BSI: Sicherheit im Internet ist Nutzern wichtig, sie sind dabei aber gefährlich bequem

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und die Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK) haben eine repräsentative Umfrage erstellt, die sich mit der Sicherheit im Internet beschäftigt. Die Sicherheit ist fast jedem Nutzer wichtig, 97 Prozent gaben an, dass dies eine hohe Bedeutung habe.

Das widerspricht dann aber auch direkt dem nächsten Punkt, denn nur 30 Prozent der Nutzer informieren sich gezielt zum Thema IT-Sicherheit. Unterschiede machen Nutzer dabei allerdings auch danach, was genutzt wird. Beim Online-Banking ist die Sicherheit 71 Prozent wichtig, beim Online-Shopping sind es hingegen nur 45 Prozent, denen etwas an einer sicheren Abwicklung liegt.

Kaum bis gar nicht wichtig ist Nutzern hingegen die Sicherheit bei Produkten, die Smart Home betreffen (4 Prozent) – da haben sie durchaus etwas mit den Herstellern gemeinsam. Beim normalen Surfen im Web ist es 33 Prozent, denen Sicherheit am Herzen liegt.

Wie schützen sich denn die Nutzer, denen an Sicherheit gelegen ist? Hier zeigt sich sehr deutlich: Je bequemer sich ein Sicherheitsaspekt umsetzen lässt, desto häufiger wird es auch realisiert.

66 Prozent nutzen ein aktuelles Antivirenprogramm und eine Firewall, beides Produkte, die sehr häufig vorinstalliert kommen und auch automatische Updates mitbringen, der Nutzer muss sich also nicht wirklich kümmern, um geschützt zu sein.

45 Prozent sorgen für eine sichere Verbindung, wobei man hier sagen muss, dass hier auch die Webseitenbetreiber am Zug sind, sie müssen das auch unterstützen. 37 Prozent fühlen sich sicherer, wenn sie verfügbare Updates sofort installieren.

Interessant ist auch das Thema Passwörter. Während 31 Prozent angegeben haben, ihr Passwort regelmäßig zu ändern, sind es nur 28 Prozent, die auch ein sicheres Passwort verwenden.

17 Prozent der Nutzer geben an, auf verschlüsselte E-Mail-Kommunikation zu setzen. Außerdem funktioniert offenbar auch das Ding mit dem Verzicht, 14 Prozent verzichten auf Online-Banking, 12 Prozent auf die Nutzung sozialer Netzwerke.

Bringt das alles wenigstens etwas? Bedingt, wie man in der nächsten Grafik sehen kann. Demnach wurden 41 Prozent der Befragten schon einmal Opfer von Internetkriminalität. Knapp die Hälfte der Opfer hat sich klassisch einen Virus oder Trojaner eingefangen. Ebenfalls interessant: Nur 19 Prozent der Opfer haben Anzeige bei der Polizei erstattet.

Immerhin haben sich 52 Prozent der Opfer selbst geholfen, aber auch 2 Prozent haben ein gefordertes Lösegeld bezahlt. 2 Prozent mag nicht viel klingen, das kann ich aber lohnen, wohl auch ein Grund, warum Ransomware bei bösen Buben so beliebt ist.

Informiert Ihr Euch bewusst über das Thema Sicherheit und verwendet auch entsprechende Maßnahmen, um wirklich (so gut es geht) geschützt zu sein?

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Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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16 Kommentare

  1. diese seite hat auch (noch) kein https 😉

    • Wozu willst du hier https? Hast du Angst dass jemand an irgend einem Knotenpunkt massenhaft Traffic snifft und deine Emailadresse rausfindet?

      • Nur mit HTTPS Kannst du überhaupt sichergehen, dass du wirklich auf stadt-bremerhaven.de unterwegs bist. Es ist schlichtweg die Grundlage für verifizierte Internetkommunikation, das sieht jeder der großen Browserhersteller mittlerweile so. Das hat nicht (nur) mit dem Schutz der persönlichen Daten zu tun. Neue Webstandards wird es bei Google und Mozilla in Zukunft auch nur noch über HTTPS geben – und wenn es nur neue CSS-Regeln sind. Das Ziel ist 100% des Web über HTTPS auszuliefern. Mal davon abgesehen dass HTTPS in der Praxis Voraussetzung für HTTP/2 ist.

        • Also quasi Traffic sniffen und den dann an eine IP weiterleiten die eine Seite hostet die so aussieht wie stadt-bremerhaven.de, aber Fake News aus dem Technikbereich serviert? D:
          Ich sehe ja ein dass HTTPS wichtig ist, aber es spielt für einen Blog doch eher eine untergeordnete Rolle. Aber wie wir sehen hat sich die Diskussion ja auch erledigt…

  2. @Heisenberg – diese Seite kriegt auch kein https, weil man so ja nicht so bequem Werbung von Drittanbietern anzeigen kann..

    Weder bringt sowas wie Anti-Vir-Software irgendwas (vergrößert nur die Angriffsfläche), noch ist Passwort regelmäßig wechseln ein guter Sicherheitstipp… Wenn man eh überall das gleiche Passwort benutzt hilft es halt auch nicht es alle 2 Jahre überall auszutauschen.

  3. Hier sieht man eindrucksvoll wie die IT-Industrie ihre Kunden jahrelang falsch beraten und erzogen hat.

    Achja, kein HTTPS hier ist ein Armutszeugnis und die Werbung gerade mobil grenzwertig. Diese Overlays mit Mini-X sind grauenhaft. Als „Techblog“ sollte man vielleicht erstmal vor der eigenen Tür kehren.

  4. 97% ist die Sicherheit wichtig, 71%(größte Gruppe?) ist die Sicherheit beim Online-Banking wichtig… das hört sich erstmal komisch an.

    Welcher „normale“ Nutzer weiß denn bitte schon ob die Windows Firewall aktiviert ist oder nicht?

    Warum sollte man zur Polizei gehen wenn man sich einen Virus eingefangen hat?

    Was regelmäßiges Ändern des Passworts bringt ist ebenfalls eher umstritten. Und was ein sicheres Passwort ist weiß ein „normaler“ Nutzer vermutlich auch nicht. Und so lange bei einigen Online-Banking Seiten das Passwort max. 5 Zeichen lang seid darf ist das eh egal.

    Das Thema sichere Verbindung wurde hier schon diskutiert

    Die Umfrage vor allem aber diese unkritische Zusammenfassung sind ehe lausig…

  5. Kann eine Seite kein https haben obwohl es Chrome, FF und Edge anzeigen?

  6. Das kann ich einfach nicht glauben, 17% nutzen verschlüsselte Mails?

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