Ceconomy kann Media-Saturn-Holding nun komplett übernehmen

Der Elektronikhändler Ceconomy kann nun den Jahre andauernden Streit mit der Media-Markt-Gründerfamilie Kellerhals beilegen. Dadurch kontrolliert man die Ketten Media Markt und Saturn bzw. die Media-Saturn-Holding nun vollständig. So hatte es zuvor mit der Kellerhals-Familie immer wieder Streitigkeiten bzgl. der Strategie gegeben.

Erich Kellerhals war einer der Media-Markt-Mitgründer und hatte als Minderheitsaktionär weiterhin Einfluss. Nach seinem Tod konnte seine Familie immer noch mitreden. Mit der Unternehmensführung gab es immer wieder Streit um die Zukunftspläne. Jetzt wird es so geregelt, dass Ceconomy die vormals von der Kellerhals-Familie gehaltene Beteiligung von 21,62 % an der Media-Saturn-Holding übernimmt. Die Kellerhals-Familienholding Convergenta erhält im Austausch eine Beteiligung von 25,9 Prozent an Ceconomy. Zusätzlich erhält Convergenta Wandelanleihen im Wert von 160 Millionen Euro und 130 Millionen Euro in bar. Ceconomy schreibt der Transaktion auf Basis des aktuellen Ceconomy-Aktienkurses einen Wert von insgesamt 815 Millionen Euro zu.

Ceconomy will nun die Gesellschaftsstruktur vereinfachen und dadurch Millionen sparen. Zudem wolle man das Onlinegeschäft weiter ausbauen, welches einen Umsatzanteil von 30 % erreichen solle. Im vergangenen Geschäftsjahr hatten die Online-Verkäufe von Media Markt und Saturn nur einen Anteil von 20 Prozent am Umsatz. Da gibt es also Verbesserungspotenzial. Aber auch die Ladengeschäfte wolle man neu aufstellen. Vier Kategorien solle es dabei geben: 1. die gewohnten, großen Märkte mit durchschnittlich 1.750 Quadratmetern 2. Smart-Märkte, deren Fokus auf der Mitnahme der Produkte und Dienstleistungen liegen soll 3. Shop-im-Shop-Systeme 4. Flagship Stores, die sich auf neue Technologien fokussieren sollen.

Zudem wolle man in den wachsenden Bereichen Mobile und Smart Home seine Eigenmarken ausbauen. Im Zuge der Pandemie hatte Ceconomy mit Umsatzeinbußen zu kämpfen, weil die Läden schließen mussten. Der Ausbau des Onlinegeschäfts ist da sicherlich ein guter Schachzug – hoffentlich wird man da auch auf die Kundenfreundlichkeit achten, denn bereits einfache Vorgänge wie die Stornierung von Bestellungen oder die Adressänderung sind derzeit entweder nur nach Kontakt des Kundendienstes oder in einigen Fällen gar nicht möglich.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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20 Kommentare

  1. Was sind denn Shop-im-Shop-Systeme?

  2. Ich habe am Blackfriday (27.11.20) etwas bei Media Markt bestellt und am 12.12.20 geliefert bekommen. Hoffentlich kriegen sie dort ihre Strukturen verbessert.

    • Wie lange hat denn DHL gebraucht um es zuzustellen ? Wenn ich ausserhalb solcher Peak Tage wie Black Friday etwas bei Media Markt oder Saturn bestelle, sind die Produkte meist innerhalb 1-2 Tagen bei mir. Da muss aus meiner Sicht nichts mehr optimiert werden. Das es an Tagen wie BlackFriday auch mal 1 Woche länger dauern kann ist, zumindest für mich, vollkommen verständlich und gäbe keinen Punktabzug.

    • Ich habe am Blackfriday morgens online eine NVMe SSD bei MediaMarkt zur Marktabholung bestellt und konnte die schon am Nachmittag (des gleichen Tages) in unserem regionalen MM abholen.

  3. Sie sollten in Zukunft offensiver mit der Thematik „Verkaufsberater“ beschäftigen. Geschulte oder sagen wir es anders, wissende Mitarbeiter sollten sich von den Studentischen Hilfskräften deutlicher an der Kleidung unterscheiden. Was bringt es dem Kunden mit einem Philosophie studierenden zu reden, der in einer Erstbesohlung erfahren hat, wie er einen Computer bedient und dem Kunden in seiner Kaufidee bestärkt und auf Fragen nur mit Gegenfragen oder ausweichend antwortet.

