Android Auto demnächst auch ohne passendes Auto nutzbar

artikelk_android_autoAndroid Auto ist Googles Maßnahme, um auch die Fahrten der Nutzer angenehmer zu gestalten. Sei es durch einfach zu bedienende Navigation oder die mediale Unterhaltung. Android Auto setzte bisher die Unterstützung des Onboard-Entertainment-Systems voraus, entweder direkt durch den Fahrzeughersteller oder durch ein Autoradio, das Android Auto unterstützt. Das wird demnächst nicht mehr der Fall sein, denn Google zeigt auf der gerade stattfindenden I/O Android Auto ohne Auto, direkt auf dem Smartphone. Gleichzeitig gibt es auch noch neue Funktionen für die Bedienung des Smartphones im Fahrzeug.

Das Update für Android Auto soll später im Jahr kommen und das volle Paket direkt auf das Smartphone bringen, ohne ein kompatibles Fahrzeug besitzen zu müssen. Die Anzeige über Android Auto erfolgt dann so wie auf einem dafür vorgesehenen Autoradio / Entertainment-System, allerdings eben direkt auf dem Smartphone. Die Bedienung wird sprachlastig sein, die Anzeige ablenkungsfrei und einfach abzulesen.

androidauto

Aber auch für die Autohersteller ändert sich etwas, diese können nämlich eigene Apps für Android Auto bereitstellen, um Fahrzeug-spezifische Anwendungen zu realisieren. Erste Apps werden von Hyundai und Honda kommen und sich direkt über das Android Auto Interface bedienen lassen. Wann genau Android Auto auch ohne passendes Auto funktioniert, verriet Google nicht, der Herbst könnte aber hochinteressant werden, wenn Google alle neu vorgestellten Dinge auf die Nutzer loslässt.

Bleibt immer noch die Frage, warum Google nicht gleich den direkten Smartphone-Weg gegangen ist. So richtig verständlich war die Voraussetzung eines kompatiblen Fahrzeugsystems nie, Smartphones bringen ja alles nötige mit, um auch auf diese Weise zu funktionieren.

(via Engadget)

Gefällt dir der Artikel? Dann teile ihn mit deinen Freunden.

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

15 Kommentare

  1. Ein herstellerseitiges Doppel-DIN Radio mit abnehmbaren Tablet statt Display wäre eine tolle Sache. Aber leider kochen die Autobauer ja immer noch eigene Süppchen, was das angeht. Oder ist mir was entgangen?

  2. Vorteil beim kompartiblen Auto ist eben die „Verzahnung“ mit dem Fahrzeug, mit Hardware-Tasten für Sprachbedienung, Verwendung der Fahrzeug-Anzeigen, ggf. der integrierten Mikrofone etc.; Vielleicht auch die Tatsache, dass man dann keine Handy-Halterung im Blickfeld hat.
    Ich persönlich finde die Verfügbarkeit ohne Auto allerdings gut, mangels kompartiblen Autos… So kann ich mir Android Auto auch mal anschauen, vielleicht ist es ja gut…

  3. Ergänzung: Bei der Verwendung des ins Fahrzeug integrierten Systems ist soweit ich weiß die Bußgeld-Gefahr nicht gegeben, wogegen man wenn man das Handy während der Fahrt physisch bedient durchaus belangt werden kann.

  4. Hans F

    Man darf das Gerät physisch bedienen. Man darf es dabei nur nicht in der Hand haben.

