C-64: Mein erster Computer war ein Brotkasten

Wer wie ich schon ein paar Jahrzehnte auf dem Buckel hat, erinnert sich noch an Zeiten, als aktuelle Technik als Science-Fiction gegolten hat. In den 1980er-Jahren etwa sah man so etwas wie aktuelle Smartphones nicht einmal in Science-Fiction-Filmen. Die Grafik heutiger Games steht weit über dem, was damals für Filme wie „Tron“ möglich gewesen ist. Doch in genau jener Tech-Steinzeit nahm meine Begeisterung für Technik ihren Anfang – unter anderem mit dem guten alten C-64 von Commodore.

Jeder hat da ja so seine Ursprünge: Für den einen war es vielleicht der Atari 2600, für den anderen der erste Pentium-PC und für den nächsten eventuell sogar ein spezielleres Gadget wie der IBM Simon. Bei mir ging es mit dem C-64 los. Dabei sollte ich direkt ein Geständnis machen: Die Ur-Version, den legendären Brotkasten, habe ich gar nicht besessen. Stattdessen stand bei mir die spätere, etwas eleganter gestaltete Variante im Kinderzimmer.

Meine Eltern waren übrigens damals recht streng: Ein NES durfte ich nicht haben, weil mein Vater darauf bestand, dass kein „Computer“ nur zum Spielen angeschafft werde. Also wurde es stattdessen der Commodore 64 alias C-64… der am Ende nur zum Spielen genutzt wurde. Vielleicht brachen meine Eltern wegen dieser Beobachtung dann später auch mit ihren Prinzipien und ließen mich, ein paar Jahre gealtert, einen Nintendo Game Boy und später auch ein Super Nintendo kaufen.

Wo wir bei Spielen sind: Das war auf dem C-64 damals natürlich ein schier unüberschaubarer Brei. Nicht nur, dass es ohnehin eine Flut der unterschiedlichsten Spiele gab, manche existierten auch noch in unterschiedlichen Versionen. Beispielsweise konnte es vorkommen, dass in den USA ein anderer Vertrieb die Rechte hatte, als in Europa. Dann erschien ein Spiel unter dem selben Namen in völlig unterschiedlichen regionalen Versionen.

Damals war das außerdem eine andere Zeit: nichts mit Internet. Wollte man wissen, ob ein Spiel etwas taugt, musste man also Magazine wie „64’er“ kaufen oder, was tatsächlich normal war, sich die Screenshots und Beschreibung auf dem übergroßen Spieleboxen zu Gemüte führen: Fun Fact: Viele Schachteln habe ich noch jahrelang behalten und darin später meine Magic-Karten zu Freunden transportiert. Doch das mit den Screenshots hatte damals übrigens einen gewaltigen Haken, der heute wohl undenkbar wäre…

So gestalteten die Publisher damals in der Regel nur eine Box, die dann für alle Spieleversionen genutzt wurde – man pappte lediglich einen Aufkleber rauf, an dem man die Version erkannte. Ergebnis? Für die Screenshots wurde in der Regel nur eine Version abgelichtet, meistens die für den leistungsfähigeren Amiga. Selbst wenn man Bilder zu mehreren Plattformen lieferte und die jeweiligen Systeme zu den Screenshots angab, kam es oft zu Fehlern. Als kleiner Bub kam es da durchaus das eine oder andere Mal vor, dass ich dachte „Geile Grafik auf dem C-64 – das hol ich mir!“, nur um dann etwas enttäuscht vorm Fernseher zu sitzen, weil das Bild aus der Amiga-Version stammte und die C-64-Umsetzung deutlich bescheidener aussah. Ach ja, und ihr habt richtig gelesen, Leser unter 30: Die meisten Besitzer schlossen diesen Computer nicht an einen Monitor, sondern an den Fernseher an.

Vielleicht schmunzelt aber mittlerweile ohnehin der eine oder andere, der selbst mit dem C-64 aufgewachsen ist: „Spiele kaufen?“ So gibt es da ja so Legenden um Commodore-Besitzer, die etliche Kästen mit Hunderten von Disketten besessen hätten – prall gefüllt mit raubkopierten Games. Ich besaß sowas natürlich nie (!!!), aber ich kenne dergleichen von… entfernten Bekannten. Da fand man dann eben die heißen Games wie das indizierte „Operation Wolf“, „Wonder Boy“, „California Games“ oder auch Klassiker wie „Maniac Mansion“ und „Zak McKracken and the Alien Mindbenders“, um zwei für die damalige Zeit sehr fortschrittliche C-64-Spiele zu nennen.

