ARD/ZDF-Studie: Zahl der Internetnutzer in Deutschland wächst um 3,5 Millionen

Nach einer aktuellen ARD/ZDF-Onlinestudie soll die Zahl der Internetnutzer in Deutschland aktuell um knapp 3,5 Millionen Nutzer ansteigen. Demnach würden derzeit 94 Prozent der deutschsprachigen Bevölkerung ab 14 Jahren das Internet wenigstens hin und wieder mal verwenden. Was rund 66,4 Millionen von 70,6 Millionen Nutzern dieser Altersgruppe in Deutschland entspricht. Gut die Hälfte aller Befragten habe außerdem angegeben, am Tag mindestens ein mediales Angebot (Video, Audio, Artikel) im Internet zu nutzen. Laut der Studie beträgt die durchschnittliche Zeit, die wir im Internet verbringen, 204 Minuten, was der eine oder andere hier sicherlich gut toppen kann.

Natürlich verbringt ein Großteil der Nutzer aber seine Zeit im Internet auch mit der Nutzung von Videoangeboten. „65 Prozent der Befragten nutzen die Videoangebote der Fernsehsender, die über Mediatheken und bei YouTube abrufbar sind, zumindest selten, bei den Streamingdiensten sind dies 47 Prozent. Die tägliche Nutzung ist hier jedoch mit 14 Prozent doppelt so hoch wie bei den Online-Videoangeboten der TV-Sender, und die mindestens wöchentliche Nutzung hat mit 36 Prozent ein vergleichbares Niveau (40 Prozent).“ Bei den unter 30-Jährigen liegen Netflix und Co. aber dennoch weiterhin vor den TV-Inhalten.

Interessant auch: Sowohl die ARD- (21 Prozent) als auch die ZDF-Mediathek (20 Prozent) werden hierzulande angeblich häufiger angesteuert als Amazon Prime Video (18 Prozent). Netflix kommt hingegen auf 28 Prozent der Nutzer. Und auch im Bereich Social Media gibt es eine neue Entwicklung. Dort hat Instagram (15 Prozent) nun nämlich den Mutterkonzern Facebook – oder eher dessen Plattform (14 Prozent) – vom Thron bei der täglichen Nutzung gestoßen.

Die Zahl der Internetnutzerinnen und -nutzer in Deutschland steigt erneut an, davon profitieren vor allem mediale Angebote. Das Internet wird im Mittel jeden Tag fast 3,5 Stunden genutzt. Instagram löst Facebook als beliebtestes Netzwerk ab. Zu diesen zentralen Ergebnissen kommt die ARD/ZDF-Onlinestudie, die im Auftrag der ARD/ZDF-Forschungskommission durchgeführt wird und seit 1997 jährlich Basisdaten zur Internetnutzung in Deutschland bereitstellt. Wichtig ist allerdings auch bei dieser Studie die Methodik zu bedenken, die man sicherlich leicht kritisieren könnte:

Im Jahr 2020 wurden 1.504 repräsentativ ausgewählte deutschsprachige Personen ab 14 Jahren zwischen dem 9. März und dem 27. April per Telefon-Interview (Dual-Frame-Stichprobe) befragt. Die Analysen basieren nach der Fusion mit den Daten der ARD/ZDF-Langzeitstudie Massenkommunikation im Rahmen der „Studienreihe Medien und ihr Publikum“ auf insgesamt 3.003 Fällen.

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Benjamin Mamerow

Nordlicht, Ehemann und Vater, hauptberuflich mit der Marine verbündet. Außerdem zu finden auf Twitter. PayPal-Kaffeespende an den Autor. Mail: benjamin@caschys.blog

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16 Kommentare

  1. Mindestens 12 Stunden täglich im Netz. Seit Jahren. Handelt es sich bei den „neuen“ Nutzern um komplette Neubenutzer des Internets oder „nur“ um neue Anschlüsse?

