Chipfertigung in der EU: Laut Taiwans Wirtschaftsministerin nur ein Wunschtraum

Es ist kein Geheimnis, dass in der EU der technologische Anschluss in vielen Bereichen verschlafen wurde. Das betrifft sowohl die Bereiche Digitalisierung als auch künstliche Intelligenz. Vermutlich werden wir da in Zukunft wenig mitreden können, während die USA und China den Ton angeben. Im Grunde genommen ist es ja jetzt bereits so, dass nordamerikanische Tech-Giganten und chinesische Hersteller dominieren. Dennoch strebt die EU aktuell danach, unsere Breitengrade für Chip-Hersteller wie TSMC attraktiv zu machen. Geht man nach der Außenministerin von Taiwan, Wang Mei-hua, werde das jedoch scheitern.

Laut der Politikerin werde TSMC seine neuesten Technologien dennoch weiterhin mit Priorität in Taiwan einsetzen. TSMC habe öffentlich mehrfach klargestellt, dass die fortschrittlichste Produktion in Taiwan verbleiben werde. Die Ministerin blickt da offenbar skeptisch auf die EU, da die EU-Kommission angekündigt hatte, dass man dafür sorgen wolle, dass Teile der weltweit fortschrittlichsten Chip-Produktion nach Europa wandern. Gleichzeitig gab sich Wang Mei-hua diplomatisch. Die Zusammenarbeit zwischen der EU und Taiwan sei natürlich ein Thema, das man vertiefen könnte.

Freitag will der EU-Kommissar Thierry Breton sich mit Managern von Intel und TSMC treffen, um über das Thema zu sprechen. Vor allem TSMC wolle Breton dabei gerne in der EU sehen. Offenbar soll da auch mit Subventionen gelockt werden. TSMC hatte sich zur zukünftigen Chipfertigung in der EU bisher aber noch nicht geäußert. Nicht nur in Taiwan stellt der Auftragsfertiger Chips her, auch in China und in den USA hat man bereits Werke errichtet.

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André Westphal

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15 Kommentare

  1. Peter Brülls says:

    Wundert mich nicht. Erstens wäre ein Land schon blöd, ohne Not seine Spitzenstellung in einer Branche aufzugeben, zweitens dürfte das ein halbes Faustpfand sein, dass der Westen Taiwan nicht im Stich lässt wenn China versucht seine Eroberungspläne umzusetzen.

  2. Je mehr USA und je weniger China, umso besser für die Welt.
    Und die EU? Tatsächlich nur ein Wunschtraum.

  3. Der Zug ist seit 30 Jahren abgefahren und genausolange würde es gehen bis wir wieder auf Augenhöhe mit Asien bei der Chipfertigung stehen würden. Dazu fehlt aber das Durchhaltevermögen der Politik und die paar Millionen Euro an Subventionen helfen auch nicht weiter

  4. Naja, ich nehme da immer gerne das Beispiel Airbus. Wenn Europa eine Konkurrenz zur USA oder Asien aufbauen will, dann können sie es, auch wenn man es Verschlafen hat. Ich wünsche mir auch ein Europäisches OS und europäische Smartphones. Keine Lust mehr vor allem Apple oder aber auch Google die kohle in die hand zu drücken. Aber man muss einfach endlich mal loslegen. Leider ist es zu spät, dass das ohne Staat noch klappen wird, da die genannten Hersteller zu viel Macht haben.

  5. Verschlafen wir haben das gesamte Chip Segment hier in Europa ende der 90iger bewusst kaputt gemacht und es nach Asien verkauft, weil wir ja auch auf den Amerikanischen Outsourcing Zug mussten, wir hatten ja das Knowhow hier.
    Wenn gewollt, dann könnte man sicherlich auch hier wieder produzieren und die mehr kosten dürften sich in Grenzen halten da diese Werke meist voll automatisch produzieren und man sich den Transportweg aus Asien spart

    • Kann man so Mal locker machen. Sind 3-5 Jahre Anlagenbau, und zweistellige Milliarden an Kosten. Die Arizona Anlage wurde mit 12 Milliarden veranlasst. Würde ich hier für unsere sonstigen Auflagen fast schon verdoppeln. Neben der Tatsache, dass hier für eine moderne Anlage komplett das Know How fehlt, gehe ich nicht davon aus, dass die EU auch nur ansatzweise die Planungssicherheit bieten will und kann, die notwendig ist. Hier wird kurzfristig Staub gemacht, und sobald sich die Weltproduktion 2022/2023 normalisiert, wird hier das Projekt still und leise begraben. Oder umfunktioniert, statt Produktion wird dann der Made in EU Stempel auf die Verpackung gepresst 🙂

  6. Schön blöd, dass wir die Maschinen, die TSMC benötigt, einfach so an die Exportieren… es ist ja nicht so, dass TSMC alles selber macht und alleine kann. Seit die existieren, arbeiten sie vor allem mit Maschinen aus Europa und den USA. In einigen Jahren können sie das auch selber, bis dahin sollten wir unsere eigenen Foundries aufbauen und ausrüsten, sonst sieht das wirklich düster für uns aus.

  7. Die Älteren werden sich vllt. erinnern: Braunschweig galt mal als „Oker-Valley“ da große Chiphersteller dort ihre/n Sitz und Werke hatten, LSI, intel, Toshiba usw. Man hätte schon vor 30 Jahren die Chance gehabt, auch das Know-How war vorhanden.

    Aber salopp formuliert: Dann hat man es verpennt, Autos waren letztendlich wichtiger. Und wenn man jetzt wieder was aufbauen würde müsste man gleich für Chips 2030 ff planen, das trau ich deutschen Unternehmen zu, allerdings nicht der Politik bzw. EU. Die will maximal „gleichziehen“ statt „vorlegen“.

  8. Ja, und?!?

    Dafür sind wir Weltmarktführer in gendersensibler Sprache, da können alle Ander:*/Innen einpacken!

    • Née, nicht mal das können wir. In Englisch gibt’s ein Artikel für alles „the“ und in deutsch „der“, „die“, „das“. In Englisch heißt es „the beach“. In deutsch „der Strand“ ist aber falsch „Der“ steht für männlich, ist diskriminierend. Richtig muss es „das Strand heißen“ ist neutral. So muss es sich überall durchziehen. Deutsche Sprache ist dafür einfach nicht gemacht. Die Grünen wollen schon die Sprache verbiegen. Aus „Muttermilch“ soll „Menschenmilch“ werden, aus „Mutter“ soll „Gebärende“ werden, aus „Vater“ soll „nicht Gebärende“ werden. Damit beschäftigt sich die Grüne Politik, anstatt das Land voran zu treiben.

  9. Es ist vorbei, schon lange says:

    Hätte hätte, Fahrradkette.
    Schaut euch an wer jetzt 5G Modems entwickelt.
    Siemens HL –> Infineon –> Intel –> Apple.
    . Europa wird niemals mehr aufholen können.
    Zuviel Bürokratie, zu niedrige Gehälter, keine Investitionskultur, Rückständigkeit.

  10. Das wird nichts. Überall wo subventioniert wird, kann nichts werden. Solange subventioniert wird, wird vielleicht noch was passieren um die Gelder abzuschöpfen. Wenn die Subvention weg fallen, wird wieder alles aufgegeben. War schon immer so in der Geschichte.

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