Mit dem Spielen war das aber damals so eine Sache: Vergleicht man den Schwierigkeitsgrad des durchschnittlichen Titels aus den 1980er-Jahren mit heutigen Games, dann wäre „Very Hard“ wohl der Standard der 1980er-Jahre gewesen. Als Kind der Zeit musste man eben härter sein – nix mit von alleine aufladender Lebensenergie, unendlichen Continues oder Tutorials. Lag allerdings auch daran, dass das durchschnittliche Game in der Spielzeit deutlich kürzer gewesen ist – also machten die Entwickker ihre Spieler sicherlich auch schwerer, damit die Kids sie nicht nach einer halben Stunde zur Seite legen. Und die Ausschussware ist enorm gewesen. Berüchtigt war in meinem Freundeskreis etwa der britische Vertrieb Ocean, welcher übrigens sogar noch zu Zeiten des SNES aktiv gewesen ist. So sicherte sich der Vertrieb die Rechte an etlichen Kinofilmen und protze meistens mit toller Grafik aber flauem Gameplay.

Wollte man Games günstig erstehen, so konnte man sich damals nicht bei Gratis-Spielen via PS Plus, Xbox Live oder dem Epic Games Store umsehen, sondern musste z.B. Spielemagazine kaufen, die oft ältere Klassiker oder Games von unabhängigen Entwicklern enthielten. Manchmal waren da sogar Titel dabei, die cool gewesen sind. Ich erinnere mich etwa an „Movie Business“, eine simple aber witzige Simulation, in der man ein Hollywood-Studio nach vorne bringen musste. Damals gab irgendwie auch keiner etwas auf die Rechtslage und so waren die echten Namen zahlreicher Regisseur und Schauspieler enthalten. Ich drehte damals im Grundschulalter etwa den virtuellen Kassenschlager „Sean ist hübsch“ unter der Regie von Steven Spielberg, da ich „Sean“ generell für einen Frauennamen hielt und Sean Connery mit Sean Young verwechselte.

Gespeichert waren die Spiele im Übrigen in jener Prä-Internet-Ära auf Floppy Disks im Format 5,25 Zoll – labberigen Disketten (siehe Bild weiter oben), die man von Hand mit einem Locher an der Seite anknipsen musste, wollte man sie doppelseitig beschreib- bzw. kopierbar machen. Neben der Floppy Disk gab es damals übrigens auch noch die Datasetten. Da staunt vielleicht manch jüngerer Leser, dem auch eine „Kassette“ als Medium wenig sagt. Ein Datasetten-Laufwerk besaß ich nie, nutzte es aber bei meinem Onkel, wo ich das Fluchen so richtig lernte. Denn die Fehleranfälligkeit von Datasetten ist berüchtigt. Als kleiner Junge bekam ich es, soweit ich mich erinnere, auch nie alleine hin, im richtigen Moment die Datasette abzuspielen, vielleicht war aber auch einfach nur das Laufwerk meines Onkels Mist.

Das Starten von Programmen, nicht nur von Spielen, war damals auch noch eine andere Welt. Es gab nämlich für den C-64 zwar eine Maus, die wurde aber nur von sehr wenigen Anwendungen überhaupt unterstützt. In der Benutzeroberfläche arbeitete man ausschließlich mit Textbefehlen – in Games dann mit einem Joystick. Wohl dem, der damals ein Exemplar mit „Dauerfeuer-Taste“ sein Eigen nennen durfte.

Und wer kennt den Start von damals nicht (auf diesen Satz haben etliche Leser sicher schon gewartet, sonst wäre der Artikel Mist): LOAD „*“,8,1. Damit wurde aber übrigens nur das erste Programm einer Disk geladen. Auf selbst zusammen kopierte Disks passten in der Regel mehrere Spiele / Progs, da musste man über den Befehl LOAD „$“,8 erst einmal den Inhalt der Diskette auflisten lassen. Da würde ich aktuelle PC-verwöhnte Gaming-Kids übrigens gerne Mal ans Werk gehen sehen – intuitiv ein Spiel starten? Das war damals ohne Kenntnis der Befehle eben unmöglich,

Dazu ein weiteres Fun Fact: Der „Informatik-Unterricht“ an meinem Gymnasium, Teil des Mathe-Curriculums, bestand daraus am C-64 einfache Programme in der Programmiersprache Comal zu schreiben. Gemeinsam mit einem Kumpel programmierte ich übrigens sogar an einem Grafik-Adventure (allerdings in BASIC). Unser kreativ betiteltes Spiel „Aliens conquer the world“, zugleich eine Demonstration meiner ersten, rudimentären Englischkenntnisse, brachte es immerhin auf einen Screen von einem Haus und ein paar Textbeschreibungen, juhu.

