Daten-Sammelwut: Xiaomi wehrt sich gegen Vorwürfe

Viele Unternehmen sammeln Daten, auch Xiaomi. Dass man dabei zu sammelwütig war, wurde dem Unternehmen nun im US-Medium Forbes angekreidet. Im Bericht kommt man zu dem Schluss, dass die verschiedenen Webbrowser von Xiaomi Daten an Server des Unternehmens senden. Man behauptet, dass die gesendeten Daten eine Historie aller besuchten Websites enthielten, einschließlich der URLs, aller Suchmaschinenanfragen und aller in Xiaomis Nachrichten-Feed angesehenen Elemente sowie Geräte-Metadaten. Selbst wenn man im Inkognito-Modus unterwegs ist, sollen Daten bei Xiaomi landen.

Xiaomi selbst hat nun dazu Stellung bezogen. Man glaube, dass die Autoren missverstanden haben, was Xiaomi bezüglich seiner Datenschutzgrundsätze und -politik mitgeteilt habe. Es folgt das Übliche: Die Privatsphäre der Nutzer und die Sicherheit im Internet haben bei Xiaomi oberste Priorität; man sei zuversichtlich, dass man die lokalen Gesetze und Vorschriften strikt befolge und vollständig einhalte.

Im weiteren Verlauf teilt Xiaomi noch einmal mit, wie man Daten sammelt – und welche. Da geht es einmal um die statistischen Daten, die erhoben werden sowie die, die für einen synchronisierten Browser sorgen. Im Inkognito-Modus werden die Browsing-Daten der Benutzer nicht synchronisiert, jedoch werden weiterhin aggregierte Nutzungsstatistikdaten gesammelt, so Xiaomi.

Aber: Die Sammlung von Nutzungsstatistikdaten – Daten (wie Systeminformationen, Einstellungen, Nutzung von Funktionen der Benutzeroberfläche, Reaktionsfähigkeit, Leistung, Speichernutzung und Absturzberichte) – werden aggregiert und können allein nicht zur Identifizierung einzelner Personen verwendet werden, so Xiaomi. Man erhebt aber auch Daten über angesurfte URLs, um Webseiten zu identifizieren, die langsam geladen werden; dies würde dem Unternehmen Aufschluss darüber geben, wie man die Gesamtleistung beim Browsen am besten verbessern könne. Komische Aussage auch. Ob es bei der Nutzung der erhobenen Daten ausschließlich dabei bleibt, wird nicht im Beitrag erwähnt…

Gefällt dir der Artikel? Dann teile ihn mit deinen Freunden.

caschy

Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Seit 2008 ist es Beruf(ung). Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei LinkedIn, Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

Neueste Beiträge

Mit dem Absenden eines Kommentars stimmst du unserer Datenschutzerklärung und der Speicherung von dir angegebener, personenbezogener Daten zu.

18 Kommentare

  1. Sorry, aber wenn man fast 10GB Daten in einem Monat von einem selbstfahrenden Staubsauger nach Hause holt hat das Null mit Datenschutz zu tun, sondern mit „persönlichen“ Interessen der Regierung in dem Land in dem diese Firma ihren Sitz hat. War der Staubsauger meines DAU Chefs, bei mir war das Redmi 2 das erste und letzte Xiaomi Gerät genau aus diese, Grund und das Preisleistungsverhältnis stimmt bei denen schon lange nicht mehr. Redmi war mal die Low Budget Reihe aber mitterweile Kosten die Geräte auch gleich mal 200€. Xiaomi ist halt Chinas Staats Apple.

  2. Wenn das Gerät nicht über den Preis bezahlt wird, dann zahlt man immer mit Daten. Und bei der bisherigen Preisstrategie von Xiaomi auch nicht verwunderlich. Aber man kann die Geräte super rooten und af-wall Firewall installieren. Somit sind alle Datenschnüffler bis zur Erlaubnis gesperrt.

  3. Der Peer says:

    Xiaomi und Privatsphäre in einem Satz klingt irgendwie lustig.
    Wenn einer meiner Besucher seine MIUI Werbeschleuder ins Gast-Wlan hängt, bekommt mein DNS-Filter richtig was zu tun.
    Noch interessanter wird es, wenn man den Traffic untersucht. 2/3 Daten, 1/3 Werbemüll und ’nach Hause telefonieren‘
    Andere Hersteller sind auch nicht viel besser, aber noch lange nicht so gierig nach Daten wie Xiaomi.

  4. Als ob Apple und google das nicht täten….
    Pi-Hole dazwischen und schon mal gut durch gewischt !

    • Aha, Apple und Google schicken also vollständige URLs unverschlüsselt an Server in Russland und Asien, auch im Inkognito Mode?

      Quelle?

