Corona-Krise treibt Senioren zum Online-Banking

Laut dem Branchenverband bitkom habe die Corona-Krise dem Online-Banking in Deutschland einen spürbaren Schub verpasst. Das sei vor allem bei Senioren zu bemerken, die vorher noch in die Filialen gestapft seien, nun aber vermehrt erstmals das Online-Banking beanspruchen. 8 von 10 Bundesbürgern erledigen mittlerweile ihre Bankgeschäfte online.

Im vergangenen Sommer lag der Anteil erst bei 73 Prozent. Unter den Älteren ab 65 Jahren fällt der Anstieg von 22 Prozent auf 39 Prozent in diesem Zeitraum besonders deutlich aus. Damit nutzen laut bitkom also 6,5 Millionen Senioren Online-Banking. Im Vorjahr waren es erst 3,7 Millionen, 2019 noch 3,5 Millionen.

Von den 16- bis 29-Jährigen (97 Prozent) und den 30- bis 49-Jährigen (96 Prozent) nutzten fast alle Online-Banking. Bei den 50- bis 64-Jährigen seien es 92 Prozent. Die Ergebnisse sollte man aber natürlich mit einer gewissen Vorsicht genießen: Man erhob sie über eine telefonische Umfrage mit 1.003 Personen in Deutschland, an der Bürger ab 16 Jahren teilgenommen haben.

Dabei schaute man auch, nach welchen Kriterien die Befragten ihre Banken auswählen. Wichtigste Auswahlkriterien für alle seien weiterhin die Höhe der Einlagensicherung (98 Prozent), die Höhe der Bankgebühren (97 Prozent) und die kostenlos nutzbaren Geldautomaten (97 Prozent). Schon danach folgt jedoch eine benutzerfreundliche Online-Banking-App (86 Prozent). Die App erscheint damit wichtiger als das Herkunftsland der Bank (82 Prozent), der gebührenfreie Zugang zu Bargeld im Ausland (78 Prozent) oder das Engagement der Bank für Nachhaltigkeit (75 Prozent). Letzteres geben vermutlich auch viele aus Gründen der sozialen Erwünschtheit an, unterstelle ich.

Zwei Drittel (67 Prozent) achten laut Befragung auf eine breite Angebotspalette beim Online-Banking. Das sind mehr als diejenigen, die eine bekannte Marke wollen (60 Prozent). Fast genauso wichtig (59 Prozent) ist inzwischen die Möglichkeit, Mobile-Payment-Angebote wie Google Pay oder Apple Pay nutzen zu können. Weniger wichtig sind mittlerweile die persönliche Beratung am Schalter (58 Prozent) sowie viele und leicht erreichbare Filialen (58 Prozent). 43 Prozent achten zudem auf Kundenbindungsprogramme und Prämien.

Online-Banking wird dabei immer stärker zum Smartphone-Banking: 64 Prozent der Online-Banking-Nutzenden greifen zumindest hin und wieder zum Smartphone dafür. Direkte Folgen hat die zunehmende Verbreitung von Online-Banking für das Filialgeschäft. So geben 38 Prozent derjenigen, die auf Online-Banking setzen, an, dass sie ausschließlich das Online-Angebot nutzen und keinen Kontakt mit Bankangestellten mehr in einer Filiale haben. Unter den Jüngeren von 16 bis 29 Jahren besucht sogar eine Mehrheit (53 Prozent) nie eine Filiale. Vermutlich ist das in vielen Fällen sowieso nicht mehr möglich, da sicherlich viele Menschen Direktbanken ohne Filialstruktur nutzen.

Eine Mehrheit von 71 Prozent geht auch davon aus, dass die Corona-Pandemie das Filialsterben beschleunigen werde. Noch etwas mehr, 79 Prozent, glauben aber, dass die Banken die Pandemie als Vorwand nutzen, um Filialen zu schließen. Sprich, sie nehmen an, die Pandemie kommt sozusagen ganz gelegen, um unliebsame Filialen dichtzumachen und Geld zu sparen.

Rund die Hälfte der Befragten, 48 Prozent, sagt jedoch, sie würde die Bank wechseln, sollte die eigene Filiale vor Ort geschlossen werden. Unter den Älteren ab 65 Jahre liegt der Anteil mit 60 Prozent wenig überraschend deutlich höher.

