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Android 12: Der Fokus liegt auf Datenschutz und Sicherheit – das erwartet euch mit der nächsten Android-Version

Android 12 ist da! Zumindest stellte Google am heutigen Abend eine erste Entwicklerversion der neuen Android-Version mitsamt Fahrplan für die kommenden Monate bereit. Mit enthalten sind da natürlich aber erste Einblicke, was uns mit Android 12 erwarten wird, auch wenn die stabilen Versionen erst wie alljährlich im September zu erwarten sind. Im Fokus von Android 12: Datenschutz und Sicherheit, anstatt einem großen Funktions-Feuerwerk. Insbesondere soll dem Nutzer mehr Transparenz und Kontrolle an die Hand gegeben werden. Dies hat natürlich – sehen wir ja auch in der iOS-Entwicklung – enorme Auswirkungen auf App-Entwickler, weshalb diesen angeraten ist, sich frühzeitig eben im Rahmen jener Entwicklerversion bereits mit den Änderungen auseinanderzusetzen. Weitere Änderungen betreffen insbesondere das Nutzererlebnis.

In Sachen Datenschutz setzt man da nun beispielsweise für mehr Kontrolle auf SameSite-Cookies. Einschränkungen aus Android 11 auf Apps mit bestimmten API-Level für Tracking mithilfe der MAC-Adresse lässt man fallen: Sämtliche Apps werden nun mit einer veränderbaren, zurücksetzbaren MAC-Adresse „gefüttert“. Auch das Exportieren von Daten (Aktivitäten, Diensten und Empfängern) soll Apps unter Android 12 nicht mehr ohne weiteres gelingen. Für Entwickler gibt Google ausführliche Einblicke in die neuen Datenschutz-Vorkehrungen an dieser Stelle.

Im Smartphone-Sektor setzt sich zunehmend HEVC-fähige Hardware durch und mittlerweile unterstützt auch die meisten Apps den HEVC-Codec, welcher verbesserte Qualität sowie Kompression bietet. Für nicht-kompatible Apps mit dem Codec hat man in Android 12 allerdings eine kompatible Medientranscodierung parat. Apps können systemseitig Dateien automatisch zu AVC transcodieren – innerhalb von Sekunden. Man rät den Entwicklern dennoch dazu HEVC für die Apps zu unterstützen. Zudem schafft Android 12 die Unterstützung für das AV1-Format (AVIF), um beispielsweise das überholte JPEG-Format abzulösen. Auch in Sachen Audio verspricht Android 12 Verbesserungen: Räumliche Audio-Informationen (Stichwort: Mehrkanalaudio) sollen hier an Bedeutung gewinnen.

Unter Android 12 räumt man nun Diensten im Vordergrund eine erhöhte Priorität ein: Nutzungsbeeinträchtigende Prozesse und die Netzwerkaktivität anderer Apps und Prozesse im Hintergrund sind fortan nachrangig. Entsprechende Bibliotheken macht man ab sofort App-Entwicklern zugänglich.

Für den Endnutzer wohl eher spannende Neuerungen: Android 12 inkludiert eine einheitliche API für „Rich Content“ (Bilder, Videos, Audio-Dateien & Co). Ob jene nun via Zwischenablage, Tastatur oder Drag & Drop eingefügt werden sollen spielt ab sofort dank neuer Schnittstelle keine Rolle mehr. Dies gilt beispielsweise auch für den Import von Markups.

Zunehmend finden sich auch im Android-Sektor einige Smartphones mit gutem haptischem Feedback wieder. Für Spiele-Liebhaber spannend: Apps können unter Android 12 audio-gekoppeltes haptisches Feedback über den Vibrations-Motor „wiedergeben“. Zudem könnte dies aber auch dazu dienen Vibrationspattern einzelnen Nutzern über den Klingelton nutzerspezifisch zuweisen zu können.

