Chaos Computer Club kritisiert Corona-App, technische Basis vielleicht doch noch offen

Gestern hatte ich darüber gebloggt, dass für die deutsche Corona-Warn-App PEPP-PT (Pan-European Privacy-Preserving Proximity Tracing) als Basis dienen solle. Nicht nur in den Kommentaren bei uns, allgemein war die Kritik nicht fern. Denn bei jener technischen Basis werden einige Daten zentral verwaltet, was die Missbrauchsgefahr erhöht. Der angesehene Chaos Computer Club (CCC) hat dazu nun Stellung bezogen und warnt in einem offenen Brief vor diesem Weg.

Der offene Brief ist an das Bundeskanzleramt und den Gesundheitsminister gerichtet. Darin geht man mit dem PEPP-PT-Konzept der Regierung hart ins Gericht und verweist darauf, dass es ironisch sei, dass selbst Apple und Google, welche nicht gerade scheu seien Nutzerdaten zu sammeln, sich gegen den bevorzugten Ansatz der Bundesregierung gestemmt hätten: „Blickt man realistisch auf das Ziel, dass nämlich die App massenhaft genutzt werden soll, dann ist der zentrale Ansatz schon deswegen hinfällig, weil sich die beiden großen Anbieter mobiler Betriebssysteme bereits dagegen entschieden haben. Da kann sich die Bundesregierung noch so verrenken, damit ist der zentrale Ansatz weit entfernt von jeder Möglichkeit zur Realisierung. Gesundheitsminister Jens Spahn kann einen nationalen Alleingang gar nicht durchsetzen, wenn er nun auf den zentralen Ansatz pocht.“

Es sei auch Gesundheitsminister Spahn laut dem CCC klar, dass selbst Laien der zentralen Speicherung von Daten skeptisch gegenüberstünden. Deswegen habe er ja auch schon subtil mit einer App-Pflicht geliebäugelt. Das sei laut dem CCC aber eine technisch hanebüchende Posse, da es auch Millionen Bürger ohne ein Smartphone gebe. Neben dem Chaos Computer Club haben sich auch andere Digitalvereine aus Deutschland, wie die SPD-nahe Denkfabrik D64, die Interessenvertretung Load e. V., das Forum InformatikerInnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung (FifF), die Gesellschaft für Informatik (GI) und die Stiftung Datenschutz gegen PEPP-PT positioniert.

Gemeinsam erklärten die Organisation, dass der gewählte Weg für eine freiheitlich-demokratische Gesellschaft „hochproblematisch“ sei. Es gebe bessere Alternativen und die sollten genutzt werden. Zu hoch sei die Missbrauchsgefahr und zu intransparent, wer auf Dauer möglicherweise noch Zugriff auf die erfassten Gesundheitsdaten erhalte – etwa möglicherweise Geheimdienste. Seitens PEPP-PT, die nur eine Basis für die App bereitstellen würden, betont man, die Daten würden nach spätestens 21 Tagen gelöscht – dem muss man aber blind vertrauen, denn es wäre nicht überprüfbar.

Apple und Google haben sich da bereits entschieden, sie werden Unterstützung für den dezentralen Ansatz in ihre Betriebssysteme bzw. APIs implementieren. Das Bundesgesundheitsministerium versucht nun etwas zu entkräften: Ja, man habe eine Machbarkeitsstudie zur PEPP-PT-Technologie beauftragt. Gleichzeitig behalte man aber weiterhin andere Ansätze im Blick. Der Fokus liege zwar aktuell auf PEPP-PT, eine finale Entscheidung stehe aber noch aus.

Meine Meinung? Ich denke man hatte seitens des Ministeriums nicht mit dem öffentlichen Backlash in diesem Ausmaß gerechnet und versucht deswegen zwar weiter PEPP-PT durchzudrücken, aber die Kritik abzuschwächen. Tatsächlich bin ich persönlich gerne bereit eine Corona-App zu verwenden – bei Verwendung der PEPP-PT-Technik könnte ich das aber nicht mit meinem Demokratie-Verständnis vereinbaren und würde es unterlassen. Wie sieht es bei euch aus?

