Datenschutzbehörde sorgt für E-Rezept-Stopp in Schleswig-Holstein

Die Datenschutzbehörde Schleswig-Holstein schiebt dem E-Rezept erst einmal den Riegel vor. Schleswig-Holstein ist eine der Testregionen. Die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein informiert, dass der digitale Weg, den datenlosen QR-Code des eRezeptes per Mail- oder SMS-Verfahren an Patienten oder ggf. Apotheken zu senden, untersagt wurde. Dies gilt auch für den Fall, dass ein Patient dem Übermittlungsverfahren persönlich zugestimmt hat.

Die Datenschutzbehörde teilt mit, dass die Versendung datenloser QR-Codes an versicherte Personen oder Apotheken bereits die Übermittlung von Gesundheitsdaten bedeute. Dabei sei zu berücksichtigen, dass auf dem Markt frei erhältliche Apps aus dem Apothekenumfeld jeder Person, die befugt oder unbefugt im Besitz des QR-Codes ist, die Kenntnisnahme von Daten einer Verordnung ermöglicht. Denn beim Hochladen in solche Apps würden die Daten ermittelt und dem App-Nutzer angezeigt. Ein Mailingverfahren käme nur dann in Betracht, wenn dem QR-Code zusätzlich eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung angefügt werde.

Nach den aktuellen Vorgaben ist der digitale Weg des E-Rezepts nun momentan für ca. 99 % aller Verordnungsfälle unterbunden. Die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein wird sich laut eigener Aussagen unterstützend wieder einschalten, wenn ggf. durch Gesetzesanpassungen und/oder technische gematik-Aktivitäten eine Entbürokratisierung für Praxen und eine Alltagstauglichkeit absehbar ist.

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Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei X, Threads, Facebook, LinkedIn und Instagram.

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58 Kommentare

  1. Es ist einfach so peinlich.

  2. Aber Berichte und Rezepte per Post verschicken, wo sie jeder in der Lieferkette und selbst danach noch öffnen kann. Das soll mal einer verstehen.

    • Laut Gesetz sind Brief und Fax sichere Wege aber halt nicht SMS und Email, das ist das Problem.

    • Richard Rosner says:

      Briefe gelten halt per Definition als sicher‍♂️

      • Es gab aber die Anforderung an den Datenschutz schon die ganze Zeit, die Umsetzung ist hier das Problem, das hat nichts mit können wir gleich sein lassen zu tun. HAUSAUFGABEN NICHT GEMACHT LIEBER HERSTELLER…

    • Meine Vermutung: SMS und Standard-Mail könnte man eher mit einer Postkarte vergleichen anstatt eines verschlossenen Briefes.

      • Wolfgang D. says:

        „Postkarte“
        Beliebte Legende, jahrelang von Knastfanatikern verteilt.
        Die Karte kann jeder Postler vor dem Einstecken lesen, bei Mailservern ist gezielter Eingriff nicht so einfach. Eher ist E-Mail mit dem Standardbrief vergleichbar, der von beauftragter Stelle genauso unauffällig ausgelesen werden kann wie eine E-Mail. Von daher, wieder viel Theater um nichts.

        Der Signatur- und Entschlüsselungsunfug (und Einschreiben) sollte einfach den offiziellen staatlichen Stellen überlassen bleiben – sonst würden die sich in den Mauern ihrer Coronaburg glatt langweilen. (Vorsicht Hohn, angesichts der Terminvergabezeiten).

        • Eine E-Mail ist normalerweise unverschlüsselt. Lediglich eine Transportverschlüsselung gibt es. Die ist aber auch nicht immer vorgeschrieben. Wenn der Arzt eine unverschlüsselte Verbindung zu seinem E-Mailserver nutzt oder die Server die Verbindung untereinander nicht verschlüsselt, kann sie prinzipiell jeder lesen und Du kannst nichts dagegen tun!
          Auch wenn jemand Einsicht zum Server hat, ist die E-Mail lesbar. Das kann ein Administrator oder ein Hacker sein.
          Und wenn jemand Googlemail nutzt, kannst Du sicher sein, dass die E-Mail von einem Dritten gelesen wird. Und sei es auch nur eine KI. Und wenn die überreagiert, hast Du ein Problem. Zu einem ähnlich Fall gab es ja erst kürzlich eine Meldung, auch hier im Blog.