Ich war natürlich nicht der einzige, der da im stillen Kämmerlein ein wenig programmierte – andere beherrschten das deutlich erfolgreicher. So gab es eine extrem lebendige Hacker-Szene, die nicht nur Spiele crackte, sondern allerlei andere Dinge zustande brachte. Sehr beliebt waren damals etwa die „Trainer“, welche im Grunde Vorläufer heutiger Mods waren. Sie ermöglichten den, bereits erwähnten, hohen Schwierigkeitsgrad von Games zu senken, indem sie etwa unverwundbar machten, unendliche Leben garantierten oder andere Veränderungen ins Spiel brachten.

Ziemlich cool waren damals so manche Dinger aus der Demoszene. Da erwiesen sich Cracker mit ihren Intros und Demos als echte Künstler, die auch technisch Ungeahntes aus der Hardware herausholten. Ich meine damit Beiträge wie den folgenden, die es eben damals auch schon gab und manchmal unverhofft auf Disketten zu finden waren, die man so… von Freunden ausgeliehen bekam.

Das war schon eine wilde Zeit damals, übrigens nicht nur für Spieler, sondern auch für Entwickler. Etwa war es damals noch an der Tagesordnung, dass selbst größere Studios für die Musik in Spielen einfach mal populäre Songs aus den Charts übernahmen – Computer- und Videospiele hatten noch nicht den Status, als dass vielen außerhalb der Gaming-Community sowas aufgefallen wäre, geschweige denn es jemanden gekümmert hätte. Aus heutiger Sicht unvorstellbar, was wäre da bloß los, würde etwa Electronic Arts in „FIFA“ einen Song von Post Malone dudeln lassen, ohne sich die Rechte zu sichern – in den 1980er-Jahren war diese dreiste Verfahrensweise hingegen gängig.

Übrigens gab es auch einige „interessante“ Spieleports, die man heute fast vergessen hat. Wusstet ihr etwa, dass es tatsächlich „Street Fighter II“ für den C-64 gab? Ich habe es damals zum Vollpreis gekauft… Was für ein Albtraum im Vergleich zur SNES-Version das damals gewesen ist. Das galt aber generell für viele Games, die eigentlich für Konsolen entwickelt wurden und dann auch für Heimcomputer erschienen sind. „The Simpsons: Bart vs. the Space Mutants“ wäre auch so ein Beispiel. Auf dem NES war das Spiel bereits kein Klassiker, aber auf dem C-64 dann noch eine ganze Spur übler. Die Unterschiede zwischen den Systemen und Ports waren also damals viel enormer – dagegen sind heutige Titel für PS4 und Xbox One im Vergleich nahezu identisch.

Denke ich da wieder an Bart Simpson, fällt mir ein: Generell war das damals mit Lizenzspielen so eine Sache. Man war natürlich immer froh, wenn man ein Game zu „Masters of the Universe“, „Transformers“ „Ghostbusters“ oder dergleichen erspähte… Wurde aber in der Regel herbe enttäuscht. Wobei ich mich manchmal auch heute frage, ob wir heute so viel weiter sind: Die Zahl der Lizenzspiele hat sich reduziert, denn damals gab es kaum einen populären Kinofilm, der nicht versoftet wurde. Aber die Filme oder Serien, die als Spiele enden, sind ebenfalls meistens keine Highligts.

Für mich ist es schon krass, wenn ich an die damalige Zeit zurückdenke und wie primitiv die Technik und die Spiele damals gewesen sind. Ach und übrigens konnte man an dem C-64, auch wenn ich es entgegen der Hoffnungen meines Vaters als Kind nicht getan habe, arbeiten: Ein paar Produktivitätsanwendungen gab es schon. Falls einige von euch damals damit Erfahrungen gesammelt haben, bin ich sehr auf Berichte gespannt. Ach und zum Abschluss:

Meine Lieblingsspiele auf dem C-64: Archon, Maniac Mansion, Zak McKracken and the Alien Mindbenders, California Games, Skate or Die!, Bubble Bobble, International Karate+, Turrican II: The Final Fight, Boulder Dash, The Great Giana Sisters, Sid Meier’s Pirates! und ja, sogar Paperboy.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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78 Kommentare

  1. Hach da denke ich gerne an meinen ersten „Computer“ den Schneider CPC 464 … das war toll.
    Heute Repariere ich ganz gerne diese alten Schätze…

    • Tja dann komm doch einfach mal rein. Ins Computer Museum Oldenburg.

