Bundestag will Hausbesitzer für die E-Mobilität in die Pflicht nehmen

Das könnte noch zu Kontroversen führen: Zusätzlich zum Aufbau einer öffentlichen E-Schnellladeinfrastruktur will der Bundestag die E-Mobilität auch durch andere Maßnahmen forcieren. So sieht ein neues Gesetz vor, dass Bauherren unter bestimmten Voraussetzungen verpflichtet werden, Ladesäulen auf privatem Grund zuzulassen bzw. sogar selbst zu errichten. Verabschiedet wurde hier konkret im Bundestag das sogenannte Gebäude-Elektromobilitäts-Infrastruktur-Gesetz (GEIG). Im Gespräch ist das Gesetz aber natürlich schon länger.

Es schreibt vor, dass auf größeren Parkplätzen von Wohn- und Gewerbegebäuden unter speziellen Voraussetzungen Leitungs- und Ladeinfrastruktur bereitgestellt werden müsse. Die CDU argumentiert, dass hier jedoch keine unverhältnismäßige Belastung von Gebäudeeigentümern entstehe. Bei den Grünen wünscht man sich sogar noch mehr Vorpreschen, während FDP und AfD die Kosten für Gebäudebesitzer und auch Mieter kritisch bewerten. Man sieht da die Gefahr, dass der Bau der Ladesäulen und das Verlegen der Stromkabel am Ende durch Mieterhöhungen kompensiert werden. Das ist leider in der Tat naheliegend.

Am Ende setzt man hier übrigens nur EU-Vorgaben um, die ganze Angelegenheit ist also nicht eine rein deutsche Anstrengung. Falls ihr nun über ein Haus verfügt und schon ins Schwitzen kommt: Es geht um Wohngebäude, die mehr als zehn Stellplätze aufweisen. Außerdem sind selbst diese nur betroffen, wenn die betreffenden Gebäude gerade neu gebaut oder umfassend renoviert werden. Dann sind die Bauherren in der Pflicht, in Zukunft alle Stellplätze mit Schutzrohren für Elektrokabel auszustatten. Bei Nicht-Wohngebäuden muss wiederum dann mindestens jeder fünfte Stellplatz entsprechend ausgerüstet und ein Ladepunkt errichtet werden.

Ab 2025 soll gelten, dass jedes nicht zum Wohnen genutzte Gebäude mit mehr als 20 Stellplätzen mindestens einen Ladepunkt bieten soll. Wer dem als Verantwortlicher nicht nachkommt, soll über Bußgelder zur Kasse gebeten werden. Was haltet ihr von dem GEIG? Sinnvolle Entscheidung oder schießt man da übers Ziel hinaus?

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84 Kommentare

  1. Macht schon Sinn, hätte dass hier auch gerne in meinem jetzigen Mietshaus.

    Nebenan gibts eine Tiefgarage, da gibts auch keine einzige Steckdose.

    Über Nacht laden ist hier jedenfalls got die nächsten 10 Jahre oder so nicht möglich. Hier will auch keiner wirklich was verlegen, da müsste man sie tatsächlich zu zwingen…

  2. Elektromobilität ist der Politik wohl noch nicht kontrovers genug. Da muss die Stimmung einfach noch etwas aufgeheizt werden. Klar: Erst wenn’s knackt kann man damit gut polarisieren, also die Materie politisch nutzbar machen. 😀

  3. Martin Deger says:

    In ein paar Jahren freuen sich alle, dass sie zum Verlegen von Leerrohren gezwungen wurden, als das beim Bau einfach möglich war.

  4. Hat sich mal jemand Gedanken gemacht woher der ganze Strom kommen soll???
    Die paar Windräder und Solarzellen schaffen das bei Weitem nicht!
    Wenn jeder über Nacht sein Auto aufläd – macht das Netz das mit? – Man erlebt schon jetzt, dass Schnellader von Tesla das umliegende Stromnetz negativ beeinflussen!
    Und wie werden die Akkus produziert? Mit Luft und Liebe?
    Wo verbleiben die alten Akkus? Lösen diese sich in Luft auf?

    Aktuell ist der Blödsinn E-Auto nur Augenwischerei, solange der Strom noch aus Kohle und Atomkraftwerken kommt – und die Akkus bei der Produktion sowie Entsorgung die Umwelt stark beeinflussen.

    Das Ganze Konzept E-Auto ist noch lange nicht Marktreif!

    • Martin Deger says:

      Es wird nicht viel mehr Strom gebraucht. Wenn alle Autos mit Verbrennungsmotor über die nächsten 30 Jahre durch Elektroautos ersetzt werden, braucht man jedes Jahr etwa 0,5% zusätzliche elektrische Energie.

      Und ja, das Netz macht das mit, wenn man nachts lädt. In der Schwachlastzeit zwischen 21 und 6 Uhr ist mehr als genug Kapazität, um die benötigte Energie nachzuladen (im Durchschnitt etwa 6 kWh pro Auto pro Nacht, also 2-3 Stunden an einer Haushaltssteckdose).

      Wie Akkus produziert werden, kannst Du nachlesen. Jedenfalls ist das Ganze hundert Mal sauberer als die Förderung von Erdöl in Nigeria oder die Produktion von Kraftstoff aus Ölsänden in Kanada.

      Alte Akkus werden recycelt. Denkst Du, dass man die wertvollen Metalle einfach wegwirft?

      Selbst wenn der Strom aus einem Kohlekraftwerk kommt, stößt ein Elektroauto weniger CO2 aus als ein Benziner. Der deutlich höhere Wirkungsgrad im Kraftwerk als im Motor und der viel effizientere Antrieb machen es möglich.

      Das ganze Konzept Verbrenner ist nicht mehr marktreif.

      • Ich glaube „chris“ geht es nicht darum den Verbrenner länger am Leben halten zu wollen. Sondern er will sagen, dass das jetzige Konzept E-Auto nicht wirklich gut ist.
        Und das finde ich auch. E-Motor im Auto ist definitiv die richtige Entscheidung. Der „Kraftstoff“ als Batterie Lösung wie es jetzt ist, ist leider keine gute Lösung. Das kann sich aber in der Zukunft mit neuen Batterietechnologien ändern.
        Ich wünschte die Regierung würde mal genauso viel Energie in den Wasserstoff bringen, wie sie es für die E-Autos tut.