  2. Wobei ich als ARD Gegner sagen muss, beim ZDF schaue ich hin und wieder wirklich in der Mediathek Dinge an. Über neo gibts teils gute Serien. Lineare beim ZDF kritisiere ich immer diese zusammengeschnittene und zensierte Episoden. Night Manager war ja auch so eine Serie die beim ZDF kürzer war als auf Abruf bei Amazon.
    Bei der kommenden Serie Shadowplay mit Taylor Kitsch und Michael C. Hall das selbe. In der Mediathek gibts die Serie ab 30.10. in Orginal-Staffelfassung von 8 Folgen. Im TV läuft diese an 4 Tagen in der 4fachen Spielfilm ZDF-Fassung am Spätabend.

  3. „owohl die ARD- (21 Prozent) als auch die ZDF-Mediathek (20 Prozent) werden hierzulande angeblich häufiger angesteuert als Amazon Prime Video (18 Prozent). Netflix kommt hingegen auf 28 Prozent der Nutzer.“

    Entscheidend ist doch auch die Nutzungsdauer. Klar, die Mediatheken von ARD/ZDF benutzt jeder hin und wieder mal, um etwas bestimmtes zu sehen. Zumal sie ja „kostenlos“ verfügbar sind. Aber Netflix/Prime dürfte auf sehr viel mehr Stunden täglich kommen und das, obwohl man für sie bezahlen muss.

    ARD/ZDF versuchen weiterhin verzweifelt zu begründen, warum sie immer noch so viele Zwangsgelder einnehmen. Da wird so manche Studie „zurechtinterpretiert“.

  4. Nicht böse nehmen: aber da sperrt man.
    Der heutige Internetuser, ist die typische Kapitalismus-Puppe, die nur ganz wenig hinterfragt, viel konsumiert, viel besitzen will und sich von allen Anreizen leiten lässt. Das es am Ende um viel Werbung und Profile geht, interessiert diese Leute nicht. Ist leider so. Der alte User, der ganz genau weiß, was das Internet ist, der fühlt sich doch heute im iNEt gar nicht mehr wohl.

    Das Internet hätte Neuland bleiben sollen.

    • Stimme dir absolut zu! Früher war es besser. Und wer weiß schon wie es in ein paar Jahren aussieht…

    • Das ist aber nur deine Filterblase, ich surfe nur an was mir auch zusagt und dementsprechend bekomme ich auch nur Content den ich wünsche.
      Wer sich bei Insta und Co nur rotz geben will muss das machen aber am ende wird einem auch da nur der Content geboten nach dem man sucht.

  5. *das merkt man

  6. Also das die Öffi-Mediatheken noch vor Amzon Prime liegen soll, spricht deutlich für eine fehlerhafte Umfrage. Amazon Prime Video hat in Deutschland mehr Nutzer als Netflix, das Angebot der beiden Dienste ist ziemlich vergleichbar. Wenn überhaupt müsste Amazon dann vor oder hinter Netflix liegen, wenn das schon beliebter sein soll, als die Mediatheken.

    Gerade die Primekunden nutzen neben dem Versand hauptsächlich den Videodienst, für viele ist das ja geradezu die Rechtfertigung, warum man sich das Primeabo überhaupt holt.

    Instagram und Facebook spielt in der Tat kaum eine Rolle in Deutschland. Die Jugend treibt sich teilweise auf Instagram rum, deren Eltern auf Facebook und zwei Drittel nutzen beides nicht. Da darf man dann schonmal fragen, warum die Politik sich derart von Social Media herumtreiben lässt, wenn sich dort fast kein Bürger findet, sondern mehrheitlich Werbebots, die die Dienste zumüllen und quasi ohne Nutzer miteinander kommunizieren.

    Die Studie zeigt zumindest eines, Fernsehen herkömmlicher Art spielt keinerlei Rolle mehr. Sprach man vor zwanzig Jahren noch darüber, was gestern lief, muss man heute sehr sehr lange suchen, bis man jemanden findet, der überhaupt mal eingeschaltet hat.