  5. Super, darauf habe ich schon lange gewartet!

  6. @Mo @HansF
    Selbst das stimmt nicht mehr ganz. Erstmal muss die Bedienung ja nachgewiesen werden, was in der Praxis kaum möglich ist weil kein Polizist auf dem Beifahrersitz hockt und die wenigstens Catlog mitlaufen lassen… Außerdem stellt in meinen Augen die Routinekontrolle eines Handys bzw. was darauf läuft durch die Polizei eine Straftat dar, denn wenn eine Tastensperre aktiviert ist, ist der Versuch des Eindringens in ein Computersystem schon eine (ich glaube sogar schwere) Straftat. Ohne richterlichen Beschluss würde ich das Handy nicht mal aus der Hand geben, außer es wird beschlagnahmt. Der Dorf- und Wiesenpolizist wird sich wahrscheinlich einen Dreck darum scheren, Recht haben und bekommen sind halt 2 unterschiedliche Dinge.
    Denn wie das OLG Stuttgart entschieden hat, ist dank einer Gesetzestextänderung mittlerweile das Halten des Handys während der Fahrt erlaubt unter bestimmten Umständen: https://www.anwalt.de/rechtstipps/handy-und-bluetooth-olg-stuttgart-weicht-handyverbot-am-steuer-auf_082012.html Und wo ich das halte dürfte dabei keine Rolle spielen. Zu begrüßen ist auf jeden Fall die Sprachsteuerung, das funktioniert zumindest auf meinem Motorola halbwegs gut was WhatsApp schreiben, Telefonieren oder das Vorlesen von Nachrichten/E-Mails oder Anrufenden angeht.

  7. @Tom: gefährliches Halbwissen. Mit der „Rechtsauffassung“ wirst du ganz schnell den Kürzeren ziehen.

    Mo hat recht: Du darfst ein Handy (ebenso wie z.B. ein Navi) während der Fahrt bedienen, nicht aber in die Hand nehmen.

  8. Ich selbst says:

    Ich finde beides gut.
    Habe seit ein paar Monaten ein Android Auto kompatibles Auto und möchte es nicht mehr missen. Großes Display Kopplung mit Hardwaretasten, sofortiger Start, Nutzung des Auto GPS Empfängers, usw.
    Auf der anderen Seite gibt es mittlerweile so große Smartphones oder Phablets, dass bei fehlendem kompatiblen Auto dies eine gute Alternative sein kann.

  9. Das am WE bestellte Logi Zerotouch hätte ich mir dann sparen können?

  10. Guckt euch mal die App „AutoMate – Car Dashboard“ an. Die ist Android AUto nachempfunden. So bekommt man schonmal eine Idee.
    Bei mir starte dfie App immer sofort wenn ich ins Auto einsteigen und das BT der Freisprecheinrichtung ne Verbindung sucht. Ohne die App will ich nicht mehr Auto fahren. 😉

  11. @Tom

    Doch das stimmt nimm mein “ bedienen und in der hand haben“ und setze es in relation zu deinem urteil “ hat das gerät vor fahrtantritt bedient und während der fahrt nur gehalten, aber nicht bedient“

    Man darf es halten aber nicht bedienen. Man darf sein Handy z.B. in die Hand nehmen um es irgendwo hinzulegen. Man darf nur nicht drücken oder touchen.

  12. @Topic

    Ich will keine Sprachbedienung, ich will das mit den Autotasten erledigen. Von daher bin ich ziemlich angepisst, das mein Volvo trotz BT Freisprecheinrichtung kein A2DP etc. beherrscht. Und das bei Baujahr 2012.

  13. Der Screenshot von der Navigationsapp irritiert mich ein bisschen. Haben die extra für Android Auto die Navigation in Maps angepasst?
    Wenn ja, warum zwei unterschiedliche UIs für die exakt selbe Aufgabe? Es ist ja nicht so, dass man das Navi auf dem Handy nicht genau so benutzt.

  14. @JanMatz: Ja, die Navigation in Maps sieht bei Android Auto anders aus. Ich finde es deutlich besser, dass ich weniger vom Kartenausschnitt und links mehr von der nächsten „Aktion“ (Abbiegen etc) sehe. Alleine deswegen finde ich den nächsten Schritt, Android Auto auch ohne passendes Auto nutzen zu können, schon sehr ansprechend für alle. Das hätte ich mir damals, als ich in meinem alten Auto mein Handy noch per Halterung zur Navigation genutzt habe, gerne gewünscht.

  15. modernartistry says:

    Ich selbst nutze mehrere Autos und bin auch zu Fuß und ÖVN unterwegs. Im Auto integrierte Navis und Freisprechanlagen nutze ich nicht. Da müsste ich jedes mal den Boardcomputer einstellen und Zeit aufwenden für sonstige Fummeleien. Das Smartphone ist aber nur ein Gerät, welches auch stehts bei mir ist in jeder Situation. Das Teil möchte ich gern für alles nutzen. Ich bringe in Autos immer meine eigene Handyhalterung an. Und Headset ist auch dabei.

