Apple möchte Apple Pay schnell in weitere Länder in Europa und Asien bringen

artikel_appleEs gibt wieder einmal Neuigkeiten zu Apple Pay. Die Funktion, die ein iPhone oder die Apple Watch zum Zahlungsmittel macht, ist bisher nicht allzu weit verbreitet. Das soll sich aber ändern, Apple arbeitet daran, Apple Pay zügig in neue Länder in Europa und Asien anbieten zu können. Das stammt nicht etwa aus dem Mund irgendeines mit der Sache Vertrauten, der nicht genannt werden möchte, sondern kommt direkt von Apple Pay VP Jennifer Bailey. Sie erklärt auch – zumindest ganz grob – wie Apple sich für neue Apple Pay-Länder entscheidet. Das hängt nämlich von mehreren Faktoren ab.

Ein wichtiger Aspekt ist natürlich die Verbreitung von Apple-Geräten in einem Land. Aber auch die generelle Nutzung von Kreditkarten und die Ausstattung der Läden mit NFC-Terminals spielen bei der Entscheidung eine Rolle. Wie sehr kontaktlose Zahlungen bereits vor Apple Pay genutzt werden, spielt laut Bailey aber keine so große Rolle. So wurde diese Bezahlmethode durch die Einführung von Apple Pay in den USA von 4 Prozent auf 20 Prozent gesteigert (wohl aber nicht allein durch Apple Pay, kontaktloses Bezahlen wächst generell).

Zu einem früheren Zeitpunkt erklärte Bailey schon einmal, dass Apple Pay in China in den ersten drei Tagen drei Millionen Mal genutzt wurde. Jetzt gibt es eine neue Zahl, jede Woche würde Apple Pay weltweit eine Million neue Nutzer hinzugewinnen. Bailey zeigt sich sehr zufrieden mit der Entwicklung, aber was will sie als Verantwortliche auch anderes sagen.

Während Apple nicht kommentiert, welche Länder als nächstes folgen werden, sprachen Leaks für eine Expansion nach Hong Kong, Frankreich und Brasilien in diesem Jahr. Hong Kong wurde bereits bekanntgegeben, es könnte also durchaus etwas dran sein. Und Deutschland? nun, schaut man sich die Situation hierzulande an, hat Apple weder einen großen Marktanteil bei Smartphones, noch sind Kreditkarten in einem Maß verbreitet, das als flächendeckend bezeichnet werden könnte.

Aber auch in Deutschland ist Bewegung im Markt, nach der Reduzierung der Kreditkartengebühren werden diese an immer mehr Stellen akzeptiert. NFC-Terminals sind eigentlich mittlerweile recht weit verbreitet, das sollte nicht so das Problem darstellen. Allerdings haben auch die Banken noch ein Wörtchen mitzureden, diese müssen Apple Pay nämlich erst einmal unterstützen bevor Kunden ihre Karten zum Apple Pay Wallet hinzufügen können.

Ich bin gespannt, wann Apple Pay denn mal nach Deutschland kommt. Es ist ja nicht so, dass man konkurrenzlos dasteht. Samsung Pay gibt es, Android Pay würde sich auch relativ einfach verbreiten lassen und auch PayPal sollte man nicht vergessen. Aber insgesamt wird es wohl noch eine ganze Weile dauern bis das Smartphone die Geldbörse ablöst. Was eigentlich schade ist. Schaut man einmal auf die Insel nach London, sieht man sehr schön, wie gut kontaktlose Bezahlung in das Leben integriert ist. Solche Städte sind dann eben auch klassische Kandidaten für eine frühe Einführung solcher Dienste.

Das Beste an solchen Methoden ist allerdings, dass keiner gezwungen ist, sie zu nutzen. Wer gerne mit Bargeld bezahlt, wird dies auch weiterhin können, wer eben keine Lust auf Gekrame nach Bargeld oder Karte hat, zückt eben sein Smartphone oder bezahlt mit der Smartwatch. Ja, das geht meiner Meinung nach schneller als mit Karte, wobei sich dies sicher von Nutzer zu Nutzer unterscheidet.

(Quelle: TechCrunch)

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Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

15 Kommentare

  1. Falsch. Sobald sowas genug verbreitet ist, wird die Zahlung mit Geld abgeschafft. In öffentlichen Verkehrsmitteln gibt es dann nur noch bargeldlose Fahrkarten. Wer eine mit Bargeld kaufen will, muss erst mal quer durch die Stadt fahren.

    Das war doch bei Telefonzellen genauso. Erst Münzen, dann wurden die Kunden genötigt, auf Karten umzustellen, weil einfach immer weniger Fernsprecher einen Münzeinwurf hatten. Das wird mit Fahrkartenautomaten, Zigarettenautomaten, Eintrittsschleuse am Freibad etc. dann auch so sein. Und nur Idioten nehmen ihr 700 Euro iPhone mit ins Freibad.

