Datenschutz plötzlich egal? Jeder Dritte würde Gesundheitsdaten an die Krankenkasse weitergeben

Schöne neue Gadget-Welt. Fitnesstracker boomen, Smartwatches kommen mit Fintess-Funktionen und selbst Smartphones können heute Aktivitätsdaten erfassen. Daten, an denen Krankenversicherer großes Interesse zeigen könnten. Dass so etwas für den Versicherten auch schnell nach hinten losgehen kann, sehen die Befragten einer Umfrage, die im Auftrag des Branchenverbandes BITKOM durchgeführt wurde. Datenschutz scheint in diesem Fall out zu sein, auch wenn sich einige der Befragten natürlich eine Gegenleistung erhoffen.

Gesundheit

Insgesamt können sich 37 Prozent der Befragten vorstellen, von Apps erfasste Daten an die Krankenkasse weiterzuleiten. Bei der Gruppe der über 65-Jährigen liegt der Anteil sogar bei 47 Prozent. Dr. Bernhard Rohleder (Geschäftsführer BITKOM) sagt dazu, dass die gesammelten Daten verwendet werden können, um Patienten besser individuell zu informieren und medizinisch besser zu versorgen. Das sähen vor allem die Älteren als einen Vorteil einer solchen Datenweiterleitung.

Immerhin sind 60 Prozent der Befragten aktuell noch nicht bereit, solche sensiblen Daten an die Krankenkasse weiterzugeben. Hier stehen natürlich die Datenschutzbedenken im Vordergrund. Eine Gegenleistung von den Krankenkassen wünschen sich 19 Prozent der Befragten in Form eines Beitragrabatts, 10 Prozent möchten eine Prämie (Geld oder Gutschein). 7 Prozent erwarten gar keine Gegenleistung, bei den über 65-Jährigen sind es sogar 33 Prozent, die die Daten einfach so hergeben würden.

Meiner Meinung nach sind das sehr beunruhigende Zahlen. Ich bin sicher kein Datenschutz-Freak, aber an gewissen Stellen ist einfach ein Punkt erreicht, der zu weit geht. Bei mir sind das anscheinend Gesundheitsdaten. Und Ihr? Wäret Ihr bereit, Eure durch diverse Apps gesammelten Gesundheitsdaten an Eure Krankenkasse weiterzuleiten?

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Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

84 Kommentare

  1. Klar, zwingt dazu sich mehr zu bewegen. Entweder das oder höhere Beiträge zahlen. Und wenn es dann noch ein zusätzliches Benefit gibt, warum nicht?

  2. Hi, ich versteh nicht genau, welchen Nachteil ich durch die Übertragung der Daten hätte.
    Ich versteh, dass Datenschutz seit Snowden modern ist, aber inwiefern könnte es mir hier schaden? Ich habe den Eindruck, dass die meisten „DATENSCHUTZ!!“ schreien, bevor sie darüber nachdenken, um welche Daten es sich handelt.

  3. Also die zahlen finde ich ganz ok, die bedenken sind ja da, und wenn niemand bereit wäre das zu testen, würden wir anderen nicht erfahren ob so was nach hinten los geht. Ich persönlich hätte kein Problem wenn ich meiner Krankenkasse zeige wieviel ich am tag gegangen bin, anders sieht es aber schon aus wenn sie wissen wollen wann und wo ich war als ich eine bestimmte strecke gegangen bin, das wäre für mich ein No-go, egal wieviel geld ich bekommen würde.

  4. Wie meine Vorredner – Wenn klar geregelt ist, was in welchem Umfang die Krankenkasse mit den Daten machen darf, dann habe ich nicht mal ein Problem damit meine Herzschlagfrequenz durchzugeben…
    Ich erwarte dafür auch keine Geld-Gegenleistung – eher eine Art freundlichen Hinweis – „sie sollten mal ihr Herz kontrollieren lassen, da es unterdurchschnittlich arbeitet“
    Wenn weiterhin gewährleistet ist, dass die Krankenkasse nur durch ärtzliche Befunde etc Beiträge anpassen kann – habe ich damit kein Problem

  5. Ich sage mal klares NEIN!
    Warum? Schaut euch mal den Stand der Technik bei vielen Ärzten an – ausserdem haben auch noch viele Ärzte/Schwestern welche mit der IT umgehen sollen kaum ein Gefühl/Gespür für Sicherheit. Und wenn mal jemand versucht hat was bei einer Krankenkasse online zu erledigen wird der sicher weniger ein Gefühl von moderner IT und Datenschutz haben.
    Und die bisher kaum sichere EGK kommt dann auch noch als zusätzlcher Vertrauensbeweis dazu …

    Ich gehe also grundsätzlich davon aus dass digitale Daten bei einer Krankenkasse nicht sonderlich sicher wären. Obendrein besteht auch ein vielfältiges Interesse an diese Daten zu gelangen – legal oder illegal.

    So genug gemotzt am frühen Morgen … 😉

  6. Christoph says:

    Was soll die Krankenkasse mit den Daten? Wirklich interessant wären die nur für meinen Arzt.
    Es kann also nur um eine Beitragsanpassung gehen und egal ob man zustimmt oder nicht, wird man in eine Schublade geschoben. Die, die Daten übermitteln, haben nichts zu verbergen und der Rest? Also auch die Nicht-Bereitstellung lässt Schlüsse zu.

    Ich finde so was irgendwie abstoßend.

  7. Ah, ich sehe ein neues Geschäftsmodell – für xx€ Euro nehme ich deinen Tracker beim Joggen mit, dann siehst du für deine Krankenkasse viel besser aus…

  8. Beim Strom hat die Thematik ja angefangen, ging über KFZ und nun halt Gesundheitsdaten.
    bei jedem der vorgenannten Punkt ist erst ein Aufschrei und manche nutzen es, die anderen eben nicht.

    Was jedoch von der Hauptproblematik eigentlich ablenkt, denn die Preise sind nicht entsprechend – bspw. beim Strom, statt Einheitspreis p. kWh (max noch Tag/Nachtarif) wird nun „minutengenau“ abgerechnet, nur wenn dieser Preise generell höher ist, geht die Basis-Idee verloren, der Kunde hat also Nachteile obwohl er mehr an Daten liefert.

  9. Der einzige den das was angeht ist mein Hausarzt..
    @Andy: Stell Dir mal vor Deine KK sagt: Du bewegst Dich zu wenig , zahl mehr..