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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80 Kommentare

  1. Einzig sinnvolle Lösung kann nur der Rücktritt aller Politiker in erster und zweiter Reihe der großen Koalition sein. Dann baldmöglichst Neuwahlen, ohne Verbrannte Alt und Berufspolitiker.

  2. Schön das die Kritik, die in den Kommentaren hier geäußert wurde, nun auch bestätigt wird und man auch darüber berichtet. Die Hinweise auf möglichen Datenmissbrauch und mangelnden Datenschutz sind überdeutlich. So auch die Warnung vor einer lückenlosen, zentralen Verfolgung der Bürger, die sogar als „Horror-Szenario schlechthin“ bezeichnet wird.

    Eigentlich müsste jetzt selbst der letzte Befürworter einer Tracing-App wach werden. Bin gespannt auf die Kommentare.

    • Kann dir nur recht geben. So sehr ich die derzeitige Regierung auch schätze in Sachen Krisenmanagement, wer meint, dass ein Staat, egal welcher, egal wie demokratisch, solch ein Instrument wenn er es einmal hat einfach so wieder aufgibt, der lebt sehr realitätsfern. Auf der anderen Seite stehen aber halt tausende Menschenleben die man damit womöglich retten kann, und ich denke dass kann sicher effektiver geschehen wenn man die Daten auch konsequent auswerten kann. Schwierig.

      • Tausende von Menschenleben hat auch der konsequente Lockdown, der jetzt an allen Ecken und Kanten kritisiert und aufgeweicht wird, gerettet. Dabei ist man ganz ohne Tracing der Tracking ausgekommen. Die Einschränkung der Freiheitsrechte wurde von der Mehrzahl vernunftorientierter Bürger akzeptiert und damit dem Gesundheitsschutz und dem Recht auf körperliche Unversehrtheit der Vorrang eingeräumt. Damit wurde auch einer möglichen Überlastung unseres Gesundheitssystems entgegengewirkt. Wirtschaftliche Auswirkungen wurden durch politisches Handeln weitestmöglich ausgeglichen und es wird da wo nötig auch nachgesteuert. Leider kam es durch kriminelle Handlungen auch vereinzelt zu Missbrauch. Aber genau das sollte uns vor dem durch eine Überwachungs-App ermöglichten Datenmissbrauch eindringlich warnen.

        Ja zum Gesundheitsschutz und zu einer verhältnismäßigen Einschränkung von Freiheitsrechten. – Nein, zur totalen Überwachung durch den Staat!

        • „Wirtschaftliche Auswirkungen wurden durch politisches Handeln weitestmöglich ausgeglichen…“
          Das erzähl mal den Millionen, die in den nächsten Jahren weltweit ihr Auskommen, vllt. sogar ihr Lben verlieren werden. Die ganze Diskussion hier ist doch ein klassisches first-world-problem, während die mesiten Menschen auf dieser Welt schlicht verrecken werden an den wirtschaftlichen Folgen der Lockdowns. Zum Jahreswechsel schauen wir uns dann alle wieder in zig Jahresrückblicken gemütlich auf der Couch die Schreckensbilder aus der 3. Welt an, spenden einen halben Stundenlohn und freuen uns über die Wahrung unserer Freiheitsrechte.

          • Die Probleme der 3.Welt hatte man auch vor Corona nicht im Griff. Ausbreitung von Armut und Ungleichheit gab es auch vor Corona. Auch da gab es politisch kaum die richtigen Antworten und Maßnahmen. Mag sein das die Ausnahmesituation „Corona“, die ja zum Glück ein weltweites Phänomen ist, quasi ein Verstärker ist und vorhandene Probleme verdeutlicht. Hoffen wir mal das wir in der von einigen Politikern gern genannten „neuen Normalität“ bessere Antworten und Problemlösungen erhalten. Das Alles hat aber wenig mit der Kritik an einer Überwachungs-App zu tun. Die verbessert nämlich auch keine miese wirtschaftliche Situation. Höchstens die des App-Entwicklers, der sonst nie in den Genuss eines staatlichen Auftrags gekommen wäre.

