Dashcams: russische Verhältnisse auf deutschen Straßen

artikel_dashcamEs gibt wohl kaum einen Internetnutzer, der noch nicht über eines der berühmte Dashcam-Videos aus Russland (und auch anderen Ländern) gestolpert ist. Massenhaft im Netz zu finden dokumentieren die Videos Verkehrsunfälle oder andere skurrile Ereignisse. Eigentlich sind die Videos dazu gedacht, die Schuldfrage bei Verkehrsunfällen zu klären, wenn man die Zusammenschnitte anschaut, versteht man auch wieso. Nun werden solche Dashcams auch in Deutschland immer beliebter. Wundert nicht, sie sind nicht teuer und man kann alles aufnehmen, was man unterwegs so vor das Fahrzeug bekommt, die Handhabung ist einfach. Aber wie sieht es eigentlich rechtlich aus? Dürfen Dashcams in Deutschland bedenkenlos eingesetzt werden?

Wie so oft bei neuen Trends gibt es dazu keine eindeutige Antwort, da der Einsatz der Armaturenbrett-Kameras in Deutschland noch nicht geregelt ist. Es ist bei uns sowohl juristisch noch ungeklärt, ob solche Aufnahmen als Beweis verwertet werden dürfen. Aber auch die Datenschützer wollen den Einsatz von Dashcams nicht ohne Gegenwehr hinnehmen, denn nach aktuellem Datenschutzrecht verletzten fortwährende Aufnahmen das Persönlichkeitsrecht der aufgenommenen Personen.

Bundesdatenschutzbeauftragte Andrea Voßhoff dazu im Gespräch mit der Neuen Osnabrücker Zeitung:

„Wenn eine Dashcam dazu genutzt wird, den Verkehr lückenlos zu dokumentieren, ist dies datenschutzrechtlich unzulässig.

Deren [Anm.: gefilmter Personen] Grundrechte überwiegen in einem solchen Fall grundsätzlich gegenüber dem Interesse des Dashcam-Nutzers an einer eventuellen Beweissicherung.“

Erlaubt ist eine Nutzung allerdings dann, wenn man nicht dauerhaft filmt und die Nutzung rein privat ist. Voßhoff erklärt dies am Beispiel einer Familie, die in den Urlaub fährt und die Überfahrt der Fehmarnsund-Brücke aufnimmt, darf dies datenschutzrechtlich unbedenklich tun.

Von Versicherungen und Polizei gibt es hingegen Lob für Dashcam-Aufnahmen. Leuchtet ein, kann so ein Video sowohl der Polizei als auch den Versicherungen jede Menge Arbeit sparen. Automobil-Clubs fordern hingegen Klarheit bei der Regelung, damit Unfallbeteiligte die Videos auch vor Gericht als Beweis einbringen dürfen.

Ein Datenschutz konformer Ansatz könnten zum Beispiel Kameras an Fahrzeugen sein, die Aufnahmen verschlüsseln und nur befugten Personen, sprich Polizei oder Versicherungen, Zugriff auf das Material geben. Über dies und andere Fragen wird auf dem diesjährigen Verkehrsgerichtstag in Goslar diskutiert und beraten. Dass dann auch eine Regelung zum Einsatz der Dashcams in Deutschland kommt, kann aber noch dauern.

Wie seht Ihr den Einsatz von Dashcams, vor allem in Deutschland? Kaufen kann man sie, verwenden darf sie man eventuell, aber auch nicht so wie gedacht, da es keine Regelungen gibt. Interessieren würden mich die Meinung von beiden Seiten, also als Filmender und als Gefilmter. Setzt Ihr vielleicht sogar bereits eine Dashcam ein?

dashcam

Gefällt dir der Artikel? Dann teile ihn mit deinen Freunden.

Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

Das könnte dir auch gefallen…

Mit dem Absenden eines Kommentars willigst du unserer Datenschutzerklärung und der Speicherung von dir angegebener, personenbezogener Daten zu.

69 Kommentare

  1. DashCam->Ja
    Bundesdatenschutzbeauftragte-> Nein

  2. Dashcam ist gekauft und wird demnächst immer laufen.
    Warum auch nicht? Mit Handy gefilmt wird auch immer und überall,da schert sich niemand drum.

  3. Beim recherchieren auf Urteile gestoßen? Falls ja fällt auf, dass die letzten beiden Pro Dashcam waren. Und das ist gut so.

  4. Laut WBS-Law bzw. SOLMECKE, eindeutig in Deutschland verboten.

  5. eine Idee wäre auch, dass maximal 24 Std. Altes und 2 h an Maerial gespeichert wird. Ähnlich wie bei der Bahn in Zugabteilen.
    Nur die Frage wie man das beim besten Willen steuern kann… nur solche die die Vorgabe einhalten (technisch) sind vor Gericht erlaubt? 2 Std. bzw. 24h sollte reichen, dass wenn was Wichtiges passiert, man es sichern kann und es nicht verloren ist. Oder auch andere Werte. Aber was sich durchsetzt / erlaubt wird… keine Ahnung…

  6. Analogkäse says:

    Ich hab mein altes Nokia N8 dafür in Verwendung. Funktioniert auch gut.

  7. DragonHunter says:

    ich versteh das brimborium nich…
    Ich darf doch auch einfach in die Stadt gehen und von der Menschenmasse Bilder machen, oder von Gebäuden…
    Aber die Dashcams sind probematisch?