  10. Schröppke says:

    Mit der Weiterleitung wäre Fehldeutung und Schindluder Tür und Tor geöffnet. Wer will zweifelsfrei feststellen dass es sich nicht um Fakedaten handelt? Und laufen ist nicht gleich laufen, in der größeren Stadt an vielbefahrenen Straßen laufen hat praktisch keine verbesserte Lebenserwartung zur Folge usw.

  11. Mindestens jeder Dritte ist aber auch ein Idiot… Demnach ist die Überschrift nicht verwunderlich.

  12. Kürzlich im Bürgerbüro:

    [Mitarbeiterin:] „Möchten Sie das Ihre Fingerabdrücke auf dem neuen Personalausweis gespeichert werden?“ [
    Ich:] „Warum?“
    [Mitarbeiterin:] „Als zusätzliches Identifikationsmerkmal“
    [Ich:] „Ja klar, aber warum?“
    [Mitarbeiterin:] „Ich muss sie das fragen“
    ENDE

    Mal ehrlich, ich gebe meine Daten niemanden freiwillig. Schon gar nicht bei der Auskunftslage!

  13. Ich glaube, Du liest die Zahlen verkehrt Caschy. Es sind nicht plötzlich 37%, die es sich vorstellen können, sondern nur noch 37%. Die Gruppe derer, die blindes Vertrauen in Staat und Wirtschaft hatten in Bezug auf Überwachung schmilzt n#mlich, weil nach und nach auch der letzte linientreue Bürger erkennt, daß jeder was zu verbergen hat.

    @Carsten:
    Welchen Vorteil gibt es den? Wenn Du schon argumentierst „entweder das oder höhere“ Beiträge, dann bist Du bereits auf die Propaganda hereingefallen. Ein großer Batzen der Beiträge geht für die Verwaltung drauf. Würde die überdimensionierte Verwaltung passend (!) reduziert, würde es gar Beitragssenkungen geben.

    @Andy:
    Was meinst Du wie Krankenkasse reagieren, wenn Du auf einmal ein Risikopatient wirst?

    @Carsten und Andy:
    Was meint ihr wohl, was bei z.B. Diabetes Patienten passieren wird? Nichts, sie werden keine Vorteile bekommen, weil sie Unkosten-Kunden sind. Krankenkassen sind Systeme, die Gewinne erwirtschaften wollen, selbst wenn es gesetzliche sind. Ob es euch gut geht oder nicht interessiert sie nicht.

  14. Gesundheitsspezifische Daten gehen allenfalls nur den Arzt etwas an, nicht aber die Krankenkasse!
    Was geht es die Krankenkasse an, wann und wie oft ich Sport treibe, wieviele Schritte ich heute gelaufen bin, meinen Blutdruck, Puls, Herzschlag etc?

    Wer krank ist zahlt mehr Beitrag und wer gesund ist weniger? Das geht gar nicht. Die deutsche Krankenversicherung ist und war bisher immer eine Solidargemeinschaft in der jeder für jeden eintritt.
    Ich akzeptiere ein Bonusprogramm, so wie es auch schon gehandhabt wird, indem man sich an sportlichen Massnahmen beteiligt oder an Kursen, wie Rückenschule etc., teilnimmt und diese Bonusse in Prämien umgewandelt werden können, aber Beitragsrabatte halte ich für höchst unsozial.

  15. Und vielleicht auch mal an andere denken nicht nur an sich selbst? Sollen Leute mit chronischer Krankheit vielleicht auch mehr Zahlen? Behidnerte? Irgendwelche Risikogruppen?

    Das stellt unser gesamtes Sozialsystem in Frage…

  16. Gab wohl irgendwie ein Problem beim Absenden meines Kommentars, daher das wichtigste:
    Caschy, die Frage ist bei den 37%, wieviel es noch vor ein paar Jahren waren. Gefühlt ist es für mich so, daß immer mehr auf Datenschutz achten und immer weniger bereits sind Daten preiszugeben. Es ändert sich was in Gesprächen. Wurde ich vor Snowden noch bemitleidenswert angesehen, stoße ich jetzt auf Zustimmung. Von daher die Vermutung, vorher waren mehr als 37% bereit.

  17. @Carsten und Andy: Vielleicht sollte man auch mal an andere denken und nicht nur an sich selbst?
    Abgesehen von dem Datenschutzproblem: Sollen dann chronisch Kranke, Behinderte und sonstige Risikogruppen mehr zahlen? Wie wärs mit einem Gentest bei Geburt? Dann könnte man das Krebsrisiko (und viele weitere Dinge) feststellen und den Krankenkassenbeitrag entsprechend anpassen?

    Das stellt unser gesamtes Sozialsystem in Frage!

  18. Irgendwie spinnt die Kommentarfunktion…

  19. Ganz klar: Nein!
    Geht doch niemanden was an, welchen Lebensstil ich betreib, wie oft ich Sport treibe etc.

    Wenn das jemand freiwillig machen will, hindere ich ihn ganz bestimmt nicht daran.

  20. Warum sollte jemand der nachweislich gesünder lebt weil er sich viel bewegt und Sport macht das gleiche bezahlen wie jemand dem das egal ist? Das Risiko ist ein anderes also sollte dann nicht auch die Gebühr anders sein?

    Zum Thema Datenschutz: Spielt es tatsächlich eine Rolle wer die Daten bekommt? Habe ich einen Tracker von Samsung haben die meine Vital-werte; habe ich einen von Xiaomi dann haben die meine Daten; von Apple haben die meine Daten….usw.Kommt es da auf einen mehr oder weniger an?

    Ich denke wer seine Vital-werte erfasst muss auch damit rechnen das diese evt für Personen zugänglich sind die es nichts angeht. Und gerade die Krankenkassen haben doch eh schon einen detaillierten Bericht über meine Krankheiten. Soll ich mich darüber aufregen das meine Krankenkasse weiß wie viel ich in der letzten Woche zu Fuß gelaufen bin aber nicht wann ich das letzte mal bei welchem Arzt mir welches Medikament abgeholt habe und in welcher Apotheke ich es abgeholt habe?

    Noch ein Punkt zum Nachdenken. Wie will die Krankenkasse Betrug ausschließen?

  21. Mein Kommentar von vorhin ist auch noch nicht aufgetaucht, evtl. bin ich ver-Spamed worden …:)

  22. Was das für Nachteile hat?

    Machen es immer mehr, weil es ihnen egal ist Idee weil sie gar mit Rabatten gelockt werden, sind irgendwann diejenigen die Dummen, die zwar genauso fit und gesund leben, nur eben ihre Daten nicht weiter geben wollen, dafür dann gezwungen sind, mehr zu bezahlen. Sie werden benachteiligt.
    So wird es dann auch irgendwann auch bei Kfz Versicherungen etc laufen.