      • Peter Gaede says:

        Wo bitte ist die Herstellung von Akkus sauberer?

        Zitat aus dem verlinkten Artikel:
        „Für die Herstellung von einer Tonne Lithiumsalz werden zwei Millionen Liter Wasser benötigt.“

        https://edison.media/erklaeren/lithium-abbau-und-gewinnung-umweltgefahren-der-lithiumfoerderung/23140064.html

        Bitte

        • Martin Deger says:

          Ja und? Weißt Du denn, für wie viele Autos eine Tonne Lithiumsalz reicht und wie das im Vergleich zum Wasserbedarf bei der Herstellung von Benzin und anderen Sachen aussieht?

          Die Realität ist, dass für die Herstellung des Lithiums einen durchschnittlichen Akkus so viel Wasser verbraucht wie für ein großes Steak verloren gehen.

          „Der stellvertretende Leiter des Helmholtz-Institut für elektrochemische Energiespeicherung in Ulm, Maximilian Fichtner, erklärt, dass für das Lithium eines 64-kWh-Akkus 3.840 Liter Wasser verbraucht werden. Schon mit dem Verzehr von elf Avocados, 300 Gramm Rindfleisch oder 35 Tassen Kaffee liegen Sie darüber. Dazu kommt, dass es sich bei dem Wasser für die Lithium-Förderung meist um salzhaltiges Grundwasser handelt. Also Wasser, das am anderen Ende nicht als Trinkwasser fehlt. Dass es in den Fördergebieten stellenweise dennoch zu Grundwasser-Absenkungen gekommen ist, muss allerdings auch erwähnt werden.“

          „Die Förderung einer Tonne Lithium bringt es demnach auf 2.000.000 Liter Wasser, eine Elektroauto-Batterie auf 80.000 Liter – oder, plakativer, 400 volle Badewannen. Die Zahlen beziehen sich auf die Publikationen Welt-Sichten und Heise online. Losgelöst davon ist der Wasserverbrauch in den Regionen mit den größten Lithium-Vorkommen (Argentinien, Bolivien, Chile) schon deshalb ein Problem, weil Wasser dort oft ein knappes Gut ist. Für die Bereitstellung einer Tonne Super Benzin werden allerdings auch nicht unwesentliche 1.291.000 Liter Wasser verbraucht, wie das Institut für technischen Umweltschutz der TU Berlin ermittelte. Wobei der Bärenanteil des Wasserverbrauchs auf das beigemischte Bioethanol entfällt. Ein Liter Benzin bräuchte an und für sich „nur“ 50 Liter Wasser, während ein Liter Bioethanol aus Soja auf 11.400 Liter Wasser kommt.“

          https://www.auto-motor-und-sport.de/tech-zukunft/alternative-antriebe/wasserverbrauch-akku-elektroauto/

        • Was ein Bullshit-Artikel. Der Kommentar darunter sagt eigentlich alles. Aber nochmal spezifisch, bei dem Verfahren wird lithiumhaltiges Salzwasser(!) aus dem Untergrund hochgepumpt und verdampft. Da wird kein extra Wasser verbraucht.

          • In den Fördergebieten in Südamerika sinken dadurch die Grundwasserspiegel und die Vorkommen versalzen. Ich emofehle msl dazu entsprechende Kenntnisse nachzuholen.
            Die Bevölkerung kann ja BonAqua kaufen, für ihren Ackerbau und Tiere.

            • Martin Deger says:

              Das ist nicht so eindeutig. Das behaupten die Rinderzüchter, aber es kann auch daran liegen, weil es in letzter Zeit wenig geregnet hat. Es betrifft aber in jedem Fall nur sehr wenige Menschen. Abgebaut wird dort übrigens auch schon lange, bisher war aber vor allem das gewonnene Kalium interessant, während das Lithium eher nebenbei angefallen ist.

              Absurd ist, wie auf einmal die Petrolheads ihre Liebe zur Natur entdecken.

            • Dazu gibt’s überhaupt keine Kenntnisse weil es keine einzige Studie über das Thema gibt. Kann auch am Klimawandel liegen. Und Landwirtschaft verbraucht auch Wasser.

      • Defacto wird es doch so aussehen, dass Millionen Pendler um 17 Uhr ihr Auto an die Ladestation hängen und dann zu Hause Herd, Waschmaschine, etc. anwerfen. Viel Vergnügen beim Lastspitzen abpuffern. Französischer Atomstrom wirds dann möglich machen, oder polnischer Kohlestrom.

        • Die Infrastrukturen werden doch gerade massiv umgerüstet, um so etwas koordiniert steuern zu können.
          Und die „Millionen Pendler“ würden sich wahrscheinlich sogar eine Steuerung kaufen, die die Karre erst dann lädt, wenn der Strom x ct günstiger ist. Hauptsache sie ist morgens voll…

      • Zwischen 21-6 Uhr scheint die Sonne nur leider nicht ganz so stark.
        Da es noch immer keine nutzbaren Speicher (außer einiger Kleinexperimente) gibt, können die EE noch immer keine wirkliche Alternative darstellen.

      • Und das Konzept eAuto ist genau so wenig marktreif……
        Warum hat man seinerzeit noch mal Energiesparlampen und LED-Birnen eingeführt? Richtig, weil sie bei gleicher Leuchtstärke weniger Energie verbrauchen.
        Man will Kohleausstieg, und Atomausstieg. Und gleichzeitig kommen Energieverbraucher hinzu.
        Ihr könnt euch ja gerne ne Ladesäule hin stellen, aber hört auf, die Allgemeinheit für euer Hobby bluten zu lassen.

        • Martin Deger says:

          Elektroautos brauchen viel weniger Energie als Verbrenner. Und diese blasen auch noch Abgase und CO2 in die Luft, auf Kosten der Gesundheit der Allgemeinheit. Wer im Glashaus sitzt…

          Deine Kommentare werden in 10 Jahren sehr komisch klingen („Hobby“).

