Apple soll an neuer Suche für den App Store arbeiten

15. April 2016 Kategorie: Apple, iOS, geschrieben von: Sascha Ostermaier

App Store Artikel AppsMan kann von Apple halten, was man will, aber mit dem App Store wurde die Distribution von Software auf mobile Geräte revolutioniert. Ja, es gab auch vorher schon App Stores, zum Beispiel für Symbian, Apples Lösung war an Einfachheit aber nicht zu überbieten, was letztendlich auch den Erfolg und die nicht minder erfolgreichen Nachahmer ausmachte. Über 1,5 Millionen Apps tummeln sich mittlerweile bei Apple, wollen natürlich auch alle entdeckt werden, schließlich ist nur eine genutzte App eine gute App. Aber die Auffindbarkeit ist bei dieser Masse nicht immer einfach, das möchte Apple nun anscheinend gewinnbringend ändern.

Seit Apple die Möglichkeit genommen hat, Apps im App Store nach Erscheinungsdatum anzeigen zu lassen (da bin ich immer noch wütend, man konnte so viele tolle, neue Apps entdecken), ist es mehr ein Glücksspiel oder eben ein teurer Werbeaufwand, wenn man eine App erfolgreich machen möchte. Oder man hat Glück und wird von Apple auf irgendeine Weise gefeatured, was quasi der Jackpot für Entwickler ist.

Auch ASO (App Store Optimization) wurde immer populärer, was ebenso eine Seuche ist wie bei Google. Die besten Keywords landen oben in der Suche, egal ob relevant oder nicht. Das ist weder gut für den Nutzer, noch für den App-Entwickler, der keine Energien in die Optimierung steckt und einfach mit einer guten App überzeugen möchte.

In Zukunft könnte sich das ändern, Apple soll laut Bloomberg an einer neuen Suche arbeiten, die Apps bestimmter Entwickler prominenter in den Suchergebnissen platziert. Bestimmte Entwickler heißt in diesem Fall wohl zahlende Entwickler, das System soll nämlich so aussehen, wie es Google auch einsetzt. Vor den eigentlichen Suchergebnissen kommen „bezahlte“ Vorschläge. Angesichts der Umsätze im App Store kann sich das für Entwickler und Apple gleichermaßen lohnen, allerdings sehe ich den Kunden hier als Leidtragenden.

Es ist bereits heute so, dass Apps mit hohem Werbebudget quasi omnipräsent sind. Seien es Spiele wie Candy Crush oder Apps wie Number26, was gut geht, ist auch bekannt. Genau solche Apps sind aber das Ziel solcher Anzeigen, ein Indie-Entwickler, der kein Budget für „normale“ Werbung hat, wird schlecht eines für bezahlte Suchergebnisse im App Store haben.

Wirtschaftlich ist es natürlich nachvollziehbar, dass Apple an einer solchen Vermarktungsmethode arbeitet. Diese allein soll es auch nicht richten, immerhin soll sich ein 100-köpfiges Team mit App Store-Änderungen beschäftigen, ein Teil des Teams soll dabei vom verkleinerten iAd-Team stammen. Denn auch die Art und Weise, wie Nutzer sich im App Store bewegen, soll Apple ändern wollen.

Man kann nur hoffen, dass dies auch wenigstens ein bisschen im Interesse der Nutzer geschieht, nötig für einen Erfolg von bezahlten Suchergebnissen wäre das beachten der Nutzerinteressen jedoch wahrscheinlich nicht. Vielleicht erfahren wir ja schon zur WWDC dieses Jahr, was Apple da genau ausheckt, das Team soll aber noch nicht so lange zusammenarbeiten.


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Über den Autor: Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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