    Will man also keine Nachteile haben, ist man GEZWUNGEN sein Leben anzupassen. Und das darf bei Dingen wie Krankenversicherung nicht sein! Zumal euch ja wohl hoffentlich die Funktionsweise unserer Sozialsystem bekannt ist, oder?

  23. Also irgendwo ist echt die Grenze erreicht, die liegt bei mit tatsächlich bei dem Gesundheitszustand. Das geht nun niemanden außer mir und meinem Arzt was an…

  24. @Andy Es geht darum, dass Du Gesundheitsbezogene persönliche Daten per Smartphone weitergeben kannst an eine öffentliche Organisation wie die GKV. In Paragraph 4 BDsG ist – und das sollte sich heutzutage jeder klar machen – von einem Verbot der Datenverarbeitung unter „Erlaubnisvorbehalt“ die Rede. Dieses grundsätzliche Verbot wird per one click ausgehebelt und in 1000 Zeilen AGB versteckt. Transparenz für den Kunden? Transparenz des Kunden ist gewünscht. Dass Krankenkassen mit Bonus Programmen für Fitness treiben kommen werden und schon kommen, ist und war eine Frage der Zeit. Umkehrschluss: was geschieht mit den „faulen und kranken“ Menschen? Dafür gibt es keine gesetzliche Regelung, die es den Krankenkassen verbietet hier Gelder für teure Rehas o.ä. systematisch einzusparen…

  25. @dagbhv
    Weis die Krankenkasse nicht eh wann du bei welchem Arzt wegen welcher Sache warst? Als Krankenkasse müssen die das auch wissen, es sei denn du möchtest selber die Behandlung bezahlen. Warum ist es dann schlimm wenn die zusätzlich wissen wieviel du in der Woche läufst?

  26. Wer sich freiwillig dafür entscheidet, die Krankenkasse (und „angeschlossene Dienste“ wie NSA oder Bundesregierung) an sämtlichen Aktivitäten teilhaben zu lassen, soll das tun. Gefährlich wird das erst, wenn daraus eine Pflicht gemacht wird. Erinnert sich noch jemand an „1984“? Da hat die Regierung die Leute auch dazu genötigt, täglich Sport zu treiben.

  27. Gesundheitsdaten weitergeben ist wohl nicht das große Problem, nur Krankheitsdaten durch die Gegend zu blasen wird ein Problem. Das Geschrei wird groß wenn man in eine Risikogruppe rutscht und plötzlich die Beiträge erhöht werden oder man bestimmte Leistungen nicht mehr erhält weil man zu dick ist oder raucht/trinkt.

  28. Moment, hier stellen sich Leute mit dem Internet verbundene Kameras in Haus, aber wenn die Krankenkasse Daten, von zb runtastic bekommt, geht das zu weit?

    „Stell Dir mal vor Deine KK sagt: Du bewegst Dich zu wenig , zahl mehr..“

    Wenn dafür Leute die gesund leben weniger bezahlen müssen wäre das eine gute idee.

  29. Wenn sich das durchsetzt dann zahlen wir irgendwann die Krankenversicherung genauso wie die Autoversicherung also, dass wir mehr zahlen wenn wir ungesund leben (soweit das über solche Gadgets messbar ist aber genau deswegen kann es ja auch zu Fehlinterpretationen kommen). Leute es gibt ein Grund warum es eine ärtzliche Schweigepflicht gibt. Das könnte sogar soweit gehen, dass man irgendwann bei einer benötigten Organtransplantation schaut wer „gesünder“ lebt (was ist gesund?) und nur die mit gesundem Lebensstil bekommen dann das benötigte Organ. Ob man das gut finden soll? Kommen irgendwann mal Dritte an die Daten was nicht auszuschließen ist dann kann der Arbeitgeber bei einer Bewerbung schnell die Daten anschauen und sagt sich: „Ne der lebt ungesund da ist die Gefahr zu groß dass er oft krank ist den stellen wir nicht ein“. Das sind nur mal ein paar Szenarios weil ich könnte noch ewig weitermachen und wer glaubt das ist paranoid was ich da schreibe? Das letzte Beispiel wird heute schon mit Streetview betrieben (also nicht in Deutschland wegen fehlender Daten aber in anderen Ländern). Man schaut bei Bewerbungen die Adressen der Bewerber in Streetview an und zum Bewerbungsgespräch werden nur noch die eingeladen die in einer guten Behausung wohnen und das obwohl nicht überprüft werden kann ob die Behausung nicht inzwischen besser ist weil die Streetview Daten meistens nicht aktuell sind. Bei Banken und Krediten übrigens genauso. Wenn man das auf die Gesundheitsdaten überträgt ohje das kann man doch nicht gut finden.

  30. @dagbhv: Nicht mal den Arzt geht alles was an…;)
    Was nutzen der Krankenkasse Daten aus unzuverlässigen Quellen? RR-Geräte in Praxen und Kliniken müssen regelmäßig überprüft und geeicht werden und hier verlässt man sich auf „eine nette Zusatzfunktion“ die Körpberfunktionen durch „Handauflegen“ misst?!
    Ich halte davon genau so viel wie von Cloudspeicher. Meine Daten sind bei mir und nur dort! Cloud und Server verwende ich bei persönlichen Daten nur zum Weiterleiten an Familie etc. wenn ich das möchte. Dort sind die Daten aber immer doppelt mit Passwort (Zugriff Server und Dateiverschlüsselung) geschützt.

  31. Entsolidarisierung dann auch im Gesundheitswesen, Warum nicht??!

  32. Mit dem Internet Verbundene Kameras in Wohnzimmer zu stellen ist in Ordnung aber mit Fitness Apps die Daten weiter zu geben ist jetzt schlimm.?

    „Stell Dir mal vor Deine KK sagt: Du bewegst Dich zu wenig , zahl mehr..“

    wenn dadurch die Leute die gesund leben weniger bezahlen wäre das eine tolle sache

  33. @Andy
    Zum Beispiel könnte Dir die Krankenkasse die Beiträge erhöhen wenn Du dich zu wenig bewegst, oder Dir gewisse Leistungen vorenthalten.
    Oder es gibt, nachdem erst einmal genügend naive Kunden ihre Daten zur Verfügung gestellt haben, eine Gesetzesänderung und Du bekommst überhaupt keine Krankenversicherung mehr weil Sich heraus gestellt hat, dass Du zu einer Risikogruppe zählst, oder….

