Blade: Unternehmen hinter dem Cloud-Gaming-Angebot Shadow ist insolvent

Der Cloud-Gaming-Anbieter Blade musste Insolvenz anmelden. Bekannt ist das Unternehmen für seinen Dienst Shadow, der bei uns in den Kommentaren auch gerne immer mal wieder von Lesern empfohlen worden ist. Im Gegensatz zu Google Stadia oder Nvidia GeForce Now wich das Geschäftsmodell etwas ab. Denn man mietete sich quasi einen virtuellen Rechner. Laut den Betreibern sei man leider zum Opfer des eigenen Erfolgs geworden.

Nun suche man direkt nach neuen Investoren. Laut Blade habe man tausende neue Abonnenten gewonnen, doch man habe Probleme dabei gehabt, die notwendigen Kapazitäten bereitzustellen. Irgendwann wurde es offenbar dem Server-Anbieter 2CRSi, einem Partner von Blade, zu dumm und man forderte die Schulden ein. Laut 2CRSi schulde Blade dem Anbieter rund 3,7 Mio. Euro. Zusätzlich habe man aufgrund der nicht erfolgten Zahlungen jetzt das Recht Equipment im Wert von ca. 30,2 Mio. Euro zurückzufordern. 2CRSi äußert, dass man ausreichend Nachfrage nach der Hardware habe und daher wenig Interesse daran bestehe, das Ganze auszusitzen.

Blade stellt die ganze Lage marketingwirksam in einem Blog-Post deutlich positiver dar. Da erklärt man, dass aktuell eine „Reorganisation“ stattfinde und man sich von den Schulden befreien werde, die das Unternehmen gerade ausbremsen. Die Zukunft von Blade bzw. Shadow dürfte nun davon abhängen, ob der nach außen getragene Optimismus des Unternehmens gerechtfertigt ist und tatsächlich neue Investoren an Land gezogen werden. Blade beharrt darauf, dass man seine Dienste nach wie vor offerieren werde und es auch für Neukunden keine Einschränkungen gebe.

Interesse an einem Kauf von Blade soll wohl bereits der polnische Unternehmer Octave Klaba geäußert haben, der Gründer von OVHcloud. Letzterer habe aber wiederum kein Interesse an einem Gaming-Dienst und würde Shadow dann eher zu einer europäischen Alternative zu Office 365 oder der G-Suite umbauen. Da darf man nun sehr gespannt sein, was die Zukunft bringen wird.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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12 Kommentare

  1. Das war leider abzusehen. Hab den Dienst damals gerne genutzt, aber der langsame Ausbau der anderen Preisstufen/Hardwarekonfigurationen und der weggang der Gründungsmitglieder haben mir vor einen halben Jahr schon indirekt gesagt, das es nicht mehr lang gut geht.

  2. Mithrandir says:

    Ich hab‘ Shadow mal ausprobiert – technisch auf jeden Fall sehr gut. Mit einer schnellen Leitung habe ich persönlich keinen Unterschied zwischen 1080p60 lokal oder über die Cloud gesehen. „Leider“ hatte ich das Glück, eine 3060ti zu ergattern, daher hatte ich Shadow nicht wirklich gebraucht und letztlich wieder gekündigt.

  3. Klaus Kleber says:

    „Blade beharrt darauf, dass man seine Dienste nach wie vor offerieren werde und es auch für Neukunden keine Einschränkungen gebe.“ und was ist mit Bestandskunden – Ich bin Early Adopter.

  4. OVH hat ja jetzt auch erstmal genug mit seinem abgebrannten Rechenzentrum zu tun.
    Hoffe, dass Blade es schafft, ich habe es mal probiert und es lief sehr gut, wurde nur schnell uninteressant für mich weil ich doch nicht mehr der Zocker von früher bin.

  5. Sehr guter Service war immer top zufrieden. Für CSGO kam ich mit der Latenz nicht super klar aber einige andere Titel, besonders RPGs und Adventures ohne schnelle Twitch-Action sind sehr gut spielbar, und als nicht-Windows-Nutzer war es schon manchmal praktisch, so nen richtigen Windows-Rechner in der Cloud mal eben zu haben ohne selbst emulieren zu müssen. Außerdem natürlich der Zugriff vom Handy, Apple TV etc. sind schon ne schöne Sache an so Diensten.

    Bin mal gespannt ob sich irgendwas davon langfristig über Wasser halten kann. Ich denke da ist Potential.

  6. Hätte es gerne mal gestestet aber eine Wartezeit von etwa 6 Monaten ist aber viel zu lang

  7. Ja klar, „Opfer des eigenen Erfolgs“. Ne riesige Warteschlange vor der Tür (die bereit ist Geld zu zahlen), und dann Pleite gehen? Das muss man erstmal schaffen!
    Die bisherigen Einnahmen reichen nicht, um die bestehenden Mietzahlungen zu leisten? Das klingt leider alles ziemlich nach Fehlkalkulation.

  8. Der Shadow Dienst hat zwei Nachteile, zum einen wird keine kurze kostenlose Testphase angeboten und dann ist die Wartezeit von mehreren Monaten (aktuell über ein halbes Jahr!) zwischen Buchung des Dienstes und seiner Bereitstellung einfach viel zu lange. Da verliert man direkt schon die Lust daran.

  9. mika volucer says:

    Finde ich sehr schade. Es ist schon ein gutes Gefühl daddeln zu können, ohne dass im Zimmer ein PC am schnaufen ist.
    Dazu kommt, dass man bei momentanen Preisen für Hardware plus sehr reduzierter Stromrechnung wirklich sparen kann.
    Technisch gesehen lief der Dienst einwandfrei.
    Kurz mal auf dem Handy ins Spiel schauen und bei bedarf mit einem Klick auf den PC wechseln ist schon nice.

    Für mich wirkte es immer so, dass da Nerds am Werk waren, die vom Business keinen Plan hatten.
    Potenzial ist sicher da. Nvidia, Microsoft, Google, Amazon etc. sind ja auch vom Cloudgaming überzeugt und, soviel Patriotismus sei erlaubt, immerhin ist Blade ein europäisches Unternehmen.
    Und letztlich machen ja die meisten Startups erstmal Verluste.
    Hoffen wir (zumindest ich) mal, dass jemand einsteigt, der das Ding zum laufen bringt.

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