BND fordert 300 Millionen Euro zur digitalen Aufrüstung, will Netzwerke überwachen

Die Enthüllungen von dem, was die NSA seit Jahren so treibt, hat sicher den ein oder anderen Geheimdienst neidisch gemacht. Eine unbemerkte Überwachung sämtlicher Datenströme, nahezu weltweit. Unser eigener Geheimdienst, der Bundesnachrichtendienst (BND) würde bis 2020 gerne ein Projekt namens „Strategische Initiative Technik“ (SIT) finanziert haben. 300 Millionen Euro kostet das gesamte Projekt, das auch den Teil „Echtzeitanalyse von Streaming-Daten“ beinhaltet, wie die Süddeutsche Zeitung unter Berufung auf vorliegende Geheimdokumente berichtet.

1984

Mit dieser Echtzeitanalyse von Streaming-Daten sind nicht etwa Filme oder Serien gemeint, die Ihr Euch zu Hause anseht, sondern die Echtzeitüberwachung von sozialen Netzwerken, Foren und Blogs. So will man sich beim BND einen besseren Überblick über die Lage im Ausland verschaffen.

Auch sollen Meta-Daten in einem größerem Umfang als bisher gesammelt werden. Wie die NSA, argumentiert der BND damit, das bei einer solchen Sammlung die Privatsphäre mehr gewahrt wird, da auf eine Ausspähung von Inhalten zunächst verzichtet wird. Ebenso möchte der BND künftig Sicherheitslücken in Software für eine gezielte Überwachung nutzen. Zusätzlich benötigt der BND vergleichsweise niedrige 4,5 Millionen Euro, um auch in Sachen Biometrie aufzurüsten.

In einem Gespräch mit Parlamentariern sagte der BND indes aus, dass man diese Investitionen tätigen müsse, wenn man nicht noch hinter die Möglichkeiten des italienischen und spanischen Geheimdienstes fallen soll. Es gäbe Geheimdienste im Ausland, die technisch viel weiter seien, insbesondere die amerikanische NSA und der britische GHCQ.

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Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

16 Kommentare

  1. Ich machs für 100 Milionen 😉

  2. Wenn die SPD das mit unterstützt sehe ich schwarz…

  3. Ich dachte, das Internet wäre Neuland 😀

  4. Gestern Nacht noch die zuständige Abgeordnete des Wahlkreises gefragt ob sie das Unterstützen wird. Mache mir nicht viele Hoffnungen da Jahrgang ’52 und CDU. Aber ich finde wenigstens das Bild im Artikel sehr treffend. Leider.

  5. Die NSA späht Inhalte aus! Oder glaub ernsthaft jemand das wäre nicht der Fall.
    Was den BND angeht: sehr gerne, jederzeit. Bitte vorrangig Amerikaner die nix zu verbergen haben. Gleiches recht für alle.
    Aber bis der BND ausgeschlafen hat ist der social network Trend sowieso wieder passe.

  6. Es geht hier nicht um das Bespitzeln des Einzelnen sondern um Situationen im Ausland zu erkennen und zu prognostizieren. Beispiel: „kann in Land xx ein Putsch erfolgen? Wie reagiert die Bevölkerung in yy auf xx?“.

  7. Für wie wichtig nehmt ihr euch eigentlich? Meint ihr, dass da jemand die ganze rumsitzt und eure Emails liest? Ich habe nichts dagegen wenn dadurch auch nur die Möglichkeit besteht ein Verbrechen zu verhindern. Möchte nicht wissen wie groß das Geschrei ist, wenn noch mal sowas wie am 11. September passiert und im nach hinein bekannt wird, dass man das mit den genannten Mitteln verhindern hätte können. Denkt mal darüber nach. Und vor allem denkt auch mal an andere und nicht nur an eure eigenen Interessen!

  8. Stimmt die Leute planen ihre Terroranschläge über E-Mail und Facebook…

  9. Ich fordere auch 300 Millionen, ich will den BND überwachen!

  10. Thomas Baumann says:

    Ziemlich frustrierend dass es tatsächlich auch zivile Leute (=nicht-Politiker) gibt die glauben dass diese Überwachung was bringen wird…

    Korrigiere: etwas _positives_ bringen wird.

  11. Wie pervers ist das denn? Wir bezahlen den BND für seine Arbeit und der will von uns 300 Millionen um uns zu überwachen? Wie lange lassen wir uns das eigentlich noch bieten … von unseren Angestellten?

  12. Wenn nur Daten durchsucht werden, die sowieso öffentlich in Netzwerken, Blogs usw. stehen, finde ich das erstmal nicht so schlimm (Aus Sicht des Datenschutzes). Erst wenn der BND direkten Zugriff auf Facebook Server will, um auch private Daten auszulesen, sich bei den ISPs einklinkt oder einfach gleich Geräte verwanzt (NSA-Style), wird es kritisch imo.

    Was mich hierbei stört ist nur, dass für den Schrott 300 M€ fällig werden und das Rechenzentrum ein riesen Stromverschwender sein wird für NICHTS.

  13. Daniel Pyka says:

    Offensichtlich ist es so, dass die Socialmedien und das Internet eine zunehmende Gefahr für die Regierung darstellt, die es zu überwachen gilt… traurig!

  14. Als ob deutsche Behörden kompetent genug für iwas wären.

  15. Peinlich, dass sie bisher nicht schon dazu in der Lage sind. So was sollte ja nun jeder halbwegs ernstzunehmende Geheimdienst hinbekommen. Ach, halt, wer gab damals die Informationen über irakische WMDs weiter? Richtig…

  16. Mick Ro Soft says:

    Ich habe keine Lust, die Überwachung, und sei es noch so sehr die Auslandsüberwachung (wo ist da eigentlich die Grenze im grenzenlosen Internetdatensee?), mit zu finanzieren. Das geht gar nicht, ich habe zwar auch nichts zu verbergen, aber etwas zu schützen, nämlich meine Privatsphäre!