            • Das sehe ich anders. Die App könnte die Rückkehr zum wirschaftl. Normalisierung erheblich beschleunigen. Wenn man sich vor Augen führt, dass bei der Diskussion über einen zusätzl. bundesweiten Feiertag stets ausgerechnet wird, welchen Schaden das in Null Komma Prozent des BIP hätte, darf man seine Fantasie ruhig spielen lassen, welchen Vorteil das bringen könnte. Und genau daran hängen weltweit Menschenleben. Die Sicherheitsdiskussion hierzulande können die bestimmt gut nachvollziehen…

              • Deine Fantasiespielchen in Ehren. Aber ist es nicht ziemlich weit hergeholt. Eine weltweite Ausnahmesituation, die Corona-Pandemie, mit der Einführung eines bundesweiten Feiertags zu vergleichen. Nur weil Deutschland eine Überwachungs-App bekommt wird die Weltwirtschaft nicht gerettet. Ebenso wird der Schaden der Weltwirtschaft nicht marginal beeinflusst werden, wenn es keine Überwachungs-App gibt. Eine Rückkehr zu dem was du als „wirtschaftl. Normalität“ bezeichnest, müsste man doch per se ablehnen. Denn zu dieser Normalität gehören Mangelernährung, Hungersnöte, Armut und Ungleichheit. Möge uns Corona die Augen öffnen und sagen, „Nicht weiter wie bisher!“.

                • „Ebenso wird der Schaden der Weltwirtschaft nicht marginal beeinflusst werden, wenn es keine Überwachungs-App gibt.“ > genau, lieber T, genau
                  Den Rest verbuche ich mal unter mittagliche Unterzuckerung… Alles Gute dir!

                • Martin Deger says:

                  Ich gehe fest davon aus, dass keine Überwachungs-App kommt, sondern nur das dezentralisierte Kontakt-Tracing, wie von DP3T vorgestellt. Dieses wird vermutlich fast weltweit eingeführt werden, da Apple und Google die entsprechende Schnittstelle weltweit bereitstellen werden.

          • Und wie kann da jetzt die APP helfen?

        • Thorsten G. says:

          „Wirtschaftliche Auswirkungen wurden durch politisches Handeln weitestmöglich ausgeglichen“
          Ernsthaft? Jetzt mal davon abgesehen, dass ich mich frage, woher Du das jetzt schon zu wissen glaubst. Die wirtschaftliche Welle rollt doch erst auf uns zu und mit ihr übrigens auch Tausende von Todesfällen als Folge derselben. Wer möchte, kann z. B. mal nach der Korrelation von wirtschaftlicher Situation und Krebstoten googeln.

          • @Thorsten G.
            Ich habe mich mit der zitierten Aussage nur und ausschließlich auf die Zeit in der Krise bezogen. Ob die Politik auch reagiert, wenn die Corona-Pandemie überwunden ist, wage ich nicht in gleicher Weise zu beurteilen. Leider gehe ich davon aus das man wieder in die bekannten Verhaltensmuster zurückfällt. Dies allerdings nicht nur auf der politischen Ebene. Sowohl wirtschaftlich und im zwischenmenschlichen Bereich.

            Das Menschen, denen es wirtschaftlich schlechter geht, häufiger an schweren Erkrankungen leiden ist keine Binsenweisheit. Dafür muss ich nicht mal googeln.

    • Ich denke hier liegt ein Missverständnis vor. wer sagt denn, dass die apis nur zur dezentralen nutzung verwendet werden (dürfen)? so oder so hat auch die dezentrale mutzung erhebliche sicherheitsprobleme, da ich so an die id’s derjenigen, die ich getroffen habe, komme. zusammen mit einer gesichtserkennungsapp könnte ich mir als böser bube ne schöne datenbank erstellen mit leuten, von denen ich durch die rückmeldung sicher weiß, dass sie covid 19 haben. ich möchte da eigentlich nicht entscheiden, welchen ansatz ich problematischer finde.

      • So wie ich’s verstanden habe lassen die geplanten APIs nur die dezentrale Variante zu.

        • woran genau machst du das fest?