    Is doch ernsthaft kein Problem… die Cams laufen immer, zeichnen fortwährend auf… irgendwann ist der Speicher voll, die wenigsten werden ihr Laptop direkt anschließen um, den zu 99% langweiligen Verkehr, permenent aufzuzeichnen.
    Und bei nem Unfall, drückt man einen Knopf, oder per Sensor automatisch, und die letzten 5 Minuten (Sollte wohl reichen) bleiben gepeichert, der Rest geht über de digitalen Jordan… Und nur eine Strafverfolgungsbehörde oder Versicherun kann diesen Modus wieder abschalten, sodass wieder der Modus wie vorhin beschrieben läuft…

    Diese Paranoia der Datenschützer geht mir echt zu weit…
    Neuerdings darf man in Schulen nicht mal mehr nen Notenschlüssel rausgeben, weil „man könnte ja dadurch Rückschlüsse ziehen, wer welche Note geschrieben hat“… als ob das nicht eh munter ausgeplaudert wird *Vogel zeig*

  8. Ich werde auch bald eine Cam im Auto haben.
    Finde die Datenschutzrechtlichen bedenken dabei komisch. Ich zeichne ja nicht auf um so viele Menschen wie möglich auf Band zu haben. Außerdem, wer bitte speichert denn diese ganzen Filmchen dauerhaft? Ist nichts passiert, wird der Tag gelöscht. Fertig.
    Finde es dabei auch komisch das es heißt, im Urlaub Filmen ist ok, auch wenn ich Leute Filme (Quelle: http://www.zdf.de/dashcams-dauerueberwachung-im-strassenverkehr-thema-beim-verkehrsgerichtstag-in-goslar-41970212.html) Bedeutet ja also das es doch irgendwie auf den Hintergrund der Aufnahme ankommt, und der ist definitiv nicht um die Privatsphäre irgendwelcher Fußgänger zu verletzen.

  9. Es ist doch wirklich wie unglaublich doof manche Menschen sind. Es steht oben im Beitrag, das kurzzeitige Aufnahmen sehr wohl zulässig sind, aber Langezeitaufnahmen eben nicht. Auch mit einem Mobiltelefon, kann man eben nicht alles und jeden fotografieren oder filmen, da gibt es gewisse Regeln. Wenn Ihr eine Dashcam so toll findet, dann habt Ihr sicher auch nichts dagegen, wenn ich mit einer Drohne Euch filme, wenn Ihr nackt im Garten, Terrasse oder Balkon mit Eurer Frau liegt. Sportsfreunde, denkt doch einfach mal ein bisschen weiter, es würde Euch nicht schaden.

  10. Einfach spezielle Kameras, die immer nur die letzten 5-10 Minuten aufnehmen und auch die löschen, sobald die Cam ausgeschaltet wird.
    Sollte doch wohl zur Beweissicherung bei einem Unfall ausreichen.
    Bei der Überwachung öffentlicher Plätze, Straßen macht sich ja auch kaum einer Sorgen um den Datenschutz. Oder dürfen nur staatliche Institutionen über jeden Zweifel erhaben diese Art der Prävention betreiben?

  11. Bin auch eher pro dashcam eingestellt, da ich die gesetzlichen Bestimmungen in Deutschland eh als überaltet empfinde. Wer sich im öffentlichen Raum bewegt ist sich dessen bewusst gesehen zu werden, da sollte eine Aufnahme nicht anders bewertet werden als Mitmenschen die einen sehen.

  12. @ Leif:
    Dem öffentlichen Raum kannst du dich aber nicht entziehen. Oder möchtest du mir sagen, dass es ja mein Problem ist, wenn ich mich erdreiste, mich im öffentlichen Raum zu bewegen? 😉

    Zum Video:
    Man könnte den Eindruck bekommen, dass in Russland das Autofahren ohne vorherigen Wodkagenuss verboten ist …

  13. commandertom66 says:

    Warum die Datenschutzfrage so wichtig ist, verstehen wirklich nur die, die 1983 schon auf der Welt waren und das dortige Urteil des BVG zur Volkszählung miterlebt haben. Die Kernaussage daraus lautet: „Die Anerkennung des informationellen Selbstbestimmungsrechts als vom Grundgesetz geschütztes Gut begründet das Bundesverfassungsgericht aus der Gefährdung der freiheitlichen Grundordnung durch vom Betroffenen unbeherrschte Datensammlungen unter den Bedingungen moderner Informationstechnik. Wer nicht wisse oder beeinflussen könne, welche Informationen bezüglich seines Verhaltens gespeichert und vorrätig gehalten werden, passe aus Vorsicht sein Verhalten an (Panoptismus). Dies beeinträchtige nicht nur die individuelle Handlungsfreiheit, sondern auch das Gemeinwohl, da ein freiheitlich demokratisches Gemeinwesen der selbstbestimmten Mitwirkung seiner Bürger bedürfe.“ Aus diesem guten Grund sind eben ständige und vom Aufgezeichneten nicht beeinflußbare Aufzeichnungen datenschutzrechtlich verboten, außer es gibt hierzu eine begründbare Gefährdungslage für bestimmte öffentliche oder private Rechte. Dies ist bei einem KFZ regelmäßig nicht anzunehmen, weil man davon ausgehen kann, dass nach der StVo die Regel ist, defensiv und zurückhaltend zu fahren und niemanden anderen zu gefährden und deshalb ein Unfall unwahrscheinlich ist. Aus diesem Grund wiegt in dem Fall der Dashcams das Recht auf informelle Selbstbestimmung der Aufgezeichneten höher als das schutzuwürdige Interesses des Aufzeichnenden, sein Eigentum im seltenen Fall eines Unfalls zu schützen. Wenn wir alle unsere Güter schützen wollten, dann hätten wir heute in allen Bereichen Videoaufzeichnung und ein freies, ungezwungenes Bewegen wäre für eine Gesellschaft nicht mehr möglich. Es muss auch weiterhin noch Schutzbereiche ohne Aufzeichnung geben, deshalb sind auch zu Recht Drohnenflüge mit Kamera streng reglementiert.

  14. Rechlich ist es ein Unterschied, ob ich etwas aufnehme oder ob ich diese Aufnahme dann veröffentliche. Das reine Aufnehmen sollte eigentlich kein Problem sein, aber veröffentlichen darf ich das nicht, wenn die Persönlichkeitsrechte anderer dadurch beeinträchtigt werden.
    Es gab tatsächlich ein Urteil, das die Verwertung als Beiweismittel als unerlaubte Veröffentlichung gilt.

