Auswertung Monatsumfrage: Facebook-Skandal um Cambridge Analytica zeigt Wirkung


Der durch Cambridge Analaytica ans Tageslicht gekommene Datenskandal bei Facebook war auch Bestandteil unserer Umfrage des Monats im April. Wir wollten einfach mal wissen, wie sich Euer Umgang mit dem Social Network geändert hat – falls überhaupt. Man hört nach solchen Skandalen oftmals eine große Welle der Empörer, die mit Accountlöschung und sonstwas drohen, in der Gesamtheit merkt man davon aber immer nicht viel.

Umso interessanter ist tatsächlich das Ergebnis der Umfrage, denn Facebook scheint bei unseren Lesern keinen leichten Stand zu haben. Die erste große Überraschung der Umfrage: 34 Prozent der Abstimmenden hatten noch nie einen Facebook-Account. Bei 3116 Personen, die insgesamt abgestimmt haben, sind das 1071 Stimmen.

Jedoch fallen diese Personen natürlich auch aus der „Änderungsstatistik“, denn sie könne Ihr Verhalten nach dem Skandal nicht in Richtung Löschung oder Eindämmung der Nutzung bewegen.

Den harten Schnitt haben 15 Prozent der Abstimmenden vollzogen, sie haben ihren Facebook-Account nach dem Skandal gelöscht. Nicht ganz so rigoros waren 7 Prozent der Abstimmenden. Sie haben ihren Account zwar deaktiviert, aber nicht direkt gelöscht.

Immerhin 20 Prozent befolgten die Ratschläge, die man die Tage so oft lesen konnte. Verbundene Apps und Einstellungen überprüfen, gegebenenfalls Berechtigungen entziehen und den Account weiter nutzen. Das passt auch zu vielen Kommentaren, die besagen, dass man Facebook war nicht unbedingt nutzen wolle, aber man durch die Verbreitung quasi keine andere Möglichkeit habe.

Und dann waren da noch die 23 Prozent, die wohl auf jeden Fall ehrlich geantwortet haben. Sie nutzen ihren Facebook-Account wie bisher auch. Dass dies nicht unbedingt etwas schlechtes sein muss, sehe ich daran, wie ich mit meinem Facebook-Account umgehe. Ich nutze ihn auch wie bisher, allerdings ist die Nutzung so sehr beschränkt, dass mich irgendwelches Abhandenkommen von Daten bei Facebook ungefähr so sehr interessiert wie der berühmte Sack Reis in China.

Meiner Meinung nach eine sehr aufschlussreiche Umfrage. Sie zeigt schon, dass Facebook sich nicht alles erlauben kann. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass die Umfrage in anderen Ländern ganz anders ausgefallen wäre. Zum Abschluss noch einmal die Ergebnisse im Detail:

Nach Cambridge Analytica Skandal um Facebook:

  • Ich hatte noch nie einen Facebook-Account. (34%, 1.071 Votes)
  • Ich nutze Facebook wie bisher auch. (23%, 721 Votes)
  • Verbundene Apps und Einstellungen geprüft, Account behalten. (20%, 629 Votes)
  • Facebook-Account gelöscht. (15%, 473 Votes)
  • Facebook-Account erst einmal deaktiviert, aber nicht gelöscht. (7%, 222 Votes)

Total Voters: 3.116

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Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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19 Kommentare

  1. Die Frage und die Antworten waren etwas unsauber. Ich habe nicht die passende Antwort für mich gefunden und dann als beste Lösung die Antwort „ich hatte noch nie…“ gewählt. Aber ich hatte schon mal einen aber den schon vor paar Jahren gelöscht.
    Andere Möglichkeit wäre gewesen „ich nutze FB wie bisher auch“ aber da hat ja das „nämlich gar nicht“ gefehlt.
    „ich habe keinen FB Account“ wäre für mich die passende Antwort gewesen.

  2. Also von meinen knapp 600 FB-Kontakten habe ich keinen verloren, auch weitere deaktivierte Konten konnte in der Übersicht nicht feststellen. Diesen Umfragen schenke ich keinen Glauben.

    • Es geht doch auch nur um eine kleine Umfrage auf diesem Blog mit einem speziellen Klientel, von dem der Großteil technikaffine Anwender ohne Fachwissen sind. Somit unterscheidet es sich höchstwahrscheinlich von deinen 600 Kontakten bei Facebook.

      Deshalb den Umfrageergebnissen nicht zu vertrauen halte ich für weit hergeholt. Warum sollte Caschy denn falsche Ergebnisse präsentieren?

