DAZN: Streit um die deutschen Fußballrechte

Wir berichteten Anfang des Jahres über etwas, was es seit 2012 nicht mehr gegeben hatte: kein Alleinerwerbsverbot mehr für die Medienrechte an der Fußball-Bundesliga. Könnte für den Abonnenten heißen, dass er ab 2025 nur noch ein Abo bei einem Anbieter benötigt. Klingt unrealistisch, wäre aber möglich gewesen.

Nun eine doch kuriose Geschichte, denn die DFL soll den Verkauf der Medienrechte ausgesetzt haben. DAZN hat sich bei der DFL beschwert, heißt es. Die DFL habe gegen das Kartellrecht verstoßen. DAZN habe laut eigener Aussagen das finanziell überlegene Angebot für das Bundesliga-Paket B abgegeben, welches knapp 200 Live-Spiele am Freitagabend und Samstagnachmittag umfasst.

Die DFL traute dem Braten wohl nicht und soll eine Bankgarantie gefordert haben. Die wurde nicht gegeben, andere Zusagen seien nicht akzeptiert worden. DAZNs Anwälte argumentieren nun damit, dass die DFL unverhältnismäßig hohe finanzielle Zusicherungen fordere. Die DFL weist den Vorwurf zurück, man wolle sich auch gegenüber dem Bundeskartellamt erklären.

Auch zum Thema: Bild & Frankfurter Rundschau.

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19 Kommentare

  1. Kann denn nicht wenigstens einer an die Abonnenten denken?!!!

    • Wieso? Die Abonnenten sind doch an der Entwicklung selbst schuld, wenn sie unverhältnismäßige Preise zahlen

    • Die Kunden sind doch selbst schuld.
      Dadurch, dass diese die ganzen Jahre die Preise zahlen.

  2. Es geht hier eher darum, dass DAZN bisher eine „harte Patronatserklärung“ beibrachte, also eine juristisch verbindliche Haftungserklärung des Mutterkonzerns (wohl Perform). Die DFL wollte offensichtlich mitten in den Verhandlungen stattdessen eine Bankerklärung haben.

  3. Dazn bietet eine sehr hohe summe, obwohl es nicht profitabel ist. dfl will Sicherheiten haben und dazn kann die nicht liefern?

    da muss man wohl den preis auf 65€ erhöhen, um dies gewährleisten zu können

  4. Ich raffe das einfach nicht. Das hat doch nix mit Kartell zu tun, wenn trotzdem nur ein einziger Dienst Samstagsspiele zeigen darf. Dann hat dieser Dienst das Kartell auf ebendiese Spiele. Wettbewerb würde es ja nur geben, wenn z.B. Sky UND Dazn dieselben Spiele zeigen dürften.

    • Genau das, danke! Ich finde die übliche Schimpferei auf Politik und Behörden oft unpassend oder übertrieben, aber es ist wirklich völliger Schwachsinn, wie es derzeit umgesetzt ist. Hilft so keinem, der Wettbewerb findet weiterhin nur beim Bieten statt, die Konsumenten stehen demgegenüber deutlich schlechter da.

    • Kartell heißt hier, dass ausschließlich die DFL die Spiele anbietet und daher die marktbeherrschende Stellung als Anbieter missbräuchlich ausgenutzt wird.

    • DAZNs Vorwurf bezieht nur darauf, dass alle Wettbewerber laut Kartellrecht gleich behandelt werden müssen. Das hat nichts damit zu tun, dass am Ende einer den Zuschlag für ein bestimmtes Übertragungsrecht erhält.

      • Der Kommentar von Peter zieht ja auf etwas anderes ab und hat nicht mit DAZN zu tun.

        Das Kartellamt will ja, dass es einen fairen Wettbewerb gibt. In der Form gibt es aber keinen Wettbewerb, sondern nur ein Wettbewerb für das Bieterverfahren.

        Wettbewerb wäre es, wenn jeder die Rechte erwerben kann und dieses Angebot an den Kunden weitergibt.
        Der Kunde entscheidet dann wo er das Abo abschließt.