    Es gibt so viele Möglichkeiten wie solche Daten massiv gegen die Kunden eingesetzt werden können und definitiv auch werden sobald erst einmal genügend Daten von Nutzern vorliegen. Alles andere zu glauben ist sehr naiv.

  34. ich will nicht wissen wieviele, genau solche Daten in den ganzen hippen, Smartwatchs und Fitness Armbändern, und gewissen Sport Apps, von irgendwelchen Daten Dealern heute schon abgefischt werden …habe von jemand der mit solchen Daten handelt gehört, mit einem fetten Grinsen im Gesicht, das das heute schon im grossen stil geschieht, ….mir kommt so ein dreck nicht ans Handgelenk ! wenn ich Sport mache mach ich das für mich und da brauch ich kein so hippe, Datenschleuder !

  35. @sascha
    Du schreibst das es dir in diesem Fall zu weit geht und rufst nach Datenschutz gleichzeitig nutzt du WhatsApp.

    Irgendwie passt das einfach nicht zusammen.

  36. Bis dato arbeiten unsere Krankenkassen (zumindest die gesetzlichen KK) nach dem Solidaritätsprinzip: Das Risiko von Kosten für Krankheiten wird auf die Solidargemeinschaft in Form von (halbwegs) gleichen Beiträgen verteilt. Dieses Prinzip wird nun aufgehoben.

    Klar, egoistisch lässt sich antworten: Wenn ICH mich bewege, lebe ich gesünder, zahl somit weniger Beiträge, alles super! Aber was ist mit Leuten, die sich nicht bewegen können, weil eingeschränkt, behindert, oder sonst etwas? Was ist mit den älteren Leuten?

    Klar, hauptsache, erstmal an sich denken, an seinen Vorteil… Da dient dann das Datenschutzthema auch hervorragend dazu, es lächerlich zu machen getreu dem Motto, was habt ihr alle mit Datenschutz, etc….

    Aber ich bin da alles andere als optimistisch…. die Leute werden ihre Daten freiwillig den KK und anderen Institutionen zur Verfügung stellen – man könnte ja ein paar lausige Euro zurückbekommen….

    Ach ja: ich selbst bin Läufer, laufe 4-5x die Woche zw. 10 und 20 km und hätte da kein Problem, die Daten bereitzustellen und davon zu profitieren. Aber auf Kosten des Solidarprinzips? Nein.

  37. ach ja:
    kl. Nachtrag: Argumente wie „ihr nutzt WA oder FB oder sonst was“ zielen sowas von daneben… es geht u.a. um Aushöhlung des Solidaritätsprinzips bei den KK – das hat mit Nutzung von Social Media / Messsangern nix, aber auch gar nix zu tun…

  38. oh, die Kommentarfunktion spinnt wohl irgendwie?
    Hier nochmal mein vorheriger Beitrag:

    Bis dato arbeiten unsere Krankenkassen (zumindest die gesetzlichen KK) nach dem Solidaritätsprinzip: Das Risiko von Kosten für Krankheiten wird auf die Solidargemeinschaft in Form von (halbwegs) gleichen Beiträgen verteilt. Dieses Prinzip wird nun aufgehoben.

    Klar, egoistisch lässt sich antworten: Wenn ICH mich bewege, lebe ich gesünder, zahl somit weniger Beiträge, alles super! Aber was ist mit Leuten, die sich nicht bewegen können, weil eingeschränkt, behindert, oder sonst etwas? Was ist mit den älteren Leuten?

    Klar, hauptsache, erstmal an sich denken, an seinen Vorteil… Da dient dann das Datenschutzthema auch hervorragend dazu, es lächerlich zu machen getreu dem Motto, was habt ihr alle mit Datenschutz, etc….

    Aber ich bin da alles andere als optimistisch…. die Leute werden ihre Daten freiwillig den KK und anderen Institutionen zur Verfügung stellen – man könnte ja ein paar lausige Euro zurückbekommen….

    Ach ja: ich selbst bin Läufer, laufe 4-5x die Woche zw. 10 und 20 km und hätte da kein Problem, die Daten bereitzustellen und davon zu profitieren. Aber auf Kosten des Solidarprinzips? Nein.

  39. Die Gesundheitsdaten sind meist gar nicht das Problem. Die Krankheitsdaten die daraus resultieren sind ein echtes Problem. Das Geschrei wird groß sein wenn eine Krankenkasse die Beiträge erhöht oder Leistungen verweigert, weil man über Jahre zu hohen Blutdruck hat und das nicht behandeln lässt, zu dick ist, raucht, trinkt oder, oder, oder…

  40. @svenp: Bei WhatsApp und Co kann ich aber noch entscheiden, was ich da mitteile. Nach dem Motto: Erst denken dann klicken bzw. absenden. Aber dieses (das) „Denken“ hat hat die heutige Facebook-Jungend verlernt (oder besser: nicht gelernt) 😉

  41. ok – 3. und letzter Versuch, meinen urspr. Kommentar loszuwerden (scheint nicht zu klappen?):

    Bis dato arbeiten unsere Krankenkassen (zumindest die gesetzlichen KK) nach dem Solidaritätsprinzip: Das Risiko von Kosten für Krankheiten wird auf die Solidargemeinschaft in Form von (halbwegs) gleichen Beiträgen verteilt. Dieses Prinzip wird nun aufgehoben.

    Klar, egoistisch lässt sich antworten: Wenn ICH mich bewege, lebe ich gesünder, zahl somit weniger Beiträge, alles super! Aber was ist mit Leuten, die sich nicht bewegen können, weil eingeschränkt, behindert, oder sonst etwas? Was ist mit den älteren Leuten?

    Klar, hauptsache, erstmal an sich denken, an seinen Vorteil… Da dient dann das Datenschutzthema auch hervorragend dazu, es lächerlich zu machen getreu dem Motto, was habt ihr alle mit Datenschutz, etc….

    Aber ich bin da alles andere als optimistisch…. die Leute werden ihre Daten freiwillig den KK und anderen Institutionen zur Verfügung stellen – man könnte ja ein paar lausige Euro zurückbekommen….

    Ach ja: ich selbst bin Läufer, laufe 4-5x die Woche zw. 10 und 20 km und hätte da kein Problem, die Daten bereitzustellen und davon zu profitieren. Aber auf Kosten des Solidarprinzips? Nein.