    • Neuland! Ich sage nur Neuland!

  3. Vieles im Gesundheitswesen wird noch gefaxt…

    No further comment…

    • Richard Rosner says:

      Richtig. Online-Faxdienste. Die Rede war aber von physischen Faxgerätgen.

      • Exakt… Da wird wild durch die Gegend gefaxt, einmal vertippt landet der Arztbericht bei der falschen Versicherung… Sehr sicher

        • Richard Rosner says:

          Das ist dem Gesetz aber egal. Solange es an Ende zuordbare Nummer gesandt wird, ist alles OK. Dass Faxgeräte schon vor sehr langer Zeit für sowas hätten verboten werden müssen, ist ne andere Geschichte. Dennoch ist es aber eben falsch, mit einem Urteil zu Online-Faxdiensten an der Stelle zu kommen.

      • Nicht nur ein Wort lesen.

  4. Richard Rosner says:

    warum einfach, wenn es auch kompliziert geht? warum nicht einfach alles über die Krankenkasse laufen lassen? Verschwendet nicht endlos Papier für die meist sehr alten Patienten, die die meisten Rezepte ausgestellt bekommen, aber nicht unbedingt ein passendes Smartphone haben, und auf der Karte sollten sie sich ausreichend sicher ablegen lassen. oder wenigstens ein Schlüssel, um es vom Server abzurufen. Und das ganze so zu gestalten, dass auch Online Apotheken nutzbar sind, sollte auch kein Hexenwerk sein. Man muss es nur mehr wollen als die eID Funktion des Persos.

    • Wolfgang D. says:

      Und es muss so gehen, dass beauftragte Personen problemlos ein Rezept abholen und einlösen können.

      • Richard Rosner says:

        Gibst denen halt deine Karte mit, fertig. Alles andere wäre eben gerade für die älteren Generationen deutlich schwerer umzusetzen, eine Lösung per App scheidet da aus. Da müsste man dann eher über eine Vollmacht bei der Krankenkasse über eine entsprechende zweite Karte arbeiten.

  5. Pausenclown says:

    Das fällt den jetzt auf? Und/Oder jetzt ist das aufeinmal ein Problem?
    Warum scheitert in Deutschland so gut wie jedes IT und Digitalprojekt oder wird um ein vielfaches teuer oder verspätet sich oder alles zusammen.
    Ja, das ist wiedermal an Peinlichkeit kaum zu überbieten und systematisch für das ganze Land.

    • Weil die die es umsetzen entweder zu schlecht sind und scheinbar nicht das kleinste Stück Software ordentlich programmieren können und sich grundsätzlich nicht an die Regeln und Gesetze halten in Deutschland und das aber erst nachher immer auffällt. Egal wie hart der Datenschutz ist, man muss die Software dann halt so schreiben, dass sie darauf passt. Systematisch ist das höchstens für die Firmen die solche Software in Deutschland schreiben, die Regierung hat Regeln dazu gesetzt und an diese wird sich wie so oft nicht gehalten. Wie man die Software umsetzen könnte steht ja im Text, nur scheinbar sind die Entwickler nicht dazu in der Lage.

  6. Die Entscheidung der Datenschutzbehörde ist gut und richtig. Hätte gematik seine Hausaufgaben ordentlich gemacht, dann hätte es diesen Umstand erkennen müssen. Jetzt muss eben nachgearbeitet werden oder das Projekt beerdigt werden. Vielleicht erkennt man ja auch irgendwann mal das die Anforderungen an den Datenschutz in DE zu hoch sind und es wieder mal ein typischer Fall von „German Angst“ ist?

    • Richard Rosner says:

      Die Anforderungen sind nicht zu hoch, eher sind sie das absolute Minimum, das auf keinen Fall unterschritten werden darf. Der Stand der Technik gibt es problemlos her, den Datenschutz in allen Fällen zu erfüllen, man muss es aber auch wollen. Aber die Gematik hatte ja noch nie ein Interesse daran.

