Bundesregierung will Widerstände gegen Mobilfunkmasten mit Kommunikationsinitiative aufbrechen

In Deutschland beschweren sich viele Nutzer über den schleichenden Ausbau des Mobilfunknetzes und entsprechende Funklöcher. Dazu gibt es ja sogar spezielle Karten, die euch die notwendigen Informationen liefern. In der Regel schiebt man dabei gerne den Netzbetreibern den schwarzen Peter zu. Allerdings ist die Errichtung neuer Mobilfunkmasten oft komplizierter als gedacht, da sich die örtliche Bevölkerung gerne dagegen wehrt. Hier hofft die Bundesregierung nun mit einer neuen Kommunikationsinitiative gegenzusteuern.

Jene Initiative ist auf mehrere Jahre angelegt und soll in der Bevölkerung für mehr Akzeptanz und Verständnis für neue Masten sorgen. So sei der Wunsch nach einer flächendeckenden Versorgung allseits bekannt, wenn man das erreichen wolle, müssten aber auch die Gemeinden bzw. die Anwohner mitspielen. Angst vor Strahlenbelastung oder auch nur Vorbehalte gegenüber einem großen Mast in der Landschaft sorgen aber oft für Proteste.

Die neue Kampagne der Regierung solle nun „transparent und neutral“ über Mobilfunk informieren und der erste Ansatz für einen tieferen Dialog sein. In diesem Zuge wolle man sowohl über die Potenziale neuer Masten aufklären als auch Stellung zu gesundheitlichen Aspekten beziehen. Aktuell nutze man etwa 74.000 Standorte für den öffentlichen Mobilfunk. Damit die gewünschte, flächendeckende Versorgung erreicht werden könne, müssten aber tausende neuer Standorte erschlossen werden. Bestehende gelte es zudem auszubauen.

Dem gegenüber stehe eine zunehmend schwerere Erschließung neuer Standorte – zum Teil eben durch die genannten Widerstände der Anwohner. Aktuell sind deswegen die mobilen Internetverbindungen in Zügen oft miserabel und es gibt immer noch weiße Flecken auf der Landkarte. 1.000 Standorte hängen dabei derzeit noch im Genehmigungsverfahren, das in Deutschland langwierig ist. Um schneller zu werden, müsse sich auch die Kooperation mit den Kommunen verbessern.

1 Mrd. Euro will der Bund für die Schließung von Funklöchern ausgeben. Umstritten: Dafür will man auch eine sogenannte Mobilfunkinfrastrukturgesellschaft gründen. Das wurde aber teilweise bereits als Verschwendung von Steuergeldern tituliert, da hier wieder Redundanzen in den Veranwortlichkeiten entstehen. Muss man also mal sehen, ob das wirklich so eine ideale Idee ist. Jedenfalls soll jene Gesellschaft einen eigenen Aufsichtsrat haben und Unterstützung von einem Beirat mit Vertretern von Bund, Ländern und Kommunen erhalten. Der operative Start ist für das dritte Quartal 2020 angesetzt.

Muss man insgesamt mal abwarten, ob sich die ganze Strategie am Ende als kostspielige Luftnummer erweist oder wirklich Schwung in die Bude bringt. Denn am Ende schwadroniert man zwar lang und breit herum, dass sich die Zusammenarbeit mit den Kommunen bessern müsse und man schneller vorgehen wolle, sonderlich konkret hört sich das für mich aber alles noch nicht an. Das gesamte Dokument zur Mobilfunkstrategie der Bundesregierung (50 Seiten, PDF) findet ihr im Übrigen auch hier.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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42 Kommentare

  1. Warum macht man die Masten auch so hässlich? Komme gerade auf einem arabischen Land, dort sind die Masten in Palmenform – fallen kaum auf. Warum nicht bei uns in Form eines Baumes?

  2. Ich finde es schon fast lustig wie sich die Leute gegen neue Masten wehren mit der Begründung, dass sie nicht noch mehr Strahlung wollen und dabei nicht bedenken, dass ein näher gelegener Mast die Strahlung Ihres eigenen Endgeräts reduzieren würde…

  3. Strahlenbelastung ist also kommplett unbedenklich und kein Thema?
    @In den U.S.A. gibt es die auch in Baumform….

    • Die Strahlenbelastung durch Mobilfunk? Ja die ist unbedenklich, aufgrund der niedrigen elektrischen Leistung. Außerdem sinkt die Mobilfunkexposition -wie ich oben schon erwähnt hab- wenn mehr Masten aufgestellt werden, da die Smartphones, die man bei sich trägt ihre Sende-/Empfangsleistung reduzieren können.
      Dadurch gilt Mehr Masten –> geringere Strahlenbelastung

  4. In jedem Dorf/Gemeine wo sich die Menschen dagegen wehren, würde ich auch evtl schon vorhandene Masten abreißen und diese Menschen zurück in die Steinzeit befördern…

  5. @Sebastian
    nur die Tarnung ändert doch nix an der Akzeptanz der Masten.

    @Florian
    man wird den Leuten, die Angst haben vor der Strahlung, nie diese Ängste nehmen können. Und hinzu kommen Funk- und TV-Wellen, wifi und elektromagnetische Wellen von Stromleitungen.