    Die Freiheit steigt nicht, sie wird mit bargeldlosem Bezahlen sinken. Von Datenschutz ganz zu schweigen.

  2. Und deswegen kann ich heute in jeder Telefonzelle mit Bargeld bezahlen?
    Naja, ich würde mich freuen, wenn ich mit meiner Apple Watch zahlen könnte und auch bargeldlose PrePaid-Kreditkarten gibt es überall zu kaufen. Kein Problem, also…

  3. Na dann freu dich. Du darfst ruhig ne andere Meinung haben.

  4. Matze heul leise 😉
    Es wurde bisher nirgends das Bargeld abgeschafft. Selbst bei den Telefonzellen gab es nur wenige, die nur Kargen geschluckt haben.
    Ich freue mich darauf mit meiner wasserdichten Uhr den Eintritt ins Schwimmbad zu bezahlen. Mein iPhone bleibt im Freibad zuhause.

  5. Ich wäre froh wenn es bei uns wie in den meisten Skandinavischen Ländern ist. Komplett ohne Bargeld. Ich sehe keinerlei Vorteil darin für mich und bin jedes mal happy wenn ich unkompliziert und schnell per NFC etwas bezahlen kann!

  6. Eisenheim says:

    Jep, ich habe fast nie Bargeld dabei. Und als ich mal 200.– Bargeld dabei hatte, wurde mir das Portmonee geklaut. Karten sperren war kein Problem. Aber die 200.– sind weg, für immer.

    Ich würde es wünschen, wenn es im restlichen Europa so wäre wie in Skandinavien. Und die skandinavischen Länder gehören zu den demokratischsten.

  7. George99 says:

    @Gerrit: Klar die totale Überwachung deiner sämtlichen Transaktionen ist ja auch total toll! Privatsphäre ist dagegen ja sowas von 80er…

  8. Der Traum jedes Finanzministers / Bankiers, Bargeld abschaffen und Stück für Stück den Sparer enteignen. Was will der Dumme den tun, Bargeld abheben? ROFLMAO.

  9. Eisenheim says:

    Statt neue Technologien zu bekämpfen, die euer Leben erleichtern können, solltet ihr lieber deren Missbrauch bekämpfen.

  10. modimido says:

    Wenn Bezahlen nur noch über Smartphones läuft: bye bye Privatsphäre. Da hätte ich dann immer ein zweites Handy zum Bezahlen dabei, weil bei Android wohl schlecht Root und Pay in einem machbar ist (nachvollziehbar.. würde ich eh nicht durchziehen). Ein weiteres Problem sehe ich in Akkus. Wenn dieser leer ist, hast du nix, womit du bezahlen kannst – wenn alles andere abgeschafft wurde. Oder?

  11. Also bei Apple Pay sind die Zahlungen anonymer, als mit der Kreditkarte. Bargeld wird man auch niemals abschaffen können, die Schweiz hat gerade den 1000er Franken neugedruckt. Aber es wird immer Gold, Silber, Bitcoins geben. Das hat mit dem Thema aber absolut nix zu tun.

  12. Centauri says:

    Ich bezahle auch fast alles mit Bargeld. Aber für Kleinigkeiten wie nen Kaffee am Bahnhof würde ich mir die Einführung von Apple Pay schon wünschen.

  13. Christian says:

    Komme gerade aus einen 2wöchigen Aufenthalt in Barcelona. Habe nicht einmal eine Münze oder Papier in die Hand nehmen müssen. Ich kann wahrlich nicht verstehen warum man unbedingt am Bargeld festhalten muss. Als Fallback-Bezahllösung gerne. Der Komfortgewinn des Bargeldlosen hat mich aber komplett überzeugt. Selbst der kleine Souvenirstand hat Kartenlesegerät! Jetzt noch per NFC, Applepay, Samsungpay whatever … Kannst kaum erwarten.

  14. Hier mal das US-Video zu Apple Pay auf der Watch:

    https://www.youtube.com/watch?v=LQmASmoMYwg

    In Deutschland gibt es das Video auf der Webseite natürlich nicht.

  15. Das ist ja auch eine sehr angenehme Sache.

    In Norwegen z.B. kann man wirklich alles mit einer Kreditkarte (auch drahtlos) bezahlen. Egal ob man sich nun in einer Sekunde eine Cola aus dem Automaten zieht, oder seine Brötchen morgens beim Bäcker bezahlt. Das ist wirklich eine feine Sache wenn man sich daran erst einmal gewöhnt hat, und das geht sehr schnell. Ich hatte die ersten Tage nach meiner Rückkehr einen kleinen Kulturschock, als ich hier wieder anfangen musste Kleingeld zu zählen :).