    • Es ist in der Nacht mehr als genug Reservekapazität da, und es ist auch völlig ausreichend mit 8A dreiphasig gedrosselt zu laden (z.B. dann 6kw). Das BMS hat zudem eine Erkennung bei vielen Autos drin wenn die Qualität des Stroms ungendügend ist, sprich, bricht die Spannung im Haushalts-Netz oder generell im Netz ein, wird gedrosselt.

      Ich weiss nicht wer dir den Floh ins Ohr gesetzt hat dass Tesla mit den Superchargern das Netz negativ beinflusst. Tesla baut schon seit Jahren (kann man in den USA auch sehen) kleine Akku-Puffer mit ein um die Ladespitzen glätten. Im Ladepark Hilden werden ganze Akku-Häuschen gebaut. Zudem hängen solche Charger nicht an einem Klingeldraht sondern ziehen ihren Saft direkt aus der Hochspannung oder Mittelspannungsversorgung.

      Akkus werden genauso produziert wie alles andere in die Industrie. Zu großen Teilen aus Metall. Und genauso wie man Kupfer, Edelstahl oder Eisen recycled kann man dies auch mit Akkus tun. Niemand schmeisst sowas weg. Es wird nicht verbraucht sondern „gebunden“.

      Selbst mit Kohle geladen weist das E-Auto eine bessere Energiebilanz auf. Zwar erst später, aber der größte Impact entsteht durch gefahrene Kilometer, nicht in der Herstellung. Weder beim Verbrenner noch beim E-Auto. Ich glaube du hast einfach noch in keinem gesessen und plapperst einfach nur Stammtischparolen nach.

  5. Warum erst ab 20 Stellplätzen. Ab dem ersten Stellplatz!
    Je 3 Stellplätze teilen sich eine Säule.

  6. Ich wäre für eine zusätzliche Regelung: Drehstromanschluss in jeder neu gebauten Garage. Das kostet – wenn eh alles offen ist – vielleicht 200 Euro Aufpreis und selbst wenn man diese niemals nutzen sollte, ist das vollkommen egal. Wenn man aber mal ein Auto kauft, hat man schon einen adäquaten Anschluss. Und zur Not kann man nur den Häcksler dran betreiben.

  7. Wir sind gerade auf der Suche nach einer neuen Wohnung und bei Neubauten liesste man das immer öfters in den Immobilienanzeigen, das in der Tiefgarage der Anschluss für Wallboxen vorbereitet ist, meist 11 teilweise sogar mit 22 KM-Anschlüssen.
    Allerdings sind das in der Regel dann auch hochpreisige Wohnungen.

  8. Für Einfamilienhäuser sollte mal eine Förderung von Solar/Speicher und Wallbox her, damit man auf den Zug aufspringen kann. Nur mit eigenem Strom die Karre laden, macht irgendwie Sinn. Ohne Autarkie in der Stromproduktion wird das nichts bei stetig weiter steigendem Strombedarf. Und das in der Fläche – jeder muss mitmachen und weg von einer ausschließlich zentralen Stromversorgung der großen Anbieter.

    • Achtung gefährliches Halbwissen: Ich glaube die KFW fördert doch schon private Ladesäulen.
      Von einem Solarspeicher bin ich nicht 100% überzeugt. Wieder ein Akku der dann in jedem Haushalt rumsteht und irgendwann Sondermüll ist. Dann lieber große Speicher bei den Netzbetreibern, die das tagsüber eingespeiste dann Nachts nutzen können. Vernünftige Vergütungen und Regelungen Vorrausgesetzt 😉

      • Jonas Wagner says:

        Genau das sind zB die Pumpspeicherkraftwerke. Läuft gut und damit verdienen sich Regionen mit Bergen gutes Geld.

        • Nur sind die Pumpspeicher so aus ökologischer Sich auch nicht das Gelbe vom Ei, da sie in der Regel einfach geflutet werden und unter dem Druck der Wassermassen die ehemaligen Pflanzen im Becken verfaulen. Aber natürlich stellen sie eine sinnvolle Netzergänzung dar, wobei die sich auch nicht mehr dumm und dämlich verdienen. In meiner Gegend ist eins und hier war eine Erweiterung geplant, die aufgrund mangelnder Wirtschaftlichkeit aktuell kurz vor der Absage steht.

          • Quatsch, da gibt es keine Flutungsgebiete, nur 2 Speicherseen, du verwechselst dies mit dem Hochwasserschutzgebieten

            • Ich verwechsle da gar nichts, nur weil du es nicht weißt.

              Ach ich vergaß die Speicherseen sind da ja schon so passend von Natur aus in dem Ausmaß vorhanden….

  9. Baue gerade ein MFH mit 12 Stellplätzen – wollte Vorbereiten für 12 Ladesäulen.
    Maximal möglich 3 – in einem neuen Neubaugebiet.
    Das ist leider die Realität -_-

    • Martin Deger says:

      Wer verhindert das und warum?

    • Solange Du sie nicht ans Netz anschließt, kannst Du so viele Ladesäulen *vorbereiten* (also Kabel legen) wie Du willst. Würde ich bei einem Neubau auch definitv machen, brauchst ja erstmal nur drei anschließen.

      • Nicht mal anschließen. Bei Neubau eines Parkplatzes für Wohnhäuser (und nur wenn mehr als 10 Stellplätze geplant sind) müssen lediglich Schutzrohre für Erdleitungen verlegt werden. Bei Gewerbegebäuden mit mehr als 20 Stellplätzen muss genau eine Ladestation verbaut werden. So ein Drama!

        Wie hier schon steht, irgendwann wird sich der Bauherr freuen dass er beim Neubau Leerrohre verlegen musste.

  10. Das ist wieder mal ein typisches Beispiel der vielen, nicht zu Ende gedachten Maßnahmen (wie bsp. die Förderung der Solaranlagen vor 20 Jahren -> nicht nur Erzeugung, sondern auch Speicherung hätte man fördern müssen…). Wie soll denn das funktionieren? Etwas Mathematik und Grundlagen der Elektrotechnik könnten hier helfen. Als Stichworte nur Stromstärke, Leitungsquerschnitt, zur Verfügung stehende Energie, … (kleine Rechenübung: Wie viele Solarpanels müsste man installieren, um nur _ein_ E-Auto tagsüber (nachts scheint zumindest bei uns keine Sonne 😉 ) aufzuladen? Hinweis: Leistung eines Panels ca. 230W).

