Bundesdruckerei prüft direkten Versand von Ausweisdokumenten an Bürger

Die Bundesdruckerei prüft aktuell nach Ministeriumsangaben bzw. einer DPA-Meldung, welche unter anderem die FAZ aufgegriffen hat, den direkten Versand von neuen Ausweisdokumenten an Bürger. Demnach habe das Bundesinnenministerium die Bundesdruckerei GmbH gebeten, die Möglichkeiten der Postzustellung von Reisepässen, Personalausweisen und elektronischen Aufenthaltstiteln direkt zur Meldeanschrift der jeweils antragstellenden Person zu prüfen.

So eine Vorgehensweise könnte einerseits die Ämter entlasten und andererseits den Antragstellern Aufwand ersparen. Aktuell müssen entsprechende Dokumente noch persönlich abgeholt werden. Allerdings ist offen, ob und wann tatsächlich so eine Umstellung möglich wäre. Den Führerschein kann man sich ja bereits per Post zusenden lassen, da wäre es nur sinnvoll, dies etwa auch für den Ausweis und Reisepass einzuführen.

Das Bundesinnenministerium wartet nun auf ein Angebot der Bundesdruckerei und will dann die Umsetzungsmöglichkeiten, auch aus rechtlicher Sicht, prüfen. Sobald man dann einen Zeitplan vorlegen könne, würde man sowohl die Länder als auch die Öffentlichkeit informieren.

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36 Kommentare

  1. In Spanien wird das der Ausweis direkt im Büro gedruckt und ausgehändigt incl. der Fingerabdrücke auf dem Chip gespeichert. Wieso geht sowas in Deutschland nicht

    • Weil Deutschland.
      In Estland kann man nach einmaliger persönlicher Identifizierung (inkl. Fingerabdruck) praktisch alle Behördenangelegenheiten digital erledigen. Folge: Bearbeitungszeiten kurz, Bürgerstimmung topp, Bürokratie klein & flink, Wirtschaftsaufschwung durch Neuansiedlung von Firmen im Digitalsektor.
      Aber Deutschland weiß wieder alles besser als alle anderen. Am deutschen Wesen…

      • Estland hat 1,3 Millionen Einwohner.
        Deutschland hat 83,3 Millionen Einwohner und 16 Bundesländer.

        Ich mache mal Schluß ohne saudämlichen Spruch …….

        • Ich würde mal schätzen, dass auf 100.000 Einwohner gerechnet Deutschland jetzt nicht so wahnsinnig viel weniger Beamte/Amts-Mitarbeiter hat. Von daher ist das Argument nicht wirklich eins.
          Das oben genannte Spanien ist auch nicht so wahnsinnig viel kleiner als Deutschland, auch Italien kriegt es hin, dass man die Ausweise direkt mitnehmen kann. Irgendwas machen die also grundsätzlich anders als Deutschland.

        • DragonHunter says:

          Äh ja und?
          Sollte nicht gerade ein grosses Land nicht effizienter arbeiten, damit es nicht in Bürokratie versinkt?
          Also deine wahllose Aufzählung von Fakten ist an dieser Stelle weder hilfreich noch sonst irgendwas ausser überflüssig.

          • Oliver Wegner says:

            So, und nun werfen wir mal Spanien, Italien und Estland in einen Topf und schauen zu, wie ein einheitliches System draus wird… Ist halt schon etwas komplizierter, wenn jeder mitreden will. Bundesrepublik Deutschland eben.

        • @ Silvio: Ja genau.
          Ein Volk mit 83,3 Mio Einwohner mit einem doppelt so hohen BSP wie Estland sowie einem Selbstanspruch, zur technologischen Speerspitze zu gehören, kriegt nicht hin, was ein 1,3-Mio-Völkchen hinbekommt.
          Dem Vorschlag, hier mal Schluss ohne saudämliche Spruch zu machen, nehme ich hier mal auf…

      • Herr Hauser says:

        Mensch Thomas, ich hoffe Du lebst in Estland. Liest sich als wäre dort das einzige Paradies und alles perfekt?

        • Alles? Nein. Aber das bekommen sie sicherlich besser hin als Deutschland. Und nur darum geht es hier.
          Wenn man sich vor Augen führt, wie sich Estland seit ihrer Loslösung vom Warschauer Pakt im Vergleich zu Deutschland nach der Wiedervereinigung entwickelt hat, gebührt denen der größere Respekt.
          Aber es geht bei diesem Thema nicht um Estland, sondern alle Länder, die schaffen, was Deutschland nicht hinkriegt.

    • Sohnkarlsruhe says:

      In Ägypten geht das auch… sogar das Foto wird vor Ort gemacht

  2. Rechtlich bisher nicht zulässig und das aus guten Gründen. Missbrauch von Ausweisen und Aufenthaltstiteln.

    Darüber hinaus sind viele nicht einnal in der Lage ihren Namen deutlich und sichtbar an den Briefkasten anzubringen.

