Continental präsentiert Lenkrad mit Gestensteuerung

continental lenkrad gestensteuerung kleinDer Automobilzulieferer Continental, den meisten wohl für seine Reifen bekannt, hat ein Lenkrad mit integrierter Gestensteuerung vorgestellt. Laut Continental könnte die Gestensteuerung für mehr Sicherheit sorgen, da beispielsweise Telefonanrufe auf diese Weise angenommen werden könnten, statt sich vom Smartphone ablenken zu lassen. Auch die Musikwiedergabe wäre über vordefinierte Gesten unkompliziert zu starten. Der Fahrer sei aber in der Lage während der Bedienung die Augen voll und ganz auf der Straße zu behalten. Dabei ist Gestensteuerung per se in Autos nichts Neues, das Konzept von Continental gibt sich aber besonders ausgefuchst.

So ist das Neue bei Continentals Variante, dass die Gestensteuerung eben direkt am Lenkrad funktioniert. Das klappt, da der Hersteller die entsprechenden Sensoren direkt am Lenkrad verbaut. Konventionelle Gestensteuerungen für Fahrzeuge verlagern den Bereich, in dem Gesten erkannt werden, eher ins Zentrum des Amaturenbretts. Das bedeutet, jedes Mal, wenn der Fahrer die Gestensteuerung beanspruchen möchte, muss er eine Hand vom Lenkrad nehmen. Das birgt natürlich Ablenkungspotential. Continentals Technik umgeht dieses Problem geschickt.

continental lenkrad gestensteuerungAuf dem Bild seht ihr, dass die Bereiche, in denen die Sensoren Gesten verarbeiten, direkt am Lenkrad platziert sind. Durch das Wischen von oben nach unten lässt sich bei Continentals Gestensteuerung etwa durch das Menü des Bordcomputers scrollen. Nicht jeder wird allerdings das durchsichtige Plastik ästhetisch finden, das zu diesem Zweck verbaut wird. Neue Gesten sollen die Fahrer manuell konfigurieren können. Laut Continental habe man seine Technik keineswegs nur für Luxusautos entwickelt, sondern auch für andere Preissegmente.

Technisch gesehen steckt dahinter ein 3D-Kamerasystem mit entsprechendem Bildsensor, welcher die Infrarotsignale des Sensors in 3D-Bilder überträgt. Die Erkennung soll millimetergenau arbeiten. Gesten für folgende Funktionen können automatisch erkennt werden: das Navigationsystem aktivieren, durch Apps wischen, Musik aktivieren, den Bordcomputer bedienen und Anrufe annehmen. Als Gesten spielen in erster Linie horizontale und vertikale Wischbewegungen und leichtes Tappen die Hauptrollen.

Die Idee von Continental klingt vielversprechend. Jetzt darf man gespannt sein, wann die Gestensteuerung übers Lenkrad bei ersten Partnern zum Einsatz kommt und wie hoch die Aufpreise ausfallen könnten.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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5 Kommentare

  1. Berührungsempfindliche Sensorflächen am Lenkrad hat Mercedes bereits in der neuen E-Klasse verbaut! Bei dem heutigen Funktionsumfang wirklich sinnvoll.

  2. Also ….. ic hweiss ja nicht. Wozu gibts denn Multifunktionslenkräder? Ich komme damit super klar.
    Vlt. ist es aber nützlich, wenn man wie Pferdle sagt, sehr viele Funktionen abdecken muss. Aber das geht sicher auch über die MuFuLenkräder. Ob man da unbedingt GEsten einsetzen MUSS? Ich bin da mehr der Freund des haptischen Feedbacks, wenn ich schon nicht hinsehen kann/soll.

  3. Die Frage, die ich mir stelle, ist eher die: Wie lerne ich die Gesten kennen und wie schaffe ich es, dass ich sie nicht vergesse?
    Einen physischen Weiterschalt-Knopf erkenne ich in jedem Auto und auch wenn ich ihn suchen muss, weiß ich, was er tut. Eine Geste muss ich mir merken und kann sie vergessen. Gerade, wenn es viele mögliche Operationen gibt.
    Aber ich würde es trotzdem gerne ausprobieren – eventuell ist es ja ein besseres Erlebnis als ich mir vorstellen kann. Gerade die Anpassbarkeit hat ihre Vorteile …

  4. Thorben Kaufmann says:

    „Berührungsempfindliche Sensorflächen am Lenkrad hat Mercedes bereits in der neuen E-Klasse verbaut! Bei dem heutigen Funktionsumfang wirklich sinnvoll.“
    Sinnvoll ist etwas anderes. Und ob „Der heutige Funktionsumfang“ sinnvoll ist, kann man wohl auch ernsthaft bezweifeln.
    Was da von einigen, ich nenne es beim Namen (Entschuldigung, ihr Kollegen bei der Conti und anderen Auto-Gadget-Päpsten), spinnerten Träumern entwickelt wird ist alles andere als sinnvoll. Es ist bei weitem nicht so – und das zeigen so ziemlich alle Studien, die anständig geführt wurden – daß klicki-bunti und wischi-waschi im Kfz sinnvoll sind. Ein Knopf mit guter Haptik ist immer besser als irgendein Gesten-Feld. Vor allem: Wenn ein Auto zu einem Multimedia-Sofa für die „Generation-Blöd“ verkommt, was man nur noch mit Gesten bedienen kann und eigentlich eine Spielkonsole mit Beförderungsfunktion ist, na dann haben wir ja auch das beste Argument für Fahrspur- und Brems-Assistent und autonomes Fahren, denn die Nutzung von Mobilgeräten am Steuer ist ja verboten – somit muss der Computer ran. Nicht weil ein Händi runterfallen könnte ist es untersagt, sondern weil es vom Straßenverkehr ablenkt. „Beide Hände am Lenker“ benötigt man bei den heutigen Lenkassitenten wirklich nicht mehr (was die Kraft anbelangt). Das dumme ist nur, daß der Standard-Mensch zwar 2 Hände, 8 Finger und 2 Daumen hat, aber nur eine CPU. Ablenkung ist also zu vermeiden.
    Auch wenn ich mit der Wischi-Funktion wie im Bild gezeigt mir die aktuellsten Wetter-Daten auf den Skrien ziehen kann, und das nur mit einem Daumen, ist die Frage wohl berechtigt, was genau sowas soll? Wetter ist gerade draußen und das Wetter am Zielort kann ich leider nicht „liken“ oder „un-liken“ während der Reise.

    Je mehr das Auto zu einer Spielwiese für Multimedia- und Internet-Junkies wird, desto mehr digitale Assistenten braucht die ehemals Fahrer genannte Person an der Spielkonsole. Geht die Entwicklung so weiter, wünscht man sich vielleicht einen extra Fahrstreifen für fahrende Spielkonsolen oder Head-Downs, die es einfach nicht lassen können und sich nicht mehr auf das Fahren an sich konzentrieren wollen, weil es ja so viele Informationen abzurufen gilt, die man nicht verpassen darf.

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