          • „Der Schritt von Apple und Google bedeute eine klare Entscheidung für einen dezentralisierten Standard….Die Schnittstelle von Google und Apple erlaube es nicht, die Liste der Kontakte in der App zu speichern.“ Quelle: https://netzpolitik.org/2020/apple-und-google-schaffen-globalen-standard/

            Was da nun politischer Druck dran ändert weiß der Kuckuck.

            • Danke, aber das Zitat einer dritten Quelle beweist ja nur, dass andere auch so denken.

              • Dieses Zitat einer dritten Stelle bezieht sich aber direkt auf die von Google und Apple vorgelegten Dokumentationen. Die anderen, von denen du da sprichst sind also jene, die die Geräte bzw. Betriebssysteme basteln auf denen das laufen soll.

                • na, ich spreche von gar keinen. mein argument ist nur, dass jede lösung datenrechtl. problematiken mit sich bringt und das überall (auch in techblogs) extem verkürzt bis gar nicht stattfindet. alles konzentriert sich auf’s aufblasen der eigenen meinung. ich habe mir noch gar keine dazu gebildet. bei den api’s würde ich das gern originär von apple oder google lesen. es gibt ja genug api’s, die den entwicklern zudem die speicherung der daten auf eigenen servern erlauben. zusätzl. api’s sagen für mein verständnis erstmal gar nix darüber, onb die daten nur dezentral gespeichert werden können. aber selbst wenn.. wie oben mehrfach betont, ist das allein per se keine bessere schutz vor dem missbrauch dieser daten.

                  • Klar sagen apis genau das aus bzw machen genau das. Daten an Apps bereitstellen oder auch nicht bereitstellen. Und die Dokumentation dazu von Google und Apple gibts im Netz zu finden. Aber an sich hast du natürlich recht, sicher ist nichts. Noch dazu, so wie es sich anhört, wenn A&G einknicken und die Apps abgreifen können was sie wollen. Zur Berichterstattung kann ich sagen, dass ich sie als ausreichend empfinde. Wer sich weitergehend informieren möchte kann das tun, Material dazu ist wie ich schon erwähnte da. Und dieser Blog hier ist eher ein News Blog mit Schwerpunkt Tech als ein Tech Blog.

      • Martin Deger says:

        Eben nicht! Bei der dezentralen Variante kommst Du nicht an die Liste der IDs, die Du getroffen hast. Du kannst über die API nur für alle IDs, die als „infiziert“ gemeldet wurden, überprüfen lassen, ob Du mit diesen einen Kontakt hattest. Du bekommst als Rückmeldung von der API nur, dass Du an einem Tag Kontakt zu ein oder mehreren Infizierten hattest, und wie lange dieser Kontakt (in 5-Minuten-Inkrementen) war.

        • Du kommst bereits in dem Moment an die IDs, in dem du mit ihnen in Kontakt kommst.

          • Martin Deger says:

            Es geht aber eben nicht einfach mit dem Smartphone, also eben nicht für die Überwachung der breiten Gesellschaft. Beim Apple/Google-Vorschlag landet die Liste der empfangenen IDs nämlich in der Secure Enclave (bzw. Äquivalent).

            • ah, wie heißt das denn bei Android???
              Wenn du per Bluethooth die ID empfängst, dann kann jede App, die eine Bluetooth-Freigabe hat, dies auch mitschneiden.

  3. Es ist nicht nachvollziehbar, warum man sich gegen eine native (und dezentrale) Implementierung dank Apple & Google entscheidet. Hier werden eindeutig andere Interessen verfolgt, als nur das Tracken und Brechen von Infektionsketten…

  4. Unter den Bedingungen installiere ich nichts.

  5. Wie die App umgesetzt wird ist dem nicht technischen Benutzer (also ~95% der Bevölkerung) relativ egal. Wichtig ist was dazu in den Medien zu lesen ist. Mich haben schon Leute gefragt ob man auf ihrem Handy updates komplett deaktivieren kann damit keine Tracking APIs installiert werden, weil Sie irgendwo gelesen haben dass sie damit komplett überwacht werden können.
    Ich persönlich wäre dafür das die App, egal wie diese auch aussehen soll, verpflichtend installiert werden MUSS. Könnte man so realisieren das man sich ohne die App nicht mehr ins Mobilfunknetz einloggen kann. Aber wie ich Deutschland kenne kommt die App sowieso frühstens 2030.