  15. Ich glaube das führt zu besserem Verhalten im Verkehr und bin daher pro Dashcam.
    Allerdings sag ich das als Radfahrer, der häufig geschnitten, zu eng überholt, abgedrängt oder angehupt wird.

  16. TÜV Siegel drauf und gut. Wenn gebrochen oder aufgerissen,kein beweismittel zulässig. Datenschutz zufrieden, TÜV zufrieden und Autofahrer zufrieden.

    Die Datenschützer haben trotzdem einen an der klatsche. Die bauen mehr Bürokratie auf und hemmen dadurch den Fortschritt.

  17. In der Praxis kann man sowieso nicht kontrollieren, wer irgendwas aufnimmt – insofern stellt sich mir die Frage, ob eine Regulierung nicht sowieso nur Leute mit redlichen Absichten kriminalisiert, während sich die mit bösen Absichten darum auch nicht scheren.

    Etwas völlig anderes ist die Veröffentlichung, allerdings keineswegs nur von Dashcams, sondern von *allen* Bildaufnahmen im öffentlichen Raum. Bisher ist da generell keinerlei Anonymisierung erforderlich – das sollte man IMHO mal überdenken. Bei mir erzeugt jedenfalls ein Zeitungsfoto, wo man Kennzeichen fahrender Autos lesen kann, mehr Bauchschmerzen als die russischen Idioten-Videos. Punkte sind hier vor allem die zeitliche Nähe (das Foto ist vermutlich vom Vortag) und die zu erwartende Zahl der aus dem Umfeld des Halters stammenden Nutzer…

  18. @commandertom66
    Das versteht auch einer der danach auf die Welt kam. Er sieht aber auch daß das Gesetz nichts wert ist. Vom Staat selbst kann es durch ein anderes Gesetz ausser Kraft gesetzt werden (um jeden unter Generalverdacht zu stellen). Und für die Informationswirtschaft gilt es auch nicht. Und dann sind da noch die Geheimdienste. Es hat schon seinen Grund warum das Gesetz nicht dem Grundgesetz hinzugefügt wurde. Da wären die Hürden für Ausnahmen viel zu hoch.
    Siehe Schufa und ähnliche Agenturen die keine volle Auskunftspflicht haben, Einwohnermeldeämter die ihre Register verkaufen, Konzerne die massiv persönliche Daten nach Übersee schaufeln, SWIFT-Abkommen, Flugdaten-Abkommen, Vorratsdatenspeicherung, etc.

    @LordRonny
    Wenn jeder das Siegel einfach lösen könnte dürfte der Datenschutz auch nicht zufrieden sein.

  19. Solange der Staat u. div. Einrichtungen überall Videoüberwachungskameras laufen lässt um zu schauen ob ich mich auch brav verhalte, solange werde ich Dashcams einsetzen um damit meine evtl. Unschuld bei einem Unfall zu dokumentieren. Es gibt so viele Unfallbetrüger, dass man auch die Möglichkeit haben muss sich selbst zu verteidigen. Es gibt auch ein Recht auf Selbstverteidigung.
    Abgesehen davon, wieder ein typisches Deutsches Problem. Woanders gibt es kein Problem damit.

  20. @Holgi
    Eher ein deutsches Privileg. Ein Privileg sich nicht überall überwacht fühlen zu müssen.
    Mir passt es ganz und gar nicht überall und von jedem gefilmt zu werden.
    Dem Staat wird es gefallen, dass die Masse brav Ihre Rechte freiwillig abtritt.

  21. Meine Dashcam müsste aber einen Schnell-Löschknopf haben, wenn ich wüsste, dass ich selber die Schuld hab 😉

  22. @christian @schröpke Danke

  23. Genießen wir einfach die nächsten 10 Jahre – länger wird es wohl nicht mehr dauern, bis jeder seine persönliche „Truman-Show“ hat, ob er nun will oder nicht…

  24. Solange die ganzen Filmchen n i c h t im Internet landen, was ja wie obiges Beispiel zeigt massenhaft geschieht, sollte man die Kameras nutzen dürfen. Die Aufnahmen müssen unbedingt privat, also bei einem selber, oder als Beweismittel bei Polizei und Gericht verbleiben.
    Es geht für mich nicht um die Aufnahme an sich, sondern um deren öffentliche Verbreitung.

  25. Unabhängig von dem Datenschutz mal ein Kommentar: Meines Wissens nach darf man privat zwar filmen, aber nicht als Beweismittel vorlegen, wohl aber darf man filmen und die Polizei darf das Material als Beweis sichern. Sprich, wer unverschuldet in einen Unfall geriet und so ein Teil hat, sollte dezent die Polizei darauf hinweisen, damit sie die Beweise sichern kann.

  26. @commandertom66
    Wo waren denn die Datenschutzbeauftragten bei der letzten Volkszählung? Wo sind die Datenschutzbeauftragten beim dauerhaften Filmen von Straßenkreuzungen, Tunnel, öffentlichen Plätzen, Bussen und Bahnen (zum Schutz des Eigentums!)? Wie sieht es mit dem dauerhaften Aufzeichnen von KFz-Kennzeichen aus? Nach Ihrer Auffassung wäre dann auch das Überwachen der Lastkraftwagen per ‚Tachoscheibe‘ bereits ein Verstoß gegen die informationelle Selbstbestimmung. Überwachung durch Geheimdienste? Ich warte auf den Aufschrei!

    In Deutschland sehe ich zwei Möglichkeiten das Chaos auf den Straßen einzudämmen. Die Strafen wg. Verstößen um 500% zu erhöhen bzw. wie in den nordischen Staaten abhängig vom Jahreseinkommen zu machen. Da kann es dann auch mal sein, dass der Täter einige zehntausend Euro auf den Tisch legen muss. Die Abschreckung durch den _tiefen_ Griff in des Deutschen Geldbeutel dürfte einen Großteil der Chaoten unter Kontrolle halten. 20km/h zu schnell? Kann gerne auch 250 Euro kosten. Ich pendle jährlich ca 45000km und ich kann sagen, dass es in den vergangenen Jahren immer rücksichtsloser wurde mit steigender Tendenz. Ein Anpassung der Bußgelder ist längst überfällig.