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33 Kommentare

  1. So hat die ganze Sache auch was Gutes, schade nur, dass es dazu erst so eine Situation gebraucht hat …

    • Ich sehe beim Onlinebanking direkt keine Nachteile, allerdings sehe ich auch nicht, dass es „was Gutes“ hat, wenn alte Leute nicht mehr in die Filiale gehen. Arbeitsplätze werden gestrichen, eventuell einsame Menschen bekommen noch weniger soziale Interaktion.

      • @kOOk
        Das sehe ich auch so. Es sind in den letzten Jahren sehr viele Filialen geschlossen worden. Nicht nur auf dem ‚platten Land‘ sondern auch in den Städten. Und ja, das mit dem Bankenwechsel kann ich z. B. bei den Eltern meiner Partnerin bestätigen. Im Ort wurde zuerst die Volksbank geschlossen. Dann wurde das Konto der Eltern bei der ortsansässigen Sparkasse eröffnet. Die Sparkasse schloß ein paar Monate darauf.
        Kann man sicherlich irgendwo nachlesen wie viele Mitarbeiter z. B. der Berliner Volksbank, die auch etliche Filialen in der Stadt geschlossen hat, den ‚goldenen Handschlag‘ bekommen haben. Eingie davon sicherlich auch in den Vorruhestand.

        • Wer mit der Filialdichte von Sparkassen und Volksbanken ein Problem hat, ist aber nicht nur einen Schritt vom Online-Banking entfernt, sondern noch auf der Stufe „ich hole mir jede Woche 50€ am Bankschalter“…
          Wer dafür ’nen Geldautomaten nutzt, findet den zumindest hier grob alle 5 km in den Dörfern.

          • Die Sparkasse hier bei uns hat nicht nur diverse Filialen geschlossen (die eine oder andere wurde gerade mal vor gut zwei Jahrzehnten eröffnet), sondern kurze Zeit später auch den dortigen Geldautomaten entfernt. Klar, die würden wohl vor allem von den Kunden der konkurrierenden Direktbanken genutzt.
            Bargeld gibt es noch diversen Supermärkten, aber die werden auch weniger

      • Dafür gibt’s ja Smarte Assistenten.
        In einigen Jahren werden wir im Alter mit Siri, Alexa und Co reden und anschließend die Inkontinenz-Windel wechseln.

      • Bestimmte Entwicklungen haben immer Arbeitsplätze gekostet, auch schon vor hundert Jahren, dass ist also nichts, was jetzt neu wäre, und zurück möchtest Du doch sicher auch nicht. Das macht es für die Betroffenen natürlich nicht besser, ist aber eine Entwicklung der Zeit, die früher oder später jeden ereilen kann.
        Da finde ich den Hinweis auf die soziale Interaktion sehr viel besser, und ich stimme Dir zu, dass dringend etwas gegen die zunehmende Vereinsamung insbes. älterer Menschen getan werden muss. Aber das sollte auch anders möglich sein, als um jeden Preis so etwas wie Filialnetze von Banken und Sparkassen aufrecht zu erhalten, wo doch schon längst absehbar ist, dass das ein auslaufendes Modell ist, was durch die letzten beiden Jahre zwar beschleunigt, aber nicht ausgelöst wurde.

        • Ich glaube das frühere Entwicklungen nicht so schnell und allumfassend waren wie heute.

          • Im Gegenteil; die Industrialisierung des 19. Jahrhunderts hat noch viel massiver Arbeitsplätze verlagert. Und das sowohl fachlich (klassische Feldarbeit brauchte noch ein riesiges Heer an komplett ungelernten Hilfsarbeitern!) wie auch geographisch (denn die Fabriken waren relativ zentral gelegen).