    • „Rechtlich nicht zulässig“ ist die deutscheste aller möglichen Antworten.
      Selbstredend ist das zulässig (sobald der Gesetzgeber gewollt hat, also entsprechende Vorschriften wie Gesetze und Durchführungsbestimmungen) verabschiedet hat, denn andere EU-Nationen handhaben dies genauso, und deren Dokumente müssen von Deutschland vollständig anerkannt werden. Die Aufgabenstellungen Missbrauch von Ausweisen, Aufenthaltstiteln oder fehlende, unvollständige oder fehlerhafte Adressangaben sind dort längst gelöst.
      Der einzige Grund, warum andere EU-Länder können und wir nicht, ist einzig das starrsinnige Festhalten an veralteten Vorschriften, überhöhten Anforderungen und die erfolgreiche Lobbyarbeit der Bedenken- (also Amts-) Träger.
      Wo ein Wille ist…

    • Blödsinn.

      „Rechtlich zulässig“ ist das was unser Parlament definiert denn das macht bekanntlich die Gesetze.

      Und das missbrauchspotential ließe sich sehr einfach mitigieren, mir fallen da ad hoc gleich zwei Optionen ein.

      Wenn es so etwas nicht gibt dann weil es nicht gewollt ist. Oder bisher keiner dran gedacht hat. (Uns ich bin mir nicht sicher was ich für schlimmer halten soll).

  3. da frage ich mich, warum das nicht schon seit x Jahren so gemacht wird

  4. Christian says:

    Das Problem ist doch, hier wird als vieles einfach weiterhin nicht digital ermöglicht. Ja den Ausweis nicht zu den seltsamen Amtszeiten abholen zu müssen wäre ein Vorteil. Jedoch ist auch bei der Post Zustellung ja ein gewisser Grad an Sicherheit wichtig daß diese Person den Ausweis aus tatsächlich in die Hand bekommt (Pin Brief noch per Post abgefischt und Verträge etc sind abschließbar)

    • Nein, das ist kein Problem – denn es ist in anderen EU-Ländern, deren Ausweise etc von Deutschland vollumfänglich anerkannt werden müssen, ja bereits gelöst. So ein konstruiertes Problem wie etwa Abfischen ließe sich durch Drei-Wege-Authentifizierung vollständig digital, aber auch analog (Postweg) lösen.
      Sogar eine Zwischenlösung nach dem Motto „Bürger beantragt digital, bekommt digitale Erlaubnis und geht selbst zu einem Affiliate der Bundesdruckerei (z.B. Postfiliale), um das Dokument dort nach erneuter Authentifizierung ausgehändigt zu bekommen.
      In Deutschland will man halt nicht. Meine einzige Erklärung (nachdem mir kein *wirklicher* Grund einfällt) ist, dass die Lobby der Amtsträger und Bürokraten, die sich vor Veränderung sträuben, wirklich erstklassige Arbeit geleistet darin haben, ihre Pfründe zu sichern.

      • Solche Typen gibt es sicher auch. Das ist nur nicht das grundsätzliche Problem.
        Im öffentlichen Dienst arbeiten genug junge Leute die gern die digitale Umstellung haben wollen.
        Nur wird die erforderliche Software dafür nicht selbst programmiert (Kostet doch viel zu viel), sondern eingekauft.
        Natürlich nach einer europaweiten Ausschreibung um letztendlich die üblichen Verdächtigen zu beglücken.
        Das Lastenheft wird bis ins kleinste Detail gefüllt um im Fehlerfall jede Verantwortung abschieben zu können und die privaten Firmen verdienen sich langfristig eine goldene Nase mit jahrelangen Entwicklungskosten und Support.
        Es besteht schlicht kein Anreiz ein Projekt zeitig abzuschließen, daran verdient man schlicht nichts.
        Der Kungel aus Lobbyisten und Politik wird auch so schnell nichts daran ändern.

  5. Gute Idee! Die Bundesdruckerei wird bestimmt gern ein tolles Angebot machen: € 69,90 zusätzlich für Versand an die Meldeadresse inkl. Porto und Verpackung … *träum*

  6. Am besten „Ende-zu-Ende“ verschlüsselt –

  7. Wäre ja traumhaft. Fahre kein Auto und muss immer mit Bus und Bahn zum Amt, wenn so etwas ist. Das nervt schon, wenn man bedenkt, das man sonst alles einfach zugeschickt bekommt aber da so einen Hermann machen muss.

  8. NanoPolymer says:

    Jeden Behördengang den man einsparen kann begrüße ich.
    Dank vorheriger verpflichtender Terminnnmledung ist aber auch das Beantragen mittlerweile zeitlich nicht mehr so nervenaufreibend. Lediglich den Termin zu bekommen ist problematisch xD
    Könnte man aber recht einfach lösen indem man sich nur mit Personalausweis anmelden kann.
    Wer keinen hat kann dann trotzdem auf den alten Weg ausweichen.