    Da der Staat eine drastische Erhöhung aber nicht vorsieht kommt für mich die zweite Möglichkeit in Frage. Dashcams mit der dauerhaft aktivierten Funktion, die Aufnahmen nach 15 Minuten automatisch zu löschen. Da Dashcams ohnehin Beschleunigungssensoren integriert haben, werden bei einem Aufprall die Bilder der letzten x-Minuten dauerhaft gespeichert und der ‚Überschuss‘ wird gelöscht. Die Versicherungen können dies meinetwegen gerne zertifizieren und entsprechende Kameras an die Kunden ausgeben oder sogar montieren lassen. Im Falle eines Unfalls _mit unklarem Hergang_ können die Versicherungen und die Polizei dann die Geräte zur Wahrheitsfindung heranziehen. Der Gesetzgeber müsste lediglich die Gesetze nachbessern, in dem lediglich Aufnahmen von tatsächlich geschehenen Unfällen zugelassen werden bzw. Nötigungen, Beleidigungen und Abstandsverstöße ausgeschlossen werden, sofern sie nicht unmittelbar zum Unfall geführt haben oder durch den Unfall entstanden sind. Ebenfalls dürfen die Aufnahmen per Gesetz nicht veröffentlicht werden – ob mit oder ohne aufgezeichnetem Unfall. Die Geldstrafen für Verstöße durch eine Veröffentlichung (Internet, TV usw) sollten ebenfalls ordentlich bestraft werden.

  27. Ja, ich bin ganz eindeutig dafür, weil …. wie wir alle jeden Tag auf der Straße erleben dürfen, die Anzahl der Verrückten immer mehr zu nimmt.
    Plötzlich kommt man unversehens in die Lage, „beweisen“ zu müssen, daß der andere Verkehrsteilnehmer die einfachen Regeln nicht beachtet. Traurig, aber auch unser Verkehr entwickelt sich zu russischen Verhältnissen.

    Und warum sollte man diese Filmchen im Internet veröffentlichen ? Manchmal zweifle ich doch am „gesunden“ Menschenverstand unserer Politiker.

  28. Nachtrag zu meinem vorherigen Beitrag: ich ziehe die Erhöhung der Geldbußen/Strafen gerne der Videoüberwachung durch Dashcams vor!

  29. Ich filme mit einer Dashcam niemals direkt eine Person, sondern immer das Geschehen auf der Straße. Somit hat keiner Anspruch auf seine Persönlichkeitsrechte. So wie „Fraggle“ es beschrieben hat, lief es vor kurzem in meiner Gegend. War ein polnischer LKW-Fahrer. Hat funktioniert.

    Ich überlege mir auch schon einige Zeit mir eine Dashcam zuzulegen. Mal gucken 😉

  30. Ich bin Dashcam-Benutzer und habe sie nur zum Selbstschutz gekauft. Es sind einfach zu viele Egoisten im Straßenverkehr. Wenn irgendetwas passiert, wird sich rausgeredet und man bleibt auf seinem Schaden sitzen. Irgendwie ist es schon sehr verdreht, wenn man mit Tacho 55 in der Stadt unterwegs ist, wo 50 erlaubt sind und man mittels Lichthupe genötigt wird, schneller zu fahren. Seit der Dashcam fahre ich selber auch regelkonformer. Mal eben noch bei Gelb Gas geben und über die Kreuzung brettern ist nicht mehr. Es würde bei einem Unfall aufgezeichnet sein (so fix kann man dann die Aufnahme nicht mehr löschen).

  31. „Ein Datenschutz konformer Ansatz könnten zum Beispiel Kameras an Fahrzeugen sein, die Aufnahmen verschlüsseln und nur befugten Personen, sprich Polizei oder Versicherungen, Zugriff auf das Material geben.“
    Wenn ich sowas lese kommt mir das Frühstück hoch. Woher kommt so ein Gedankengang? Welches grundsätzliche Verständnis fehlt da? Wo muss man da ansetzen? Am besten gleich fordern, dass jedes Auto eine solche Cam haben muss, und die Daten „verschlüsselt“ an Befugte (also Polizei und Versicherungen) übertragen werden müssen. Das fände ich mal eine gute Idee.

  32. Ich bin total überrascht, dass so viele Leute hier planen eine dashcam einzusetzen. Woher kommt denn dieser Schub? Ich glaube in Russland wird das beliebt getan, weil extrem viele Polizisten da einfach korrupt sind.

  33. @pietz: Ein korrupter Polizist würde dir deine Dashcam einfach wegnehmen 😉

  34. @buzztea
    „Mal eben noch bei Gelb Gas geben und über die Kreuzung brettern ist nicht mehr.“
    Ich liebe ja die Menschen, die den Sicherheitsabstand des folgenden Fahrzeugs mal ausprobieren müssen, und bei Geld eine Vollbremsung machen, und dann genau auf der Haltelinie zum Stehen kommen. Ja, sie haben wahrscheinlich Recht, die Gefährdung, einfach noch bei Gelb drüber zu fahren, wäre aber geringer gewesen. Eine Teilschuld wird was wahrscheinlich aber dennoch geben.

  35. In den Innenstädten, Bahnhöfen etc. herrscht nahezu staatliche Totalüberwachung, aber der private Autofahrer soll das zur Beweissicherung aus vorgeschobenen Datenschutzgründen nicht dürfen und das bei Aufnahmen, die er nichtmal im größeren Rahmen veröffentlichen, sondern nur zur Beweissicherung im Falle eines Falles einsetzen will. In Verkehrssachen wird vor Gericht oft gelogen, dass sich die Balken biegen, solche Beweise wären für die Wahrheitsfindung ein Segen.