    • Oopsie. mein Handy ist kaputt gegangen. Bin ich eben nicht erreichbar. Zu schade.

      • Ja so siehts bei mir gerade wirklich aus und in meinem Bekanntenkreis gibt es sogar noch Leute die ein Phone (ohne smart) besitzen (und benutzen :o) ).
        Allerdings hast du vergessen das man zusammen mit der App Pflicht gleich eine Smartphonepflicht mit einführt. Bzw das man das vom Staat finanzierte Device mitführen muss (soll mal keiner denken er bekommt nen neues Handy vom Staat). Fussfessel sozusagen 😉 <- Hoffe dieser Zwinkersmiley ist in zwei Jahren noch da und ich kann mich dann darüber freuen.

    • Erst die totale Überwachungsapp und dann sagen Merkel und Co.: „Jetzt sind die Daten schon mal da, Dann können Sie wir sie auch für andere Zwecke verwenden.“

      Nein danke!
      Die Freiheit hat uns man uns eh genommen und ich sehe nicht, dass man viel dafür tut, diese zurück zu erlangen. Erst müssen wir noch ein paar unliebsame Überwachungsmaßnahmen durchdrücken.

  6. Sparbrötchen says:

    > komplett überwacht werden können.
    Ja, das _können_ sie, wenn es einen zentralen Server gibt, der weiß welche IDs zu welcher Person gehören oder zurückrechnen kann. Dann installiert man, der Staat o.ä., an strategisch günstigen Punkten, eigene BT Sender/Empfänger und weiß so auch wo die Leute vorbeigekommen sind.

    Oben steht „können“, nicht „werden“ – das muß dann jeder für sich selbst entscheiden wie er die Ereignisse der Vergangenheit und Vorgänge in anderen EU Mitgliedsstaaten bewertet, ob er einen „Mißbrauch“ (das kann ja auch als normales Fahndungsmittel eingesetzt werden) jetzt und mittelfristig vollständig ausschließt.

  7. Was bei der ganzen Diskussion unter geht, sind die massenhaft irrtümlich in Quarantäne geschickten Leute mit so einer App.
    Nach Prof Drosten haben sich in München nur 5% der Hochrisikokontakt angesteckt ( Mindestens 15 Minuten Gesicht zu Gesicht, Gesprächsnähe.) Quelle: https://www.merkur.de/leben/gesundheit/drosten-ueber-coronavirus-hier-finden-meisten-uebertragungen-statt-zr-13634665.html

    5% der Hochrisikokontakte haben sich infiziert die anderen 95% werden mit der App auch in Quarantäne geschickt, plus die, wo das Bluetooth zu ungenau ist…(oder wie will man den Abstand so genau bestimmen? Selbst durch eine dünne Wand geht Bluetooth.

    Dazu kommen noch die Bedenken wegen missbräuchlicher Nutzung. Was übrigens nichts mit Datenschutz zu tun hat. Mann stelle sich ein Regime vor, das mit den Daten nachträglich seine „Feinde“ identifiziert. Oder banal, wer mit einem Der Linkspartei oder der AFD Kontakt hatte wird bei Bewerbungen zum Staatsdienst ausgeschlossen,und und und

    Z.B in Supermärkten können mit Abstandsregelung kaum Infektionen stattfinden, sonst hätten wir schon überall Hotspots gehabt….

    Irgendwie kommt mir die ganze Diskussion momentan kopflos vor.

    • Martin Deger says:

      Mit der jetzigen Fallverfolgung werden doch auch schon viele in Quarantäne geschickt. Und ja, man muss möglichst alle, die eine realistische Chance haben, sich infiziert zu haben, in Quarantäne schicken. Besser, als das ganze Land in einer Halbquarantäne zu haben.