            • Hallo TK, nur daß es früher eben eher ungelernte und das „Wanderproletariat“ traf. Heute sind es vielfach im industriellen Bereich FacharbeiterInnen und angestellte im unteren bis mittleren Verwaltungsbereich und bei den Banken und Sparkassen auch die Angestellten mit fachlich guter Ausbildung . Also ein ganz anderer Personenkreis. eine gute Ausbildung und ein guter Schulabschluß sind heute eben kein Garant mehr für ein gutes Ein- und Auskommen. Warum findet man soviel Mittelschicht bei AfD und Wutbürgern? Verlust von Arbeitsplatz- und Lebensstandardsicherung treiben menschen leicht in die Fänge derer die einfache Antworten feilbieten. Vielleicht sind diese nach meinung vieler Leute die „digital ist fein, Filialensterben ist gut“ denken, Tendenzen auch gesellschaftsschädlich. Eine funktionierende lokale Dienstleistungslandschaft , angefangen vom Lebensmittelladen, Supermarkt bis hin zur Bankfiliale umd dem Versicherungsvertreter und einer gut entlohnten Facharbeiterschaft sind der soziale Kitt der die Mitte der Gesellschaft zusammenhält. Wer alles outsourct, online über Callcenter nach Takka-tukka-Land verlagert und es als „zeitgemäß“ hinnimmt daß hier die Basis für die Mittelschicht wegbricht muss sich über die Zunahme radikaler Tendenzen nicht wundern. Nicht immer alles sinnlos abreissen wo „Filialbetrieb“, „menschliche Beratung“ oder „nicht-digital“ draufsteht. Das sind Strukturen die es braucht und die uns nach dem II. Weltkrieg groß und gesellschaftlich stabil gehalten haben. Ich verzichte gern auf ein bisschen „alles digital“ wenn ich weiß dafür behalten menschen in meinem Lebensumfeld ihre Arbeit , ihr Einkommen und ihren sozialen Status.

        • Naja
          junge Leute leiden, gerade unter Corona-Bedingungen, mindestens genauso und das interessiert die Boomer auch überhaupt nicht.
          Jeder für sich selbst

      • Naja, soziale Kontakte… wenn dann die Omi oder der Opa mit Bargeld aus der Bank überfallen wird ist der Vorteil auch dahin. Oder zum Beispiel in unschönen Wetterlagen dann zum Beispiel bei Glatteis unbedingt noch Bargeld abholen möchten oder gar ihrer Meinung nach „müssen“. Sehr viele Senioren setzen sich da einfach selbst einem gewissen Druck aus. Die Mitarbeiter der Bank sind oftmals nur noch „Verkäufer“ um die Bankprodukte zu preisen. Diese Mitarbeiter müssten im hintergelagerten Kunden-Support ausgebildet werden. Die teuren Mieten in Innenstädten möchte sich jede Bank möglichst sparen. Persönlich ist Bargeldeinzahlung die einzige Sache die bei Direktbanken ein häufiges Problem darstellt. Mal mehr als nur kostenfrei 100€ an einer Supermarkt Kasse.

    • Was soll daran gut sein?
      Nur weil man gezwungen ist etwas zu tun, heißt noch lange nichts das man dies gerne tut.
      Für die meisten Senioren in meinem Umkreis ist du zunehmende Digitalisierung eine ganz schlimme Situation.
      Auch wenn es hier und da natürlich Ausnahmen gibt.

      • Das ist richtig, aber wir alle sind Zwängen ausgesetzt, mit denen wir irgendwie umgehen müssen – jeden Tag. Natürlich ist sowas wie Digitalisierung nicht für alle gleichermaßen toll und für viele ist das sicher auch eine größere Herausforderung. Aber letztlich kommt man irgendwann an den Punkt, dass man sich mit bestimmten Dingen auseinander setzen muss oder eben abgehängt wird. Und das geht nicht nur älteren Menschen so (die oftmals gar nicht so „klassisch alt“ sind, wie viele meinen), sondern für uns alle.

    • Wieso etwas Gutes? Setzt ja voraus dass das Online-Banking das Leben grundsätzlich besser macht. Es kann das Leben bequemer machen 😉

      “ Noch etwas mehr, 79 Prozent, glauben aber, dass die Banken die Pandemie als Vorwand nutzen, um Filialen zu schließen. ”

      Jenes. Und das zwingt Leute die kein Interesse am Online-Banking in selbiges. Also ob die Rentner das von sich aus plötzlich wollen. Ich habe das schon seit den Zeiten von Java-Applets. Aber ich kann hier inzwischen weder Sorten bestellen, Sparschwein lehren noch mir bei defekter Karte Bargeld beschaffen. Zweiter Geldautomat abgebaut. Der andere ist jetzt häufiger defekt, kein Personal mehr da. Danke für nichts Sparkasse! Und Gebühren nehmt ihr auch noch. Da schaut die RaiBa gegenüber attraktiver aus. Oder gleich kein Service und nur Direktbank? Selbst schuld.

      Ich bemerke aber auch eine berechtigte Gegenbewegung. Es stören sich immer mehr Leute an der x-ten Smartphone App, wieder einem eingestellten SMS-Verfahren und undurchdachte “Digitalisierung”.