  6. Oder man führt endlich das „sharen“ der Maste ein…

  7. Da hilft nur, die Gesetze so zu fassen, dass Mobilfunkmasten gebaut werden, egal was ein paar reaktionäre Schnarchnasen dazu sagen. Als kleine Übung zum Aufwärmen und als Argumentationsghilfe sollten wir als erstes mal Bargeld komplett abschaffen und Handyzahlungen zulassen. ^^

    • Naja, wer in den letzten Tagen aufgepasst hatte, der hat sicher mitbekommen das unsere BuReg einen Tiefschlag gegen Apple verübt hat. Die Lobbyisten der Sparkasse haben sich jetzt erstmal durchgesetzt und feiern sich selber. So schnell geht das also nicht mit der Bargeldabschaffung, jedenfalls nicht solange wie die Volksbank und Sparkassen Ihre eigenen Innovationen zwangsweise an den Rentner bringen wollen.

  8. Es wird immer Idioten geben, die sich gegen jegliche Veränderung wehren. Das Problem ist, dass man solchen Leuten auch noch Gehör schenkt. Mast aufstellen und bei Beschädigung die Leute einbuchten. Einfache Sache.

  9. Alex (der Echte) says:

    Unfassbar was hier manche von sich geben. Wenn jemand keine Antenne im Garten haben will, dann ist das so. Ihr solltet vielleicht mal den Kopf in die Mikrowelle halten oder neben einer Teslaspule schlafen.
    Und jeder der hier sagt Enteignen, Geld wegnehmen, Denunzieren etc. hat sicher selbst kein Eigentum und kann von seinem Wohnklo immer schön die große Fresse haben. Euch wünsche ich ein Windrad direkt vor dem Schlafzimmer, dazu die Stasi zurück und wer dann immer noch anderen vorschreiben will, was er doch machen soll, der kann mal bei Xi Jinping vorsprechen und seinen Score checken lassen.
    Aber geht ihr mal schön weiter Freitags Autofahrer beschimpfen und fresst dabei euer Palmöl aus dem Amazonas.

    • Artikel 14 Abs. 2 Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland
      Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.

    • Irgendwie komisch, dass „Besitzende“ immer Angst davor haben, dass man ihnen etwas wegnimmt…
      Wenn du dich gestört fühlst, steht dir frei, zu klagen: Wir leben in einem Rechtsstaat.
      Niemand wird dazu gezwungen, eine Antenne in seinem Garten zu errichten.
      Also: Ball flachhalten, jedem seine Meinungsfreiheit gönnen, auch ohne ihm die Stasi an den Hals zu binden! Das wird man doch wohl noch sagen dürfen…

    • Keine Ahnung was dir so Spass macht in der Freizeit. Ich schieb in der Regel meinen Kopf nicht in die Mikrowelle oder halte sie den ganzen Tag neben die Mobilfunkantenne. Aber lass deinen Aluhut ruhig auf und laber den Mülle von irgendwelchen Esoterikseiten nach.

    • Viele haben schon eine große Einfallsstraße vor der Fresse mit Lärm und Gesundheitsbelastung. Da würde ich persönlich ja lieber die Antenne auf dem Dach (oder für Fans: die Antenne auf dem Nebendach) nehmen. Was da in den Städten durch die schwarze Wirtschaftspolitik an Wohnwert enteignet wurde übertrumpft die Schäden durch den 2. Weltkrieg um etliches. Von daher also nichts ungewöhnliches in Deutschland.

  10. Die FAZ schreibt, dass Deutschland im internationalen Vergleich auf Rang 70 steht, was den Mobilfunk angeht..

    Das kommt u. a. davon, wenn man den Müslis zuviel Macht in die Hände gibt und diese dann nichts anderes zu tun haben, als sich gegen den Fortschritt zu stellen.
    Wer, wie in Baden-Württemberg 35% auf grün setzt, soll sich nicht wundern, wenn das Land irgendwann komplett abgehängt sein wird..
    Dann heisst es: „wir können nix mehr, weil wir nix mehr haben“. Nicht so, wie damals „wir können alles, ausser Hochdeutsch“.

    • Ich glaube nicht, dass es an den Müslis liegt, sondern eher an den gern in der Vergangenheit lebenden Aluhutträgern der Alternative für Dummköpfe.
      Jeder Migrant hat ja ein Telfon, darum muss man ja die Masten reduzieren, damit diese „Ausländer“ die „von uns finanzierten“ Dienste in Anspruch nehmen können. Ich glaube, dass Grünenwähler eher zukunftszugewandt sind. Die wollen den Fortschritt.
      Siehe auch Klimaschutzgesetze: alles zu wenig und zu sehr darauf bedacht, auch noch den letzten Bedenkenträger/Protestbürger/Rassisten irgendwie mitzunehmen.

