„Avatar – Der Herr der Elemente: Serienschöpfer verlassen die Netflix-Neuauflage

„Avatar – Der Herr der Elemente“ (im Original „Avatar: The Last Airbender“) ist meiner Meinung nach nicht nur eine der besten Animationsserien überhaupt, sondern schlichtweg eine der besten Serien. Bei Netflix hat sich das Format zu einem erfolgreichen Dauerbrenner entwickelt, insbesondere in der Corona-Krise. Ich denke das liegt an der guten Mischung aus Action, Drama und Humor, die sich stets einen angenehmen Optimismus bewahrt. Also eine richtige Erfrischung in aktuellen Zeiten. Schlecht sieht es aber nun für die Realfilm-Neuauflage bei Netflix aus. Denn die Serienschöpfer sind abgesprungen.

In einem Blog-Post, der sich direkt an die Fans richtet, erklärt einer der beiden Serienschöpfer, Michael Dante DiMartino, dass er und sein kreativer Partner Bryan Konietzko die Produktion verlassen haben. Kreative Differenzen seien die Ursache. Netflix habe einen Plan für die Live-Action-Neuauflage, mit der DiMartino und Konietzko nicht einverstanden seien. Was auch immer also am Ende über den Bildschirm flimmern werde – den Segen der beiden Schöpfer erhält es nicht.

Das ist besonders bitter, da es schon einmal versucht wurde, aus „Avatar – Der Herr der Elemente“ eine Realfilm-Adaption zu machen. Der herausgekommene Kinofilm „Die Legende von Aang“ von M. Night Shyamalan („The Sixth Sense“) erwies sich als Totalausfall – sowohl kommerziell als auch im Bezug auf die Kritiken. Netflix warb also anfangs stark damit, dass die Serienschöpfer bei der eigenen Neuauflage als ausführende Produzenten eng beteiligt seien.

DiMartino gibt sich nun diplomatisch: Netflix werde mit der Adaption fortfahren und eventuell werde auch etwas Gutes dabei herauskommen, das einigen Fans gefalle. Klar sei nur eben, dass es nicht der Vision von DiMartino und Konietzko entsprechen werde. Man werde trotzdem weiter am „Avatar“-Universum arbeiten und Fans neues Futter liefern – das neu angefachte Interesse an „Avatar – Der Herr der Elemente“ und „Die Legende von Korra“ sei fantastisch. Um seine kreative Integrität zu wahren und mit der eigenen Arbeit weiterhin zufrieden zu sein, habe man sich aber von der Netflix-Produktion verabschiedet.

Für mich persönlich sind das sehr schlechte Nachrichten, da ich an der Serie gerade aufgrund der Mitwirkung der Serienschöpfer Interesse hatte. Nun zweifele ich doch, ob ohne die beiden etwas Ansehbares herauskommen wird.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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22 Kommentare

  1. Wenn das annährend so toll wird wie Netflix Adapationen von Death Note oder Fullmetal Alchemist habe ich Angst vor dem was uns erwartet…

    • Vor allem: don’t fix it if it ain’t broken! Die Serie ist extrem gut gewesen, allerdings wurde schon beim ersten Realfilm bemängelt, dass die Atmosphäre der Serie nicht eingefangen wurde. Aber warum sollte das ein anstrebenswertes Ziel sein!? Wer die Atmosphäre der Serie haben will, der soll sich halt die Serie ansehen! Für einen neuen Film bei Netflix könnte man sich alternativ ja auch was anderes bzw. neues ausdenken…

  2. Bitte rührt Avatar nicht an. Der Kinofilm war schon schrecklich. Die Serie ist großartig und Netflix hat einfach keine Ahnung von irgendwelchen Adaptionen. Die werden das 100% in den Sand setzen und zwar mit Anlauf und so hart, dass sich danach nie mehr jemanden trauen wird was in den Universum zu machen.

  3. „ Schlecht sieht es aber nun für die Realfilm-Neuauflage bei Netflix aus.”

    “ Für mich persönlich sind das sehr schlechte Nachrichten, da ich an der Serie gerade aufgrund der Mitwirkung der Serienschöpfer Interesse hatte”

    Was denn nun, Serie oder Film?!