      • Joe_Bofhl says:

        Auch wenn die URLs verschlüsselt in die USA übertragen werden, ist das nicht besser! Und ja, auch Apple und Google übertragen Daten immer und überall…
        Und schaltest du die Nutzung der (mobilen) Datenübertragung aus, speichern beide die Daten so lange auf dem Smartphone bis es eben wieder eine entsprechende Möglichkeit gibt! Und wer genau sagt wohin die Daten aus den US-Servern weiter-verteilt werden – auch nach Russland und Asien?

        Ich denke mal, in den Bereich gibt es keine Musterschüler, nur mehr oder weniger große Lügner.

        • Wolfgang D. says:

          @Joe_Bofhl „Ich denke mal“
          Das Problem ist, genau das macht ihr Paniker eben nicht. Es reicht nicht, den BOFH gelesen zu haben – man muss es auch verstehen können. Was du machst, ist sinnloses pauschales Geheule.

          Zum einen willst du Daten von anderen nutzen – sonst ist ein Smartphone nämlich ohne Zweck – und hast bei der Einrichtung explizit den Nutzungsbedingungen zugestimmt. Zum anderen kann man problemlos bei Geräten für die EU diversen Werbesammlungen und Datenerhebungen widersprechen bzw. setzt den Haken erst gar nicht.

          Bei internationalen Geräten oder bestimmten Regionen (wie bei dem Global ROM MIXM, oder Geräten der Region Indien mit expliziten Werbeeinblendungen) handhabt das Xiaomi eben anders, je nach lokaler Gesetzgebung. Dennoch ist das Übertragen von Browser-URLs ausgerechnet im privaten Modus eines Browsers, egal ob verschlüsselt oder nicht, + Auswertung, sogar gegen die eigene Policy ein grober Verstoß.

          Weshalb wohl auch gerade der MIUI Browser bei meiner Chinagurke auf V12.1.4-g aktualisiert wurde – „Bekannte Bugs behoben“, LOL

  5. CafeGrande says:

    Ich bin von Honor auf Xiaomi gewechselt.
    Plötzlich reicht mein Datenvolumen nicht mehr aus.
    Alle Berechtigungen entzogen und nun klappt es einigermaßen.

  6. Xiaomi wurde schon wieder bei der Spionage und dem anschließenden Lügen erwischt.
    Ich bin schockiert.
    Und das nachdem sie in den letzten Jahren schon mehrmals dabei erwischt wurden wie sie Kontaktlisten und Vorschaubilder an chinesische Server schicken.

  7. Tipp von mir: Mit Hilfe von Xiaomi ADB Fastboot Tools alle unnötigen und suspekten Xiaomi Standard-Apps deinstallieren.
    https://github.com/Szaki/XiaomiADBFastbootTools

  8. pulitzer says:

    das reicht keider nicht, das problem ist im bootloader im kernel verwurzelt
    und wird auch nicht von einem tool erkannt , bevor der user was sieht sind die daten schon raus und weg
    die kommunistischen bastarde sind nicht doof

    • Christian says:

      Bei Google zahlt man immer mit Daten, ist bei Apple auch nicht anders Wer Angst hat, seine Daten preiszugeben, sollte sich eine Telefonzelle ins Haus stellen. Schaut euch zudem mal Samsung an, die sind auch kein deut besser

  9. Wolfgang D. says:

    Ziemlich halbgares Statement von Xiaomi, auch das Update dazu. Aber was sollen sie schon groß antworten, wenn man (mal wieder) mit der Hand in der Keksdose erwischt wird.

    Meine Frage wäre, ob ein Alternativ-ROM wie das von den xiaomi.eu Köchen hier besser abschneidet – schließlich wird da nur Originalsoftware verarbeitet und etwas aufgeräumt. Vielleicht werden dabei auch die Spywarekomponenten entfernt?

  10. Christian says:

    Bei Google zahlt man immer mit Daten, ist bei Apple auch nicht anders Wer Angst hat, seine Daten preiszugeben, sollte sich eine Telefonzelle ins Haus stellen. Schaut euch zudem mal Samsung an, die sind auch kein deut besser …

    • Wolfgang D. says:

      @Christian
      Wenn einer bei Unrecht erwischt wird, ist es also ok, auf andere zu zeigen oder es stillschweigend hinzunehmen, oder sich einzuschließen?
      Seltsame Auffassung, alle rasen mit 120km/h durch die Stadt, dann ist es wohl korrekt? Und warum sollte ich dann zuhause bleiben, statt gegen falsches Verhalten vorzugehen? In China gibt es doch auch Sozialpunkteabzug…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Du willst nichts verpassen?
Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den Hauptfeed abonnieren. Alternativ könnt ihr euch via E-Mail über alle neuen Beiträge hier im Blog informieren lassen. Einfach eure E-Mail-Adresse hier eingeben, dann bekommt ihr 1x täglich morgens eine Zusammenstellung. Mit dem Absenden willigst du unserer Datenschutzerklärung und der Speicherung von dir angegebener, personenbezogener Daten zu.