    • Also ich finde Gegenfragen ausgesprochen gut. So kann der Verkäufer den Kunden wenn er gut ist seinen wirklichen Bedarf ermitteln lassen und nicht nur den vermeintlichen. Einfach die Anweisung vom Chef ‚die Acer-Laptops muss bis morgen die Palette verkauft sein, dann gibt es 15% Bonus‘ ist ja nicht gerade kundenfreundlich

      • Einen solchen Bonus gibt es in Media Märkten nicht! Fachberater bekommen ein Festgehalt ohne Bonus.

        • Blödsinn. Natürlich gibt es Boni. Für Zusatzleistungen, Versucherungsverträge und auch Stückprämien auf Altware.

        • Ja… ein sehr geringes Gehalt. Nach meiner Recherche liegt das durchschnittliche Gehalt eines „Fachberaters“ bei Media Markt um die 2.100 Euro. Dafür bekommt man halt niemand der wirklich was von seinem Fach versteht. Da verdient selbst ein Regaleiunräumer im Aldi/Lidl mehr.

        • Fachberater sind doch Personen, die fachlich kompetent Beraten, oder? Gibt es bei mm/saturn dementsprechende Schulungen? Also ich kenne bei mm/saturn darum nur Verkäufer, keine ‚Fachberater‘. Beraten werde ich z.B. bei Notebooksbilliger, das sind wirkliche Fachberater.
          Aber im Ernst: Natürlich gibt es dort Bonus. Habe mit jemand beruflich zu tun, der bei mm zwei Tage die Woche jobbt. Auf Abverkaufsware, up-selling (schon mal ein Handy dort gekauft?) und je nach Hersteller Promotion gibt es durchaus einen Bonus.

          • Angestellte bekommen keinen Bonus fürs Verkaufen. Externe Handy-Promotoren sind eine andere Sache.

          • Hier wird ja alles durcheinander geworfen!
            Fachberater sind alle festangestellten Verkäufer im Markt. Diese bekommen alle ein Festgehalt ohne Bonus.
            Es gibt noch Promoter. Diese werden von den Herstellern in den Markt geschickt und auch von den Herstellern bezahlt. Im Handybereich machen die Promoter fast 90% aus. Normalerweise sind diese zu erkennen an den Hemden in Farbe des Providers. Hier kann es durchaus Möglich sein einen Bonus zu erhalten. Aber Achtung, wie geschrieben, die Promoter gehören nicht zum MediaMarkt und Veraten dementsprechend nur für einen Provider/Marke.
            Im Markt gibt es auch Schulungen. In den Meisten fällen bekommen die Abteilungsleiter die Schulung und sollten die Informationen an die Fachberater weiterreichen. Ohne Eigeninitiative geschieht das leider nicht immer.

  4. Hoffentlich tut sich was, so kann es definitiv nicht weitergehen. Alle wichtigen neun Technologien kommen oft später, wenn überhaupt. Das Sortiment gehört überdenkt und das Ladenkonzept sowieso.

  5. Ich mag Mediamarkt / Saturn eigentlich. Immer wieder gute Angebote und man kann sich viele der Dinge auch mal in einer Filiale angucken (habe einige in der Nähe). Mich wundert es nur bis heute, dass nicht zumindest der Online-Shop hinter den Kulissen schon miteinander verschmolzen ist und warum die Preise nicht bei beiden Marken generell einheitlich sind.

    Gibt aber auch Dinge, die ich niemals in einer solchen Filiale machen würde, beispielsweise einen Mobilfunkvertrag abschließen. Generell fühle ich mich von den Angestellten dort nicht sonderlich gut beraten.

  6. Am Abend eine Tastatur zur Abholung bestellt. Am nächsten Nachmittag war die Tastatur immer noch nicht bereit gestellt – ich bin dann zu einem anderen Händler gefahren und hab dort eine andere gekauft.
    Natürlich habe ich am Mittag bei MM angerufen, aber deren Hotline kann quasi nichts mehr:
    Wurde bzw. wird der Artikel bis Nachmittag bereit gestellt? Nein.
    Können Sie mich in den Markt verbinden? Nein.
    Können Sie selbst im Markt nachfragen? Nein.

    Am Abend kam dann die Bereitstellungsmail und ich habe die Bestellung storniert. So hält man keine Kunden!

    Hinzu kommen, wie erwähnt, solch einfache Dinge, die nicht direkt möglich sind wie Adressänderungen, Bestelländerungen oder Stornierungen. Betrifft im übrigen auch Saturn.

    • Leider ist die Abholung für kurzfristig benötigte Artikel keine Option, die Erfahrung habe ich auch schon gemacht. Und wenn ich den Artikel nicht mindestens am gleichen Tag abholen kann, brauche ich auch keinen Abholservice. Eine Lieferung am nächsten Tag direkt an die Haustür bekommt auch amazon und die meisten Kistenschieber bei eBay hin.

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