  36. Ob ein massenhafter Einsatz von Dashcams dazu führt dass alle auf einmal ganz brav fahren wage ich ernsthaft zu bezweifeln. Video-Überwachung auf öffentlichen Plätzen führt auch nicht dazu dass weniger Straftaten begangen werden.

    Ich bin contra Dashcam, da ich der Meinung bin dass derzeit schon zuviel unnütz gefilmt (und manchmal online gestellt) wird. Der Schutz der Privatsphäre – auch im öffentlichen Raum – ist mir wichtiger.

  37. Ich hab jetzt seit zwei Jahren eine dashcam in meinem neuen Auto und möchte es auf keinen Fall mehr ohne haben.
    Diese Geräte gehören einfach zur Grundausstattung eines jeden Autos, genau wie auch navi oder überhaupt bordcomputer. Verstehe auch gar nicht, wieso dashcams nicht schon längst standardmäßig ab Hersteller verbaut werden, bei navis klappts doch immerhin nun auch.

  38. Im Prinzip ist das ja was feine, zumindest um Unfälle aufzuklären. Wäre aber da nicht der Hintergedanke, das man mit seinem eigenen Videomaterial vielleicht Beweise gegen sich selber produziert. Anhand eines solchen Videos kann mit Sicherheit die gefahrene Geschwindigkeit ausgerechnet werden. Im Überwachungsstaat Deutschland würde es nicht verwundern wenn die Polizei irgendwann solch Videomaterial bei einer normalen Verkehrskontrolle analysiert.

  39. Einfach das Gesetz „pro Dashcam“ ändern. Ist ja jetzt nicht sooooo schwer alte Gesetze anzupassen

  40. Kenne da einen netten Fall, der hier durch die lokale Presse ging. Ein Mann mit Dashcam nimmt einen Unfall (vor ihm) auf und gibt das Material als Beweismittel ab. Das Material wird vor Gericht zugelassen und der Unfallverursacher erhält eine hohe Geldstrafe. Daraufhin verklagt der Unfallverursacher den Dashcam-Besitzer wegen Verletzung des Persönlichkeitsrecht, gewinnt vor Gericht und erhält eine höhere Summe als er bezahlen muss. So sind die Verhältnisse in Deutschland.

  41. Ich verstehe das Problem nicht. Mir hat meine Dashcam, welche übrigens vorne und hinten aufnimmt und auch noch Fahrzeugdaten via ODB inkludiert (Ist halt kein 49 EUR Pearl Modell), schon einen Fall gewinnen lassen obwohl die Zeugenlage 4vs1 war (das die 4 im Gegner Farhzeug zusammenhalten dürfte einleuchten).

    Allerdings ist so eine „ordentliche“ Dashcam auch sinnvoll konfiguriert: Sie nimmt zwar fortwährend den Verkehr auf, jedoch nur eine gewisse Zeitspanne X im Ringpuffer.

    Kommt es zu einer Situation (ABS Eingriff, Unfall (Airbag), etc.) oder ich löse Manuell aus, wird eine Zeitspanne X vor dem Event permanent gespeichert. Der Rest wird nachwievor verworfen da Ringpuffer.

    Das is das einzig sinnvolle Konfigurations Szenario. Und dann stellt sich auch die Frage nach dem Datenschutz nicht mehr in dem Maße.

    @Greghouse:

    Anhand des Videomaterials die gefahrene Geschwindigkeit zu messen ist zwar prinzipiell möglich, jedoch nur bei speziellen, kalibrierten, Kameras erlaubt. Diese Kameras haben unter allen Umwelteinflüssen stets die gleiche Bildwiederholrate etc. und sind auch extrem umstritten. Gibts oftmals in Tunnel bzw dazwischen (A70).

  42. Seit wann sind private Aufnahmen im öffentlichen Raum ohne Veröffentlichungsabsicht in Deutschland verboten? Der Autoverkehr ist fraglos öffentlicher Raum und keine Privatsphäre. Die Datenschützer sollten aufpassen, sich nicht von der deutschen Raserlobby vereinnahmen zu lassen.

  43. Was man aber in den russischen Videos am besten sieht ist, das die meisten Unfälle aufgrund von überhöhten Geschwindigkeiten oder verkehrswidrigen Verhaltens passieren.

  44. Seit wann sind private Aufnahmen im öffentlichen Raum ohne Veröffentlichungsabsicht in Deutschland verboten? Der Autoverkehr ist fraglos öffentlicher Raum und keine Privatsphäre. Die Datenschützer sollten aufpassen sich nicht von der deutschen Raserlobby vereinnahmen zu lassen.

  45. MonteCaterno says:

    @Manu: Kannst Du uns denn mal verraten was für eine Dashcam du genau hast?

  46. Pelztierchen says:

    Die Massenhafte / Flächendeckende Verbreitung von Dashcams würde – so ist zu hoffen – die Verkehrsraudies, die leider in nicht unerheblicher Zahl unsere Strassen bevölkern und sich selbst (nicht so schlimm) aber leider auch zahlreiche andere gefährden zu vernünftigem Verhalten nötigen. Die Verwendung von Aufnahmen auch kontinuierlichen Aufnahmen zum Zwecke der Strafverfolgung sollte frei sein. Es sollte erlaubt sein kontinuierlich nach vorne und hinter und zur Seite zu filmen. Es sollte aber auch weiterhin rechtlich verfolgt werden, wenn die Aufnahmen zu irgendeinem anderen Zweck als der Wahrung eigener Rechte und Rechten Dritter eingesetzt werden. Insbesondere sollte die Veröffentlichung der Aufnahmen weiter rigoros verfolgt werden und eine Überlassung der Aufnahmen nur an die Polizei, Staatsanwaltschaft bzw. Gericht erlaubt sein.

