Bundesgesundheitsminister spricht sich für telefonische Krankschreibungen aus

Der deutsche Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat sich für die Wiedereinführung der telefonischen Krankmeldung ausgesprochen. Als Begründung führt er die immer noch hohen COVID-19-Fallzahlen und den kritischen Blick auf Herbst und Winter 2022 an. Da sei es zu vermeiden, Infektionen auch noch direkt in die Arztpraxen zu tragen.

Ursprünglich ist die telefonische Krankschreibung in Deutschland bis 31. Mai 2022 möglich gewesen. Seit dem 1. Juni 2022 müssen Patienten für eine Krankschreibung aber wieder in die Praxis gehen oder zumindest an einer Videosprechstunde teilnehmen. Über die mögliche Wiedereinführung der telefonischen Krankschreibung muss am Ende der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) des Gesundheitswesens entscheiden, in dem Vertreter der Ärzte, der Krankenkassen und der Krankenhäuser sitzen. Dort hatte man sich bereits positiv geäußert.

Derzeit liegt die 7-Tage-Inzidenz laut Robert-Koch-Institut in Deutschland bei 691,8. Allerdings dürfte es eine hohe Dunkelziffer nicht erfasster Infektionen geben. Wie steht ihr dazu: Sollte es wieder die telefonischen Krankschreibungen, zumindest für Corona, geben?

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22 Kommentare

  1. Christian says:

    Absolut sinnvolle Sache! Als Elternteil mit Vollzeit Job ist die Krankschreibung des Kindes bei so etwas wie Magen Darm oder den ersten Tagen Fieber einfach ein graus wenn man hierfür extra in die Praxis muss gerade bei so etwas ansteckenden wie Noro.

  2. Gute Sache, das sollte sogar grundsätzlich der Standard werden – immer erst einmal telefonisch/im Webmeeting abklären, was das Problem ist, dann kann der Arzt entscheiden, wie es weitergeht. Dann muss man auch nicht stundenlang im Wartezimmer rumsitzen (andere anstecken oder sich anstecken lassen), sondern kann wenigstens auf der heimischen Couch auf den Rückruf warten. Wenn der Arzt einen dann sehen will, geht dass ja immer noch.

    • Danke! Sie haben genau meinen gleichen Gedanken aufgefangen!

    • Schade dass es dazu hohe Corona Zahlen brauch. Seit man hier dank umgezogener Praxis ewig unterwegs is zu diversen Ärzten wäre mehr Digitalisierung und Komfort ein erhebliches Plus an gesparter Lebenszeit.
      Kann man genau wie elektronische Rezepte gerne Ausweiten

  3. Corona oder auch Erkältung, grippaler Infekt. Psychische Erkrankungen. Dauerhaft. Sich und andere deshalb dem Risiko auszusetzen ist völlig unnötig und man muss sich dann auch nicht krank dahinschleppen sondern im Bett bleiben was man machen sollte wenn man krank ist.die

    Simmulanten bekommen auch so ihre AU.

  4. bin ich voll dafür, auch außerhalb von Corona.
    Natürlich wird da auch viel Schindluder getrieben.
    Aber das passiert auch dann wenn man beim Arzt vorstellig werden muss.
    Daher sehe ich hier hauptsächlich die Vorteile.

    Gerade wenn ich erkrankt bin möchte ich mich nicht zeit- und kraftraubend zu einer Praxis schleppen müssen
    um den erlösenden Schein zu erhalten.

    Daher bitte dauerhaft einführen 🙂

    • Schindluder gab es vorher und wird es auch weiterhin geben.
      Ich finde auch, es sollte wieder deutschlandweit eingeführt werden. Es macht keinen Sinn, sich mit einer Erkältung ins Wartezimmer zu setzen und im Idealfall noch mehr Leute anzustecken.
      Ich finde aber auch, dass Videosprechstunden mehr angeboten werden sollten.
      Bei uns im „Dorf“ (14000 EW) macht das aktuell KEIN einziger Arzt.

