Apple löschte Musik von iPods, wenn diese aus anderen Quellen als iTunes kam

Eine interessante Geschichte geht aus einer aktuellen Sammelklage gegen Apple hervor. Es geht um Musik, die das Unternehmen zwischen 2007 und 2009 von den iPods der Nutzer gelöscht hat, falls diese bei der Konkurrenz geladen wurde. In diesem Fall spuckte iTunes bei der Synchronisation mit dem iPod eine nicht weiter erklärende Fehlermeldung aus und zwang den Nutzer zum Zurücksetzen des iPods. Dadurch verschwand natürlich alle Musik von den Geräten, die nicht über iTunes erworben wurde.

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Apple versucht sich an dieser Stelle mit Sicherheitsmaßnahmen herauszureden. Der Apple Security Director Augustin Farrugia sagt aus, dass man den Nutzern keine genauere Erklärung lieferte, da man diese nicht verwirren wollte und man selbst den Nutzern nicht zu viele Informationen geben braucht. Nach seiner Aussage war Apple durch Hacker wie „DVD Jon“ und „Requiem“ paranoid, was den Schutz von iTunes angeht. Die iTunes-Updates, die fremde Musik löschten, sollte die Nutzer nur schützen.

Sollten die Kläger den Prozess gewinnen, drohen Apple Schadensersatzzahlungen in Höhe von 350 Millionen Dollar. Dieser Betrag könnte sich bei Anwendung des Kartellgesetzes sogar verdreifachen. Für Apple ein kleiner Griff in die Portokasse. Sollten sich diese Maßnahmen tatsächlich auf Verkaufe von iPods und Musik ausgewirkt haben, sicher eine lohnende Investition für das Unternehmen.

(Quelle: WSJ)

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Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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17 Kommentare

  1. Kein Kommentar:

    „Der Apple Security Director Augustin Farrugia sagt aus, dass man den Nutzern keine genauere Erklärung lieferte, da man diese nicht verwirren wollte und man selbst den Nutzern nicht zu viele Informationen geben braucht.“

  2. Das ist echt mies und ich hoffe, dass die Klage Erfolg hat, auch wenn ich nicht betroffen bin, aber solche Geschäftspraktik gehört bestraft. In meinem Fall würde die komplette Musik gelöscht werden, ich kaufe keine Musik über iTunes, sondern immer über Amazon.

  3. Macht Amazon das nicht genauso beim Kindle?
    Ich meine da wurden extern gekaufte epubs/mobi auch evtl. fremdgelöscht

  4. Irgendwie fehlt mir da (auch in der Quelle) ein bisschen mehr Hintergrund. Ich hatte z.B in der Zeit selber einen iPod und habe meine Musik eigentlich nie bei itunes gekauft – aber ich hatte auch nie Probleme mit der Synchronisation über iTunes oder musste den iPod zurücksetzen. Was für Musik musste das denn sein, irgendein (Nicht-Apple) Kopierschutz? Aber Sören hat Recht, wenn das so stimmt, gehört sowas wirklich bestraft…

  5. @Luco, Amazon hat die Möglichkeit, sie haben es auch schon getan. Da ging es aber nicht um extern gekaufte, sondern weil der Verleger im Streit mit Amazon war, wurden die Daten gelöscht.
    Meiner Freundin ihr Kindle hat viele eBooks von Fremdquellen, bisher gab es bei ihr zum glück kein Problem.

  6. Ich habe das so in Erinnerung: Es war natürlich kein Problem, fremd gekaufte MP3s auf mittels iTunes auf den iPod zu laden, es war vielmehr so, dass es Fremdsoftware gab (und glaube auch noch gibt), die MP3s auf den iPod luden. Diese war teilweise mit der heissen Nadel gestrickt worden und brachte damit die iTunes-Datenbank auf dem iPod in Unordnung. Beim nächsten Hochladen mit iTunes hat dieses dann versucht, die Datenbank wieder zu reparieren. Dabei sind natürlich die Dateien verschwunden, die die von der Fremdsoftware aufgespielt wurden. Glaubt mir: Wenn es damals _nicht_ möglich gewesen wäre, fremde MP3s per iTunes auf den iPod zu bekommen, wäre dieser niemals der Verkaufserfolg geworden, den er war (und man hätte auch einen entsprechenden Aufschrei von damals in Erinnerung). Musikdateien mit DRM ist eine andere Liga und hier nicht Gegenstand des Problems.

  7. Und trotzdem rennen alle immer zu Apple und machen sich immer mehr von dieser Firma abhängig.

  8. Hier wurde mal die Frage gestellt ob iBeats Music oder wie immer der Streaming Dienst heißen wird interessant sein könnte. Also für mich nicht. Wir haben zwar viele Apple Devices aber die Kids haben Android Tablets und Phones. Also bleiben wir beim Plattform unabhängigen Spotify. Und ein MP3 Player wo man keine eigene Musik drauf packen kann .. WTF

  9. Lächerlicher Verein!

  10. Was für ein Drecksladen!

  11. @Rolf Also ich habe das genau so in Erinnerung, es war vollkommen egal woher die Musik kam.

    Wichtig war nur das die Musik vorher in iTunes importiert, und der iPod über iTunes synchronisiert wurde.

  12. ihr hosenscheisser, war ok und keinem ist jenals wax aufgefallen !

  13. Wenns niemand aufgefallen wär wärs nich vor Gericht 😉

  14. @Sven
    Naja die Klage läuft seit 10 Jahren, so neu ist die nun also auch wieder nicht. :p

  15. Das ist immer noch nicht die komplette Geschichte. Die Leute haben ein Hacktool benutzt, um Dateien mit fremden DRM auf den iPod zu bekommen. Das Tool hat die Library gehackt. Durch den Restore wurde dann die letzte funktionierende Library vom Backup aufgespielt. Das ist schon seit 10 Jahren bekannt. So war halt damals die Situation. Jeder hatte sein DRM. Aber das kommt dabei raus wenn man unreflektiert ne Story vom WSJ übersetzt.

  16. Da steckt sogar noch mehr dahinter, siehe meinen Link und die Aussage von Eddy.

    Sascha kann man hier nicht wirklich böse sein,
    Hat er sich an die üblichen Quellen gehalten, ist er halt, wie die meisten anderen auch, erst mal auf diesen Zug aufgesprungen.

    Hätte sich Eddy nicht zu Wort gemeldet und die Geschichte von RealNetworks etas nach aussen gekehrt. wüsste man immer noch nicht woran man genau ist und worauf sich die Klage überhaupt stützt.

    Obwohl das noch nicht alles sein kann.
    So verrückt sind nichtmal die Amis jemand deshalb zu verklagen …

  17. > So verrückt sind nichtmal die Amis jemand deshalb zu verklagen …

    Bist du dir da sicher? Hauptgrund für Sammelklagen in den USA ist, die Anwälte reich zu machen. Diese hier ist das beste Beispiel. Das ist vergleichbar mit den Abmahnanwälten hier.

    Sascha hätte wenigstens mal etwas recherchieren können. Er ist auf die Clickbait-Headline vom WSJ reingefallen und füttert damit nur die Trolle. Mehr nicht.

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