  9. Momentan wär ich schon froh wenn ich von der zuständigen Behörde einen Termin zur Beantragung eines Ausweisdokuments zugewiesen bekäme. Die örtliche Stadtverwaltung ist digital total unterentwickelt. Keine online-Terminbuchung. Anfragen per Telefon, bei dem sich nur ein AB meldet und sagt man soll eine E-Mail schreiben. Also E-Mail geschrieben, keine Eingangsbestätigung, kein Rückruf. Ja, das ist Deutschlands öffentliche Verwaltung im Jahr 2022 und ich rede von der zehntgrößten Stadt in Hessen (lt. Wikipedia).

  10. Den Meldeämtern Arbeit und den Bürgern Wege zu sparen scheint mir eine gute Idee. So wie das jetzt aussieht glaube ich eher nicht an eine baldige Umsetzung.
    Die deutsche Bürokratie ist so schon ein Horror. Manch andere Idee ist einfach gefloppt bzw. der Politik um die Ohren geflogen Und Ideen gibt und gab es. Maut, Vorratsdatenspeicherung, eGK und die Eierei mit der Anbindung der Telematik, nur so zum Beispiel.
    Irgendwie habe ich den Eindruck in Deutschland gibt es zu viele Probleme. Kommt es mir nur so vor, dass hier alles komplizierter wird oder ist das tatsächlich so?

  11. Das wird langsam höchste Zeit. Im Steinzeit Deutschland dauert alles ewig. Meine ausländische Frau hat sich in ihrem Land einen neuen Reisepass beantragt ca. 480km entfernt von der Behörde wo der Pass erstellt wird. 2 Tage später hatte sie schon ihren neuen Pass per Post bekommen und das zu einem 1/4 des Deutschen Preises. Meine Mutter in D. hatte einen neuen Pass beantragt und durfte rund 4 Wochen darauf warten bis sie ihn beim Rathaus abholen durfte. Wir sind sowas von rückständig in so vielen Bereichen. Es tut einfach nur noch weh.

    • Christian says:

      4 Wochen? Je nach Zeitpunkt der Beantragung ist man in Berlin bei bis zu 6 Wochen.
      Die Behörden sind einfach 1. Unterbesetzt 2. Haben gute neue Azubis die Lust haben aber gebremst werden durch 3. Mega schreckliche Software die teils erst nach einen Jahrzehnt fertig wird und dann aussieht und sich bedienen lässt wie aus den 90er. Intuitive Bedienung oder Logik? Teils große Misere.

      • Das trifft den Nagel auf den Kopf. Die Ämter beginnen erst jetzt mit dem digitalisieren. Da sind einige ausländischen Bürger ziemlich erschrocken, weil man 4-8 Wochen auf einen Termin zur antragstellung wartet, damit dann 4-6 Wochen später noch mal hin kann zum abholen. Da kann es echt sein, jemand aus Flensburg mal eine Akte, eine echte Akte mit Papier und so, aus Passau bestellt, weil der Mensch da jetzt hingezogen ist. Das liegt einfach am System.

  12. Die deutsche Botschaft in der Schweiz macht das bereits so. Da werden Ausweise einfach per Post an deutsche Staatsbürger zugestellt.

  13. Vielleicht ist in DE alles so kompliziert weil die Leute immer Schlupflöcher suchen

    • @ Silvio: Ja genau.
      Ein Volk mit 83,3 Mio Einwohner mit einem doppelt so hohen BSP wie Estland sowie einem Selbstanspruch, zur technologischen Speerspitze zu gehören, kriegt nicht hin, was ein 1,3-Mio-Völkchen hinbekommt.
      Dem Vorschlag, hier mal Schluss ohne saudämliche Spruch zu machen, nehme ich hier mal auf…

    • @ Madge:
      Da bin ich mir nicht sicher. Schließlich gibt es Menschen, die Schlupflöcher suche (und finden) überall in Europa – und damit auch in den Staaten, die digitale Bürokratie und Online-Self-Services Ernst nehmen.
      In Deutschland ist meiner Meinung nach alles so kompliziert, weil Vereinfachung vielfach mit Diskriminierung gleichgesetzt wird und am Ende Regelungen im Bürokratiesumpf versinken, weil es eben für jede Regelung 83,3 Mio. Ausnehmen geben muss. Und es gibt Abertausende Bürokraten, die sich um ihre Beschäftigung sorgen und deswegen Fortschritt mit konstruierten Problemen bekämpfen.

  14. ich finde es gut das es eine Stelle gibt wo gedruckt und überwacht wird. Möchte echt nicht wissen wieviel Illegal erstellte Dokumente in Lettland Spanien durch einfache Beamte gemacht wurden. Armes Volk leichte Bestechung.

  15. Christian says:

    In Düsseldorf ist die Terminvergabe bei der Stadtverwaltung definitiv schwierig – und fürs Beantragen muss man ja tatsächlich zu einem Bürgerbüro o.ä. Insofern mag das Schimpfen ja gerechtfertigt sein. Aber den Ausweis auch noch persönlich abholen, das muss schon seit Längerem nicht sein. https://service.duesseldorf.de/suche/-/egov-bis-detail/dienstleistung/5251/show Die Zustellung kostet 8 Euro extra.

  16. eine Zustellung halte ich für völligen Schwachsinn.
    Abläufe effizienter gestalten, Aushändigung vereinfachen, fertig

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