      • Christian says:

        Die Ärzte finden die Abschaffung teilweise selbst bescheiden….Man merkt auch es ist mehr los in den Praxen (bin leider erst öfteren wg. Kleinkind da
        Video Sprechstunde teils erst Wochen Vorlauf

      • Man müsste sich bei so was hält von seinem Hausarzt lösen und macht über eine App eine Videosprechstunde bei irgend einem Arzt und der macht einen Eintrag in de Patientenakte oder sagt Ben doch zu deinem Arzt.

  5. DragonHunter says:

    Zu blöd, dass niemand auf den Gesundheitsminister hört und er das einfach akzeptiert, als wäre der Posten eine reine Repräsentationsstelle.

    So langsam wird mir selbst Spahn sympathischer… Der hat zwar nur Mist gebaut, aber er hat wenigstens was getan und nicht die Hände in den Schoß gelegt und gesagt „Ne sry, da bin ich machtlos“.

    • Na, dann warte mal ab, was er aus dem „GKV-Finanzstabilisierungs-Gesetz“ macht, das aktuell im zweiten Entwurf vorliegt. Pures Stückwerk, das wird richtig teuer für ALLE Beitragszahler. Leider.

    • Also ich lese im Text, dass der Minister das befürwortet und der Ausschuss, der es entscheidet, sich positiv geäußert hat, es aber noch entschieden werden muss.
      Da steht weder, dass es der Ausschuss ablehnt, noch dass der Gesundheitsminister das akzeptiert.

      • DragonHunter says:

        Tja, in diesem Falle ist es halt völlig egal, was Lauterbach toll findet.
        Man hat die Entscheidungs-Befugnis an den G-BA abgetreten.
        Das könnte man auch rückgängig machen, dann könnte es ein Gesundheitsminister selbst entscheiden bzw. man könnte es über den Weg eines Gesetzes erlassen.
        Für mich ist das jetzige System, in dem die Krankenkassen, die KVen und die DKG quasi im Alleingang entscheiden, was erlaubt ist und was nicht, einfach untauglich dafür, eine sinnvolle geeignete Gesundheitsversorgung sicherzustellen.

        Die Frage ist aber auch zusätzlich: Hat Lauterbach das als Gesundheitsminister gesagt, der sich völlig der FDP ausgeliefert sieht oder als Gesundheitspolitiker, der vor den Folgen des Durchlaufenlassens von Covid warnt?
        Da schlagen zwei Herzen in seiner Brust.

    • In der verlinkten Quelle steht:
      „Entschieden wird über solche Regelungen im Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) des Gesundheitswesens. Das Gremium ist mit Vertretern der Ärzteschaft, der Krankenkassen und der Krankenhäuser besetzt und entscheidet über die Leistungen der gesetzlichen Kassen und Regeln wie bei der Krankschreibung. Nach Angaben einer Sprecherin des Gremiums ist eine Rückkehr zur Möglichkeit der telefonischen Krankschreibung möglich.“
      Lauterbach hat hier also gar nicht die Entscheidungsbefugnis alleine.
      Wenn dir Spahn lieber ist, bitte sehr. Außer Ankündigungen und heißer Luft kam da nicht viel.

      • DragonHunter says:

        Es hat nicht nur „nicht die Entscheidungsbefugnis alleine“, er hat im Endeffekt in diesem System rein gar nichts zu melden.
        Diese Position ist aber selbst erzeugt und verfassungsrechtlich in keiner Weise festgenagelt. Die Zuständigkeit ist nur einfachgesetzlich geregelt und nicht mal unumstritten… von geeignet noch ganz zu schweigen.

        Und ja, Spahn wird mit sympathischer… Wie gesagt: Er hat zwar fast nur Mist gebaut, aber er hat immerhin was getan und nicht so getan, als hätte er als Gesundheitsminister einfach nur den Job der Winkekatze.