    Im Januar sind wir knapp an einem europaweitem Blackout vorbeigeschrammt. Und für die nächsten Jahre sieht das leider nicht besser aus. Ende diese Jahres werden einige Kohlekraftwerke stillgelegt (20GW!). Wenn wir dann wieder einen (zugegeben im Februar völlig unerwarteten) Wintereinbruch mit Schneefall wie dieses Jahr bekommen, wird’s wohl dunkel werden. Aber das verstehen leider viele nicht, der Strom kommt ja aus der Steckdose. Und solange Insta & Co. noch nfunktionieren, kümmert es viele auch nicht. Grün klingt gut, Gewissen beruhigen, ich habe zwar keine Ahnung, aber bin für grün…

    Aktuell sind viele Solarpanels zugeschneit, bei Windkraftanlagen müssen die Rotoren per Hubschrauber (zum Glück fliegen die nicht elektrisch) enteist werden. Die liefern also aktuell gerade keinen Strom. Ach ja, müssen sie ja auch nicht, der kommt ja aus der Steckdose… m(

    Wenn man jetzt auf gespeicherte Energie zurückgreifen könnte. Ach ja, wurde ja nicht gefördert… m( Wo kommt eigentlich die Energie in der Nacht her, wenn die meisten E-Autos aufgeladen werden sollen? Richtig, aus der Steckdose. m(

    Insgesamt halte ich den „von oben“ verordneten Umstieg auf E-Mobilität für eine ausgesprochen dumme (und das meine ich wörtlich) Idee. Ja, wir müssen alternative Energiequellen finden. Aber nicht so! Es gibt andere gute Ansätze, nur leider finden die kein Gehör, weil die Weichen schon gestellt sind. So hat z.B. Bosch die Herstellung eines komplett synthetischen Diesel zur Produktionsreife gebracht. Bekommt aber keine Zulassung, weil Verbrennermotoren abgeschafft werden sollen. m(

    In China z.B. sind reine E-Autos kein Thema. Die setzen auf Hybrid. M.E. ist das auch die schlauere Vorgehensweise. Verbrenner mit umweltfreundlichen Treibstoff und E-Antrieb kombiniert. So hat man das Beste aus beiden Welten. Aber was wissen die schon…

    • Trifft so ziemlich genau meine Meinung. Vor allem der letzte Absatz. Vor allem kann der Verbrenner dann in seinem optimalen Bereich arbeiten mit bestem Wirkungsgrad. Aber das ist wohl alles nicht gewollt. Anders verdienen wohl einige Leute mehr und verkaufen es als Umweltschonend.
      Ich wage mal zu behaupten einen Umweltschutz oder Naturschutz wie man ihn sich gerne vorstellt gibt es nicht. Am Ende will immer jemand dabei was verdienen und das beißt sich oft mit dem Naturschutz.

    • Der Hybrid/Verbrenner ist unumgänglich. Bei ganz normalen Winterverhältnissen wie in den letzten Tagen kommt es zu Staus, manche standen gar über Nacht. Bei minus 10 Grad und mehr erfrieren die Leute dann in Zukunft in ihren Autos. Wers nicht wahrhaben will, kann ja mal sein Handy oder LiIon Akkus in den Tiefkühler legen und gucken, was nach ein paar Stunden noch geht mit den Dingern. Eine Heizung kann man da nicht betreiben und man kommt auch nicht mehr vom Fleck.

      Weiterhin muss der Verbrenner natürlich auch in Zukunft bei relevanten Bereichen wie Feuerwehr, Polizei, Rettungsdienst und Katastrophenschutz genutzt werden.

      Randnotiz: Für Schwerlast taugt die Batterie auch nichts. Bei uns fahren Hybridbusse. Mit Batterie fahren die genau 3 Sekunden, dann springt bei denen hörbar der Motor an. Und das sogar ohne Passagiere, wie man in Coronazeiten gut an den Haltestellen beobachten kann.

      • Martin Deger says:

        Nicht belegte Panikmacherei. Mit einem Akku der momentan üblichen Größe gibt es absolut keine Probleme und es reicht wohl länger als bei den meisten Verbrennern. Habe gerade neulich einen Test bei -5°C gesehen: der Verbrauch, um auf 19°C zu heizen, liegt bei einem Kia e-Niro bei 0,8 kWh pro Stunde, also ein gutes Prozent der Akkukapazität pro Stunde.

        • Das ist alles mehrfach belegt! Anstatt auf Gretas Zöpfe hin und wieder mal in die Presse gucken, mehrere Verkehrsbetriebe haben wieder zurück auf Diesel gewechselt, die DHL hat ihre E-Flotte eingestampft und während der letzten Woche gab es massive Probleme mit den Bussen in Berlin.

          Achja, und dein Test fand mit fahrendem Fahrzeug statt. Wenn der über Nacht bei Minusgraden auf der Straße oder im Stau steht, passiert da nichts mehr.

          Klar, für die Feelgoodfahrt aus der beheizten Garage zum Bioladen in 5km Entfernung reicht es natürlich.

          • Martin Deger says:

            Nein, der Test fand über Nacht statt. Zum Rest von Dir brauche ich gar nichts mehr sagen, ist alles falsch bzw. unrepräsentative Einzelfälle. Elektroantrieb wird massiv ausgebaut insgesamt.

      • Mit den neueren E-Autos mit Wärmepumpe ist das im Stau stehen im Winter gar nicht mal mehr so das Problem. Im Sommer auch nicht, da sind Autos mit Wärmepumpe sogar eher im Vorteil.

