Apple plant Europäisches Zentrum für Chip-Design in München

Apple investiert laut eigenen Aussagen über eine Milliarde Euro in Deutschland und plant in diesem Rahmen dann auch ein Europäisches Zentrum für Chip-Design in München. Überraschend ist das weniger, denn in München zeigt Apple ja ohnehin seit Jahren eine starke Präsenz. Hunderte neue Mitarbeiter sollen dort eingestellt werden und an Entwicklungen rund um Konnektivität und drahtlose Technologien arbeiten.

München ist bereits heute Apples größtes Entwicklungszentrum in Europa. Knapp 1.500 Ingenieure aus 40 Ländern arbeiten dort für das Unternehmen aus Cupertino. Die in den Raum gestellte Milliarde wolle man dort nun in den nächsten drei Jahren investieren. Der neue Standort werde die Heimat von Apples wachsendem Cellular-Team und Europas größter Entwicklungsstandort für mobile drahtlose Halbleiter und Software sein, so Apple.

Tüfteln wolle man dort etwa an 5G und auch nachfolgenden Technologien. Die Teams arbeiten auch an der Entwicklung, Integration und Optimierung von Funkmodems für Apple Produkte. Der neue, 30.000 Quadratmeter große, Standort befindet sich in der Karlstraße in der Münchner Innenstadt. Apple plant das neue Gebäude Ende 2022 zu beziehen. In Deutschland beschäftigt Apple mittlerweile über 4.000 Teammitglieder in verschiedenen Bereichen wie Einzelhandel, Engineering, Vertrieb und Verwaltung.


In den vergangenen fünf Jahren habe Apple über 15 Milliarden Euro bei seiner Arbeit mit mehr als 700 Unternehmen aller Größenordnungen in Deutschland ausgegeben. Was Apple dabei freilich lieber unschuldig pfeifend unter den Tisch fallen lässt, ist die Tatsache, dass man es mit den Steuern eher nicht so gerne hierzulande handhabt. Da werden alle möglichen Lücken genutzt, um die hohen deutschen Steuern so weit wie möglich zu umschiffen. Allerdings ist das kein besonderer Kniff von Apple, sondern wird von so gut wie allen Technologieunternehmen so gehandhabt. Es sei an dieser Stelle angesichts des Selbstlobs des Unternehmens, das sich gerne als Lokalmatador präsentiert, erwähnt. Hier müsste jedoch die Politik und Gesetzgebung nachbessern und ist in der Verantwortung.

Apple ist jedenfalls schon seit 1981 in München ansässig. Damals startete das Unternehmen mit 10 Mitarbeitern. Heute arbeiten Teammitglieder von Apple in sieben Niederlassungen und zwei der 15 deutschen Apple Stores befinden sich in München. Generell ist die Stadt als Technologie-Standort sehr beliebt, auch andere Unternehmen wie IBM, Infineon oder Siemens sind dort vertreten.

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15 Kommentare

  1. „Apple ist der größte Steuerzahler der Welt und hat in den letzten drei Jahren über 35 Milliarden Dollar an Körperschaftssteuer gezahlt. Apple zahlt in jedem Land Steuern, in dem wir unsere Produkte verkaufen. “

    https://www.apple.com/de/newsroom/2017/11/the-facts-about-apple-tax-payments/

    Natürlich Apple PR, aber evtl. von Vorteil sich beide Seiten zum Thema „Apple und Steuern“ anzusehen. Und ich denke auch nicht dass Apple so öffentlich Falschinformationen verbreitet.

    • André Westphal says:

      Ich sage nur Apple und Irland ;-).

      • Bin kein Freund von Apple, aber solange das legal möglich ist und von der Politik geduldet (oder gewollt?) wird, ist das vollkommen richtig.

        Wer zahlt freiwillig mehr Steuern als er muss?

        • André Westphal says:

          Ja, so schrieb ich das ja auch im Artikel, das Problem sind nicht die Unternehmen an sich, sondern Politik und Gesetzgebung, die da untätig bleibt. Allerdings erwähne ich solche Aspekte gerne auch mal kritisch als Anregung :-).

          • Nur mal zur Anmerkung. Es gibt Firmen mit 200+ Mitarbeitern, die den ganzen Tag nichts anderes machen, als Steuerschlupflöcher für Großunternehmen zu finden. Habe mal eine Doku dazu gesehen und war sprachlos. Deren Job besteht halt einfach daraus, durch Umwege, Firmengründungen und so weiter Steuern einzusparen. Das ging bei einem Fall so weit, dass eine eigene Airline gegründet wurde, weil so irgendwelche Einnahmen nicht versteuert werden mussten. Total absurd was da teilweise abgeht.

          • > Politik und Gesetzgebung, die da untätig bleibt

            Die EU hat Irland bereits 2015 dazu gezwungen, Gesetze abzuschaffen, mit denen man Steuerrate unter 12,5% drücken konnte. Praktizierende Firmen hatten bis Ende 2020 Zeit, umzustellen. Apple hat das bereits 2015 getan.

        • Genau so ist es. Auch „kleinere“ Unternehmen in denen ich gearbeitet habe, haben teilweise super wenig Steuern gezahlt. Aber alles in einem legalen Rahmen.

    • Natürlich zahlt Apple in jedem Land in dem sie Produkte verkaufen Steuern, da die meisten Länder ja auch eine Art Umsatzsteuer haben. Körperschaftssteuern zahlen sie nicht überall, deshalb sind die Sätze ja auch nicht verbunden. 😉
      In der Diskussion Apple und Steuern geht es ja auch eher um die aktive Vermeidung von Steuerzahlungen, indem man seine Standorte oder Unternehmensstrukturierung klug wählt.
      Ich werfe es allerdings auch keinem Unternehmen vor den Spielraum auszunutzen, der Ihnen von der Steuerpolitik eines Landes gegeben wird.

      • Die Umsatzsteuer ist aber eine indirekte Steuer (Verbrauchssteuer) und wird vom Endkunden getragen. Apple leitet diese Zahlung nur an das Finanzamt weiter. Hat also mit Steuern zahlen relativ wenig zu tun.

    • Hier werden die Steuerzahlungen allerdings wohl recht gering ausfallen, da sie im Forschungs- und Entwicklungsbereich vermutlich keine allzu großen Gewinne einfahren dürften.

  2. Man sollte doch einfach froh sein, das sich eine grosse Firma in Deutschland „niederlassen“ will. Gibt wieder Arbeitsplätze….

    • .. ehrlicherweise brauchen wir hier wir in München Arbeitsplätze eher weniger, wir wären schon froh wenn wir genügend (qualifzierte) Leuten für die ansässigen Firmen hätten 😉

      • Gehen die Mieten im Großraum München dann wohl noch ein bisschen mehr durch die Decke. Aber die Leute zahlen es offenbar – ob zähneknirschend oder nicht.

  3. Die Umstellung der Stadt München auf das Betriebssystem „Windows“ des Herstellers Microsoft wird somit für gescheitert erklärt. Alle städtischen Mitarbeiter erhalten iPads und die Fachanwendungen werden eben per Remote benützt.

    So hat sich Microsoft die letzte Migration auch gekauft. Dieter Reiter und die SPD haben dann auch ganz schnell vergessen, dass ihr Problem schlechte Organisationsstrukturen waren. Irgend eine Grund finden sie schon. Lücken in Exchange oder Office356.

  4. Peer Strickler says:

    Bitte nicht, wohnen ist schon teuer genug in München!

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