  47. Angesichts der hohen Zahl an Menschen die in Deutschland jedes Jahr ihr ganzes Hab und Gut durch Unfallbetrüger verlieren wird es langsam Zeit, dass diese Dashcams vorschrift werden und ständig laufen. Dazu finde ich sollten die Bewegungsdaten aller Verkehrsteilnehmer vollständig und vorsorglich aufgezeichnet und unbegrenzt gespeichert werden. #sarcasmoff
    Jetzt mal im Ernst wie hoch ist denn der nachweisbare(!) Gewinn an Rechtssicherheit durch diese Dashcams? Ich bin selbst Bahn- und Radfahrer und nur gelegentlich Carsharingnutzer, deshalb könnte mir das Thema auch fast egal sein – denn auf den meisten meiner Wege werde ich bereits Videoüberwacht. Genützt hat mir das noch nie etwas, aber das mulmige gefühl eingebracht, dass die Polizei protokollieren könnte wann ich zur Arbeit gehe und wann ich wo bin. Dazu kommt noch die Vorratsdatenspeicherung. Und jetzt meinen die Autofahrer auch noch, dass sie privat den öffentlichen Raum überwachen dürfen?!
    Ich behaupte diese ganze Viedeoaufzeichnerei bringt gar nichts außer chilling effects.

    P.S.: Ausnahmsweise bin ich mal ganz bei Frau Voßhof, niemand hat was dagegen wenn mit diesen Kameras gelegentlich schöne Bilder für den privaten Gebrauch gemacht werden. Aber generell privat den öffentlichen Raum überwachen ist daneben.

    P.P.S: Außerdem sollten alle auch daran denken, dass als nächstes die Radfahrer damit anfangen werden und dann die Fußgänger. Wird prima wenn wir uns dann alle ständig gegenseitig filmen „zum Selbstschutz“.

  48. Haha, die russischen Dashcam Videos. Schnee, Selbstüberschätzung und Wodka sind ne super Kombination 🙂

  49. Manuel Calavera says:

    Als Betroffener, der zum Glück bereits eine DashCam nutzt, kann ich nur ein absolutes PRO aussprechen.

    Vor zwei Jahren ist mir eine Fahrerin in die Seite gefahren, als sie auf einem Baumarkt-Parkplatz ausparken wollte, während ich auf dem Weg zur Ausfahrt war. Ohne zu schauen ist sie rückwärts heraus. Die Polizei vor Ort nahm nichts auf (an sich waren die Beteiligten sich einig), sagten jedoch, dass die Dame eine Anzeige bekommen würde, sollten wir es doch aufnehmen wollen. Beide bestätigten im Grunde ihre Schuld.

    Auch die gegnerische Versicherung bestätigte mir am Telefon, dass der Fall wohl klar sei und ich entschädigt werden würde. Es kam leider anders: Die Dame hat wohl alle Register gezogen und nicht die Wahrheit erzählt. Dadurch bekam ich eine Teilschuld und die Versicherung wollte nur noch 500 € der 3000 € Schaden zahlen.

    Nachdem ich dann einen Anwalt eingeschaltet hatte, dieser mir jedoch nur empfohlen hat mit der Versicherung zu reden, kam ich dem nach und nach weiteren bangen Wochen erfolgte die Bestätigung der 100%igen Übernahme der Reparatur.

    …aber nur, weil ich eine Aufzeichnung von dem Unfall vorliegen hatte, dank der Kamera. Ich hatte keine Anzeige bei der Polizei gemacht, mir keine Zeugen gesucht (wobei es im Grunde auch keine gab) und mich (naiv und gutmütig) darauf verlassen, dass die Unfallverursacherin ihre Schuld eingesteht.

    Meiner Meinung nach zeigen DashCams in vielen Fällen endlich auf, was wirklich passiert ist, ohne dass ein Winkeladvokat alles verbiegt, nur weil der Klient mehr Geld oder Macht hat. Diesen Hickhack um den Datenschutz finde ich persönlich bullshit – denn wer alles aufzeichnen will findet andere Methoden. Und bei den reinen Nutzern schmeißt die Cam sowieso alles chronologisch weg, wenn der Speicher voll ist.

  50. Dashcams halte ich für wichtig um Unfallhergänge gut aufklären zu können, maßlos übertriebenen Datenschutz an falscher Stelle hingegen nicht.

  51. @Manuel Calavera dein Fall ist ein sehr schönes Beispiel für einen anekdotischen Beweis – damit kann man im Grunde gar nichts belegen. Zumal du ja, wie du selbst schreibst darauf verzichtet hast den Rechtsweg zu gehen. Und nur weil du kein Vertrauen in den Rechtsstaat hast (warum eigentlich?) soll ich von jedem Hanswurst jetzt gefilmt werden dürfen?
    Und wie gesagt – der nächste Schritt sind die Radfahrer und anschließend kommen die Leute mit privaten Bodycams. Wo würdest du denn da eine grenze ziehen und warum

    (Versteh mich nicht falsch ich will dir gar nicht ausreden das dir das geholfen hat – warum ich deshalb aber damit leben soll im öffentlichen Raum ständig und überall gefilmt zu werden leuchtet mir nicht ein).

  52. um Unfallhergänge nachzuvollziehen ok , aber nicht um andere anzuschwärzen .. so nach dem Motto.. „der war zu schnell“. „der hat nicht geblinkt“ usw..

  53. Ich frage mich, wie viele der hier nach mehr Datenschutz schreienden Personen gleich im Anschluss nach ihrem Beitrag erst einmal ihren Facebookstatus checken 😉

  54. Manuel Calavera says:

    @stefan
    Kein Thema, ich verstehe das schon nicht falsch. Es gibt immer Pro und Kontra. 🙂

    Es war eher so, dass ich gar nicht an die Kamera gedacht habe. Der Unfall ist passiert, ich nahm an, die Verursacherin sieht ihren Fehler ein und ich habe in dem Moment gar nicht daran geglaubt, dass sie es gegen mich verwenden würde. Das meinte ich mit gutmütig und naiv. Meine Anwältin hatte mich später bereits zusammengefaltet, warum ich so doof war. 😉

    Auf dem Heimweg fiel mir das mit der Kamera ein (meist blende ich aus, dass sie da ist) und da wurde mir erst klar, dass ich keinen Fehler gemacht habe. Ich war langsam genug und sie hätte mich bei einem Schulterblick jederzeit erkennen müssen.