  11. Irgendwie werde ich den Eindruck nicht los, dass sich die deutsche Politik immer weiter in eine Art „Diktaturmodus“ begibt. Für Alles werden Vorschriften gemacht und Verordnungen erlassen. Es wird mit immer härteren Sanktionen, auch für Zuwiderhandlungen im eigentlich geschützten Privatbereich, gedroht und diese auch rigoros verhängt.
    Beim Thema Ladeinfrastruktur bin ich eher skeptisch. Die Versorgungsnetzbetreiber, die oft in kommunaler Hand sind, haben jahrzehntelang zu wenig in den Netzausbau investiert. Viele Hausanschlüsse haben keine Reserven um die Last ordentlicher Aufladestationen mit vielen kW zu versorgen. Strom im privaten Bereich diente der Versorgung von häuslichen Elektrogeräten und der Beleuchtung. Darauf sind die Niederspannungsnetze und die Versorgung ausgelegt. Für die sog. Daseinsfürsorge, eine Aufgabe der Kommunen, hat das bislang gereicht und konnte mehr oder weniger gut finanziert werden. Wer demnächst, staatlich verordnet, zum Abruf höherer Lasten, durch den Bau einer Ladestation, verpflichtet wird, der wird sehr tief in die Tasche greifen müssen um den Netzausbau zu finanzieren. Geregelt ist das z.B. im §11 NAV (http://www.gesetze-im-internet.de/nav/__11.html).

    • In der Nachricht steht doch explizit, dass es sich um eine Umsetzung einer EU Verordnung handelt.

      • Ach, und bei der Umsetzung von EU-Verordnungen darf die Bundesregierung dann quasi dem Bürger alles aufdiktieren? Sorry, diese Ausrede zieht nicht, denn man kann EU-Verordnungen auch anders umsetzen und in nationales Recht überführen. Wie heißt es so schön, „Zum Wohl des Volkes“.

  12. Als langjähriger E-Autofahrer kann ich nur sagen das Stellplatzladen gerne falsch gesehen wird.
    An einer normalen Haushaltssteckdose mit 16 Ampere abgesichert kann man bei 240V und 12,5 Ampere rund 3KW pro Stunde laden. Das sind über nacht (12 Std) rund 36 KWh. Das reicht bei einem durchschnittlichem Verbrauch von 20KWh/100Km für 180 Km. Wer täglich mehr als 180 Km fährt sollte sich das überlegen.
    Da aber der Durchschnitt nur 40 Km pro tag fährt reicht nächtliches Laden mit 3 Ampere (750W) oder 12,5 Ampere für rund 2,5 Std.

    • Grundsätzlich alles richtig, trotzdem haben Wallboxen ihre Vorteile. Die Ladeverluste an einer „normalen“ Steckdose sind im Vergleich zu einer Wallbox deutlich höher.

    • Solange das einige Wenige machen, geht das auch. Aber rechne das doch mal hoch, wenn nur jedes 2. Fahrzeug, was da jetzt so rumsteht, geladen werden soll. Und wenn es auch nur eine Teilladung ist.

      Letzte Woche wurde in Schweden eine Papierfabrik abgeschaltet, weil die Energie nicht reichte. Den privaten Haushalten wurden Stromspartipps gegeben. Z.B. auf Staubsaugen zu verzichten. Und dann sollen da auch noch E-Autos in steigender Zahl geladen werden… m(

      Da hat mir neulich einer stolz erzählt, wie da ein Hotel (in Schweden) den E-Auto-Fahren angebietet, das Fahrzeug mit Solarstrom aufzuladen. Das ist ja so toll und umweltbewußt. Klar, und wieviele kann man parallel laden? Wieviele Panels (resp. Platz!) braucht man für nur ein (1!) Fahrzeug? Und wie geht das Nachts, wenn die Hauptladezeit ist?

      Ich will Dich hier nicht persönlich angreifen, aber diese ganzen „bei mir geht das prima“ Aussagen sind mir einfach zu engstirnig und kleinkariert. Denkt doch mal größer!

  13. Ich finde das – nicht nur hier in den Kommentare – immer sehr spannend, da haben die ganzen Kommentatoren doch Probleme im Blick, die allen anderen (u.a. Menschen, die sich hauptberuflich damit beschäftigen) nieeeee auffallen würden. Was hier einige der Kommentatoren zu allen möglichen Themen an Wissen und Problemverständnis mitbringt, macht diese ja geradezu zu Universalgelehrten. Dagegen stinken sogar Da Vinci und Humboldt ab.

    Wo könnten wir nur stehen, wenn sich die ganzen cleveren Kerlchen hier um die Lösung von Problemen bemühen würden, statt bei jedem Thema nur zumzujammern?

    • Warst Du schon mal bei einer Konferenz der Staatssekretäre, die sich mit der Energiewende beschäftigen? Dort würdest Du feststellen, dass das überwiegend noch nicht einmal technisch verständige Leute sind (Soll nicht abwertend sein, aber das sind Politologen etc.). Da fehlen z.T. elementare physikalische Grundlagen. Da kommt man echt aus dem (negativen) Staunen nicht mehr raus… Das sind übrigens auch genau die, die dann sagen, wo es lang gehen soll. Keine Ahnung, aber seeehr viel Meinung.

      Und ja, es gibt hier durchaus „Menschen, die sich hauptberuflich damit beschäftigen“.

  14. Ich finde den generellen Trend zur E-Mobilität echt toll, aber leider wird die Stromproduktion sowie der Wandel in anderen Sektoren nicht beachtet oder zu blauäugig gesehen.

    2018 hatten wir einen Gesamtenergieverbrauch von 2500 TWh in DE, aber lediglich eine Stromproduktion von 649 TWh.
    Wie sollen wir so den Wandel hin zu einem zumindest größtenteils elektrischen Verkehrssektor, der immerhin ein Drittel des Gesamtenergieverbrauches ausmacht schaffen? Zudem kommt der Ausstieg im Wärmebereich aus Öl. Dort werden in Zukunft auch verstärkt Wärmepumpen zum Zuge kommen die ebenfalls Strom benötigen.

    Auch die Argumentation wir können E-Autos als Zwischenspeicher nutzen sehe ich kritisch. Klar zum Abfangen von Überkapazitäten können wir sie bestimmt nutzen, aber da die Akkus nicht unendlich Lade und Entladezyklen aushalten ist die Bereitschaft in der Bevölkerung eine Rückeinspeisung ins Netz zu unterstützen und die Autos somit als Puffer zu nutzen eher als gering einzustufen.