      Zumindest sobald der Corona Quatsch vorbei ist.

      • Nicht vergessen sollte man auch von Texas Instruments den TI99/4A. Revolutionär damals mit seiner 16 Bit Architektur und einer brillianten Farbpalette. Ebenso erwähnenswert das reichhaltige Angebot an Zubehör.

      • Genau, eine gute Adresse!

        Und für die, die weiter im Süden wohnen: Der „Digital Retro Park“ in Offenbach am Main. Digitalretropark.net

  2. Ich hoffe, ich irre mich jetzt nicht, aber das Lochen der Diskette war doch nötig um sie doppelseitig beschreibbar zu machen, nicht allgemein beschreibbar.

    • Nope, ohne Loch kann man nicht schreiben. Deswegen hat man die Löcher, wenn man Schreibschutz wollte, wieder zugeklebt.
      Das was du meinst ist um sie auf der anderen Seite zu beschreiben, musste man die Disketten die nur 1 Loch hatte, auf der anderen Seite auch lochen.

      • Naja, eine Seite war aber doch vom Kauf an bereits gelocht, ergo brauchte man nur den Locher um die zweite Seite zu beschreiben. Oder gab es ungelochte? Ich habe nur enseitgig gelochte in Erinnerung.

        • Wenn du leereDisketten gekauft hast, waren die natürlich schon gelocht und damit beschreibbar. Aber gekaufte Software wurde oft mit diesen Schreibschutz ausgeliefert. Möglich, dass deshalb viele sowas nie gesehen haben… 😉

          • Ne, im Text steht, man mußte lochen um beschreiben zu können. Das iat de facto falsch. Den wer kaufte originale Software um die Disketten dann zu überschreiben. Zitat:
            „die man von Hand mit einem Locher an der Seite anknipsen musste, wollte man sie beschreib- bzw. kopierbar machen.“
            Kopierbar waren sie übrigens auch ohne lochen.

            • Clemens Ratte-Polle says:

              Gekaufte Floppies wollte man auch beschreiben um was Spezielles zu ändern 😉
              Es gab auch total „ungelochte“, also unbeschreibbare Disks, wenn man 1000er-Packs aus Japan kaufte, die man dann aber alle selbst per Schere vorsichtig beschneiden muste. Aber man kaufte ja meistens für viele. :O
              Kopieren konnte man nur nicht kopiergeschützte Disketten. Kopierschutz war nur per Spezial-Software zu umgehen wie Nibbler usw., es war bei Superschutz auch selten Hardware-„Umlötung“ nötig, mit Parallelkabeln, Eprom-Brand usw. Aber dafür gab es Spezialisten 🙂

        • Es gab einseitig gelochte, mit dem Locher konnte man dann beide Seiten beschreiben. Da bin ich mir fast 100% sicher. Zumindest war es bei den Kopiert-Disketten so. Kannte damals kaum jemanden der gekaufte Spiele hatte ,-)

          • Es gab Disketten zu kaufen, die für den zweiseitigen Gebrauch gedacht waren und getestet. Die hatten auf beiden Seiten Löcher. Gunstiger waren die einseitigen und die hat man einfach auf der anderen Seite gelocht. Wsren nicht geprüft fur die Seite, aber ging irgendwie immer…

          • Absolut richtig, so war es. Disketten mit der Bezeichnung „DS“ für Double Sided (doppelt gelocht) gab es zwar auch, die waren aber teurer. Da hat sich der Diskettenlocher für 12 DM (für die Kinder: Deutsche Mark) schnell gelohnt.

            • Undertaker says:

              DS (DoubleSides) Disketten hatten auch nur ein Loch! Denn die waren für Laufwerke gedacht, die tatsächlich zwei Schreib-/Leseköpfe hatten ((einen oben, einen unten) und so die Disketten direkt beidseitig ohne Umdrehen nutzen konnten. Solche Laufwerke gab es aber nur für die teureren Büro-Computer (bspw. die Commodore CBM 80xx-Serie).
              Wollte man bei 64er in dem Floppy-Laufwerk 1541 eine Diskette doppelseitig nutzen, musste man sie lochen UND umdrehen. Dann waren aber beide Seiten wie separate Disketten und nicht wie bei den großen Laufwerken eine zusammenhängende.

            • Peter Brülls says:

              Schere ging auch.

      • Ich hatte eine 1541c und statt der LED einen Schalter eingebaut, mit dem man die Lichtschranke überbrücken konnte, die das Loch detektiert hat. Kein Lochen mehr nötig, allerdings auch kein Schreibschutz bei falscher Schalterstellung.