      • Biff Tannen says:

        Naja, es geht ja eher um repräsentativ oder nicht und nicht um „falsche“ Ergebnisse.
        Die Umfragen hier sind in der Regel nie repräsentativ, was ich persönlich aber auch nicht schlimm finde…

        • Ich bin nur auf seinen letzten Satz eingegangen: „Diesen Umfragen schenke ich keinen Glauben.“, das klingt für mich schon, als würde man die Richtigkeit der Ergebnisse in Zweifel ziehen.

          Wenn man nur die Repräsentativität in Frage stellen würde müsste man nämlich gar nichts schreiben, denn das ist jedem klar oder man würde sich anders ausdrücken.

  3. Ich denke das ist sowohl eine Technikaffinität Frage und eine Generationen Frage.

    Die meist jungen Leute verwenden tatsächlich keinen Facebook Account mehr bzw. haben nie einen besessen.
    Wenn man viel mit Kindern zu tun hat kriegt man das mit.

    Und natürlich sind die mehr auf Datenschutz und auf Privatspähre achten auch schon längst bei Facebook raus. Und die sind am ehesten bei Technik Portalen zu finden.

    Daher spiegelt dies die Mehrheit leider nicht wieder.

    Interessanter wäre es, wenn die Bild, Zeit oder Tagesschau eine Forsa Umfrage gestellt hätte.

    • Ich bin selber noch jung und habe mit vielen jungen Menschen zu tun, alle nutzen Facebook. Die Menschen die auf Datenschutz und Privatsphäre achten sind total marginal.

      Du findest abseits dieses Blogs auch Zahlen zu den Nutzerzahlen von Facebook, das Wachstum ist extrem, auch und gerade unter den jungen Leuten.

  4. Das einzige wozu ich noch Fb nutze ist bubbles IQ zu spielen. Oder mal innner flohmarkt oder Handygruppe zugucken. Aber sonst nutze ich FB nicht. Dahher ist auch alles abgeschaltet.

  5. Biff Tannen says:

    Naja, es geht ja eher um repräsentativ oder nicht und nicht um „falsche“ Ergebnisse.
    Die Umfragen hier sind in der Regel nie repräsentativ, was ich persönlich aber auch nicht schlimm finde…

  6. Es ist traurig, dass es erst einen öffentlichen Skandal bedarf, um die Rolle von Facebook&Co. in der Gesellschaft zu überdenken…
    Durch gesellschaftlichen Druck bin ich „genötigt“ mich gelegentlich bei FB anzumelden, natürlich mit portablem Browser und eigenem Profil, um FB-Präsenzen meiner Kunden zu pflegen…
    „Genötigt“, weil ja jede Firma heutzutage eine FB-Seite haben MUSS (nicht meine Meinung)

    • Was meinst du mit „.. in der Gesellschaft zu überdenken.“? Die Nutzerzahlen sind seit dem Skandal angestiegen, die Werbeeinnahmen haben sich sogar erhöht.

      Von einem Umdenken kann daher keine Rede sein, da ist eher der Wunsch die Mutter des Gedanken..

      • Aber wenigstens denkt man ein wenig mehr über FB & eigene Daten nach…
        Das Wort „Daten -Sicherheit“ wollte ich jetzt nicht mit FB zusammen in einem Satz bringen 😉

        • Achso, dann habe ich dich missverstanden, du meintest nur du denkst jetzt mehr über die Rolle von Facebook in der Gesellschaft nach? 😉

          Ich kenne persönlich tatsächlich niemanden, der durch den Skandal vorsichtiger geworden ist, leider..

  7. Ich nutze FB wie bisher – nämlich kaum. Habe dort auch keine nennenswerten persönlichen Daten angegeben.

    • Was Du an Daten angibst, macht auch nur den kleinsten Teil der Informationen aus, die Du FB unwissentlich übermittelst. Stichwort liken als ein Beispiel, selbst wenn Du ihn nicht drückst.

  8. Mir hatte in der Umfrage nachfolgende Option gefehlt: Ich hatte mal einen Facebook-Account, diesen aber bereits beim vorvorvorvorletzten Datenskandal gelöscht.

  9. deadbeatcat says:

    Ich nutze Facebook seit langem nur noch über den Browser, die Apps habe ich spätestens seit der Trennung des Messengers abgelehnt. Aktiv gepostet habe ich das letzte mal 2012, der letzte Like war 2015. Schon beim letzten Skandal habe ich mir die 5 Minuten Mühe gemacht weitestgehend alle angegeben Daten und Aktivitäten zu löschen. Das ändert natürlich nicht den historischen Datenbestand bei Facebook, aber möglichweise die Möglichkeit Dritter Daten abzugreifen. Seitdem dümpelt das Profil als Fallback-Lösung für „verlorene Kontakte“ (geänderte Rufnummern, veraltete E-Mailadressen) vor sich hin. So werde ich es auch belassen.

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