    • Martin Deger says:

      Kann man aber nicht kWh zu kWh vergleichen. Elektroautos sind etwa vier- bis fünfmal effizienter als Autos mit Verbrennungsmotoren; Wärmepumpen sind auch etwa dreimal effizienter als eine Gasheizung. Bei einer kompletten Elektrifizierung geht der Gesamtenergiebedarf also zurück. Die erneuerbaren Energien müssen aber natürlich trotzdem noch stark ausgebaut werden.

      • Das stimmt zwar, aber damit lässt sich die Differenz nicht ausgleichen. Dazu kommt das Problem der Schwankungen der erneuerbaren Energien für die es einfach noch keine Lösung gibt.

  15. Jan-Philippe Schilt says:

    Parkplätze sind so oder so zu billig. Die Mieten von Wohnung und Stellplätzen sollten voneinander getrennt werden, damit die Förderung von Autos durch die Hintertür reduziert wird. Dann müssten Leute ohne Auto auch nicht mehr denen mit ihren Stellplatz mitfinanzieren.

  16. Es ist schon erschreckend, wie selbst hier in einem „Technik-Blog“ viele Kommentare ausfallen. Mittlerweile ist komplett erwiesen, dass batterieelektrische Fahrzeuge zumindest im PKW-Bereich allen verfügbaren Alternativen überlegen sind. Dass das Laden in der Praxis funktioniert ist genauso klar, wie dass die Produktion nicht so umweltschädlich ist, wie sie anfangs noch schien.

    Trotzdem gibt es viele, die noch auf Wasserstoff im PKW hoffen (obwohl klar ist, dass das für den PKW nicht geeignet ist, weil ineffizient, unpraktisch und seitens der Infrastruktur unnötig teuer). Andere halten am Verbrenner fest (Angst vor Neuem?). Das sind die gleichen Leute, die vor 40 Jahren gesagt haben, dass nie jeder einen PC zuhause haben werden, vor 30 Jahren dass sich das Internet nicht durchsetzen wird (Spinnerei, braucht kein Mensch, wir haben gar keine Infrastruktur dafür), vor 10 Jahren dass Smartphones nichts für die Masse sind (die Mobilfunknetze würden unter dem Datenverkehr zusammenbrechen). And here we go again, in 10 Jahren wird jeder darüber lachen (dann wird es natürlich noch Verbrenner geben so wie es heute Faxgeräte und Feature Phones gibt, auch neu mag es die Nische für spezielle Applikationen noch geben – siehe Faxgeräte, aber sie werden keine Rolle mehr spielen).

    Man darf die Infrastruktur auch nicht überschätzen. Wenn die Not mal da ist, ist eine ganze Tiefgarage in 4 Wochen mit Ladeinfrastruktur ausgestattet. Da kann alles Aufputz gelegt werden und mit Lastmanagement ist der Netzanschluss kein Thema (in Einzelfällen wird ein Ausbau nötig sein, aber in einem Rahmen, in dem der Netzbetreiber das anbieten kann). Nicht vergessen, dass die Energieversorger das Thema schon seit Jahren auf dem Schirm haben.

    • @Sammy
      Die Energieversorger mögen das auf dem Schirm haben, aber wirklich zielführende Aktivitäten sind zu wenig zu verzeichnen. Beispielhaft sei mal https://electric-city-ruesselsheim.de/ genannt. Wenn Opel nicht massiv den Bau von Ladestationen auf seinem Werksgelände vorangetrieben hätte, dann würde es kaum sichtbare Ergebnisse geben. Das Projekt schleppt sich so dahin und es kommt immer wieder zu Verzögerungen.

    • Ist ja toll, dass du der Meinung bist Wasserstoff wäre pauschal ungeeignet im PKW-Bereich. Nicht falsch verstehen, mit dem aktuellen technologischen Stand ist Wasserstoff für den Durchschnitts-Pkw wirklich noch ungeeignet, aber das heißt ja nicht, dass das in 10/20 Jahren immer noch so ist. Das Frauenhoferinstitut forsch gerade an einer Magnesiumpaste, die Wasserstoff bei sehr niedrigem Druck und normaler Umgebungstemperatur speichern kann.

  17. Können mich mal am Abend besuchen mit ihren Zwangsverpflichtungen nur weil sie es in der Politik nicht auf die Reihe bringen… Erst hernötigen den ganzen Elektroschrott und dann fehlen die Grundlagen dafür. Unsere Oberen haben so langsam die Bodenhaftung verloren, die machen schon lange nicht mehr das, wofür das Volk sie gewählt hat, Vortäuschung falscher Tatsachen im Wahlkampf wie immer und dann machen was sie wollen sobald sie Lunte an der Macht gerochen haben die Kröten.

  18. Das ist alles noch viel zu wenig.

    Ich lebe in einer Mietwohnung in der Großstadt. Womit mein Auto fährt, ist mir im Prinzip egal, ich interessiere mich nicht für „Fahrspaß“, sondern will nur mit den Vorteilen eines privaten PKW von A nach B mit irgendwas im Kofferraum.

    Alles, was ich brauche, ist ein bezahlbares Auto und, wenn es elektrisch fahren soll, dann eben eine Steckdose, garantiert, jeden Abend frei. Wie gesagt: Großstadt, Mietwohnung. Ich kann weder ein Kabel aus dem Fenster legen (zu dem Auto, dass 700 Meter weit weg parkt…), noch habe ich einen festen Platz in einer Garage oder irgendsowas. Wenn hier in der Straße 500 Autos parken, dann brauchen wir auch 500 Steckdosen — und ja, auch wenn das nach Gegenargument klingt, es ist mMn. längst überfällig, dass wir genau das machen.

    Solange der E-PKW ein Spielzeug für Leute mit eigenem Einfamilienhaus ist, wird das nix mit der Energiewende. Wir müssen endlich anfangen, dass das auch mal wehtun darf: Tempolimits, Platz für Radler, Bevorzugung alternativer Antriebe, Ladestationen für alle. Und bezahlen sollen es die Dieselfahrer, die PKWs mit hoher Leistung, die Dickschiffe und Zweitauto-Fahrer. Feste drauf. Trifft die Richtigen.