        Wenn DAZN jetzt die Samstagsrechte erwirbt, dann hat DAZN ein Monopol bei diesen Spielen.
        Als Kunde hat man ja keine Wahlmöglichkeit und andere Anbieter haben auch keine Möglichkeit die Spiele ins Portfolio zu nehmen.

        Freier Wettbewerb wäre es, wenn die DFL die Lizenzen einfach zum Kauf anbieten würde.
        Bundesligarechte für 500Mio € pro Sasion für alle Spiele und jeder der die 500 Mio bezahlt darf die Spiele übertragen.

        • Ohne Exklusivität würde aber niemand mehr 500 Mio für die Rechte zahlen und schon gar nicht könnte die DFL insgesamt über eine Milliarde pro Jahr für die Rechte einnehmen.
          Hätten die Sender „Eier“, würden sie alle der DFL sagen „Passt mal auf, 50 Mio € gibt es, mehr nicht. Dafür muss das nicht exklusiv sein.“ und dann könnte man auf mehreren Kanälen die Spiele sehen und den Sender nehmen, der den für einen persönlich besten Mehrwert in Form von Moderation/Kommentar, Replays, Video-Overlays usw bietet.
          Dann müssten die Vereine zwar mit viel weniger Kohle klar kommen, aber auch damit hätte ich kein Problem. Junge Spieler die sich beweisen müssen spielen eh interessanteren Fussball als die Top-Stars, denen die Frisur mindestens so wichtig ist wie das Spielergebnis ihres Vereins. Sollen sie doch alle ins Ausland gehen, wenn sie zig Millionen verdienen wollen mit Fussball spielen.
          Aber ich bin mir sicher, dass wenn wir das durchziehen würden innerhalb von 5 Jahren alle europäischen Ligen geerdet und bereinigt würden von den Fans.

  5. Spannend, dass die DFL, die vor kurzem noch Anteile an einen Hedgefond verkaufen wollte und uns weiß machen wollte, dass diese überhaupt keinen Einfluss bei der DFL haben werden, plötzlich Dinge verlangt, die sie bisher nie verlangt hat.

  6. Spannend eher, das die DFL das schlechtere Angebot angenommen hat, u. U. haben Sie gegen Ihre eigenen Spielregeln verstoßen. Falls das für Gericht geht oder vom Kartellamt geprüft werden wird.

    Hochnotpeinliche Nummer entweder für die DFL oder für DAZN.

    Auch schlecht für die Vereine die klamm sind.

    • Für die Vereine die klamm sind, ist die Verteilung der Gelder schlecht. Über ein Milliarde pro Jahr nur für die TV-Rechte der deutschen Ligen. ~30 Mio im Jahr gehen in die Dritte Liga, der Rest Liga 1&2. Würde man das gleich verteilen, wären das fast 30 Mio pro Verein und Jahr! Dazu kommen dann noch Sponsorengelder, Eintrittskarten, Merch, Stadion-Gastro… kein Verein müsste klamm sein.

  7. Kapitalismus im Endstadium. 😀

  8. Das eigentliche Problem ist doch das Vertriebsmodell. Die meisten Fußballfans interessieren sich doch nur für „ihren“ Verein und wollen dessen Spiele sehen. Daher sollte man nicht die ganze BL buchen müssen sondern nur einzelne Vereine. So wie es in anderen Ländern/Sportarten auch üblich ist.

    Die Fragmentierung der Wettbewerbe auf verschiedene Anbieter ist dazu aktuell schlimm genug.

  9. Bei dieser Vergabepraxis steht doch schon vorher fest: wer BL/2.BL sehen will, der muss 2 Abos mindestens abschließen und wird somit doppelt zur Kasse gebeten. Ich habe Sky und DAZN nur wegen Fußball (BL, PL, CL usw.). Der Kram, der da noch mit bezahlt werden muss, auf den kann ich gerne verzichten. Ich brauche einen reines Fussballabo von einem Anbieter!!!!!

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