      Idealerweise würden wir ja auch noch einige Wochen mit den jetzigen Maßnahmen fortfahren, so dass die absoluten Zahlen der Neuinfektionen viel geringer wären. Leider haben sich Laschet & Co dazu entschlossen, sogar Gottesdienste zu erlauben.

      Bei der App (nach DP3T- bzw. Apple/Google-Prinzip) wird die Feldstärke benutzt, um die Entfernung zu schätzen. Auch eine dünne Wand schwächt die Feldstärke. Falsche Identifikationen kann man natürlich trotzdem nicht ausschließen.

      Missbräuchliche Nutzung bei der dezentralen Lösung kann ich mir nicht erklären, wie das funktionieren sollte. Bei der zentralen Lösung natürlich schon, deshalb sollte der zentrale Ansatz auch nicht weiter verfolgt werden.

      • Bei einer dezentralen Lösung müssen die IDs (potentieller) infizierter Personen an alle Teilnehmer verschickt werden, damit diese lokal abgeglichen werden können.
        Da es Möglichkeiten gibt damit auf konkrete Personen Rückschlüsse zu ziehen wären das wohl Gesundheitsdaten, die so gar nicht verteilt werden dürfen.
        Und wer kommt für das Datenvolumen von hunderten Millionen Menschen auf, die an alle Geräte gehen?
        Lokale Algorithmen sind auch vergleichsweise dumm und können nicht trainiert werden wie in einer zentralen Lösung.
        Die Fehlerkennung ist also tendenziell deutlich höher, was entweder zu unnötigen Quarantänen führt oder dazu, dass die Leute die App ignorieren, wenn sie wissen dass es schon mehrere Fehlalarme gab.

        Ich würde eine zentrale Anlaufstelle bevorzugen, gerade aus Datenschutzgründen!

  8. Die Welle ist längst vorbei, wir können uns jede weitere Maßnahme sparen und müssen nun anfangen die Verantwortlichen Versager anzuklagen und ihnen den Prozess zu machen.

    • Martin Deger says:

      Überlege mal ganz scharf, warum die „Welle“ vorbei ist.

    • Früher war das hier mal ein netter Blog mit oft hilfreichen Kommentaren von Seiten der Leser. Aber wenn ich sowas lese (und das leider immer öfter), frage ich mich warum ihr noch in meinem News-Feed seid. Warum veröffentlich ihr solche Kommentare und schmeisst sie nicht einfach in den Papierkorb?

  9. „freiheitlich-demokratische Gesellschaft“

    Ich fühle mich ehrlich gesagt nicht frei. Äußert man seine nicht erwünschte Meinung wird man gelöscht (YouTube und Co) oder öffentlich diffamiert wie Xavier Neidoo. Auch der Volkslehrer ist eines der besten Beispiele wie man einen Menschen diskriminiert, der eine andere Meinung vertritt als die gegenwärtige Politik. Ein Unrecht sondergleichen wie man mit sogenannten freien Menschen umgeht. Ich denke das wir uns mit großen Schritten der DDR 2.0 annähern wenn wir nicht aufpassen.

    • @caschy (funktioniert das so?) Hier ist jemand, der einen verurteilten Holocaustleugner als jemanden, „der eine andere Meinung vertritt als die gegenwärtige Politik“ und diskriminierten Kerl verharmlost. Das geht zu weit.

      • Zur Info. Nikolai Nerling und Ursula Haverbeck sind zwei verschiedene Personen. Und nur Frau Haverbeck ist rechtskräftig verurteilt worden, jedoch nicht der Volkslehrer.

        Bevor hier also die Empörung ausbricht, bitte bei den Fakten bleiben und nicht panisch nach Papa rufen.

        • Bullshit. Verurteilt wegen Volksverhetzung und Holocaustleugnung. Nächste Anklage läuft auch schon. Und das fällt eben nicht unter Meinungsfreiheit. Komm mal klar.

          • Der Volkslehrer versteht es sicherlich sich gerade so an der Grenze des rechtlich möglichen zu artikulieren. Jedoch ist zwischen Anklage und Verurteilung zu unterscheiden und das aus gutem Grund.
            Eine Verurteilung ist mir jedenfalls nicht bekannt. Also komm selber mal wieder runter ….

