENERGIE aufgebaut wird und dadurch DIE STRAHLUNG GERINGER ist.

    • Die Kommunen lassen oftmals darüber abstimmen und viele Anwohner sind halt dagegen, weil sie Angst vor den Strahlungen haben.
      Dies sogar meist bei jungen Familien mit Kindern. Es sind nicht immer die bösen alten Menschen.

    • Es gibt sogar solche verrückten die 5G Masten abfackeln. Was soll man dazu noch sagen?

    • Danke für die vielen Antworten 🙂

  2. Sachsen geht da bisschen unter… 😉

    • Vielleicht haben sich die Kommunen aus Sachsen nicht beworben?
      Die Telekom hat ja eine Ausschreibung gehabt und die viele Kommunen haben es getan.

  3. „sehr viel Begeisterung und Engagement in den Kommunen“. Marketing-Abteilungen… so kann man sein Geld auch toll investieren…
    In Wahrheit: Genervte Kunden beim „Provider Nr.1“ (Ja, ich kenne eins dieser geschlossenen Funklöcher. Das war kein Waldstück im Hinterland sondern ein Ort mit 30.000 Einwohnern wo man in großen Teilen auch direkt vor einem großen Krankenhaus einfach keinen Empfang hatte)

    • Nenn mal bitte den Namen von dem Ort oder des Krankenhauses.
      Alle bisher genannten Orte bei dieser Aktion waren sehr überschaubar klein.
      Aber die Telekom baut wohl tausend weitere Handymasten auf, die mit der Aktion nichts zu tun hat.

    • Die Telekom baut ja auch regulär aus. Letztes Jahr glaube ich 1800 neue Standorte, dieses Jahr sollen es 2000 werden. Die ursprünglich 50, jetzt 100 Standorte im Rahmen der Aktion „Wir jagen Funklöcher“ richtet sich explizit an Standorte, die ansonsten wegen mangelnder Vordringlichkeit in den nächsten Jahren weiter durch das Raster gefallen wären.

      Um welchen Stadt und welchen Standort geht es denn, der Deiner Meinung nach im Rahmen der Aktion „Wir jagen Funklöcher“ gebaut wurde, und nicht im regulären Ausbau?

  4. Die Telekom hat die Aktion seit über einem Jahr und Vodafone macht nix.
    D2 hat wohl wenig Interesse an ihren Kunden.

    Ich werde jetzt wechseln, auch weil im Telekom Netz immer mehr Anbieter VoLTE und WiFi call erlauben.

    • Würde mich interessieren, wer außer dtag Festvertrag bietet wifi call im D1 Netz? Also nicht irgendwann sonder jetzt? Suche nämlich gerade so eine Möglichkeit

      • fraenk – die neue „Prepaid“-Marke von telekom/Congstar und natürlich Congstar selbst in Laufzeitverträgen

      • Telekom Prepaid, Congstar, Kaufland Mobil und Fraenk bieten Wifi Call und VoLTE an.
        Dein Smartphone muss es aber auch unterstützen bzw. du musst es dort einschalten.

  5. Hallo Caschy,

    ich hoffe du bekommst wenigstens Geld von der Telekom dafür, dass Du dich als deren Pressesprecher engagierst.

    LG Fab

  6. „ Das, was man eigentlich als normale Sache eines Anbieters erwartet“

    Wenn ich naiv wäre und nichts von Wirtschaft und explizit von AG‘s verstehen würde, ja, dann würde ich das auch erwarten….

      • Es ist und bleibt ein knallhartes Wirtschaftsunternehmen, noch dazu ist es eine Aktiengesellschaft. Die Verpflichtungen liegen also gegenüber Aktionären und nicht dem öffentlichen Wohl.

        Sonst wäre es ein staatliches Unternehmen, dies ist es aber schon seit knapp 20 Jahren nicht mehr. Auch wenn der Staat noch ein paar Anteile hat.