  42. Peter Pan says:

    Auf keinen Fall! Niemand weiß was später mal daraus abgeleitet wird. Weg ist weg!

  43. @SmartTaur Und man selber kann entscheiden ob man solche apps benutzt oder nicht. Also das nächste mal vorher selber denken

  44. eure Kommentarfunktion hat ein Problem…. Veröffentlichung von Beiträgen geht nicht..

  45. Ich könnte mir vorstellen, dass meine Gesundheitsdaten an behandelnde Ärzte gehen – sicher nicht an irgendeine Versicherung. Allerhöchstens kann ich mir auch die Weitergabe meiner Gesundheitsdaten im Rahmen von Forschungsprojekten vorstellen – allerdings anonymisiert und nur dann wenn ich dem ausdrücklich für diesen Zweck zustimme.
    Das Problem fängt aber eben leider schon bei Fitness Apps und Waagen die Daten in der Cloud syncen an. Ich versuche diese Dinge soweit wie möglich lokal zu halten – nur Strava ist dann doch so gut, dass die Ausfahrten mit dem Rennrad dorthin hochgeladen werden.

  46. @Sadasia
    „wenn dadurch die Leute die gesund leben weniger bezahlen wäre das eine tolle sache“

    Das ist aber nicht die Idee dahinter. Die Folge der Datensammlung bei den KK wird sein:
    Dein Opa ist an Lungenkrebs gestorben, die Oma hatte Alzheimer – macht 20% Aufschlag.

  47. Aha Lungenkrebs und alzheimer haben jetzt genau was mit fitness tracker zu tun? Ich wüsste nicht das Apps das herausfinden können

  48. @SmartTaur

    Das zeigt doch wie naiv du bist. Du kannst gar nichts entscheiden.
    Whatsapp zieht dein Adressbuch mit all seinen Einträgen ab und du kannst daran etwas ändern?

    Und um es gleich vorweg zu nehmen, komm mir jetzt bitte nicht mit rooten.
    99% der Smartphone Nutzer rooten ihr Handy nicht und wenn Sie es gemacht haben wissen sie nicht wie man das verhindern kann.

    Wer sagt das Zuckerberg deine Daten die er gesammelt hat nicht an die Krankenkassen oder sonst wen verkauft?

    Du hast dem doch zugestimmt das Zuckerberg mit deinen Daten machen kann was er will.
    Die Daten dürfen auch verändert werden.

    Erst denken? Da ist bei dir wohl der Fehler.

  49. phantomaniac says:

    Man sollte als erstes mal klären, wofür Datenschutz primär steht und zwar für „Datenminimierung“ der gespeicherten und EDV verarbeitbaren Daten auf das nötigste…

    Unter dem Aspekt dürften Krankenkassen diese Daten nicht einfordern, andererseits gibt man die Daten freiwillig preis (um sich ggf. günstiger Tarife zu erkaufen) und somit dürfen sie gespeichert und Verarbeitet werden.

    Das Argument: Wenn ich einen Vorteil daraus habe ist im übrigen sehr kurz gegriffen….

    Wenn Ausreichend Leute da mitmachen führt das dazu, das die Teilnehmer „billiger werden“, aber alle die „bewusst nicht teilnehmen“ wollen, oder aus gesundheitlichen Gründen nicht teilnehmen können/dürfen, müssen mehr bezahlen.

    Unter dem Aspekt der „Solidargemeinschaft“ ein Absolutes no Go.

    Und man sollte sich auch vor Augen halten, was passiert, wenn man zwar jetzt den Tollen Supergünstigen Tarif hat, aber „älter“ oder ganz einfach „krank“ wird…. oder man Nachwuchs bekommt mit einer Krankheit.

    @Sadasia: das ist der erste Schritt. Jemand der Fitnessdaten weitergibt, ist auch offen andere Daten weiterzugeben für „kurzfristige“ Benefits…..

    Weiterhin wird wohl niemand prüfen, welche Daten die „Fitnesstracker“ weitergeben. Ggf. eigen diese sich in Kombination mit anderen Daten perfekt für Bewegungsmuster etc.
    Im Zeitalter der „unsicheren Daten“ mir schlichtweg ein Graus….

  50. Sascha Ostermaier says:

    @svenp: Falls Du mich meinst, ich nutze WhatsApp alle Jubeljahre mal und dann auch nur für völlig belanglose Dinge (iMessage FTW! Haha). Und in diesem Fall ist es mir egal, ja. Ich bin nicht der Datenschutz-Freak (steht auch so im Artikel), aber es gibt auch für mich Grenzen, die vermutlich woanders liegen als bei anderen.

  51. Ich würde es auch nicht machen, oder nur wenn ich regelmäßig Sport treiben würde und einen saftigen Benefit davon hätte. Aber wirklich was ableiten kann man daraus nicht. Vielleicht treibe ich viel Sport und ernähre mich äußerst ungesund und nehme Drogen? Oder andersrum? Ohne wirklich alle Daten ist es schwer was daraus abzuleiten. Und dann müssten die Teile noch um einiges genauer werden -> einmal Zähne putzen und schon sind 1000 Schritte auf dem Konto….
    Diejenigen die sich vor den Daten in der Cloud fürchten…ihr habt bestimmt auch keine Handy oder? Aus dem Bewegungsprofil kann man ohne Probleme ableiten ob ihr euch bewegt und wie viel.
    Ich glaube manchmal schadet und der übertriebene Datenschutz mehr als er uns nutzt…

  52. Ganz sicher bekommt meine KK keine genauen Daten von mir.und falls das mal zur Pflicht werden sollte, wird das Gerät gehacked und zaubert dann Werte die die KK glücklich machen.

    Zur Meinung dass es doch toll ist wenn man dann für ein gesundes und sportives Leben weniger zahlt und belohnt wird. Ihr glaubt doch nicht wirklich dass eine Versicherung freiwillig was verschenkt 🙂
    Es wird damit maximal euer Beitrag nicht höher, aber günstiger auf lange Sicht garantiert nicht.

    Abgesehen davon. Wo macht man denn da die Grenze. Muss man das 24/7 dran haben oder nur 12 Stunden und kanns beim Schlafen abnehmen. Oder beim Sex, oder beim Fremdgehen…
    Oder es wird bei Übermittelten GPS Daten gleich ermittelt, ob ein Unfall tatsächlich ein Arbeitsunfall war, oder ob man sich vielleicht noch zu Hause befunden hat etc.