  4. Lässt mein Erwartungen an die Neuauflage von fast 0 auf 0 sinken. Mein Interesse für Realverfilmungen von Animationsfilmen hält sich ohnehin sehr in Grenzen, besonders dann wenn man nicht eine neue Geschichte erzählen will, sondern schlicht die selbe nur mit echten Schauspielern. Das ist vielleicht für Leute interessant die Animationsfilme warum auch immer nicht ernst nehmen können, weil es z.B. in ihrer Wahrnehmung ein kinderexklusives Format ist. Weil es aber immer wieder zu einem Mini-Hype kommt, wenn irgendwer zu etwas eine Realverfilmung ankündigt: Kennt jemand Beispiele von Realverfilmung, die das original Animationswerk in wesentlichen Aspekten übertroffen oder zumindest gleichgezogen sind?

    • André Westphal says:

      Mir fallen auf Anhieb auch nur viele Negativbeispiele ein – etwa die ganzen Disney-Remakes, von denen ich bisher kein einziges gelungen fand. Da gibt es eher umgekehrt ein paar Beispiele – also Animationsserien, die Realfilme fortgesetzt oder abgewandelt haben – z. B. Supernatural – The Animation oder The Real Ghostbusters.

      Ansatzweise könnte man den ersten „Transformers“-Film nennen, wobei man da argumentieren könnte, dass eher die Spielzeuge als die Zeichentrickserie die Vorlage darstellen.

    • Alita fand ich besser als das Original. Ghost in the Shell war meiner Meinung nach auch recht gut.

      • Alita fand ich auch besser als die Anime-Adaption, allerdings kenne ich den dazugehörigen Manga nicht, welcher zumindest potenziell besser ist, als beide Verfilmungen. Ghost in the Shell war für mich kurzweilig genug, um es anschauen zu wollen, aber rückblickend ist mir kaum was bemerkenswertes in Erinnerung geblieben.

  5. Ohje, ich hoffe das die Sache mit One Piece nicht genauso den Bach runter geht…
    Oda ist zwar noch dabei, aber das allein heißt ja nicht, das er nicht auch irgendwann aussteigt, weil ihm die Richtung nicht gefällt :-/

  6. Ich ahne schon, Netflix vermisst bei den Plänen der Schöpfer eine gewisse „Diversität“.

    • André Westphal says:

      Das glaube ich nicht, schon die Zeichentrickserie war da ja eher ein Musterbeispiel und bei Korra ging man sogar noch weiter, ohne da spoilern zu wollen. Das war aber bei Avatar und Korra im Gegensatz zu vielen anderen Projekten nie aufgesetzt.

      Meine Spekulation ist, dass den Machern vielleicht der leichte, optimistische Ton bedeutsam gewesen ist und Netflix da eher wie beim Kinofilm was recht ernstes draus basteln will.

  7. So schlecht, fand ich den Realfilm auch wieder nicht, sondern ganz guckbar.

    Aber niemand hat so ein tolles unschuldiges jugendliches Lachen, wie Avatar aus der Originalserie. 🙂

    • Die Erwartungen an den Film waren auch nur schwer zu erreichen um die Fans zu begeistern und sonst ist Avatar abseits davon eben recht unbekannt. Mich hat der Film gut unterhalten.

    • Sorry, aber der Film war grausam! (Jedenfalls aus Sicht eines jemanden, der die Serie kennt.)

      „Oh schaut, Iroh kann Flammen aus seinen Händen feuern.“
      Exakt so im Film geschehen.
      Ich war selten so entsetzt, wie man als Drehbuchautor aus einer Vorlage wie Avatar so einen Mist schreiben kann.

  8. Wolfgang D. says:

    So eine Konsequenz finde ich gut. Ob die Schöpfer es durchhalten, oder vielleicht sogar die eigenen Vorstellungen doch noch durchsetzen?

    Generell sollte man Realschauspieler besser durch 2D Zeichentrick samt guten Synchronsprechern ersetzen, weil heute die Besetzung wichtiger scheint als der Filminhalt.

  9. Finde Avatar auch eine der besten Serien überhaupt.
    Was ich noch empfehlen kann ist „Der Prinz der Drachen“. Gibt’s da Neuigkeiten ob ne 4. Staffel rauskommt?

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