      • Ja klar, die Grüninnen sind für Fortschritt?! Ganz klar sogar! Enteignen, keinen Strom herstellen, Fleisch verbieten, Autos verbieten, freie Meinung verbieten, Modeln verbieten, heizen verbieten, Eigentum enteignen, Kunststoff verbieten, Bikini verbieten, Kinder ausspionieren…
        Aber klar, die Grünen sind für Fortschritt!
        Geh mal auf einen Parteitag von denen, dann kannst du mal erleben was grüner Fortschritt und „Meinungsfreiheit“ heißt.
        Aber klar, übers Wochenende nach Kalifornien fliegen zum Eis aus einem Plastikbecher fressen ist ok, weils ja die „Freizeit“ ist. Aber Hauptsache der Malocher werden ausgesaugt und müssen 40 KM zur Arbeit radeln.
        Die Deutschen sind so dämlich, denen ist nicht mehr zu helfen.

        • Man muss schon ganz genau hinschauen, wer die dämlichen Deutschen sind. Schwarze Regierungen haben enteignet um Autobahnen zu bauen; haben die Abstände für Windkrafträder so verändert, dass keine mehr gebaut werden, haben den Atomausstieg durchgeführt und den Solarausbau für Privatpersonen erledigt; haben BSE-Fleisch verboten, haben Autos ohne Sicherungsmaßnahmen wie Gurt verboten; haben freie Meinung in sozialen Medien (a.k.a. Hasskommentare) verboten; haben ALG2-Empfängern übermäßiges Heizen verboten; haben Plastiktüten verboten; haben FKK auf öffentlichen Flächen verboten; spionieren alle Bürger aus…
          Und vor allem haben sie das Märchen von grüner Verbotskultur ins Leben gerufen, damit keiner merkt, dass man die schon längst durch konservatives Wählen (SPD, CDU, CSU, AfD) hat.

          Hauptsache der Deutsche ist dämlich genug sich nicht mit der Sache an sich sondern mit den alternativen Fakten von Bildzeitung, Blogs und Youtube abzugeben.

    • Ich denke die Parteizugehörigkeit ist irrelevant. Es sind nur zu viele Idioten die gegen alles demonstrieren, ohne wirklich Kenntis davon zu haben.

  11. Artikel 14 Abs. 2 Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland
    Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.

    • Stimme Dir voll und ganz zu.
      Dann komme ich mit meinen Kumpels täglich in Deine Wohnung oder im Sommer in den Garten und mache dort Party.
      Ist ja für das Wohl der Allgemeinheit 🙂

  12. Also das heißt, ein Teil der Masten wird vom Staat gebaut mit unseren Steuergeldern. Um dann die Telekom, Vodafone oder o2 zu bezahlen über meinen Vertrag, wenn ich die dann nutze. Kann mir das mal einer erklären wo da mein Denkfehler ist?

  13. Wir verbieten Youtube einfach die Verschwörungsvideos und Google darf nicht mehr so komische Aluhut-Seiten indizieren, dann ist der Müll ganz schnell aus den Köpfen raus. Nebenbei würden die Menschen sich auch mehr impfen lassen und weniger die AfD wählen.

  14. Das ist doch mal wieder so eine Bullshit-Bingo-Aktion. Und das für schlappe 1,4 Milliarden Euro.

    Runde Tische mit Bürgern gibt es seit Jahrzehnten. Und die Forschung sowie Publikationen werden ebenso lange gefördert und der Öffentlichkeit bereitgestellt. Naja, wenigstens gibt es dann eine ABM für Forscher, Studenten und sonstige Sesselpupser. An der nicht flächendeckenden Mobilfunkversorgung wird das kaum etwas ändern. Wäre das wirklich das Ziel, hätte die Bundesregierung bereits mit der Vergabe der 5G-Lizenzen das nationale Roaming als Voraussetzung definieren können. Doch wie bekannt ist man wieder vor den Betreibern eingeknickt.

    Und jetzt? „Wenn man nicht mehr weiter weiß, gründet man einen Arbeitskreis.“ – mit Aufsichtsrat. Hurra!

  15. Was ich persönlich der Hammer finde ist, das es einen e.V. den Diagonse Funk e.V. der einen Bundestagsabgeordneten an der Spitze hat und behauptet das 5G Krebs erzeugt und das ohne tatsächlichen Nachweis wie z.B. Asbest oder Radium. Nachdem man festgestellt hat das es doch nicht so gut ist es in Häuser oder Wecker zu verbauen hat man es gelassen und nicht vorher! So sollte man es auch bei 5G machen und solchen Hinterwälder von Diagnose Funk erst gar nicht ermöglich ein e.V. zu werden!

  16. Das erinnert mich immer an folgende Anekdote:

    Die Telekom wollte mal in der Nähe irgendeines kleinen, ich glaube bayerischen, Örtchens in Deutschland einen Mast aufstellen, hat es auch durchbekommen und das Ding aufgebaut. Schon nach einer Woche beklagten die Anwohner über Kopfschmerzen, Übelkeit und andere Symptome, die sie auf den neuen Mobilfunkmast zurückführten. Der Sprecher der Telekom war über diese Berichte sichtlich erschüttert, das hatte er nicht erwartet. Er kommentierte es wie folgt: „[…] Da möchte ich gar nicht wissen, was passiert, wenn wir den Mast einschalten.“

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