  53. Das Ende der Solidargemeinschaft! An alle Nichtversteher:
    Solange man gesund und fit ist und sich an die evtl zukünftigen Regeln des Krankenversicherungstarifes hält, zahlt man wenig ein bzw. erhält Rabatte oder Gutscheine.
    Wer aus Krankheits- oder Altersgründen aber nicht mehr kann, zahlt drauf, wird nur noch in den Grundversorgungstarif aufgenommen oder fliegt raus.

    Sie rauchen – Strafe
    Sie fahren Ski – Strafe
    Sie haben sich zu wenig bewegt – Strafe
    Sie haben zu fett gegessen – Strafe
    Sie sind zu schnell gefahren -Strafe
    Sie regen sich zu oft auf, haben Stress -Strafe
    usw.

    Schon mal mit Ü50ern Privatversicherten gesprochen? Mit 30 war der Monatsbeitrag angenehm günstig. Doch Jahr für Jahr steigt der und viele können sich den nicht mehr leisten, leben dadurch am Existenzminimum.

    Aber egal. Es wird sicher für alle so kommen. „Ich habe ja nichts zu verbergen.“

  54. @Sascha
    Mit dem installieren von Whatsapp verschenkst du dein Adressbuch an Zuckerberg das ständig gesynct wird.
    Da ist es egal, wie oft und für was du Whatsapp nutzt.
    Somit weiss jeder mit wem du Kontakt hast oder hattest.
    Das könnte auch eine Krankenkasse interessieren wenn du mit jemanden Kontakt hast der eine ansteckende Krankheit hat.
    Oder evtl. eine Versicherung bei der du eine Lebensversicherung abschließen möchtest.

    Allein das Ausmaß begreift doch schon kaum einer.

    Da jeder bestätigt hat das mit den Daten alles gemacht werden kann, können diese Daten auch an Krankenkassen etc. verkauft werden.

  55. @Sadasia
    Sei doch nicht so kleinlich. Es geht doch ums Prinzip. Dann ist es halt erst mal “deine Eltern hatten beide niedrigen Blutdruck – macht 20% Aufschlag” oder “nach 5 Minuten Sport ist deine Herzfrequenz auf 130, du musst fett sein – 20% Aufschlag… ob dass dann genetisch veranlagt ist oder du ungesund lebst interessiert keinen… und in 5 Jahren, wenn die Fintnesstracker auch andere Sachen messen können kommt das oben genannte Beispiel hinzu.

  56. Ich bin generell Befürworter eines Modells, in dem Menschen, die ungesund leben (rauchen, Übergewicht, Alkoholismus) mehr zahlen oder eben ein gesunder Lebensstil durch Boni belohnt wird. Letzteres ist aktuell ja schon bei vielen Krankenkassen der Fall, basiert aktuell eben nur auf Papier, das man vom Arzt/Fitnessstudio/Sportverein ausfüllen lassen muss.

    Generell hätte ich wohl kein Problem damit, meine Gesundheitsdaten an die Krankenkasse weiterzugegeben. Viele veröffentlichen ja schon jetzt die Daten von runtastic oder Nike+ in den sozialen Netzwerken und meine Krankheiten kennt die Krankenkasse ja eh. Für problematisch halte ich dann eher den Umgang der Unternehmen. Meine Krankenkasse bekommt selbst simple IT-Dinge eher schlecht in den Griff, da traue ich ihnen nicht wirklich zu, meine (durchaus sensiblen Daten) vernünftig zu verwahren.

  57. Wow, also entweder sind hier einige Lobbyisten unterwegs oder einige haben den Knall nicht mehr gehört. Das einzige was die KK interessiert ist wie kann sie mehr Geld machen.
    Und über die bezahlten Studien in den letzten Jahren zu allen Möglichen Themen die Datenschutz und angebliche Meinung von „allen Deutschen“ wiederspiegelt seiten Bitkom un Co. brauchen wir uns hier bestimmt nicht zu äußern. (Fachkräftemangel mal als Beispiel um Lohndumping voranzutreiben bzw. um einfacher Länderexterne Kräfte einstellen zu können …)

    Es geht einfach nur ums Geld, immer geht es nur ums Geld, der Kunde oder Bürger ist nur eine Ware. Merkt euch das einfach mal.

  58. Das meine Eltern niedrigen Blutdruck haben hat aber immer noch nichts mit Fitness tracker zu tun. Die Herzfrequenz allein sagt nicht viel aus da ich dich in 5 Minuten so antreiben kann, das du denkst, dein Herz fliegt dir aus der Brust.
    Was man aber ablesen kann ist ob man überhaupt Sport macht uns ob man gesund lebt und wenn ich durch meine Lebensweise weniger bezahlen müsste, würde ich das machen, immer noch besser als sich irgendwelche smart Dinger ins Wohnzimmer zu stellen

    Und ob fitness tracker in 5 oder mehr Jahren herausfinden können, ob ich Alzheimer oder Lungenkrebs habe, halte ich für unwahrscheinlich obwohl es nicht schlecht wäre

  59. GongGonzo says:

    @Sadasia: Du verstehst es einfach nicht. Alleine schon diese Indizien können die Krankenkassen dazu bewegen die Tarife zu ändern. Und richtig schlimm wird es wenn viele Quellen verknüpft werden und da können die KK dann vielleicht doch schneller Infos über Alzheimer oder ähnliches generieren.

  60. michael_cgn says:

    Die totalitäre Welt eines 1984 von Orwell kommt am Ende nicht brachial daher, sie kommt als bequemes Gadget, als durchaus sinnvolle Funktion. Dieses paart sich dann mit dem Bauchgefühl der Benutzer, die das totalitäre System wachsen lässt.

    Ein besseres Beispiel als diese Tracker ist die große Zustimmung der Bevölkerung zur anlasslosen Totalüberwachung der Kommunikation und den „Sicherheitsmaßnahmen“ beim Fliegen: im Vergleich zum Aufwand ist der tatsächliche Schutz defakto Null. Aber es vermittelt den Meisten ein (falsches) Sicherheitsgefühl.

    Und wie der Journalist Greenwald, der die Leaks von Snowden veröffentlichte, richtig sagte, ist der größte Erfolg die „Selbstzensur“, die Schere im Kopf, die den größten Erfolg für die zukünftige, überwachte, totalitäre, pseudodemokratische Gesellschaft darstellen.

    Als 1933-1945 Millionen Jugendliche in der HJ in Nazideutschland fitgemacht wurden, brachte dies durchaus gesundheitliche Vorteile – trotzdem war das Ergebnis katastrophal. Man sollte halt immer das Gesamtbild im Auge haben.