            • Ist verurteilt. Ist so. Und da ruf ich nicht nach Papa, wie du schreibst, da wünsch ich mir ein Mindestmaß an Moderation wenn es hier zu so rechtlich fragwürdigen Aussagen deines Geistesbruders kommt.

              • Deine eigenen Beleidigungen sind aber in Ordnung? Oder wie darf ich das verstehen? Mal ganz davon abgesehen, lass Ich mich von einem Micha bestimmt in keine geistige Zugehörigkeit stecken.
                Das ist wieder eine von Deinen krankhaften Unterstellungen.

                • Welche Beleidigungen?!

                  • Guck mal ganz oben, dann weißt was ich meine.

                  • Ich kann hier auch nicht erkennen, dass der Holocaust geleugnet wird – oder etwas konkret geleugnet wird. Das ist hier nicht mein Beitrag, ich werde also nicht informiert, wenn ihr mich namentlich anpingt. Kommt es zu Beleidigungen etc, schreibt mich gerne per Mail oder so an.

                    • Okay, dann bin ich raus. Wenn Holocaustleugnung und Volksverhetzung als eine Meinung gelten und das so stehen bleiben darf, ist das kein Ort für mich. Gute Reise.

                    • @Micha
                      Hier ging es darum das Legomio sich in seiner Freien Meinungsfreiheit benachteiligt fühlt und dafür nannte er eben die beiden Beispiele. Xavier Naidoo und den Volkslehrer. Egal wie der einzelne zu den beiden stehen mag, so werden sie tatsächlich aus der öffentlichen Meinung ausgegrenzt.
                      Zugegeben, der Volkslehrer ist als Grenzwertig zu betrachten. Aber rechtskräftig verurteilt auf Grund der Leugnung des Holocaustes ist er nicht. Jedenfalls ist mir dies so nicht bekannt.

                      Aber dennoch hat Legomio durchaus recht, wenn man weitere Beispiele von Personen des öffentlichen Lebens heranzieht.

                      Auf Anhieb fallen mir da Thilo Sarrazin, Hans-Georg Maaßen und Eva Herrmann ein. Alles Personen die für die allgemeine Öffentlichkeit als Unbequem wahrgenommen werden und daher medienwirksam in Abseits gedrängt wurden.

                      Da kann so nicht der richtige Weg sein.

      • Habe mit gerade noch einmal die Kommentare von Micha, Mr. T und Jannik angesehen.
        Vielleicht sollte @caschy sich eure eigene Hetze und Beleidigungen einmal genauer ansehen. Die sind nämlich sowas von daneben.

        • @Topper
          Wo siehst du in meinen Kommentaren Hetze und/oder Beleidigung? Meine Einschätzung einen sinnfreien Kommentar von dir zu ignorieren ist bestimmt keine Beleidigung.

    • Warum bedeutet für dich „freiheitlich-demokratische Gesellschaft“, dass man jeden Schwachsinn (Naidoo) oder weit mehr hinnehmen muss? Meinungsfreiheit heisst nicht, dass deine Meinung unwidersprochen zu gelten hat, noch das irgendjemand sie verbreiten muss. Herrjeh, das klingt echt wie diese Tröten von der AFD, die ständig irgendeinen Scheiß erzählen und sich dann beschweren, dass sie da ja nicht dürften, weil irgendwer ihnen widerspricht…

    • „Freiheitlich-demokratisch“ bedeutet, dass Naidoo in üblicher Weise Schwachsinn labern darf, sich aber Kritik gefallen lassen muss. Und natürlich, dass er dann wieder Mimimi machen darf.

  10. Also bei uns kommt so eine App nicht aufs Handy.
    Wir machen mit dem Covid19 so eine Welle. Ich habe mal im Internet nachgeschaut und gelesen das im Jahre 2017/18 fast 22000 Menschen in Deutschland an einer Grippewelle gestorben sind. Und jetzt machen wir uns schon für die paar Tausende in die Hose.
    Man sollte auch bedenken das man mit der App die ganze Zeit auf das Handy schaut und nicht mehr auf dem Straßenverkehr. Auch dann kann man sich tödlich verletzen.

