Apple App Store: App-Werbung in Suchergebnissen ab 5. Oktober

App Store Artikel AppsApples App Store für iOS ist nicht nur prall mit Apps gefüllt, sie sind allein durch die schiere Masse für den Nutzer auch schwer zu entdecken. Im April hieß es deshalb, dass Apple an einer Werbeform für Suchergebnisse arbeite, Entwickler bezahlen und werden dafür in der Suche prominenter platziert. Scheint als wäre Apple mit dieser Maßnahme fertig, denn ab 5. Oktober werden die App Store Ads Entwicklern zur Verfügung stehen. Das teilt Apple in einer Mail an Entwickler mit. Um es den Entwicklern leichter zu machen, die Ads auch zu nutzen, gibt es ein Einführungsangebot, über das man 100 Dollar Guthaben für eben diese Werbung bekommt.

Als Nutzer muss man sich aber wohl keine Sorgen über nervige Blink-Werbung machen, denn wie der Mail auch zu entnehmen ist, wird die Werbung von Apple gestaltet, der Entwickler legt lediglich die Keywords und die Zielgruppe fest. Gerade Indie-Entwickler sollen von dieser Werbeform profitieren können, auch mit kleinem Budget. Bezahlt wird von einem Entwickler nur, wenn die Werbung auch angetippt wird. Außerdem lassen sich Tageslimits für das Budget festlegen. Details dazu gibt es auf dieser Seite.

Auch die Privatsphäre der Nutzer wird von Apple mal wieder in den Vordergrund gerückt, diese wird trotz Werbung geschützt. Search Ads nutzen zum Beispiel keine Daten anderer Apple-Dienste wie Maps, Siri, iMessage oder iCloud. Außerdem werden die Daten auch nicht an Dritte verkauft. Alle Details zur Privatsphäre und Search Ads gibt es hier.

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Für Nutzer werden Apps, die über die Werbung angeklickt werden mit einem „Ad“-Symbol gekennzeichnet. Tippt der Nutzer dieses an, sieht er, welche Informationen genutzt wurden, um diese Werbung anzuzeigen. Nutzer, die die Werbung nicht angezeigt bekommen wollen, können sie auch deaktivieren. In den Einstellungen zu finden unter „Datenschutz“ kann dann unter dem Punkt „Werbung“ das Ad-Tracking deaktiviert werden. Für ortsabhängige Werbung lässt sich dies auch deaktivieren. „Einstellungen“ – „Ortungsdienste“ – „Systemdienste“ ist die Anlaufstelle, um den Schalter bei „Ortsabhängige Apple Ads“ umzulegen.

Ich bin sehr gespannt, wie sich diese Werbeform auswirken wird. Zwar sollen kleine Entwickler davon profitieren könne, ich glaube aber dennoch, dass einfach die noch erfolgreicher sein werden, die sowieso schon ein großes Werbebudget haben. Was wiederum schade ist, denn der Nutzer verpasst so – sofern er sich nicht außerhalb des App Stores informiert – viele gute Apps, die eben nicht so offensichtlich im App Store zu entdecken sind. Bis die Werbung auch nach Deutschland kommt, dürfte es indes noch ein bisschen länger dauern, Apple bietet die Werbung erst einmal in den USA an, kann dort aber auch von Entwicklern außerhalb der USA gebucht werden.

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Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

2 Kommentare

  1. Das Problem, Apps „schwer zu entdecken“ könnte man einfach durch sinnvolle Sortieroptionen lösen, z.B. nach Beliebtheit, Bewertung oder Preis.

    Stattdessen kann sich ein Entwickler nun in der Suche nach oben kaufen, unabhängig davon, welchen Schrott man anbietet.

    Das passt nicht zu Apples Qualitätsanspruch. Gefällt mir gar nicht.

  2. Es erscheinen pro Tag 1000-2000 neue Apps im App Store, im Store befinden sich 2 Millionen Apps. Da tappt sich keiner durch und sortiert nach Bewertung oder Preis. Der Preis spielt eh immer weniger eine Rolle in Zeiten von IAP und Subscriptions.

    Ein Entwickler kann also hoffen das er gefeatured wird (auf der Startseite oder in den Kategorien), hoffen das er zufällig wegen einem Keyword oben in der Suche erscheint, Promo Codes an Journalisten verschicken und hoffen, oder etwas Geld in’s Marketing stecken und über Dritte werben. Dieses Budget kann er nun im App Store ausgeben, einen Teil davon oder alles.

    Angeblich finden 65% aller Downloads über die Suche statt. Hier können auch Devs mit einem geringeren Budget Clicks generieren. Denn Ads rotieren. Es wird also keine Schrott-App mit grossem Budget einen Suchbegriff exklusiv besetzen können. Eine App mit einem Zehntel des Budgets wird immer noch angezeigt, nur eben nicht so häufig.
    Ausserdem wird die Relevanz eine Rolle spielen. Wenn man oft mit einem ähnlichen Begriff sucht wird häufiger die Schrott-App mit dem grossen Budget ganz oben angezeigt. Wenn man aber nicht darauf tippt wird die nach ein paar Impressions nicht mehr angezeigt werden.