  61. @michael_cgn

    Mit dem völlig unpassenden Nazi-Vergleich hast du echt den Vogel abgeschossen. Respekt.

  62. Spätestens wenn dann der Tarif von den erfassten Daten abhängt, wird der ein oder andere mal nachdenken!

  63. Würde es so viel Kommentare geben wenn die Überschrift lauten würde:

    2 von 3 also 66% sind gegen das Tracken von Gesundheitsdaten! Datenschutz wird in der Wichtigkeit und Notwendigkeit bestätigt.

    Einen guten Start in den Mai. Ich finde die Entwicklung gefährlich und hat nichts mit einer freiheitlichen Gesellschaftsordnung zu tun!

    Grüße
    Eichman

  64. @Zaori: Angelehnt an „The sixth Sense“:

    I see dumb people … and some of them even post here. 🙂

    Aber mal ernsthaft: Wer ehrlich kein Problem damit hat der Krankenkasse seine Gesundheitsdaten zu übertragen der muss wohl auch mal überlegen ob er ein selbst- oder fremdbestimmtes Leben führt.
    Darauf wird es dann nämlich hinauslaufen. Alle die ihre Daten nicht übertragen oder alle diejenigen die die von der Krankenkasse vorgegebenen Gesundheitsziele nicht erreichen werden zur Kasse gebeten wenn das Einzug hält.

    Diskriminierung anyone ?

  65. Man sollte sich darüber im Klaren sein, dass es gegen die Lokalisierung und Beobachtung von Bewegungsprofilen so gut wie keinen technischen Schutz gibt.

  66. Dazu fällt mir noch ein netter Text von Byung-Chul Han ein. Jede Herrschaftstechnik bringt eigene Devotionalien hervor, die zur Unterwerfung ein­gesetzt werden. Sie materialisieren und stabilisieren die Herrschaft … Das Smartphone ist eine digitale Devotionalie, ja die Devotionalie des „Digitalen“ überhaupt. Es funktioniert wie der Rosenkranz. Beide dienen der Selbstprüfung und Selbstkontrolle. „Like“ ist das digitale Amen. Das Smartphone ist nicht nur ein effizienter Überwachungsapparat, sondern auch ein mobiler Beichtstuhl. Facebook ist die Kirche, die globale Synagoge.

  67. Es gab doch mal diesen einen Fall, bei dem einer Frau die Einreise in die USA(?) verweigert wurde, wegen Daten, die die Grenzer von der Krankenkasse hatten. Die Frau war glaube ich behindert. Leider finde ich den Link nicht mehr, deshalb sind die Einzelheiten ohne Gewähr, aber das war schon krass damals. Vielleicht erinnert sich jemand..?

  68. Ich möchte solche Fitness Tools wenn dann für meine eigene Information. Die KK gehen diese Informationen meines erachtens nichts an.

  69. Also Datenschutz – Überwachung – „ich habe nichts zu befürchten“. Wird nur dann demnächst teurer für den, der die Daten nicht abgibt, die Rabatte werden aus der Kasse genommen in die alle einzahlen. Wer denkt, och nöh, dann gehört es sich einfach demnächst so was zu tragen, diese Datenschutzspinner, bleibt ja alles beim alten – dem empfehle ich mal in England, wo alles überwacht öffentlich ist mal länger in so Kameras rein zu sehen – dann wird man von der Traffic Police abgeholt, weil man sich verdächtig macht etwas auszukundschaften. Solche Sachen verändern die Gesellschaft, aber man kann das auch Demokratisch einführen – wenn man die Überwacher der Überwacher und die Überwacher der Überwacher überwacht – was ich aus dem Staatsfeind No.1 mit Will Smith gelernt habe. Sicherlich hat man auch einen Nutzen, wenn man kurzweilig Rabatte zieht bis alle son Teil haben (müssen).

    Meinungsumfragen zu dem Thema sehe ich auch sehr kritisch die Sozialforschungsinstitute haben ein Eigenineresse so viel Daten wie möglich zu bekommen.

    Beim US Drohnenprogram das über Rammstein gesteuert wird wissen wir, es wird getötet – wenn jemand ein Gewisses Muster an Zugehörigkeit hat und im Grunde genommen verhindert man nicht Terroranschläge präventiv – sondern setzt viel früher an, es wird bevorzugt getötet, wer Extremistische Meinungen gut verbreiten kann durch Vernetzung dafür prädestiniert ist.

    Im Grunde Genommen funktioniert aber alles gleich, was die Datensammeleifer Scheiße anbelangt. Es wir mit Markovketten HMM und viel Rechenpower etwas erraten, KI-mäßig – Menschen können durchschnittlich nur 3-7 Faktoren gleichzeitig bei ihren Entscheidungen berücksichtigen.

    Yahoo, Amazon setzen diese Datensammelei schon, wie in Deutschland Kredite mit HMM online vergeben werden (Schriftart, Eingabegeschindigkeit etc ca 200 Datensätze) um ihre Mitarbeiter zu bewerten.

    Diese Sachen sind demokratiefeindlich und zwingen uns leider vom Pragmatismus – auch mal was zu entscheiden etwas abzuweichen. Also obwohl man es nicht ganz versteht, wird in Zukunft schwieriger etwas zu entscheiden, weil man sonst gefahr läuft wie ein Dressierter Affe sich HMM Computerentscheidungen anzuschließen – wie alle im Affenladen dann.

  70. Najaa Bitom befragt ja viel….

    Aber wenn da was dran ist -.- Wie dämlich sind Menschen???

  71. Das Tracken von Gesundheitsdaten und dessen Vermeidung gab’s doch schon ansatzweise in den Sechzigern:
    „.. wir haben Sie verloren !!! Nein, das ist nur eine medizinische Meuterei …“ (Apollo 13, Tom Hanks reisst sich die Sensoren vom Leib)

  72. An alle die meinen die KK verschenkt kein Geld für einen gesünderen Lebensstil habe sich wohl nicht erkundigt was ihre KK ihnen alles anbiete. Ich wüsste gerade keine KK die nicht ein Bonusprogramm bietet und für bestimmte Aktivitäten einem Geld auszahlt.

  73. @Sadasia
    Klar kannst du jemanden in 5 Minuten so antreiben, aber genau das interessiert ja keinen. Bei sowas schaut keiner einen Einzelfall an, sondern du wirst in Schubladen gesteckt…

  74. Vom Datenschutz mal ganz abgesehen:
    Man sollte sich darüber klar werden, dass das auch das Ende des Solidarprinzips ist. Und jeden kann es treffen: Heute noch Marathonläufer, morgen vielleicht querschnittsgelähmt. Zahlt man dann halt mehr, wenn der Schrittzähler nicht mehr das geforderte Pensum abliefert.

