Deutsche Bahn und Siemens testen Wasserstoffzug und mobile Wasserstofftankstelle

Deutsche Bahn AG / Volker Emersleben

Deutsche Bahn und Siemens testen laut eigenen Angaben erstmals einen Wasserstoffzug und eine mobile Wasserstofftankstelle. Das Projekt läuft unter der Bezeichnung „H2goesRail“. Man unternahm da auch eine Testfahrt mit dem Wasserstoffzug Mireo Plus H konnte im Anschluss den Betankungsvorgang mit der mobilen Wasserstofftankstelle im Siemens-Prüfcenter in Wegberg-Wildenrath (NRW) durchführen. Langfristig soll die Wasserstoff-Technologie Dieseltriebzüge im Regionalverkehr ersetzen.

Logischerweise wirbt man da mit der Klimafreundlichkeit, da die Wasserstoffzüge nur Wasserdampf ausstoßen, keine anderweitigen Emissionen. Vorgestellt hatte man das Projekt H2goesRail bereits im November 2020. In den vergangenen Monaten fanden neben Betankungs- und Inbetriebnahmetests auch umfangreiche Schulungen der Mitarbeitenden statt. Das Projekt wird im Rahmen des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie mit insgesamt 13,74 Mio. Euro durch das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) gefördert.

Der erwähnte Zug Mireo Plus H für das H2goesRail-Projekt hat eine Reichweite von bis zu 800 km, sei laut der Deutschen Bahn so leistungsfähig wie elektrische Triebzüge und zeichne sich durch eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 160 km/h aus. Damit Wasserstoff aber zu Diesel konkurrenzfähig wird, ist ein schneller Betankungsvorgang die Voraussetzung. Dank eines neuen Verfahrens will die DB hier mittlerweile in der Geschwindigkeit gleichziehen.

Der Mireo Plus H wird 2023 Testfahrten in Baden-Württemberg aufnehmen. Ab 2024 ist er für das Projekt H2goesRail im regulären Fahrgasteinsatz zwischen Tübingen, Horb und Pforzheim unterwegs und ersetzt einen dort fahrenden Dieseltriebwagen. Die Antriebsleistung von 1,7 MW für bis zu 1,1 m/s² Beschleunigung zeichnen das Fahrzeug laut den Entwicklern aus.

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3 Kommentare

  1. „Logischerweise wirbt man da mit der Klimafreundlichkeit, da die Wasserstoffzüge nur Wasserdampf ausstoßen, keine anderweitigen Emissionen.“

    Das ist gut gegen Luftverschmutzung, sagt aber nichts über Klimaverträglichkeit aus. Vor allem solange der Wasserstoff aus Erdgas hergestellt wird, ist das kontraproduktiv.

    „Damit Wasserstoff aber zu Diesel konkurrenzfähig wird, ist ein schneller Betankungsvorgang die Voraussetzung.“

    Ich denke, das Problem sind nach wie vor die hohen Kosten für die Wasserstoffzüge und für den Wasserstoff selbst. Der Betankungsvorgang dürfte eine nachgeordnete Rolle spielen.

    • Irgendwie muss man ja Anfangen, statt ewig das Henne-Ei-Problem zu betrauern. Wer soll denn Elektrolyseure für überschüssigen EE-Strom bauen, wenn keine Abnehmer für den Wasserstoff da sind? Und wer soll seine Prozesse auf Wasserstoff umstellen, solange keine nennenswerten Kapazitäten für grünen Wasserstoff da sind? Und ein Wasserstoffzug ist zwar erstmal teuer, aber eine Elektrifizierung einer eingleisigen Strecke kostet 1,4 bis 3,6 Mio Euro pro Kilometer… wenn man also mit dem Wasserstoffzug eine 100km-Strecke betreibt die man deswegen nicht elektrifizieren braucht, sind das erstmal Topographieabhängige 140-360 Millionen Euro die man für H2-Züge, Infrastruktur und höhere Betriebskosten übrig hat.

  2. Auf der Strecke Cuxhaven- Bremerhaven- Bremervörde- Buxtehude läuft seit einigen Wochen bereits ein Dauerbetrieb mit Wasserstoff- Triebwagen. Sie werden von EVB betrieben. Die Wasserstofftankstelle befindet sich in Bremervörde.
    Der erste Probezug ist hier schon vor 2 Jahren getestet worden.

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