  7. Und warum wurde das nicht im Vorfeld geklärt?

  8. Dann bleiben wir doch beim analogen Rezeptblock. Ging ja bisher auch und da die Boomer demnächst aussterben und viel weniger Leute nachwachsen, wirds insgesamt auch weniger Papierkram. Bleiben wir doch bei dem, was wir in DE können: Papierkram! Und sehen ein: Digitalisierung ist uns nur bis zu einem gewissen Punkt gegeben und der ist hier eben erreicht.

    • Hallo Oliver 2, ganz Deiner Meinung. Papierkram für die echt schützenswerten Daten ist gar nicht schlecht. papierkram kann nur ausspionieren
      – wer physisch vor Ort istbzw. in der Versandkette physischen zugriff auf das papier hat.
      – Vervielfältigung desgleichen: man muß das Original mindestens einmal in Händen halten.
      – denkt an die Diskussion zu elektronischen , per App öffenbaren Türschlössern: ein echter Schlüssel ist immer noch die beste Sicherheit – wenn man verantwortungsvoll damit umgeht , ihn nicht leichtfertig aus der hand gibt und sich ggf. seine Schlösser nebst Schlüssel auf den aktuellen Sicherheitsstand bringen läßt – natürlich incl. Türen, Fenster, Beschläge.
      Was Du vielleicht ironisch meinst oliver 2, ist in Wirklichkeit gar nicht so dumm: ich hab nix gegen Digital , da wo ein Mißbrauch nicht weh tut: was ich höre, streame , welche bücher ich kaufe darf jeder wissen. Alles online, genauso welche Lebensmittel ich kaufe oder welche Unterhosen ich trage. Aber: Welche Medikamente ich nehme, wie meine Bank- und Kontodaten sind, welche Krankheiten ich habe und wie ich wohne, all diese intimeren Dinge sind persönliche Daten mit viel größerem Schutzbedarf und sind daher m. E. außerhalb von Clouds oder den Zugriffsmöglichkeiten allermöglicher Dienstleister besser aufgehoben – z. B. auf einem computer ohne Netzanbindung – hab ja nix dagegen Briefe mit einer Textverarbeitung lokal zu erstellen und auszudrucken – oder eben in physischen Akten , die – als Papier oder z. B. Mikrofilm – sachgerecht und zugriffssicher archiviert und abgelegt werden. habe Jahrzehntelang in der Papierwelt Verwaltung gearbeitet – Pannen gab es da auch , i. d. R. menschlicher Schludrian. Aber diese Pannen waren dann wegen fehlender Vernetzung und ohne big Datat lokal und vom Umfang her stark begrenzt : Big Data ist im Fehlerfall Big Trouble.

      • Schau dir mal bei YT Lockpicking Videos an. Du wirst nie wieder behaupten, das analoge Schlüssel sicher sind.

  9. Die Firma für den Vertrieb von medizinischen Hilfsmitteln in der ich arbeite, ist seit längerem auf das E-Rezept vorbereitet. Blöd nur, dass es die Regierung mal wieder nicht auf die Kette bekommt.

  10. Deutschland… du und deine Digitalisierung. So wird das nichts.

    Sorry. Aber das klingt für mich ein wenig übereifrig und herbei konstruiert.

    Wenn ich ein Rezept am Tresen meines Arztes erhalte können ggf. auch unbefugte Personen einen Blick drauf werfen. Das gleiche in der Apotheke. Und wo die Apotheke den Zettel hinlegt weiß ich auch nicht. Kann auch u.U. eine unbefugte Person drauf schauen (Handwerker, Reinigungspersonal)…

    Ich verstehe es echt nicht mehr

    • Richard Rosner says:

      Nö. Sorry, aber da sind die hier genannten Szenarien deutlich mehr konstruiert. Außerdem: wenn man etwas neues macht, sollte eben nie der Anspruch sein, es maximal so gut zu machen, wie es bereits ist, sondern besser. Und eine Mail oder eine SMS, die ungefähr jeder lesen kann, ist unter Garantie in keiner Weise besser. Wenn man es wollen würde, würde es bedeutend besser und trotzdem Nutzerfreundlich funktionieren. Aber die Gematik ist einzig darauf aus, möglichst viel Profit zu machen und am besten gleichzeitig auch noch in der Lage sein, alle Daten, die rein zufällig auf ihren Servern liegen, mitlesen zu können.