  75. Wie dumm kann man sein und seine gesundheitlichen Daten etc… freiwillig raus geben. Und wenn ich dann noch lese entweder mehr bewegen oder höhere Beiträge zahlen, da könnt ich ja….
    Aber das sind dann ganz genau die Leute die hinterher am lautesten Aufschreien!

    Und nein ich lümmele mich nicht auf der Couch rum sondern tue etwas für meine Gesundheit! Diese Daten und Gadgets sollen nur dem Nutzer nützlich sein!

  76. Ja voll dumm seine Fitness Daten wie von runtastic der kk mitzuteilen. Ich gehe doch stark davon aus das hier niemand ein smartphone von Google over apple Benutzer oder mit klarnarmen im Internet Unterwegs ist

  77. Ich sage mal, dass hier zwei Varianten von Datenschutz unterscheiden.

    Das eine ist das, was seit Snowden in aller Munde ist, dass wahllos Daten von allen Bürgern von allen Geheimdiensten abgegriffen werden und Bewegungsprofile von Dir in allen Lebenslagen erstellt werden.

    Hier geht es aber doch um die Nutzung von Daten mit DEINEM Einverständnis durch ein Unternehmen, mit dem Du einen Vertrag hast. Solange wir alle die freie Wahl haben, ob wir solche Daten freiwilllig heraus geben ist das die eine Sache (ähnlich wie beim KFZ mit nem Fahrtenlogger). Doch die Gefahr an der Stelle ist doch (was oben auch schon erwähnt wurde)
    – mit der Datenauswertung werden nicht nur positive Dinge verbunden (ich bewege mich viel und deswegen zahle ich weniger), sondern es geht (früher oder später) auch in die andere Richtung und wenn Du dann nicht genug verdienst, fliegst Du aus der Kasse (ok, das geht in D. noch nicht so schnell, aber mal allgemein gesprochen, in anderen Ländern geht das sicherlich).
    – irgendwann wird das eine gesetzl. Pflicht, denn sonst hast Du keinen Anspruch auf eine Versicherung
    – und dann will der Staat auch noch diese Daten haben, um irgendwas auszuwerten, Gesetze zu erlassen oder what ever!

    Und das Thema möchte ich nicht nur auf die Gesundheitsdaten begrenzen. S.o. auch beim KFZ und damit weiß jeder Deiner „Vertragspartner“ bald alles über Dich. Und wenn diese Daten dann zB einfach miteinander verknüpft werden können…

    Mein Armband schickt gleichzeit mein Fitnessprofil an facebook und mein KFZ Logger zeigt immer an, wie schnell ich von A nach B komme. Irgendwann kann ich mich nur noch für Horrosummen versichern, weil ich rauche, schnell Autofahrer und von veganer Ernährung nichts halte…

  78. Das große Problem an der Sache ist meiner Meinung nach, dass keiner außer die KK davon profitieren wird.
    Um die Menschen anzufüttern wird ein Bonus auf die Nutzung und die Anzahl an „Sport- und Gesundheitsmaßnahmen“ versprochen.
    Auf lange Sicht wird es sich, wenn es sich durchsetzt, aber drehen:
    Alle die sich nicht durchleuchten lassen wollen müssen einen massiven Aufschlag zahlen. Viele Menschen können und wollen diesen Aufschlag aber nicht zahlen und müssen die Abgabe der Daten akzeptieren.

    Es ist heutzutage schon so, dass die große Masse an Apps, besonders im Bereich Gesundheit und Spiele, sehr viele Daten abschnorcheln. Diese werden dann oft über mehrere Quellen (sprich Apps die auf dem Handy sind) aggregiert. So hat der Benutzer nicht das Gefühl ausgehorcht zu werden da eine App die GPS-Daten, die andere die Kontakte, eine Weitere die Schritte etc. sammelt (auch mit vermeidlichem Nutzen für den Nutzer) – schon jetzt darf man sich keine Illusionen machen, nicht ausgehorcht zu werden.

    Es ist schwer Menschen für dieses Thema zu sensibilisieren, da es keine sichtbaren / spürbaren Folgen hat und damit auch denkt es betrifft einen selbst nicht. Wenn dieser Kommentar nur einen Menschen zum denken anregt wäre es schon eine tolle Sache.

    In dem Sinne, einen schönen Tanz in den Mai 🙂

  79. @Andy
    Zum Beispiel könnte Deine Krankenkasse auf die Idee kommen Dir die Beiträge zu erhöhen, weil Du Dich nicht „genug“ bewegst. Oder es gibt eine Gesetzesänderung und Du bekommst danach überhaupt keine Krankenversicherung mehr weil Du zu einer Risikogruppe gehörst und die Krankenkassen Dich ablehnen dürfen. Oder… Es gibt soviele Szenarien und in ausnahmslos allen verliert am Ende immer der Kunde. Sobald erst einmal eine relevante Masse der Kunden ihre Daten naiv bereitwillig zur Verfügung gestellt haben wird dies auch entsprechende Begehrlichkeiten bei den Versicherungen wecken. Und Du kannst absolut hundert Prozent davon ausgehen, dass dies nicht zu Deinem Vorteil sein wird.

  80. Toll.
    Heute bekomme ich Rabatt, wenn ich mich mehr bewege.
    Morgen zahle ich mehr, wenn ich mich nicht bewege. Dass ich kaputte Knie habe und deswegen nicht laufen kann interessiert dann keinen.
    Und Übermorgen muss ich mich Wollunterwäsche bei Temperaturen unter 5 Grad anziehen.
    Und was passiert noch später? Ich muss für eine Versicherung Höchstpreise zahlen, weil ich krank bin?
    An meinem Daten ist eben etwas besonderes! Sie gehören mir.

  81. Sadasia says:

    es gibt so eine Karte. die nennt sich elektronische Gesundheitskarte. Damit lässt sich wesentlich mehr Schindluder betreiben als es Fitness tracker je könnten. Aber bezeichnet die Leute ruhig weiter als dumm weil sie keine Probleme mit den lächerlichen Daten haben die irgendwelche Tracker ausspucken während ihr selber rund um die Uhr vom BND und NSA ausspioniert werdet und eure Daten in der Cloud stellt. Dumme Doppelmoral. Von daher, wer im Glashaus sitzt sollte nicht mit Steinen werfen.