    • Genau. War das Loch offen, dann war sie read only. Es gab Aufkleber zum Abdecken des Lochs, dann konnte man sie beschreiben.

    • Smalltown Horst says:

      Dynamic Duo, Section 8, Flash Cracking Group, 1103!

    • Ja, denn leere Disketten enthielten nur ein Loch. Zum beidseitigen beschrieben war auch ein Loch auf der der anderen Seite nötig.
      Gekaufte Software wurde zum Teil auf Disketten ohne Loch ausgeliefert, war die Software schlecht und wollte man dann zumindest die Diskette nutzen können so musste man hier mit dem Diskettenlocher handtieren.

  3. Hey André.

    Ich könnte fast das Gleiche schreiben wie das von dir erwähnte. Einzig habe ich mit 6 Jahren 1985 mit dem C16 + Datasette angefangen und bin dann auch auf den C64C gewechselt (der „Amiga-Gehäuse C64“).
    Die Spiele kann ich ebenso fast ausnahmslos bestätigen. Mensch waren das Zeiten… Bubble Bobble zu zweit gesuchtet… Civilization, auch Ghostbusters: Bloß nicht die Strahlen kreuzen und den Marshmallow-Man besiegen… 😀

  4. Verglichen mit aktuellen Produktionen mögen die Spiele damals natürlich technisch primitiv gewesen sein, aber sie waren kreativ, was es in meinen Augen danach so nie wieder gab. Und noch etwas gab es damals, was man heute so nicht mehr findet: Man war bemüht, wirklich alles aus der Hardware mit den begrenzten Möglichkeit herauszuholen, es wurde sehr viel mehr optimiert, als es heute der Fall ist.
    Ich habe auf dem Ur-C64 meine ersten Programmiererfahrungen gemacht, natürlich Basic, aber auch ein wenig Assembler. Ansonsten war das Teil natürlich auch bei mir zum großen Teil eine Spielemaschine: Klassiker wie Summer & Wintergames, Loderunner und Boulderdash für ganze durchgespielte Nächte, das seinerzeit grafisch und akustisch geradezu phänomenale Uridium … und auch etliche Titel vom Index, was damals ja im Grunde die Hitliste der angesagtesten Spiele darstellte. Alles in allem war es eine unvergessliche Zeit, ich hatte mit Computern nie mehr so viel Spaß, habe danach aber auch nie wieder so viel gespielt.
    Zwischendurch kam mir immer wieder mal in den Sinn, mit einem Emulator ein paar der alten Spiele anzuwerfen, dabei habe ich aber sehr schnell gemerkt, dass man sich damit am Ende nur die wunderbaren Erinnerungen kaputt macht, einfach, weil das auf aktueller Hardware nicht mehr gut aussieht und auch nicht mehr in jedem Fall gut spielbar ist. Das gleiche empfinde ich übrigens oft, wenn ich heute Filme und Serien aus meiner Kindheit schaue. So ist es eben doch besser, Erinnerungen auch als solche zu bewahren.

    • Das optimieren damals mußt Du aber mit dem Optimieren auf Konsolen heute vergleichen da es beim beim PC zu viele Varianten gibt, wodurch es schwieriger, wenn nicht sogar unmöglich wird.

    • Genau so sehe ich das auch. Habe aus meinen schönen Erinnerungen heraus vieles auf dem Emulator nochmals versucht und war dann enttäuscht.
      Es ist wie heute den alten MacGyver oder A-Team sehen. Macht zwar noch spaß aber oft langt man sich an den Kopf 😉

    • Chrisitan S. says:

      @Chris R: Das trifft alles so was von zu, was Du geschrieben hast.

      Es war einfach eine tolle, nicht wiederbringbare Zeit!

    • ich Spiele gerne die alten Games auf einem Retro-Pi/Recalbox, ganz wichtig ist der richtige Joystick/Gamepad.
      Bei C64 muss es ein Competition Pro (USB) Joystick, sein. Bei den alten Konsolen NES, SNES usw ein SNES-Controller (USB). Sega Genesis/Megadrive das gleiche.
      Und auf jeden Fall nicht die billigsten Joysticks/Gamepads kaufen, sonst ist auch gleich Schluss mit lustig.

    • Hallo Chris,
      Kann mich in deinem Kommentar total wiederfinden. Genau so war es, man hat rausgeholt was nur geht. Und das war einiges. Und das Programmieren hat man sich so auch beigebracht. Und die Kontakte zu anderen Nutzern waren göttlich. Jeder wusste was und hat es an andere weitergegeben. Das waren schöne Zeiten.