        Und warum sollte sich gerade diese AG anders verhalten, als alle anderen?
        Gewinnmaximierung ist und bleibt hier das Ziel. Klingt komisch, ist aber so…

  7. MV ist voller Funklöcher und in der Liste ist nur ein kuhdorf?
    So wird das nie etwas.

  8. Dank Telekom habe ich immhin Edge als Empfang in Schmelz-Saarland. Voila, Funkloch behoben!

    • Ich glaube nicht, dass das als behoben gilt. Die Telekom hat die Aktion für die Orte gestartet, die kein LTE haben. Und EDGE ist meilenweit von LTE entfernt.
      Hat sich dein Bürgermeister nicht bei der Telekom gemeldet?

  9. Ich habe sehr in einem echten Flächenkuhdorf in NDS. Die Stelle ist an drei Seiten von den Niederlanden umsäumt, man fährt in alle Richtungen ca. 45 Minuten bis zur nächsten Autobahn.
    Trotzdem werden die Straßen von Menschen benutzt, die vielleicht mal eine Panne haben oder einen Unfall melden wollen.
    Ein Drittanbieter hat dort vor Kurzem Glasfaser an jede Milchkanne verlegt.
    Ich habe die Gemeinde auf die „Funklochjagd“ hingewiesen. *schnarch*
    Nix passiert.

    Für solche Gegenden verlange ich den Ausbau nach Fläche, nicht nach Haushalten, denn es sind ja MOBILfunklizenzen!
    Ich hatte mir, als klar wurde, dass ich dort oft sein würde einen dicken Tarif im Telekomnetz besorgt … wegen Premium und so….
    Telekom und o2 sind dort quasi garnicht oder nur hauchzart mit 2G vertreten, VF wenigstens mit stellenweise UMTS.

    • Damit ich das richtig verstehe, es geht aber nicht um die Anbindung des Hauses (wo man per LAN / WiFi online geht), sondern abseits vom Haus, wo man ein schönes Landschaftsbild macht, aber nicht teilen kann (Daten), wo ein Notruf bei schweren Verkehrsunfällen aber möglich wäre (GSM)?

      • Es geht um breitbändigen MOBILfunk für unterwegs. Der ist auch jenseits von Notruf und den Ansprüchen von Social-Media-Bekloppten durchaus nützlich und zeitgemäß.

        • Ah, ok. Ja das gibt es aber bei uns nicht so richtig. Auf einer Fahrt über verschieden wichtige / große Autobahnen hat meine Freundin neben mir Videos gestreamt – mit wahrlich bedauernswertem Erfolg – oft sekundenlange, manchmal minutenlange Pausen, manchmal Verbindungsabbrüche.
          Und auf Autobahnen findet sich meist mehr Kundschaft, als auf dem Land, daher ist es nicht verwunderlich, wohl gleich bekräftigend enttäuschend, wie dürftig unser mobiles Netz verfügbar ist.

          Und: Abdeckung alleine ist nicht alles. Ein Datendurchsatz von wenigen kB/Sek ist auch ein Witz.

    • Bedank dich bei der Bundesregierung. Kein deutscher Provider darf auf ausländischen Boden funken.
      Darum haben in Deutschland die Provider ihr Netz an der Grenze nur ganz dünn ausgebaut, damit bloß keine Funkwelle in die Niederlande kommt. Und die paar Funkmasten in Grenznähe mussten dann auch noch mit schwacher Leistung funken.

      Vor wenigen Wochen wurde dieses Verbot gelockert. Vielleicht hast du Glück und ein Provider baut jetzt auch bei dir ein Handymast. Aber dann kommen bestimmt auch die 5G Gegner.

  10. Mal zum Vergleich: in Deutschland gibt es ca 90.000 Mobilfunksender.
    AUCH 90.000 Sender gibt es in ……. Tokio.
    Soviel zu 50 Funklöchern, die großzügig auf 100 zu stopfende erweitert werden!

    Wenige Masten, die alle Volldampf senden müssen und die weit entfernt von den Handys sind, erzeugen mehr E-Smog, als eine kleinzellige Lösung.
    Die Politik ist weiterhin ahnungslos und lässt sich von Lobbyisten beraten, so wird das nichts!

    • Du verwechselst Sender mit Masten!
      Deutschland hat ca 90.000 Masten, Tokio hat ca 80.000 Sender(Antennen)
      Auf einem Mast sind 3-9 Sender installiert.
      Tokio hat viele Small Cell, da braucht es auch eine Menge kleiner Sender, praktisch auf jeder Ampel.

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