      Sorry, aber geltendes Recht schreibt vor, das bei Datenschutz grundsätzlich der Stand der Technik angewandt zu werden hat, nicht der Stand der Technik von vor 30 Jahren. Und bei Gesundheitsdaten sind die Maßstäbe berechtigter Weise bedeutend höher. Und das ist gut so. In Deutschland sollte man endlich begreifen, dass Digitalisierung eben nicht heißen soll, analoge Prozesse genau so schlecht in digitaler Form abzubilden. Und man kann nicht von Datenkraken mehr Datenschutz verlangen, wenn man selbst drauf scheißt.

    • Eine Person die dauerhaft in der der Praxis steht und auf jedes Rezept schaut und es dabei noch fotografiert, wird auffallen. Und diese Person erwischt maximal die Patienten aus jener einen Praxis.
      Passiert das auf dem Server der gematik, gibts binnen kürzester Zeit beliebig viele Daten von beliebig vielen Patienten.
      Und leider hat gematik seit Beginn mehrfach bewiesen, dass sie nicht in der Lage sind für die Sicherheit der anvertrauten Daten zu sorgen.

  11. Peinlich… peinlicher….

  12. Auf mich wirken diese Szenarien, was alles passieren könnte, wenn unter irgendwelchen Umständen irgendjemand Zugriff auf irgendwas erlangt, auch reichlich konstruiert. Es wird niemals zu 100% sicher sein, wie auch alles andere niemals zu 100% sicher sein wird. Wenn das das Ziel ist, und solche Dinge auch nur dann wirklich umgesetzt werden sollen, können wir es gleich lassen.

    • Es geht nicht darum, ob es konstruiert ist oder nicht. Auch nicht darum, ob es 100 % sicher ist, sondern ob es den gesetzlichen Vorgaben entspricht. Und das tut es nicht. Die Vorgaben sind dabei auch nicht das Problem und keinesfalls zu hoch, sondern das Problem ist der Unwille oder die Unfähigkeit in der Umsetzung. Das ist exakt so auch mit der IT-Barrierefreiheit. Alles keine Raketenwissenschaft und alles auch umzusetzen, aber ich habe bisher mit noch keiner Agentur zusammengearbeitet, die dort sauber gearbeitet hat. Einfach mal ein bisschen mit den Thematiken beschäftigen und sie verstehen bevor es in die Entwicklung geht, das verhindert am Ende teure (und peinliche) Nachbesserungen. Nicht das ständige Lamentieren über rechtliche Anforderungen.

  13. Die Frage ist wann sie es endlich einsehen und den ganze epa und e-Rezept Schmutz einstellen bevor da noch mehr Geld verschwendet wird. Die Firmen die daran mitwirken haben offensichtlich überhaupt keine Ahnung von Datensicherheit.

    • Richard Rosner says:

      Muss man nicht einstellen. Es von profitorienteirten Unternemen umsetzen zu lassen, ist aber halt schon sehr dumm. Profit und Datenschutz sind widersprüchlich.

      • Achso … weil staatliche Stellen das ganz sicher ganz toll umsetzen würden? Träum weiter. Nee, sorry, aber Leute wie du, die überall Missbrauchpotential sehen und nur 100%ige Lösungen akzeptabel finden, sind die Probleme die unser Land mit der Digitalisierung hat. Ein pragmatischer Ansatz wäre korrekt. Und in unserer Lage, da wir weit zurückliegen, wäre der pragmatischste Ansatz, einfach mal in andere Länder der Welt (der EU, das würde schon reichen!) zu sehen, wie die das umgesetzt haben. Und dann eine dieser Lösungen nehmen. Warum muss immer versucht werden, das Rad neu zu erfinden? Besonders, wenn die Erfahrung zeigt, dass Deutschland bei der Digitalisierung der Verwaltung ein Umsetzungsproblem hat.