  5. Der kleine Muck says:

    Ich würde noch Kaiser, Gunship, Decathlon, Winter Games, Raid over Moscow, Blue Max und Kikstart der Liste hinzufügen. Gerade Decathlon hat mich dazu gebracht mit einem NE555 meinen Joystick zu frisieren ……

  6. Das waren tolle Zeiten. Kann mich noch daran erinnern mir ein Kumpel eine Vektorgrafik in Maschinensprache zeigen wollte (der hat stundenlang die Zahlenfolge aus der 64er Zeitung abgetippt). Der Aufbau dauerte so lange, dass wir uns erst einmal eine Cola und eine Schokolade im Allkauf gekauft haben während der C64 fleißig am rechnen war.

  7. Einen original C64 habe ich auch noch auf dem Dachboden eingelagert.

    Hin und wieder zum Daddeln nutze ich diesen Umbau mit Combian:
    https://klomp.de/index.php/90-commodore-c64-gehaeuse-umbauen-recyceln-mit-raspberry-pi-und-combian-64-vice-emulator

    • Joachim Belke says:

      Wie man doch innerhalb kürzester Zeit ca 35 Jahre in der Zeit zurückreist! C64! Was war ich stolz als ich den Brotkasten damals zu Weihnachten bekam. Mit Floppy Disk! Das „Tackern“ beim Formatierten vergess ich meinen Lebtag nicht: TACK-TACKTACK-TACK-TACKTACK!
      Und wenn ich erst dran denke, wie wir damals unsere Spiele organisiert haben: im städtischen „Quelle“ vor den Augen der Verkäufer die neusten Spiele im Laden probespielen und parallel selbige kopiert!
      Und natürlich aus der 64er seitenweise in Maschinensprache die Programme abgetippt (4A 3C 1D 2A 8F usw usw usw)…
      As time goes by!

  8. Mein Beginn war der TI99 4A von Texas Instruments. Der hatte Tastatur und einen Cartridge Einschub, z.B. zum Space Invaders spielen. Programme konnte man auf einem normalen, damals handelsüblichen Kassettenrekorder speichern. Danach gab es einen der ersten Atari 520ST bei mir. Unibestellung über die Uni Erlangen. Inklusive Schwarzweiß-Monitor für 3000 Mark. Der Mac hätte damals 12000 Mark gekostet.

    • Ja, der TI99 war auch mein erster Computer zur Konfirmation. Da wurde er aber schon für kleines Geld verkloppt, da er ein Flop war. (u.a. hatte die CPU keinen direkten Zugriff aufs RAM, der BASIC-Interpreter war nicht in Assembler geschrieben, sondern in einem Bytecode, der selbst erst interpretiert werden musste. So langsam war das BASIC dann auch…)

      Nach dem Frust mit dem TI99 kam dann aber der C64 und endlich konnte ich in Maschinensprache programmieren 🙂

      • Auch ich begann mit dem TI-99 4A, leider verabschiedete er sich nach zwei Monates und aus Kulanz gab es dann einen C64. Großartig! Pit Stop, Mission Impossible und Elite waren der Hammer,

  9. In dem Bericht erkenne ich mich wieder.
    Allerdings hatte ich mit dem ZX81 und Datasette angefangen.
    Wichtigstes Utensil war der Schraubenzieher um den Lesekopf einzustellen.