    • Martin Deger says:

      70% der Fahrzeuge parken nachts auf einem privaten Stellplatz (die wenigsten Autofahrer wohnen in der Innenstadt). Weitere ~15% haben beim Arbeitgeber einen Parkplatz. Für den Rest wird man sehen müssen, ob es sich lohnt, an die Straße alle 10 Meter eine Doppelladesäule zu bauen. Diese Autos fahren meist auch wenig, so dass der Durchsatz sehr gering wäre. Ich tippe eher, dass sich langfristig Schnelllader an Supermärkten und anderen öffentlichen Parkplätzen, sowie Ultraschnelllader im Prinzip als Tankstellenersatz. Alle zwei Wochen laden im Alltag reicht meistens auch für Wenigfahrer.

      Problematisch sind (perspektivisch, nicht unbedingt jetzt) eigentlich nur noch die wenigen Fahrer, die an der Straße parken wie Du, und im Alltag sehr viel fahren, und auch beim Arbeitgeber an der Straße parken müssen. Diese müssten dann häufig an die Ultraschnelllader, die auf absehbare Zeit noch etwas langsamer sein werden als eine Tankstelle.

      • > 70% der Fahrzeuge parken nachts auf einem privaten Stellplatz

        Das sind doch Scheinstatistiken. Genau diese 70% haben zu einem großen Teil ein Eigenheim, also meist ausserhalb der Großstädte, also genau die Leute, die jeden Tag weit fahren und am wenigstens für ein E-Auto in Frage kommen.

        Ich kann bei solchen Zahlen nur den Kopf schütteln. Für mich als Großstadtbewohner ist es, wie für meine Nachbarn, normal, Abends 20-30 Minuten nach einem Parkplatz zu suchen. Oftmals parken wir einen soliden Spaziergang von der Wohnung weg. Ich will mich gar nicht drüber beschweren, aber „privater Stellplatz“ ist nicht die Normalität der meisten Menschen in diesem Lande.

        Von der Klopperei der Kollegen am Arbeitsplatz (50 Autofahrer, 3 Stellplätze) will ich gar nicht reden. Die verstopfen die Stadt, dass ist deren „Stellplatz“.

        • Martin Deger says:

          Du hast Dich offensichtlich noch nicht mit Elektromobilität beschäftigt. Gerade, wenn man jeden Tag viel fährt und man zuhause oder auf der Arbeit laden kann, sind Elektroautos besonders wirtschaftlich. Mit PV-Anlage, die im Frühling und Sommer die Ladung abdeckt, sowieso (Ladung am Wochende plus am Tagesrand reicht meist aus für die Pendelstrecke). Und die Reichweite ist im Alltag dann nie ein Problem; die meisten Autos haben inzwischen Akkus mit 50 bis 70 kWh, was im Berufsverkehr für 300-500 km reicht.

          Und wie gesagt, die 70% sind der Durchschnitt für Autos in Deutschland. Immer bedenken, dass auf dem Land meist zwei Autos pro Familie gefahren werden, während es in der Stadt of 0 oder 1 Auto sind. Dadurch ist Deine Wahrnehmung als Stadtbewohner verzerrt.

          Es ist sowieso wichtiger, die Vielfahrer auf Elektroautos umzustellen anstatt die Autos in der Großstadt, die oft nur einmal pro Woche gefahren werden.

          • Gerade die werden es aber nunmal nicht tun. Du siehst ja selbst, wer sich auf E-Autos einlässt: Städter mit hohem Einkommen und kurzen Strecken, die das Auto mehr oder weniger haben, weil, ich überspitze es mal, „sie sich zu fein für den Bus sind“.

            Der Familienvater aus Elmshorn, der jeden Tag nach Hamburg pendelt und einen Riesen-Einlauf vom Chef bekommt, wenn er 5 Minuten zu spät zur Arbeit kommt, wird sich erstmal nicht von seinem Arbeitspferd Diesel verabschieden, selbst wenn es vielleicht logisch, vernünftig und sinnvoll wäre.

            So, und nun guck dir bitte mal auf GoogleMaps auf den Satellitenbildern Hamburger Wohngebiete an wie Othmarschen, Bahrenfeld, Eimsbüttel. Was Du da siehst, wurde bei gutem Licht tagsüber aufgenommen, als die Autos eher weg waren. Abends steht da das dreifache. Die Frage, die sich mir stellt, ist:

            Wenn ich jetzt schon ’ne halbe oder gar eine Stunde Parkplatz suche — wie soll denn das erst werden, wenn ich auch noch einen Parkplatz zum Laden suche? Und dann am Freitag, wenn alle ihr Auto für’s Wochenende laden wollen? Wenn dann auch noch die gleichen Idioten, die wir von jedem anderen Thema schon kennen, den dann garantiert das ganze Wochenende zuparken, obwohl sie nach 3 Stunden weg müssten?

            Ich habe mit meinem vorletzten Auto CNG gefahren. Es war, unter’m Strich, Scheisse. Machen wir nicht wieder. Wenn der Staat mich von Super-Sprit weghaben will (Und das will ich liebend gerne!), dann muss er mir eine Servicequalität vergleichbar der Tankstelle bieten.

            • Martin Deger says:

              Ich wohne in einem Ortsteil mit vielen Reihen-, Doppel- und Einfamilienhäusern sowie kleinen Mehrfamilienhäusern mit Garagen; bei uns wird meist 20-30 km weit gependelt, teilweise bis zu 60 km. Im letzten Jahr ist die Zahl der Elektroautos hier explodiert.
              Elmshorn nach Hamburg sind gerade einmal 40 km. Sehr wenig für Elektroautos von heute. Verstehe wirklich nicht Dein Problem. Das Elektroauto ist jeden Morgen vollgeladen und kann mindestens 300 km weit fahren. 5 Minuten zu spät komme ich doch eher mit dem Diesel, wenn ich tanken muss.

              • OK, vielleicht müssen wir mal unterscheiden zwischen „mein“ Problem und „das“ Problem. Das sind unterschiedliche Dinge.