    Ich finde, das muss auch langsam mal bei der Haushaltsabgabe berücksichtigt werden. Wofür leistet man sich 21 Sender, die keiner guckt? Selbst die Schlachtschiffe ARD und ZDF erreichen kaum jemanden. Da macht es langsam wirklich Sinn, das ganze auf ein bis drei Sender einzustampfen und den Rundfunkbeitrag auf 5€ auf freiweiliger Basis festzulegen (verschlüsselt per Smartcard, Zugangscode für Mediatheken).

    • Die Tagesschau sehen etwa 12 Millionen Menschen in der 20 Uhr Ausgabe. Ich selbst nutze die Mediatheken der öffentlichen täglich. Das meiste dort finde ich besser als Netflix und Co. Allerdings gebe ich dir Recht, wenn es um den Rundfunkbeitrag und das Model an sich geht. Hier muss nachgebessert werden.

    • > Selbst die Schlachtschiffe ARD und ZDF erreichen kaum jemanden.

      https://de.statista.com/statistik/daten/studie/75044/umfrage/zuschauermarktanteile-der-tv-sender-monatszahlen/

      Immerhin mehr als die anderen linearen Sender. Aber warum Fakten wenn man auch Dünnes labern kann.

    • Hallo Lars , ich höre Radio – ja gibts auch noch – der öffentlich-rechtlichen Sender , meist übers internet , sehr selten terrestrisch, und Fernsehen , ebenfalls IP/TV , und auch da zu 95 prozent die öffentlich-rechtlichen. QAllein die ständigen Werbe-unterbrechungen sind für mich ein Grund die privaten TV-Sender praktisch völlig zu ignorieren. Video-Inhalte streame ich nicht im Abo. dafür leiste ich mir Musik-Dienst und Hörbuch-Abos. Youtube auch z. B. alte TV-Shows aus den 70ern , also ebenfalls alte öfentlich-rechtliche Produktionen . Deine pauschale Argumentation daß die ÖRs niemand mehr bräuchte ist aus meiner Sich nicht nachvollziehbar . Ich rufe ja auch nicht nach Abschaltung der privaten Sender , ich sehe sie einfach nicht . Freie Wahl . Und du bezahlst ja auch Gebühren , für die privaten , zumindest wenn Du sie in HD sehen willst und zusätzlich damit daß Du ihnen Deine zeit opferst um Werbung zu sehen. Nimm mal Deinen Stundenlohn und rechne ihn auf die Werbezeiten der privaten Anbieter um, dann zahlst Du „virtuell“ für den monatlichen Konsum bei denen mehr als die Öffis Beitrag kosten.

    • Naja, wieviele haben einen Prime Account ohne Videos zu sehen? Ich bin einer und muß mich fragen, lohnt ea sich überhaupt noch.
      Grund: viele Filme sind dennoch kostenpflichtig. Rechnet man man diese raus, ist das Angebot sicher deutlich kleiner als bei Netflix.
      Nervig auch: ich muß bei der App oft wiederholt anklicken nur in prime enthaltene Videos anzuzeigen.

  7. Also ich schaue mir Inhalte von ARD / ZDF / arte, hier insbesondere Nachrichten und Dokumentationen üblicherweise über YouTube an. Die Mediatheken von ARD und arte sind vorbildlich in Bezug auf Auswahl UND Bildqualität, die ZDF Mediathek hängt da leider ziemlich hinterher, so als wäre eine Art Raster über dem Video und „Treppeneffekte“ an Kanten, so als wäre bei einem PC-Spiel das Antialiasing abgeschaltet.

    Ich habe aber festgestellt, dass mein Konsum an den Öffentlichen Inhalten via eigener Mediatheken und YouTube in letzter Zeit doch merklich gesteigert ist, auch zum Teil weil Amazon Prime mit dem ursprünglichen Angebot nicht mehr vergleichbar ist, denn heute hat man gefühlt deutlich weniger Auswahl als Prime-Kunde bei im Preis inkludierten Inhalten und man muss etliche Zusatz-Abos abschließen oder Inhalte mieten.

    Ich glaube auch, dass meine tägliche Internetnutzungszeit deutlich über 3,5 Stunden liegt. 8 Stunden Online-Unterricht + YoutTube + Netflix oder Prime, da bin ich locker bei 11 Stunden.

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