        • Jagut aber was bringt es nur Mist zu machen? Dann haben die die nach ihm kommen mehr Arbeit den Mist wieder geradezurücken, als wenn er es gar nicht gemacht hätte. Es ist nicht immer besser irgendwas zu machen, nur des Machen’s Willens.

  6. Um mal den Vergleich zu ziehen, in Dänemark schreibt man sich selber krank. Der Arzt ist da nur zur Behandlung da quasi.
    Woher soll er auch wissen, wie lange jemand sich nicht fühlen wird, ist ja bei jedem eh anders.
    In D wird man je nach Krankheit und Beruf immer bis Freitag oder Sonntag krank geschrieben, wenn man Anfang der Woche hingeht, ansonsten bis Ende nächster Woche.
    Ich kenne niemanden, der vor Ablauf der Krankschreibung, wieder zur Arbeit geht. Im umgedrehten Fall aber, würden sicherlich ein paar zur Arbeit gehen, wenn sie das selber zu bestimmen hätten.
    Wenn ich heute Kopfschmerzen habe, sicher ich mich trotzdem mit Krankschreibung ab, obwohl das Gesetz bis zu 3 Tage Karenz vor sieht.

    Die Kosten könnten um einiges sinken für die Kassen, wenn nicht jeder quere Pups bezahlt werden muss.

    • DragonHunter says:

      Naja, es gibt auch Arbeitgeber, die ab dem 2. Tag ne AU verlangen. Dürfen sie auch, rein rechtlich gesehen.
      In Deutschland gibt es halt überhaupt keine Vertrauensbeziehung zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern… sieht man auch daran, dass viele die Homeoffice-Regeln wieder zurückdrehen.

      • Das ist ja die Krux. Wieder das Beispiel Dänemark, da muss der Arbeitgeber ~175€ zahlen, wenn er eine ärztliche Einschätzung haben will.
        Es wäre doch gesetzlich kein Problem den Satz „Der Arbeitgeber ist berechtigt, die Vorlage der ärztlichen Bescheinigung früher zu verlangen.“ aus dem Gesetz zu streichen. Gut, viele Arbeitgeber verlangen erst ab dem 4. Tag einen Nachweis, andere wider rum nicht. Darüber hinaus wissen viele AN auch gar nicht, das sie 3 Tage Karenz haben. Häufig wird es nur interpretiert, das der Krankenschein innerhalb von 3 Tagen vorliegen muss. Und jedesmal kostet das die Kassen, statt das umzulegen auf die Arbeitgeber, wenn sie es denn haben wollen.

  7. Ja bitte, hatte letzte Woche COVID-19, bin alleinstehende und brauchte eine Arbeitsunfähigkeit Bestätigung, das hat mich sehr viel Zeit und Telefonate gekostet weil keine Praxis mich wollte zum abholen.

  8. Das ganze Hin und Her hätte man sich schenken können. Telefonische Krankschreibung hat in den Hochzeiten der Corona-Pandemie gut funktioniert. Aber auf Drängen der Arbeitgeber wurde es eingedampft. Jetzt wird so getan als müsste man grundsätzlich neu entscheiden, obwohl es ein geringer Aufwand ist den ehemals geltenden Beschluss zu reaktivieren. Unser Gesundheitssystem braucht Erleichterungen wie diese um nicht weiter an der Belastungsgrenze zu stehen. Deshalb sollte man sich schnell entscheiden.

    • DragonHunter says:

      Das Gesundheitssystem steht nicht an der Belastungsgrenze… Diese Grenze ist schon überschritten und die Pflegenden werden in Reihe verbraucht… ZNAs müssen schliessen, weil die Leute krank sind… An den UKs in NRW wird seit Wochen gestreikt und keiner berichtet drüber… Die Leute sind WEIT über der Belastungsgrenze.
      Aber, wenn die Leute am Flughafen warten müssen, DA dreht der Deutsche durch.

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