Apple weigert sich auch in New York ein iPhone zu entsperren

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Lange Zeit ging es hin und her, um Apple und das FBI: Das Unternehmen aus Cupertino sollte für die Ermittler im San-Bernardino-Fall ein iPhone entsperren, weigerte sich aber beharrlich. Für Apple ging es um eine Grundsatzdebatte, rund um die Privatsphäre der Nutzer. Das Ende vom Lied war schließlich, dass das FBI gemeinsam mit einem externen Dienstleister eigene Methoden fand das Smartphone von Apple, ein iPhone 5c, freizuschalten. In New York City soll Apple nun trotzdem ran und im Rahmen von Drogenermittlungen ein iPhone 5s freischalten. Erneut weigert sich das Unternehmen und die Dinge gehen nun vor Gericht ihren Gang.

Die US-Behörden wollen dabei bisherige Gerichtsentscheidungen aus dem Februar in höheren Instanzen kippen, um Apple doch noch zur Zusammenarbeit zu bewegen. Apple wiederum argumentiert nun im Fall in New York City, dass man dort seitens der Ermittler doch für den Datenzugriff die gleichen Methoden nutzen könnte wie schon für den San-Bernardino-Fall. Für Apple sei unklar, warum die Ermittler sich vorschnell an den Hersteller wenden würden: „Die Regierung hat komplett dabei versagt deutlich zu machen, warum Apples Unterstützung in diesem Fall unbedingt notwendig sei„, so Apple.

gericht

Die Justizabteilung hingegen erklärt, dass Apple bereits in 7o Fällen den Behörden bei Ermittlungen geholfen habe auf Daten von iPhones zuzugreifen: „Apple hat erklärt, das Unternehmen selbst könnte in wenigen Stunden an die Daten gelangen„, wundern sich die Behörden über Apples Weigerung. Zudem würde laut dem FBI-Leiter James Comey die Methode des San-Bernardino-Falles nicht funktionieren. Sie sei nur für das iPhone 5c geeignet. Im Fall in New York City in Brooklyn gehe es aber um ein Apple iPhone 5s. Jenes verwende zudem noch ein altes Betriebssystem, nämlich das iOS 7.

Konkret geht es bei den Ermittlungen um Jun Feng, einen Mann, der mit Meth gehandelt hat. Ich bin gespannt, wie sich dieser Fall weiterentwickeln wird. Vermutlich wird Apple sich genau wie im San-Bernardino-Fall langfristig aus den Ermittlungen raushalten wollen.

(via Reuters)

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5 Kommentare

  1. Gibt es einen Grund dafür, daß der Name des Angeklagten erwähnt wird? In den USA ist das zwar üblich, aber hier in Deutschland nicht. Und es ist für das Thema des Beitrages auch völlig irrelevant.

  2. „… dass Apple bereits in 7o Fällen…“

    7o = sieben + kleines „o“?

  3. TutnichtszurSache says:

    Bitte standhaft bleiben, Apple!!!

  4. Seit iOS 7 fallen alle Daten von Dritt-Apps unter die Data Protection Klasse, sind also verschlüsselt. Auch hauseigene Apps wie Mail. Idiotischerweise galt das aber nicht für viele andere wichtige Apple-Apps wie Nachrichten, Kalender, Addressbuch, Bookmarks und Notizen. Das hat sich erst mit iOS 8 geändert.
    Auf älteren Geräten würde das FBI an die unverschlüsselten Daten rankommen, zBsp mit Limera1n Jailbreak Tool. Mit dem 5s und der Secure Enclave sind sie aber wieder raus.
    Das FBI versucht nach wie vor einen Präzedenzfall zu schaffen und Apple dazu zu zwingen die Crypto auszuhebeln.

    @Patrick
    Sicher ein Tippfehler. Das o ist direkt unter der 0.

  5. Also ein iPhone 5s unter iOS 7 sollte doch genügend bekannte ausnutzbare Lücken haben, um nicht Apple bemühen zu müssen. Scheinbar haben die Behörden keine Lust, da zu suchen, bzw. da Geld dafür zu bezahlen. Im San-Bernardino-Fall konnte man das Anfragen durch das FBI ja noch halbwegs verstehen, Terrorismusbekämpfung und so, hier geht es ja „bloß“ um Drogenhandel…
    Im Übrigen finde ich ebenfalls, dass man den Namen des Angeklagten hier nicht aufführen muss, hat ja keine Relevanz.