    • Martin Deger says:

      Die Grippewelle 2017/18 (die bei weitem schwerste in jüngerer Zeit) hat in der ganzen Saison zu 1.700 bestätigten Todesfällen geführt. Es gab nun schon in 6 Wochen 5.500 COVID-19-Todesfälle, trotz massiver Eindämmungsmaßnahmen. Es ist und bleibt nicht vergleichbar mit einer Influenza. Wieviele Todesfälle es gegeben hätte ohne Maßnahmen ist schwer vorherzusagen, aber es wären sicher viele 100.000 gewesen, eventuell sich über eine Million.

      Die 25.100 Todesfälle der Grippewelle 2017/18 beruhen auf einer nachträglichen Exzessschätzung. So etwas wird es für COVID-19 auch geben; das kann man aber erst lange nach abklingen der Epidemie machen.

  11. Carsten Tripp says:

    Frankfurter Allgemeine Zeitung / FAZ:
    „…… Der „Chaos Computer Club“ hat sicher recht, wenn er in seinem Offenen Brief darauf hinweist, dass eine dezentrale Speicherung der Daten die Variante wäre, die mehr Sicherheit vor unbefugtem Zugriff böte. Worauf der Club nicht eingeht, sind die Wünsche der Epidemiologen an eine solche App – dezentral sind sie auf die Schnelle nicht zu verwirklichen.

    Ebenso wenig gehen die Kritiker des europäischen App-Projekts darauf ein, dass datenschutzrechtliche Scheuklappen nicht dazu angetan sind, das Virus effektiv zu bekämpfen. Was wohl die Gesundheitsämter dazu sagten, wenn bei ihrer verzweifelten Suche nach Infektionsketten Datenschutz vor Infektionsschutz ginge?

    Im Argument, die App werde aber nicht genutzt, wenn sie Datenschutz vernachlässige, steckt pure Angstmacherei. Denn die Stichworte „China“ und „Südkorea“ laufen ins Leere – es gibt europäische Staaten, die eine App entwickelt haben und keine Überwachungsstaaten sind. Das Bedürfnis, das Corona-Virus zu besiegen, ist zudem übergroß. Schon aus Selbstschutz würde die App als Geschenk des Himmels wahrgenommen.

    …..“
    https://m.faz.net/aktuell/politik/inland/tracing-app-die-groesste-peinlichkeit-der-coronakrise-16740392.amp.html

    Presseschau (https://play.google.com/store/apps/details?id=it.pinenuts.rassegnastampa)

    • Martin Deger says:

      Was genau sind denn die Wünsche der Epidemiologen, die eine dezentrales Kontakt-Matching nicht erfüllen kann und die für die Bekämpfung der Epidemie zusätzlich nötig wären?

  12. Bei einer dezentralen Lösung müssen die IDs (potentieller) infizierter Personen an alle Teilnehmer verschickt werden, damit diese lokal abgeglichen werden können.
    Da es Möglichkeiten gibt damit auf konkrete Personen Rückschlüsse zu ziehen wären das wohl Gesundheitsdaten, die so gar nicht verteilt werden dürfen.
    Und wer kommt für das Datenvolumen von hunderten Millionen Menschen auf, die an alle Geräte gehen?
    Lokale Algorithmen sind auch vergleichsweise dumm und können nicht trainiert werden wie in einer zentralen Lösung.
    Die Fehlerkennung ist also tendenziell deutlich höher, was entweder zu unnötigen Quarantänen führt oder dazu, dass die Leute die App ignorieren, wenn sie wissen dass es schon mehrere Fehlalarme gab.

    Ich würde eine zentrale Anlaufstelle bevorzugen, gerade aus Datenschutzgründen!

    • > Da es Möglichkeiten gibt damit auf konkrete Personen Rückschlüsse zu ziehen wären das wohl Gesundheitsdaten, die so gar nicht verteilt werden dürfen.

      Du hast dich ganz offensichtlich nicht mit dem Thema beschäftigt.

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