    Das mit dem ‚jederzeit filmen‘ verstehe ich, denke aber nicht, dass jeder Bundesbürger losrennt und sich eine Kamera kauft, nur weil es irgendwann abgesegnet wird. Und im Grunde werden wir doch bereits überwacht. Kameras an großen Kreuzungen und dort, wo viele Menschen sind. Plus die ganze Thematik über Smartphones, Kommunikationsanbieter, -dienstleister und -überwacher.

    Und der Privatmann hat bereits die Technik an der Hand, um uns jederzeit auf Schritt und Tritt verfolgen zu können. Die Kamera und das Mikrofon im Smartphone sind der Traum eines jeden Agenten des Kalten Krieges, würde man annehmen. Aber macht es jeder? So wie Du es als ‚BodyCam‘ bezeichnet hast? 😉

    Generell habe ich Vertrauen in den Rechtsstaat. Doch je nach EInkommen eines Beschuldigten wird das entsprechend aufgeweicht – schau Dir den Hoeneß an. Oder Edathy. Wenn „Hänschen Müller“ Steuern hinterzieht oder kleine Kinder anfasst, wird der aber für Jahre in das tiefste Loch geworfen und der Schlüssel lange Zeit vergraben. Aber das steht auf einer anderen Kiste.

    Vor Tagen hat mich ein Fahrer älteren Semesters geschnitten, zur Vollbremsung genötigt und ist ohne Beleuchtung in seinem Sportwagen auf der falschen Straßenseite durch die Stadt gefahren. Nur mal hypothetisch angenommen, er hätte genug Finanzen und/oder Beziehungen in der Hinterhand, glaube ich nicht 100%ig daran recht zu bekommen, hätte ich ihn gemeldet. Im besten Fall Aussage gegen Aussage. Fall geschlossen.

    Wieder einmal habe ich es mit der DashCam aufgenommen. Wäre ich ihm bei seinem Fahrmanöver in die Seite gefahren, hätte ich wahrscheinlich mindestens Teilschuld bekommen, weil man wieder alles so unklar gewesen wäre. Ist wieder nur ein Beispiel, es zeigt jedoch, dass die Technik helfen KANN, dass Situationen klar dargestellt werden können.

    Ein Allheilmittel ist es dennoch nicht, nur eine Hilfe.

  55. Ich persönlich finde, dass Dashcams zum Aufklären eines Unfalls durchaus erlaubt sein sollten. Aber nicht um jeden Raser oder Rechtsüberholer mal eben so als Privatperson anzeigen zu können.

    Wäre ja zu schön wenn man sich nicht mehr auf die Straße trauen dürfte, ohne Angst zu haben das der nächste zur Polizei rennt, weil man vergessen hat zu blinken.
    Unter solchen Umständen sollten nur von der Polizei gefilmte Straftaten erlaubt sein, bei einem Unfall aber auch die Private um die Schuldfrage zu klären.

    Ist jetzt natürlich nur meine Meinung =)

  56. besucherpete says:

    @andiausffm: Wenn Du mich in meinem Garten oder auf meinem Balkon filmst, ist das ganz anders zu bewerten, als wenn ich mich im Straßenverkehr (= Öffentlichkeit) bewege.

    @stefan: Warum man kein Vertrauen in den Rechtsstaat haben kann? Weil die Realität nahezu jeden Tag zeigt, dass die Täter geschützt und die Opfer allein gelassen werden – übrigens auch durch Datenschützer.

  57. Wie @Mike schon sagte, Verletzung des Persönlichkeitsrecht gilt in Deutschland mehr als Nachweis einer Straftat. Bei uns in der Firma wurde mehrfach Geld aus der Kaffeekasse geklaut, also haben wir eine kleine Webcam mit Bewegungsmelder versteckt installiert. Darauf zu sehen war die Putzfrau, die sich das Geld, sowie Kaffee und Eis aus dem Kühlschrank eingesackt hat. Das Video der Konzern-Security übergeben und um Rausschmiss der Putzfrau gebeten. Ergebnis war, dass wir einen „Anschiss“ kassiert haben, weil heimlich gefilmt – Video darf nicht verwendet werden und wir sollen es sofort löschen, sonst kann uns die Putzfrau auf Verletzung des Persönlichkeitsrecht verklagen…

    Verkehrte Welt!

  58. Einfach mal kein Autofahren und lieber das Fahrrad schnappen oder die öffentlichen Verkehrsmittel. Schont die Umwelt und hilft der Gesundheit.

  59. Manuel Calavera says:

    @bongo
    Hmmm… was hat das jetzt mit DashCams zu tun?

    Doch selbst wenn wir alle mit Tretrollern fahren oder zu Fuß gehen gäbe es immer wieder Leute, die sich nicht an die Regeln halten. Dies ist kein motorisiertes Problem, sondern ein menschliches.

    Generell ist Deine Aussage schon korrekt, gehört hier jedoch nicht hin. 😉

  60. Wolfgang Denda says:

    @meiner79
    Da war doch gerade ein Verfahren, wo der Fahrradler auf Auswertung seiner Dashcamaufnahmen bestanden hat. Er wurde wegen verkehrswidrigen Verhaltens verurteilt und der PKW Fahrer freigesprochen.

  61. @saujung

    Jetzt gehöre ich also zu denen, die Unfälle provozieren? Nein, auch ich fahre gelegentlich bei Gelb und das genau dann, wenn ich eine scharfe Bremsung einleiten müsste. Wenn dann jemand hinten reinrauscht, wird wohl der Sicherheitsabstand zu gering gewesen sein. Es gibt aber Situationen, wo man locker bremsen könnte und andere dort aber noch mal Gas geben, um über die Ampel zu kommen. Sowas verkneift man sich, wenn eine Kamera mitläuft. … Und da ich einen Hybriden fahre, vermeide ich energievernichtendes Bremsen. Die Energie leite ich lieber in die Batterie.