      Das mit den laminierten Corona QR-Codes hätte man gleich anbieten sollen, dass ist gelungener Fortschritt. Jeder versteht es, einfach und erfüllt die Aufgabe. Die Schattenseite sieht man dann bei LUCA. Überflüssig App deren Macher eine breite Installationsbasis ausnutzen wollten. Erinnert mich an die Digitalisierung aus 1995, Win95 und eine inkompatible Fachanwendung von der man nie wieder weg kommt…und sehe ich Zoom und Teams. Geschichte wiederholt sich?

      • Die Unterscheidung zwischen „gut“ und „bequem“ würde ich in diesem Kontext gar nicht treffen. Letztlich ist alles, was das Leben bequemer macht auch etwas, was das Leben besser macht. Das gilt doch für so vieles, das meiste von dem, was wir haben und jeden Tag nutzen, macht das Leben nur bequemer – aber genau dadurch auch ein wenig besser. 😉

        • Bequem und Gut sind Umständge welche unabhängig von einander sind?

          Ein PC mit vorinstalliertem Betriebssystem, dass haben alle und sie können viele Anwendung nutzen: Es war Windows!
          Hier ein kostenloser Messenger, den haben alle und Du musst den jetzt gefälligst auch benützen
          Es war WhatsApp!
          Hier, alles waren zusammen bei einem Anbieter:
          Es war Amazon!

          Das ist alles bequem. Gut ist keines davon?

  2. Das ist nur eine Seite der Betrachtung. Tatsache ist leider auch, dass viele Banken eine Gebühr von 1,50 € oder mehr für eine Überweisung erheben, das Telefonbanking abgeschafft haben (u.v.m.) und so gerade Senioren mit kleinen Einkommen gezwungen haben, auf Onlinebanking umzustellen. Wieviele verzweifelte Menschen in in meiner Hausbank schon gesehen haben, die online keinen Termin zur Hilfe bei der Einrichtung des Onlinebankings ausmachen konnten, weil sie kein Internet haben, sondern nur ein SeniorenSmartphone – unglaublich.

  3. Die Commerzbank will 10000 (!) Stellen streichen. Online-Banking und Digitalisierung hat sicherlich nicht nur seine guten Seiten. Und nein – dadurch werden keine neuen Jobs geschaffen für die Betroffenen.

  4. Banken sind ja letztendlich keine karitativen Einrichtungen für Senioren oder Personal mit sehr begrenztem Einsatzbereich.
    Es werden so oder so immer weniger Kunden werden, die unbedingt auf betreutes Durchführen einfacher Vorgänge angewiesen sind. Das Finanzieren der dafür vor zu haltenden Infrastrukturen wird somit immer unsinniger und nicht vertretbar. Vielleicht wären eine Art Digitaler-Hilfsbüros mit Begegnungskaffee (wir finden da sicher einen tollen Namen) ein Verwendungszweck für Personal und leer stehender Geschäftsräume.
    Hatte ich mir schon mal grob als Geschäftsidee ausgemalt für irgendwann mal. Herrgott, ich habe mit dem Reparieren von Schreibmaschinen und analogen Diktiergeräten das Berufsleben begonnen, bin mittlerweile Linux-Admin im Unternehmen und mache auch mal Versand, Schaltschrankbau und Service für Systeme auf Containerschiffen…keiner kann erwarten den Kram aus seiner Lehrzeit/Studium Stumpf bis zur Rente machen zu können. Das ist Luxusdenke die nirgends auf diesem Planeten läuft!

    • Das ist nicht Aufgabe der Banken. Sehr wohl aber aller Sparkassen. Die sind eine öffentliche Körperschaft und sollen die Bevölkerung mit Finanzdienstleistungen versorgen.

      Nochmal, die Sparkassen gehören euerer Gemeinde. Und die RaiBas sind Genossenschaften und gehören mehr oder weniger einem Teil der Kunden. Die Bürger engagieren sich hier chronisch zu wenig, wohl auch aus fehlendem Wissen.

    • Die Idee solcher Hilfsbüros finde ich genial – wir haben inzwischen so viele Lebensbereiche, in denen eine analoge Infrastruktur nur noch (oft halbherzig) für einen ganz kleinen Teil der Bevölkerung vorgehalten wird. Andersherum ist diese aber für die wirklichen „digitalen Analphabeten“ völlig unzureichend und es wird zumindest eine teilweise Nutzung des Internets an vielen Stellen de facto vorausgesetzt (man denke nur an Impftermine bevor man dafür zum Hausarzt gehen konnte…).

