Corona-Krise verpasste der Nintendo Switch und „Animal Crossing: New Horizons“ einen Schub

Die Corona-Krise wird uns noch einige Zeit begleiten: Ich rechne fest, damit, dass die Infektionsraten wieder stark ansteigen werde, wenn ich mir so anschaue, wie sich einige Menschen leider nach Lockerung der Ausgangsbeschränkungen aufführen. Die Wirtschaft hat durch die Pandemie schweren Schaden genommen, einige haben allerdings auch profitiert – Netflix zum Beispiel. Und auch Nintendo zählt wohl eher zu den Gewinnern.

So haben die Analysten der NPD Group einmal einen Blick auf den US-Markt geworfen.  Insgesamt seien die Einnahmen im Gaming-Bereich im März 2020 auf die höchsten Werte seit dem März 2008 geklettert – 1,6 Mrd. US-Dollar konnte die Branche umsetzen. Sowohl die Hard- als auch die Software-Verkäufe stiegen. Die Hardwareverkäufe wurden sogar noch deutlicher angekurbelt.

Auch in Deutschland konnte man ja beobachten, dass die Nintendo Switch plötzlich komplett ausverkauft gewesen ist. Verantwortlich ist wohl auch ein unerwarteter System-Seller: „Animal Crossing: New Horizons“. Das gemächliche Spiel, in dem es um alltägliche Aufgaben wie das Ernten von Früchten, das Fischen und die Plauderei mit anderen Inselbewohnern geht, hat in Zeiten der sozialen Distanz den perfekten Nerv getroffen. So spielen auch die Community-Aspekte im Franchise „Animal Crossing“ seit jeher eine enorme Rolle.

Ich fand die Spielereihe immer stinklangweilig und extrem monoton, meine Mutter hingegen ist seit Jahren ein Fan – obwohl sie sonst alles andere als eine passionierte Gamerin ist. Genau da spielt „Animal Crossing“ aber dann eben wohl seine Stärken aus und holt Leute ins Boot, die sonst nicht die typischen Zocker sind. Die NPD nimmt an, dass das Spiel mit seinem Release im März 2020 eben zum perfekten Zeitpunkt erschienen sei und sogar den Videospielemarkt insgesamt beflügeln konnte.

Tatsächlich kann auch ich kaum in meinen Facebook-Feed schauen, ohne neue Beiträge zu „Animal Crossing: New Horizons“ zu erspähen. So gab es da in den sozialen Netzwerken einen regelrechten Hype um den Titel – auch in Deutschland. Vermutlich hat das eben auch stark dazu beigetragen, dass sich die Nintendo Switch im März 2020 so gut verkauft hat wie seit März 2017 nicht mehr. Sie stellte da auch locker alle anderen Konsolen in den Schatten.

Allerdings wurden in den USA auch die PS4 und Xbox One deutlich besser im März 2020 verkauft als im gleichen Zeitraum im Vorjahr. Das Coronavirus scheint die Leute also zu Gamern zu machen.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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8 Kommentare

  1. Was bitte ist den die NPD-Group?

  2. MoshPitches says:

    Ich habe Animal Crossing damals als 10-jähriges Kind als erstes auf dem DS gespielt. Seitdem habe ich in jedes AC hunderte Stunden investiert. Heute bin ich 24 und ich liebe es nach wie vor. Ich bin passionierter Spieler und zocke fast alles, aber Animal Crossing ist definitiv in meinen Top 5 Franchises.

    • Meine Tochter ist 21 und sie und ihr Freund spielen das gerade STUNDENLANG. Ich verstehe es nicht, aber jedem das Seine. Habe das schon mal irgendwo geschrieben, meine Frau und ich hatte mit 21 andere Dinge im Kopf oder sonstwo.

      • MoshPitches says:

        Ja den Kommentar habe ich gelesen 😀
        Spiele das auch mit Freundin gemeinsam. Dennoch haben wir auch offline noch unseren Spaß 😉

  3. Tja, wäre ja auch zu schön gewesen wenn die Menschen ihre Freizeit plötzlich mit etwas Kreativität oder mal zum Reflektieren genutzt hätten. So dröhnt sich halt jeder zu bis das Hamsterrad wieder im Normalbetrieb läuft. ;D /Satire

    Ich denke allerdings nicht, dass die Infektionszahlen jetzt wieder großartig steigen werden – gibt ja auch Studien die unter Bezug auf die schwammige Datenlage dazu gekommen sind, dass die Kontaktsperre keinen signifikanten Einfluss bei der Eindämmung gehabt hat. Die Schulen bleiben weiterhin zu. Und warum kleine Händler geschlossen bleiben sollen, während die Supermärkte offen sind und weit mehr Publikumsverkehr haben, erschließt sich mir auch nicht. Ich kenne übrigens keinen einzigen Kassierer bei mir in der Gegend, der in dieser Zeit krank geworden, geschweige denn an COVID-19 erkrankt ist. Und da sind durchaus auch ein paar ältere Semester dabei. Von daher: Keine Panik.

    • Also ich wohne in Kiel und hier haben wir jetzt wieder regelmäßig „hohe“ Zuwächse von 10-15 Fällen pro Tag. Das muss nichts bedeuten, aber bei uns geht die Kurve momentan mit großen Schritten wieder rauf, nachdem sie zuvor gesunken ist.

      Das deckt sich auch mit dem Verhalten der Leute, ich wohne an einer Hauptstraße und der Verkehr hat in den letzten Wochen wieder deutlich zugenommen, auch am Sonntag. Also ernstgenommen hat das distanzieren hier seit Ostern kaum noch wer.

      Muss man mal beobachten, aber die Zahl der Erkrankten geht bei uns stramm nach oben, während es vorher gemächlich nach unten ging.

      Die Läden wieder aufzumachen, war das absolut falsche Signal.

  4. joshuabeny1999 says:

    Meine Schwester hat sich wegen Animal Crossing zum Lehrabschluss eine Switch Lite gewünscht. Auch weil man pro Konsole nur eine Insel haben kann und ich es auf meiner Konsole bereits angespielt habe. Es ist mein erstes Animal Crossing und seit ich dieses Game habe, bin ich auch viel mehr am spielen mit der Konsole. Ist echt ein tolles Game und macht richtig Spass.

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