    Es gibt einfach zu viele Egoisten auf den Straßen. Ich würde die Dashcam wieder ausbauen, wenn die Verkehrsteilnehmer wieder mehr Rücksicht nehmen würden. Fehler kann jeder machen, aber seinen dicken Kopf durchsetzen und Lügen und Betrügen geht gar nicht.

  62. Warum gehen wir dann nicht noch einen Schritt weiter und zeichnen direkt auch noch die Geschwindigkeit und Position mit auf und senden alles vollautomatisch an die Polizei. Dann würden sich auch alle wieder an die Geschwindigkeitsbegrenzungen halten, Stoppschilder würden nicht mehr überfahren werden,….

  63. Wer nix zu verbergen hat braucht keine Angst haben… Dashcams, Vorratsdatenspeicherung… ist doch immer das selbe

  64. Absolut heuchlerisch von der Bundesdatenschutzbeauftragten. Vorratsdatenspeicherung, tolerierte NSA- und Co. -Überwachungen, Pläne über die Tollcollect-Anlagen zu überwachen, … all das ist in Ordnung, aber sobald Bürger sich im Falle eines Unfalls schützen wollen, wird sofort dazwischen gegrätscht. Mir ist bereits zwei mal jemand von vorne aufgefahren und jedes mal wäre ich ohne Zeugen absolut aufgeschmissen gewesen.

    Statt also eine generelle Unzulässigkeit zu erklären, sollte vielleicht lieber eine Lösung etabliert werden, die rechtens ist. Beispielsweise eine Endlosschleifenaufnahme mit Löschschutz bei besonderen Ereignissen (Beschleunigungen, Bremsungen oder Erschütterungen).

  65. @commandertom66:
    Danke für die Aufklärung der Hintergründe. Gerade dieser „Panoptismus“ ist ein wichtiges Schlagwort finde ich. Viele sind sich der Auswirkungen der Überwachung nicht bewusst.

    Im Falle der Dashcams würde ich in der Frage der Güterabwägung allerdings anders entscheiden. Voraussetzung wäre für mich aber wirklich, dass alles was über die letzten x Minuten hinausgeht gelöscht wird.

  66. Ich war im AK VI des Verkehrsgerichtstages und habe an der Formulierung der Empfehlungen (das „Elaborat“ des VGT) mitgewirkt. Die findet man hier: http://www.deutscher-verkehrsgerichtstag.de/images/empfehlungen_pdf/empfehlungen_54_vgt.pdf

    Um es kurz zu machen:
    Man verkennt die u. U. wertvollen Beweise nicht, die eine Dashcam liefern kann. Man muss aber auch die Persönlichkeitsrechte, die sich aus Datenschutzgesetzen ableiten, demgegenüber beachten.
    Das Ergebnis ist, dass man kurze, anlassbezogene Sequenzen anerkennt, sofern es um einen (drohenden) Unfall geht. Verdachtsunabhängige, dauerhafte Überwachung bleibt verboten.
    Insbesondere will man auch das „Hilfssheriffstum“, zu dem sich manch einer berufen fühlt, im Keim ersticken, indem bei im Grunde folgenlosen Verkehrsvergehen derartige Aufzeichnungen nicht zu Beweiszwecken herangezogen werden sollen.
    Und man möchte, dass es möglichst in der EU einheitlich geregelt wird.

  67. Ich glaube, bei dieser ganzen Diskussion geht es auch darum, dass die Behörden zusätzliche Ermittlungsarbeit auf sich zukommen sehen. Wenn plötzlich vermehrt Videobeweise auf dem Tisch lägen, ließen sich die Vorfälle nicht mehr so einfach mit dem üblichen „einigen Sie sich untereinander“ vom Tisch wischen und man hätte plötzlich mehr Arbeit damit.

    Mir selbst passiert, ein Linienbus hat mich rigoros abgedrängt, es kam zum Unfall, der Busfahrer fuhr einfach weiter und ich blieb auf dem Schaden sitzen. „Zum Glück“ war es nur ein Mietwagen, ich blieb also „nur“ auf der Selbstbeteiligung sitzen. Von der Polizei bekam ich eine „kostenlose, mündliche Verwarnung“, ich sei „scheiße gefahren.“ … Dann die Ankündigung, wir bekämen alle einen Anhörungsbogen, der Busfahrer würde anhand der Uhrzeit und der Liniennummer ermittelt, blablablabla. Nichts ist passiert, es wurde nie irgendwas ermittelt.

    Ich bin ganz klar pro DashCam. Ich pendle seit über 20 Jahren jeden Tag insgesamt 70km, mich muss keiner mehr von dem Nutzen dieser Cams überzeugen. Anders kommt man heute leider nicht mehr zu seinem Recht.

  68. @TheK: „Bei mir erzeugt jedenfalls ein Zeitungsfoto, wo man Kennzeichen fahrender Autos lesen kann, mehr Bauchschmerzen“ <- Guck mal genauer hin. Normale Aufnahmen enthalten die Kennzeichen, sobald aber über Unfälle berichtet wird, werden die Kennzeichen der beteiligten Fahrzeuge verpixelt.

  69. @stefan: „Angesichts der hohen Zahl an Menschen die in Deutschland jedes Jahr ihr ganzes Hab und Gut durch Unfallbetrüger verlieren“ <- Es gibt da so etwas das nennt sich Versicherungen. Die bewahren einen genau davor. Wenn man natürlich die 80€ im Jahr an der Versicherung spart hat man Pech.

Du willst nichts verpassen?
Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den Hauptfeed abonnieren. Alternativ könnt ihr euch via E-Mail über alle neuen Beiträge hier im Blog informieren lassen. Einfach eure E-Mail-Adresse hier eingeben, dann bekommt ihr 1x täglich morgens eine Zusammenstellung. Mit dem Absenden willigst du unserer Datenschutzerklärung und der Speicherung von dir angegebener, personenbezogener Daten zu.
Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessern. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.