BMVI will 300 Mio. Euro in regionale Ladeinfrastruktur stecken

Verkehrsminister Andreas Scheuer zählt zu den kontroversen Figuren der deutschen Politik, wenn man da an die ganze Maut-Affäre und die Pressearbeit seines Ministeriums denkt. Mit dem Thema möchte sich der Minister dann auch nicht mehr so gerne auseinandersetzen und widmet sich stattdessen öffentlich mehr der E-Mobility. Da sollen nun weitere 300 Mio. Euro in regionale Ladeinfrastruktur fließen.

Das neue Förderprogramm dazu nennt sich „Ladeinfrastruktur vor Ort“. Damit will das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur den Aufbau von Ladestationen mit weiteren 300 Millionen Euro vorantreiben. Mit „vor Ort“ ist hier die Förderung von Ladepunkten dort gemeint, wo ohnehin schon viele Autos parken – an Supermärkten, Hotels, Restaurants, Schwimmbädern oder Sportplätzen. Ab 12. April können da kleinere und mittlere Unternehmen Förderanträge stellen. Insbesondere Unternehmen des Einzelhandels und des Hotel- und Gastgewerbes sowie kleine Stadtwerke und kommunale Gebietskörperschaften ruft man dazu auf, Anträge zu stellen.

Bis zu 80 Prozent der Investitionskosten werden übernommen und im „Windhundverfahren“ bewilligt. Das neue Förderprogramm soll bestehende Initiativen ergänzen. Ein weiteres Förderprogramm mit 350 Millionen Euro für gewerbliches Laden bei Flottenanwendungen und für Beschäftigte ist für den Sommer 2021 geplant. Dabei spricht man seitens der Leitstelle Ladeinfrastruktur (übertrieben?) von „rasant steigenden Zahlen bei den Zulassungen von E-Fahrzeugen“, welche den Aufbau der Ladesäulen notwendig machen würden.

Aufgrund der Pandemie seien aber kleinere und mittelständische Unternehmen aktuell besonders am Limit. Es fehlten oft Ressourcen zum Aufbau von Ladepunkten. Da wolle man mit der Förderung unter die Arme greifen.

Text

Die Förderung im Detail:

  • Die Förderung wird als De-minimis-Beihilfe gewährt.
  • Förderfähig sind nur KMU (auch kommunale Unternehmen) nach der EU-Definition und Gebietskörperschaften, welche den maximalen Fördergesamtbetrag von 200.000 Euro innerhalb des laufenden und der letzten zwei Kalenderjahre nicht übersteigen.

Gefördert wird:

  • der Kauf von Normalladeinfrastruktur (AC und DC) (3,7 kW bis 22 kW) mit bis zu 80 % der Gesamtkosten, max. 4.000 € pro Ladepunkt,
  • der Kauf von Schnellladeinfrastruktur (DC) von 22 kW bis maximal 50 kW bis zu 80 % der Gesamtkosten, max. 16.000 € pro Ladepunkt,
  • der Anschluss an Niederspannung inkl. Installations- und Aufbaukosten in Höhe von 80 % der Gesamtkosten, max. 10.000 € Förderung pro Standort,
  • der Anschluss an Mittelspannung in Höhe von 80 % der Gesamtkosten, max. 100.000 € Förderung pro Standort.
  • Eine Förderung der Kombination mit Pufferspeicher ist ebenfalls möglich (maximaler Förderbetrag ist analog zum dazugehörigen Netzanschluss).
  • Bei beschränkter Zugänglichkeit des Ladepunktes (Öffnungszeiten: mindestens 12/6) erfolgt eine Absenkung der Förderhöhe auf 50 % der Förderung.
  • Die geförderten Ladepunkte müssen vertragsbasiertes Laden, Roaming und Ad-hoc-Laden ermöglichen.
  • Verpflichtend ist Strom aus erneuerbaren Energien.

Realisiert werden muss die Ladeinfrastruktur bis zum 31.12.2022.

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6 Kommentare

  1. „Bis 12. April können da kleinere und mittlere Unternehmen Förderanträge stellen.“ Förderanträge können kleinere und mittlere Unternehmen ab dem 12. April bis Ende des Jahres stellen. Ab nicht bis André.

  2. Extra Parkplätze für die reiche Oberschicht, die ihren 90000 Euro Hybrid SUV da parken ohne zu laden. Bezahlt vom Steuerzahler.

    • Es wird zukünftig auch günstige Elektro-Autos geben, z.B. den neuen Dacia Spring. Der ist laut Hersteller ab dem Verkaufsstart im Herbst zu einem Einstiegspreis ab 20.490 € und mit 9.570 € Umweltbonus erhältlich.

    • dann streng dich an, statt zu mosern.

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