Apple möchte iOS künftig noch besser (gegen das FBI) absichern

25. Februar 2016 Kategorie: Apple, geschrieben von: Sascha Ostermaier

artikel_appleApple gegen den Staat, seit ein paar mehr Tagen beschäftigt eine Forderung des FBI nach einer Umgehung von Sicherheitsmerkmalen eines iPhone die Welt. Vielleicht nicht die ganze Welt, aber der technisch und vielleicht sogar politisch Interessierte wirft ein Auge darauf. Apple soll ein iPhone so manipulieren, damit es das FBI entsperren kann, um an Informationen zu kommen, quasi eine Sicherheitslücke schaffen. Diese soll zwar theoretisch nur in einem Fall zur Verfügung stehen, praktisch ließe sich eine solche Lücke dann aber immer wieder ausnutzen. Das aktuellste Kapitel der Geschichte lest Ihr in diesem Beitrag.

Aber Apple scheint einen Plan zu haben, selbst wenn der aktuelle Kampf vielleicht gegen Apple ausgeht. Begonnen hat ein Katz und Maus-Spiel, denn Apple soll laut New York Times bereits an einer Verschärfung der Sicherheitsmechanismen arbeiten. Die jetzige Absicherung wurde mit iOS 8 eingeführt, nachdem die Snowden-Enthüllungen der Welt zeigten, wie einfach es staatliche Behörden haben, an Daten zu kommen. Das FBI ist aber nicht die NSA, Apple ist kein Telekommunikationsanbieter. Für letztere ist es nämlich ganz klar geregelt, diese müssen Daten bereitstellen, wenn sie dazu aufgefordert werden.

Eine neue iOS-Version wird also voraussichtlich dafür sorgen, dass Behörden – selbst wenn sie den San Bernardino-Fall gewinnen – wieder eine neue Methode brauchen, um an die Daten zu kommen. Vermutlich mit Hilfe von Apple, ebenso vermutlich erst wieder nach langwierigen Prozessen vor Gerichten. Erinnert fast ein wenig an den Kampf Apple gegen die Jailbreak-Community vor ein paar Jahren, als auf einen verfügbaren Jailbreak meist recht schnell ein iOS-Update kam, das die ausgenutzte Lücke schloss. Die neue Methode soll es unmöglich machen, ein iPhone zu knacken.

Für eine Lösung des aktuellen Falls müsste der Kongress einschreiten, klare Regeln festlegen, wie Firmen wie Apple oder Google zu behandeln sind. Welche Daten in welchen Fällen herausgegeben werden müssen. Bis dahin wird Apple weiter gegen die Manipulation angehen. Und so findet Apple-CEO Tim Cook auch die entsprechenden Worte in einem Interview mit ABC News:

“For all of those people who want to have a voice but they’re afraid, we are standing up, and we are standing up for our customers because protecting them we view as our job.”

Interessant wird es dann, wenn der Kongress tatsächlich einschreitet und Apple als Firma dann so behandelt wird wie ein Telekommunikationsanbieter. Bereits jetzt ist ja jede Firma bereits dazu verpflichtet, unter bestimmten Voraussetzungen Daten preiszugeben. Ist nun mal so, kann sich auch Apple nicht dagegen wehren. Wohl aber kann man sich dagegen wehren, ein sicheres System auf Staatsanfrage für alle unsicher zu machen. Das tut Apple in diesem Fall – und das ist gut so. Nicht nur für Apple-Nutzer.

Apple


 

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Über den Autor: Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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