        • Richard Rosner says:

          Die mit abstand pragmatischste Lösung wäre, endlich Mal aus Fehlern zu lernen. Die Gematik hat jetzt nun eine ausreichend lange Historie von vorsätzlicher Gesetzesmissachtung. Denn von Unfähigkeit zu reden, wäre schon eine Untertreibung. Die mit Abstand pragmatischsten Lösung habe ich auch bereits erwähnt. Es wäre nicht nur mit großem Abstand die nutzerfreundlichste Methode, sondern ließe sich problemlos unter Einhaltung maximalen Datenschutzes umsetzen. Wenn man aber lieber ein Unternehmen machen lässt, das mehrfach gezeigt hat, dass es nicht in der Lage ist, ein Mindestmaß an technischem Grundwissen an den Tag zu legen und eher einzig an abgreifbaren Daten interessiert zu sein scheint, wird sicher niemand auf die Idee kommen, es sinnvoll umzusetzen

  14. Langsam geht mir das Thema Datenschutz auf den Keks. Ich denke wir übertreiben da teilweise etwas.

    • Richard Rosner says:

      Nein, im Gegenteil. Aber es gibt eben genügend Unternehmen, denen es überhaupt nicht passt, dass dieser nun endlich Durchgesetzt werden soll. Sie würden aber viel lieber weiterhin alles mit deinen Daten machen wollen, was ihnen in den Sinn kommt für maximalen Profit. Daher ist es natürlich ihr Ziel, medienwirksam den Eindruck zu erwecken, der Datenschutz müsse abgeschwächt werden. Auf EU-Ebene hat man es ja ausnahmsweise nicht geschafft, das Gesetz zu verwässern, bis es unnütz wird. Selten genug kommt es ja vor. Die Umsetzung von Datenschutz, so wie es vorgeschrieben ist, ist nie ein Problem. Lediglich der Wille dazu.

    • Ich denke, wir übertreiben da nicht. Auf den Keks geht mir eher der Unwille bei der Umsetzung.

    • Ich denke schon, dass das ganze Thema nicht nur teilweise übertrieben wird. Das mag alles im Sinne der Vorschriften sein, erschwert aber in vielen Bereichen die tägliche Arbeit. Und das erlebe ich in meinem beruflichen Umfeld beinahe jeden Tag. Und da geht es gar nicht darum, dass wir im Unternehmen mit den Daten möglichst viel machen wollen, sondern einfach nur unseren Job. Klar, die Umsetzung der Vorschriften ist kein Problem – macht den Job aber eben deutlich aufwändiger und zieht vieles (m.E. unnötig) in die Länge. Und das sehen die, deren Daten durch diese Gesetze geschützt werden sollen, in aller Regel auch nicht anders, denn denen wäre es auch lieber, wenn ihr Anliegen zügig erledigt wird.

      • Richard Rosner says:

        Das liegt dann aber nicht an den Vorschriften, sondern an eurer Weigerung, sie sinnvoll umzusetzen. In den Gesetzen steht nämlich nichts, was vorschreibt, wie schnell Dinge maximal abgewickelt werden dürfen. Wenn ihr nicht gewillt seid, eure Workflows sinnvoll auszulegen, werden eure Kunden euch dafür sicherlich nicht lieben. Es dann aber auf Datenschutz zu schieben, statt selbst die Verantwortung zu übernehmen, hilft einzig denen, die finanziell von schwachem Datenschutz profitieren. Herzlichen Glückwunsch und ein Hoch auf eure Faulheit.

        • Das ist so ein üblicher Kommentar, wenn man so gar nicht weiß und beurteilen kann, wie es in der Praxis tatsächlich läuft. Mit der Behauptung jedenfalls, man wolle die Vorschriften nicht umsetzen, sei faul und nicht gewillt, die Workflows sinnvoll zu gestalten, macht man es sich sehr einfach. Kann man machen, ist aber nicht hilfreich.

  15. Au Backe! Die sollen es doch einfach lassen, offenbar WILL man keinen Datenschutz bei dem Projekt. An Unfähigkeit kann ich bei solchen Nummern nicht mehr glauben. Immerhin hat endlich mal eine Datenschutzbehörde getan, wofür sie da ist. Besser spät, als nie.
    Und an diejenigen, die meinen, der Datenschutz wäre hier nicht so wichtig: Es geht hier nicht um’s Antibiotika-Rezept. Es geht um Rezepte zu Medikamenten für Krankheiten, die man nicht unbedingt mit anderen Teilen möchte. Krankheiten, von denen z. B. der Arbeitgeber besser nichts erfahren sollte. Nehmen wir so schöne Dinge, wie Depressionen, Morbus Crohn oder Ähnliches.