                „Mein“ Problem ist: Ich wohne in einer Mietwohnung in der Großstadt, und solange ich nicht jeden Abend MEINE Steckdose garantiert habe, so wie ich hier rund um Uhr die 3 verfügbare Tankstellen habe, werde ich nicht umsteigen. Ich düse nicht im Stadtteil rum und suche eine freie Ladestation. Ende, ohne Diskussion.

                „Das“ Problem ist glaubich ein anderes: Ich hatte etwa 8 Jahre lang CNG ausprobiert. Fazit: Nie wieder. Die Gründe dafür würden ganze Seite füllen, die Kurzfassung sieht so aus:

                – Hamburg hat einige Tankstellen, der Urlaubsort keine. Als Wanderurlauber verfahre ich dort am Tag aber ~100 Kilometer, so wie zuhause auch jedes Wochenende: Heide, Nordsee, Wald,… 50 km eine Richtung ist nicht viel.

                – Die Hamburger Tankstellen verkaufen ausschliesslich zum hohen Preis die hochenergetischen CNG-Varianten, mit denen ein normaler PKW nicht schneller und nicht weiter fährt, der aber 25 Cent mehr pro Kilo kostet, für nix.

                – Teure Ersatzteile (Gastank), Gasprüfung plus obige Spritpolitik haben den gesamten finanziellen Vorteil wieder aufgefressen, die Kohle ist bei Opel und Aral gelandet

                – Vor zwei Jahren musste der Wagen, tiptop instand, für Kleingeld ins nicht-EU-Ausland verkauft werden, weil Opel einen Gastank verkauft hat, dessen Lebenszeit schnell abläuft und dessen Ersatz mehr kostet als der Wagen wert ist.

                – Inzwischen ist das anders, weiss ich, aber die Kinderkrankheiten wie „Man muss den Tank immer komplett genau leerfahren“ oder „die Reichweite liegt unter 300km“ oder „Der Antrieb spinnt schonmal, und man muss auf Not-Benzin fahren“ haben uns schon sehr beeinträchtigt. Ich mache nicht nochmal den Beta-Tester.

                – Ich kaufe immer nur alte Gebrauchtwagen. Mehr als 4500 Euro gebe ich nicht aus, und auch das nur, weil es billiger nicht sinnvoll geht. Ich wäre ein typischer Kunde für ein 900-Euro-Auto aus Indien, ich brauche keine Klimaanlage und keine Digitaltechnik, nur einen Kasten auf Rädern. Ich kann mir also erstmal Zeit lassen, bis ich ein E-Auto kaufen kann/muss.

                Was ich aber auch noch sagen will: Jeder Änderung von _irgendwas_, von der Rentenfinanzierung bis zur Baudämmung, ist in Deutschland immer erstmal Wirtschaftsförderung. Riester-Rente, Bauvorschriften, Windkraft, Kita-Kostenübernahme. Die Bonzen haben eine Lobby, die Politik biegt es zurecht, das Geld erstmal in den Firmen landet. Das habe ich bei meiner nun wertlosen Riester-Rente zu spüren bekommen, ich habe es bei CNG-Sprit gemerkt, und ich kann es mir gut vorstellen, dass auch Elektro-Autos daran schlicht scheitern. So wie CNG. Das gucke ich mir erstmal an.

      • Auf welchem fernen Planeten lebst Du eigentlich? Oder meinst Du, 70% der Fahrzeuge hat ne Laternengarage?
        Die größte Zahl der Autos, zumindest in der Stadt, parken an der Straße.
        Ich brauche nur aus dem Fenster zu schauen, danm sehe ich die Realität…..wer nach 16:00 nach Hause kommt, muss erst mal n paar Runden drehen, in der Hoffnung, dass irgendwer dämlich genug ist, noch mal weg zu fahren.

    • Völlig richtig, das ist ein sehr wichtiges Thema, denn eigentlich möchte man gerade in der Stadt mehr E-Autos.

      Ich weiß nicht, ob sich jemand an Parkuhren erinnert, die Vorgänger der Parkscheinautomaten. Sowas ähnliches bräuchte es flächendeckend in der Stadt, mit 2 Anschlüssen à 230V/max 3,6KW. Das hält Kosten und Netzbelastung im Rahmen. Wer dann doch mal mehr laden muss, fährt zu einer (Schnell)Ladestation und zahlt ggf. etwas mehr.

  19. Ich verstehe nicht, wieso wir nicht einfach Synthetische Kraftstoffe herstellen. 2020 hat es weltweit ca. 1,2 Milliarden PKWs gegeben. Die zu elektrifizieren dürfte schlicht nicht machbar sein. Wenn Tesla derzeit 500.000 Autos baut und die Produktion auf 2 Millionen anheben kann, die anderen Autohersteller nicht nach 50.000 Autos schon keine Akkus mehr bekommen können und die Produktion ab 2030 zu eventuell 30% E-Autos herstellt dauert es halt doch noch eine ganze Zeit, bis wir feststellen das es nicht geklappt hat. Die Weltweite PKW Produktion beträgt derzeit ca. 70 Millionen Fahrzeuge. Um also den gesamten Bestand zu ersetzen müssten alle PKW Hersteller 17 Jahre lang nur E-Autos bauen. Das würde ich gern sehen.

    • Weil der Wirkungsgrad von Fahrzeugen, die mit synthetischen Kraftstoffen betrieben werden, extrem schlecht ist: der Verbrennungsmotor an sich ist ja schon eine Katastrophe, dann kommt noch die Herstellung der Kraftstoffe dazu. Das heißt das ist vom Wirkungsgrad her nochmal viel schlechter als bei Wasserstoff-Fahrzeugen.

      Bei der Dauer zur Umstellung des Bestands muss man natürlich die Lebensdauer von Fahrzeugen berücksichtigen, das wird wesentlich länger dauern als zum Beispiel beim Smartphone und auch in 15 Jahren werden noch Verbrenner herumfahren. Aber keine neuen mehr. Ist im Übrigen auch nicht schlimm, wichtiger als die Geschwindigkeit ist einfach mal anzufangen und dieser Prozess hat begonnen.

    • Weil du die Abgase damit immer noch in der Innenstadt hast.

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