  10. Final Cartridge III, wer hatte das noch?

    Meinen C64 hatte ich umgebaut, Mainboard und Floppy in ein selbstgebautes Gehäuse aus Sperrholz, Floppy vorne bündig, sah aus wie ein Desktop-PC. Im Original-Gehäuse des C64 war nur noch die Tastatur, welche ich mit einem etwa 3 Meter langen Kabel in das Gehäuse geführt habe. Kann mich noch genau an die Lötarbeit erinnern, aber nicht mehr an die genaue Zahl der zu verlötenden Adern, so 23 oder 24 müssen es gewesen sein. Als Steckverbindung des „Tastaturkabels“ habe ich einen 25-poligen seriellen Stecker und Buchse genommen und ebenfalls in das Gehäuse eingebaut. Dann noch eine Verlängerung für die 9-poligen Sub-D-Anschlüsse des Joysticks (Competition Pro, was sonst?!?) und ich konnte vom Sessel aus auf dem Fernseher zocken! Aus heutiger Sicht habe ich wohl mehr Glück als Verstand gehabt, von Elektronik noch kaum Ahnung, ich war auch erst 13 oder 14. Aber es hat funktioniert! Ich bin dann zwar in der Schule sitzen geblieben, z.B. habe ich während des Unterrichts lieber Sprites (heute wird z.B. der Mauspfeil immer noch als Sprite dargestellt) berechnet als dem Schulstoff zu folgen und nachmittags statt Hausaufgaben eben am C64 rumgehext (10 INPUT“Wie heisst du“;N 20 PRINT“Hallo „:N“) aber das war das beste, was mir für mein Leben passieren konnte. Heute profitiere ich als Dipl.-Ing. immer noch von den damals gemachten Erfahrungen. War ne richtig geile Zeit, eine überall zu spürende Aufbruchsstimmung lag in der Luft, die Entwicklungssprünge waren gewaltig, auf den C64 folgte ein Amiga 2000 mit einer 20MB-Festplatte, nicht mehr die labberigen 5 1/4-„Disketten, sondern mit (für damalige Verhältnisse) äußerst kompakten 3,5“-Disketten, etwas später kam dann das Internet dazu, alles schien auf einmal möglich, eine nie dagewesene technische Entwicklung stellte alles Bisherige in den Schatten. Egal, wie es nun weitergeht, ich war dabei, ich habe einen regelrechten Technologiesprung miterlebt, in der Größenordnung der Beherrschung des Feuers, der Erfindung des Rades, der Dampfmaschine, des Autos, dieses ist bei Weitem nicht jedem vergönnt, und alles nur, weil Jack Tramiel und andere verrückte Typen (nein, Frauen haben sich da noch nicht für interessiert, die sind erst dazugestoßen, als alles angerichtet war…) ein Ziel, einem Plan hatten und nicht locker gelassen haben…

    • Ich war Verfechter des Action Replay Cardridges von Datel Electronics, selbst auf dem Amiga

      Das lustige ist, die Firma gibt es bis heute noch und stellt aktuell ein sehr erfolgreiches Produkt her: Pokémon Go-Tcha um automatischen drehen von stops und fangen von Monstern.

  11. Tippen auf der Tastatur noch sehr angenehm. Nicht so, wie x-beliebige Flachtastaturen von Notebooks und zunehmend auch Desktops.

  12. C 64… Bei mir war es der Sinclair ZX Spectrum – mit ganzen 16 kb RAM. Ich hab ihn immer noch…
    Giana Sisters kam doch aber erst zu Zeiten auf den Markt, als Atari ST (und der Amiga) ihre Vorgänger schon fast verdrängt hatten, dachte ich.
    Und in der Liste der Games vermisse ich Last Ninja, was ja für den C 64 eigentlich sowas wie die Referenz des grafisch maximal möglichen war.

  13. Als Teen war meine Zeit mit dem Brotkasten nur sehr kurz. Ich konnte zum Glück frühzeitig auf die Freundin wechseln.

  14. Habe gerade heute Nachmittag meinen C64 Maxi mit den Jungs heißlaufen lassen. Zu schön! Hab damals Wochen mit Pirates, Silent Service und co. verbracht. Und heute festgestellt, das ich nach 30 Jahren bei Defender of the crown noch Turniere gewinnen kann.
    Und zum Mysterium Disketten: Es gab Leerdisketten als Single sided, da konnte man die Rückseite frei lochen. Und es gab Kaufdisketten von zb Magazinen, die hatten gar keine Lochung. Brauchte man sie nicht mehr, hat man sie gelocht und neu beschrieben. Frühes upcycling, sozusagen.

  15. Mike Lowrey says:

    Ich weiß noch genau wie ich jeden Montag zum lotto bin um die aktuelle computer Zeitschrift zu holen, da waren noch die game codes drin zum ab tippen

    Danke dir für die Erinnerung

  16. Da darf ich noch etwas weiter zurück gehen.
    Mein erster Rechner war ein ZX-81.
    Kennt den noch jemand?

    • Mein erster war ebenfalls ein ZX-81 mit separatem Speichermodul. Danach auch ein C 64, den ich sogar mit in die Firma mitgenommen habe, um mit Programmen von Data Becker, irgendwas mit Data Write und Data Calc, ähnlich Excel, Tabellen zu bearbeiten. Angeschlossen war ein Nadeldrucker, der gehörig Krach machte. Das Ganze machte damals ordentlich Eindruck.

    • Klar,
      Sinclair ZX80, ZX81, Spectrum, VC20, C64, Amiga … ich hab‘ die meisten noch 😉

    • PeterAuchLustig says:

      1k Bytes. (Standard).