  16. Überraschung…..? Not. Bei uns im Konzern lachen die Coder und die IT PM weinen wenn es um das Thema Deutschland, Software, Datenschutz geht…. es ist einfach nicht mehr normal.

  17. Wenn jemand mein Papierrezept in die Finger bekommt und er des Kesens mächtig ist, was zugegebener Maßen immer unwahrscheinlicher wird, kann er auch meine pers. Daten lesen und aus den Medikamenten den Zu
    stand meiner Gesundheit beurteilen.

    Und das ganz ohne zusätzliche App.
    So langsam beschleicht mich das Gefühl, dass alle Datenschützer schizophren sind. Anders ist nicht zu erklären warum es andererseits keine Maßnahmen gegen den Zwangszensus und die Datenkrake Grundsteuer gibt.

    • „Anders ist nicht zu erklären warum es andererseits keine Maßnahmen gegen den Zwangszensus und die Datenkrake Grundsteuer gibt.“

      Passt der Aluhut noch oder drückt der schon?

    • Dummerweise geht es hier aber nicht um Papier. Es geht um E-Mails und SMS, die massenhaft ausgewertet werden könn(t)en. Und das unbemerkt. Und in kürzester Zeit. Das ist mit Papierrezepten nicht möglich und darf auch mit dem E-Rezept nicht möglich sein.

  18. Und hier kann man mal die Darstellung der Aufsichtsbehörde nachlesen:

    https://www.datenschutzzentrum.de/artikel/1414-Maschinenlesbare-Codes-des-E-Rezept-Verfahrens-sind-zu-schuetzen!.html

    Es ist immer leicht dem Datenschutz an allem die Schuld zu geben…

  19. Was für ein Aufreger. Es hätte doch jedem Laien klar sein sollen, dass die Datenschützer es nicht erlauben werden, E-Rezepte per E-Mail zu verschicken. Datenschutzprobleme bei Gesundheitsdaten per E-Mail sind nichts Neues. Deshalb ist es mir auch unbegreiflich, warum die KV SH trotzdem für das „E-Rezept-Rollout“ auf E-Mail gesetzt hat. Die Medienberichte darüber halte ich für genauso irreführend wie die zugrunde liegende Erklärung der KV SH. Das E-Rezept wurde nirgendwo gestoppt, Ausdrucke des QR-Codes sind weiterhin möglich, genau so wie sichere elektronische Kommunikationswege (offizielle E-Rezept-App, GPG-verschlüsselte E-Mail, LifeTime App), nur eben keine „normale“ E-Mail. Wenn zu wenige Patienten die E-Rezept-App nutzen, sollen die KVen halt lieber mal Pressemitteilungen herausgeben, wie man als Patient an die PIN und eGK 2.1 von der Krankenkasse kommt, und dass jetzt die Patienten am Zuge sind. Grundsätzlich gibt es in Deutschland aber das Problem, dass es keinen etablierten, datenschutzrechtlich anerkannten elektronischen Kommunikationsweg zwischen Arzt und Patienten gibt. In diesem Zusammenhang erscheint mir die LifeTime App interessant, da sie genau diese Lücke füllen möchte, und zudem im Alltag für Patienten und Praxen praktikabel ist.

    • Hallo Felix, „lieber mal Pressemitteilungen herausgeben, wie man als Patient an die PIN und eGK 2.1 von der Krankenkasse kommt, und dass jetzt die Patienten am Zuge sind. Grundsätzlich gibt es in Deutschland “ aber es gibt sicher auch noch genügend Patienten die das gar nicht wollen, sondern es wie bisher lieber mit den vertrauten Abläufen – also Papierrezept, klassischer Artzbrief usw. – machen. Willst Du die „zwangsdigitalisieren“?

  20. Warum kann man sich nicht einfach über die App/Webseite seiner Krankenkasse das Rezept zuschicken lassen bzw dort abrufen? Dort findet ja eine Kontrolle des Empfängers statt. Stattdessen soll man sich nur für Rezepte wieder eine andere App installieren, dazu koch von windigen StartUps.

    Ich habe da schon keine Lust mehr drauf, vielleicht sollte man den Unsinn einfach lassen.

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