  5. Meine Sparkasse ist Mal wieder fusioniert und erhöht die Preise. Geldautomaten gibt es nur noch 2 von ehemaligen 4. Beim Wechseln tue ich mir aber schwer. Was will man machen. Alles wird teuerer und die Gehälter steigen seit Jahren nicht mehr wirklich. Die endwohlstandisierung in Deutschland geht weiter.

  6. Sollte man den Titel nicht lieber umschreiben in „treibt Senioren dazu, ihre Kinder und Enkel für sie Online Banking durchführen zu lassen“? Ist sicherlich nicht nur bei mir so, dass man immer mehr zum Dienstleister für die älteren Verwandten wird, die sich nicht mehr mit heutiger Technik befassen wollen oder können.

    • Klar, das kenne ich auch. Aber das ist ja nicht nur beim Banking so, sondern schon viele Jahre mit nahezu jeglicher Elektronik. Und die, die es nicht (mehr) können, ist eine Sache, aber die, die es nicht wollen, ist die andere. Und für letztere habe ich tatsächlich nur wenig Verständnis, und die machen nicht unbedingt die kleinere der beiden genannten Gruppen aus.

    • Meine Mutter ist Rentnerin und hat wenig Probleme mit dem Onlinebanking.
      Da sind dann eher so Sachen wie fehlende oder unlogische Funktionen in der App das „Problem“.
      Trifft natürlich nicht auf alle Rentner zu.

  7. Letztlich eine gute Entwicklung. Ich bin immer wieder erstaunt, wie viele alte Menschen offenbar kleine Vermögen zu Hause horten und sie freudigen Herzens angeblichen „in Not geratenen“ Verwandten an der Haustür übergeben. Jeden Tag liest man darüber in der Presse. Vielleicht trägt Onlinebanking dazu bei, daß nicht mehr so viel Bargeld daheim gehortet wird.

    • Das muss einen nicht wundern. Zinsen auf Sparguthaben gibt es schon lange nicht mehr. Ganz im Gegenteil. Eine gewisse Anzahl an Banken verlangt Geld für das Aufbewahren von Geld und damit meine ich nicht mal Schließfächer. Die Filialdecke wird immer dünner und ehrlich gesagt, geht mir das massiv auf die Nerven, denn am Ende bleibt es beim Telefonsupport und dafür zahle ich Kontogebühren? Mal eine Supportmail an die Postbank geschrieben? Oder an die BW Bank? Alles unter 4 Wochen ist rasend schnell. Fax das gleiche. Am Telefon nur Gelaber und teils nicht mal mit Fachkenntnis gesegnet, weil Outsourcing und man landet in Istanbul oder mitten im Ostblock.
      Ältere Menschen auf Onlinebanking zu nötigen, geht gar nicht. An den Supermarktkassen ist das Auszahl-Limit nicht sonderlich hoch, braucht die Oma mal mehr, als nur 100 Euro, sitzt sie locker 1 Std im Bus. Ernsthaft? Und das soll ich als tolle Entwicklung sehen? Zumal viele ältere Menschen mit der Digitalisierung einfach nicht klar kommen. Ich habe davon eigene Fälle im Umfeld. Am Ende bleibt es dann an uns hängen. Vor 15 Jahren hatten wir noch 2 Banken im Radius von 8km, heute keine einzige mehr. Nur noch einen Automaten und der funktioniert nicht wirklich immer. Tolle neue Welt.

    • Da sind Rentner natürlich im Internet besser aufgehoben um einem Betrug zu entgehen…

    • Die Betroffenen gehen ja auch teilweise zur Bank und heben Bargeld für die „Polizei“ ab.

  8. Wieso es hier in den Kommentaren als etwas positives gesehen wird, ist mir nicht ganz klar. Genau wie die meisten hier auf Kreditkarten pochen, von derer zwei quasi alternativlos sind. NAJA…Wenn es wie bei mir in der Stadt ist, in der ein gesamter Stadtteil (ca. 10% Stadtgebiets aber 3% der Einwohner) gar keine Filiale keiner einzigen Bank oder Sparkasse hat, dann ist es keine Wahl sondern Zwang.

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