    • Hallo, ja das war auch mein erster. Was für ein Kampf das man an denn Fernseher durfte, Monitor war ja nicht. Und dann endlos Code eingeben, Fehler beheben usw. Aber war trotzdem eine super Zeit.

  17. ich habe auch mit ZX-81 angefangen, danach TI-994A für kurze Zeit, dann VC-20, dann C-64, C-128, Amiga und anschließend PC’s.

  18. SpacePoodle says:

    Was hein wunderbarer Beitrag. Danke für die Zeitreise und Hut ab vor dem guten Spielegeschmack 🙂

  19. Ich habe damals mit dem C16 angefangen.
    Danach C64 (Brotkasten-Variante), gefolgt von einem Amiga 500.

    Meinen alten Amiga und einen erneut gekauften Brotkasten habe ich heute in meinem Hobbykeller an einem original Amiga-Monitor laufen.

    Am C64 ist ein Modul, welches Tape-/Diskettenlaufwerk emuliert, aber Images von USB-Stick liest.
    http://www.1541ultimate.net/content/index.php

    Beim Amiga habe ich das Diskdrive getauscht gegen ein Modul, welches ebenfalls von USB-Stick liest.
    https://amigastore.eu/323-usb-floppy-emulator-gotek.html

    Für den Amiga habe ich damals einen 8-Bit Sampler gekauft.
    http://amiga.resource.cx/expde/deluxesound
    Zusammen mit der Multitracker-Software Oktalyzer habe ich damals meine ersten Songs komponiert, so um 1989.

    Und wer erinnert sich nicht an die Turbokarten, um auf sensationelle 16 Megahertz zu kommen.
    http://amiga.resource.cx/expde/pak
    Damit spielte sich dann F/A-18 Interceptor nahezu flüssig.
    https://www.youtube.com/watch?v=wjdOBXCVX7Q

    Und wenn man nicht Interceptor gespielt hat, kam die 512kB Speichererweiterungskarte rein…
    http://amiga.resource.cx/expde/a502

    Für beide Computer wird auch heute noch released.
    Das spielbare Limbo Preview z.B.:
    https://vintageisthenewold.com/limbo-for-commodore-64-preview-available-for-download/

    Auch immer noch toll finde ich die für damalige Verhältnisse sensationellen Fähigkeiten des C64-Sounchips, hier zum Beispiel eindrucksvoll unter Beweis gestellt:
    https://www.youtube.com/watch?v=wu-agpz7x5c

    Hier auch noch was für Alle, die Einen kannten, der keine gekauften Spiele hatte:
    https://www.youtube.com/watch?v=SFqBkSJOYOQ

    Vielleicht kennt ja noch Jemand dieses Demo aus den 80ern:
    https://www.youtube.com/watch?v=AiHyTJsE3AU

    Im Vergleich dazu mal, was die Leute im Jahr 2016 aus der selben Hardware raus holen:
    https://www.youtube.com/watch?v=bIM4p0uL6Pw
    Interessant dabei der Part ab 7:33… wir sprechen hier immer noch über 64 Kilobyte Speicher!!!

  20. Ich bin damals (Anfang 20) mit dem Brotkasten eingestiegen und war direkt vom Programmieren begeistert. Weil ich schon arbeitete, hatte ich auch Geld zur Verfügung, mich mit Datasette, 1541er (?) Floppy-Disk, Maus und irgendwann auch einem Robotron Matrix-Drucker aus DDR-Produktion zu versorgen. Nach der Verfügbarkeit von GEOS für den 64 war ich von der Idee einer GUI fasziniert. Ein sw-Handscanner und ein Modem kamen hinzu. Nach dem Einstieg mit Basic und ersten Gehversuchen in der Sprite-Programmierung habe ich mich an Assembler gewagt, war damals ja bei den wenigen Registern im MOS 6510 extrem übersichtlich und gut zu verstehen.
    In unzähligen, durchgerauchten Nächten mit (BTX?-)Mailbox-Nächten, Pizza, Cola und den üblichen Zutaten habe ich dann den Kopierschutz der GEOS-Disketten geknackt und in die Mailbox gestellt (mea culpa 🙂 ). Er bestand lediglich in mehreren gut getarnten Registersprüngen und Schreib-/Lesevorgängen auf illegale Sektoren der 5 1/4-Zolldiskette, wo letztlich der Key abgelegt war. Auslesen und eine kopierte CD mit diesen Daten in illegalen Sektoren versorgen war ein Kinderspiel, wenn man wusste wie.
    Mein erstes und letztes Assembler-Programm. Denn es gab plötzlich 286er und 386er mit Windows bei allkauf für astronomische 1000 und 2000 DM zu kaufen ………

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