BKA: Mutmaßlicher Administrator eines Darknet-Marktplatzes festgenommen

Das Bundeskriminalamt (BKA) gibt bekannt: Man habe den mutmaßlichen Administrator eines Darknet-Marktplatzes festgenommen. Konkret soll es sich da um den Marktplatz „Deutschland im Deep Web“ handeln, der laut BKA Hauptanlaufstelle für den Drogenhandel. Es sei eine der größten deutschsprachigen Darknet-Plattformen. Die seit März 2022 nicht mehr erreichbare Webseite hatte rund 16.000 registrierte Nutzer und 72 aktive Händler.

Bei der festgenommenen Person handelt es sich um einen 22-jährigen Studenten aus Niederbayern. Dieser sei seit 2018 der mutmaßliche Betreiber der illegalen Plattform. Das BKA und die Zentralstelle Cybercrime Bayern (ZCB) haben den jungen Mann nach Monaten von Ermittlungen am 25. Oktober festgenommen und in diesem Zuge zwei Wohnobjekte durchsucht. Die Ermittlungen stellten sich nach eigenen Angaben als anspruchsvoll heraus, da der Tatverdächtige aus dem Darknet heraus anonym agierte.

Der Marktplatz „Deutschland im Deep Web“ ist kein unbeschriebenes Blatt. So wurde dieser erstmals im Jahr 2013 im Tor-Netzwerk veröffentlicht und 2016 zur Beschaffung der Tatwaffe bei einem Amoklauf in München verwendet. Im Zuge dieser Ermittlungen konnte die Webseite 2017 durch das BKA im Auftrag der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt abgeschaltet werden. Den damaligen Betreiber hatte man verhaftet. Unter demselben Namen gingen 2018 jedoch gleich zwei neue Fassungen der Plattform an den Start. Eine dritte Version der Darknet-Plattform soll der festgenommene 22-Jährige seit November 2018 administriert haben. Er wird des Betriebes einer kriminellen Handelsplattform im Internet verdächtigt. Hierfür sind gesetzlich eine Freiheitsstrafe von einem bis hin zu zehn Jahren verankert.

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Baujahr 1995. Technophiler Schwabe & Lehrer. Unterwegs vor allem im Bereich Smart Home und ständig auf der Suche nach neuen Gadgets & Technik-Trends aus Fernost. Twitter. PayPal-Kaffeespende an den Autor. Mail: felix@caschys.blog

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6 Kommentare

  1. Und das mit guter alter Polizeiarbeit und ohne anlasslose Massenüberwachung der Bevölkerung, sehr schön!

    • ah Martin, gut dass du da bist.
      Mit welchen Methoden (auf keinen Fall Überwachung, soviel weißt du ja) wurde der junge Mann denn ermittelt und gefasst?

      • Du scheinst meinen Kommentar missverstanden zu haben.
        Gelegentlich gibt es in der Politik das Argument, dass man Straftaten und entsprechend die Täter wegen der Verschlüsselung nicht mehr verfolgen könnte.
        Oder dass das Internet ein rechtsfreier Raum ist. Speziell das Darknet.
        Dieses Ergebnis zeigt doch, dass es nicht so ist – es braucht einfach nur Bemühungen.
        Man bekommt Erfolge halt nur nicht auf dem Silbertablett serviert.
        Ich habe gegen gezielte Polizeimaßnahmen, zu denen zweifelsohne auch die Überwachung einer Verdachtsperson gehört, nichts einzuwenden.
        Was mir gegen den Strich geht, ist eine anlasslose Massenüberwachung, wie sie in immer neuen Versuchen mit der Vorratsdatenspeicherung seit 15 Jahren vorangetrieben wird. Oder die aktuelle Diskussion über die Chatkontrolle.

        Gezielte Schläge gegen Kriminelle begrüße ich.

        • exakt meine Meinung und vermutlich auch die vieler Anderer. Gut zusammengefasst

        • Passt. Schwierig nur. Weiß mal vorher, welche Daten du sammeln sollst und welche nicht.
          Die Frage ist also in der Tat wie viel und wie lang, weniger ob Vorratsdaten.

          • Welche Daten gesammelt werden? Erstmal gar keine. Denn ohne einen Verdacht, dass die beobachtete Person etwas gemacht hat, ist es dann wieder eine anlasslose Überwachung.

            Der Staat hat einfach keine Daten über mich zu sammeln, einfach nur für den Fall, dass ich VIELLEICHT irgendwann mal etwas falsches machen KÖNNTE.

            Wenn ich dann etwas gemacht habe, darf er natürlich (mit einem gewissen Aufwand) an Daten herankommen, die sowieso anfallen: Kontobewegungen usw.

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