    Smartphone bzw. Handy im Auto nutzen:
    Das Handling ist klar in der Straßenverkehrsordung, Straßenverkehrsgesetz und im Bußgeldkatalog geregelt und besprochen. Das Gerät darf nicht direkt bedient und vor allem nicht gehalten werden, während sich das Auto im Verkehr befindet.

    Anhalten auf einem Parkplatz um das Gerät zu bedienen ist erlaubt, weil das Auto nicht im Verkehr ist.

    Das Smartphone muss für Telefonate in einer speziellen Halterung stecken. Z.B. einfache Halterungen für 10€ für die Luftungsgitter. Plus: Man sollte für Telefonate zusätzlich eine Freisprecheinrichtung nutzen. Das einfache Ablegen des Smartphones auf dem Beifahrersitz oder sonstwo während der Navigation oder des Telefonats ist keine gute Idee und kann mit Bußgeldstrafe und einem Punkt geahndet werden. Besser in eine Halterung stecken. Ansonsten gilt: Das einfache Ablegen führt zu einem komplizierteren Handling und gilt als „Handy in der Hand halten um es zu bedienen“. Man ist auf der sicheren Seite fürs Telefonieren und Navigieren wenn das Gerät in eine simple Smartphonehalterung steckt. Weil eine Halterung speziell für die erleichterte Sicht und eventuelle Bedienung gedacht ist. Dennoch darf das Gerät trotz Halterung NICHT bedient werden.

    Die direkte Bedienung des Geräts, auch in einer Halterung, ist für jedwede Nutzung verboten. Auch für Telefonate oder Navigation. Für Telefonate ist aber die Nutzung der Fernbedienung der Freisprecheinrichtung erlaubt. Als Ferbedienung zählt auch ein Headset weil es als Freisprecheinrichtung gilt. Auf der sicheren Seite ist man wenn onboard im Auto eine Lösung integriert ist bzw. eine Lösung wo Onboard Lösung und Smartphone gekoppelt werden. Damit ja nicht das Smartphone bedient werden muss.

    Ein Smartphone offen im Auto liegen zu haben ist bei einem Unfall erst mal etwas Negatives. Ist generell bei jeder Kontrolle etwas Negatives. Das Gerät wird bei einem Unfall konfessiert. Auch wenn man nicht Schuld bei einem Unfall ist wird geschaut ob das Gerät benutzt wurde. Wenn ja, egal wofür, ist man mindestens Teilschuld und bekommt Probleme mit der Zahlungswilligkeit der Versicherungen. Bzw. der Fall kann sich auch zu einer Vollschuld wenden.

    Ich möchte niemanden verärgern. Auch wenn es Abers und Wenns gibt. Um es kurz runterzubrechen: Die direkte Smartphone/Handy-Nutzung ist während der Fahrt nicht erlaubt.
    Ist ein Gerät bei einer Kontrolle oder Unfall im Spiel ist man selbst in der Nachweispflicht sein Gerät ordnungsgemäß bedient/gehandhabt zu haben. Bedeutet, man wird sich vor Gericht zu seinem Smartphone äußern müssen. Ne stressige und unangenehme evtl. auch kostspielige Sache, vor allem bei nur kleinen Auffälligkeiten oder Fehlverhalten bei Routinekontrollen.

    Mercedes & Android Auto:
    Mercedes hat für seine günstigen Autos (Kompaktklasse unter 40.000€ u.a. Mercedes A und B) Android-Auto unbegründet gestrichen. Kommende Autos werden ohne Android Auto bzw. Android-Unterstützung ausgeliefert, auch wenn man in der Vorbestellung des Kaufvertrags extra seinen Android Auto Boardcomputer für 1500€ oder mehr bestellt und dafür unterschrieben hat. Es wird nur iOS Unterstützung geben. Das smarte Nachrüstkit, welches seit Januar bestellbar ist, ist wohl nicht betroffen. Diese ist aber auch keine volle integrierte Boardcomputer Lösung und ein anderes Smart-Produkt von Mercedes.