Android 12 soll auch die Bedienung des Systems vereinheitlichen und vereinfachen: Für die Gesten verspricht man eine konsistentere Umsetzung. Dies gilt auch dann, wenn Apps im Vollbild angezeigt werden. Apps sollen da nun besser vor versehentlichen Gesten-Eingaben gefeit sein.

Die Benachrichtigungen sind – so viel meine Meinung – unter Android bereits jetzt schon wesentlich besser und umfangreicher steuerbar als jene unter iOS, dennoch möchte man mit Android 12 nochmals eine Schippe drauflegen. Unter anderem soll das Design nun „moderner und funktionaler“ sein. Auch Übergänge und Animationen sollen hierzu optimiert sein. Apps unter Android 12 können auf Wunsch Benachrichtigungen mit benutzerdefinierten Inhalten z.B. Icons sowie weiteren Erweiterungsmöglichkeiten bestücken. Zudem sollen Benachrichtigungen im Allgemeinen schneller reagieren. Der Sprung in die App soll nun schneller erfolgen, dafür blockiert man unter Android 12 gewisse bisher ausgenutzte Funktionsweisen und appelliert an App-Entwickler zur Anpassung.

Da im Android-Sektor in gewisser Weise noch immer viele Hersteller ihr eigenes Süppchen kochen: Android 12 baut die Möglichkeiten für System-Updates über die Play-Services (Stichwort: Projekt Mainline) weiter aus. Google appelliert zudem an Entwickler: „Beginnen Sie damit, Ihre App für Tablets zu optimieren und Apps für Foldables zu entwickeln.“ Ob man hier nach so vielen Versäumnissen im Tablet-Bereich nochmals durchstarten kann – fraglich. In den Fokus mit Android 12 rückt dennoch nun auch die TV-Plattform. Da möchte man zunehmend ebenso Entwickler für mehr Apps ermutigen und auch hier hat man bereits eine erste Version auf Basis von Android 12 parat. Allgemein gesagt: Android 12 enthält zudem zahlreiche Mechanismen und Möglichkeiten, welche Entwicklern ihre Arbeit sowie Anpassungen der Apps für Android 12 und weitere Geräte-Klassen vereinfachen sollen.

Wünsche die ich noch an Android 12 gehabt hätte? Um nur einige, derzeitige Trends zu nennen: Wie sieht es mit einer stärkeren Verzahnung von Smart-Home-Gerätschaften aus? Googles Cast-Technologie könnte wohl auch mal wieder eine Überarbeitung mitsamt stärkerer Integration in Android vertragen. Auch neue Möglichkeiten, wie jene, die sich durch die Ultrabreitband-Technologie ergeben, bleiben unerwähnt. Stichwort: Digitaler Autoschlüssel oder smarte Tracker. Ebenso unerwähnt bleiben Ambitionen in Richtung digitaler Ausweisdokumente. Schauen wir mal, inwieweit sich in künftigen Versionen noch größere Funktionen ergeben. Die erste Entwicklerversion dient ja auch erst einmal den Grundstein zu legen, sodass sich Entwickler mit ihren Apps wappnen können.

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Felix Frank

Baujahr 1995. Technophiler Schwabe & Studienreferendar. Unterwegs vor allem im Bereich Smart Home und ständig auf der Suche nach neuen Gadgets & Technik-Trends aus Fernost. Twitter. PayPal-Kaffeespende an den Autor. Mail: felix@caschys.blog

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Ein Kommentar

  1. Angesichts dessen, dass Google SCHON WIEDER an den Benachrichtigen herumpfuscht, finde ich sie kein bisschen besser, als bei iOS. Klar, man kann nicht so unnötig viel einstellen, aber wenigstens ist es einheitlich, konsequent und simpel und es wird nicht alles nach einem einzigen Jahr wieder komplett über den Haufen geworfen…

    Dass Google jetzt plötzlich wieder daran appelliert, Apps für Tablets (und Foldables) anzupassen hat mich schmunzeln lassen. Google selbst schert sich mit seinen Apps einen Dreck um diese Anpassungen und zieht selbst bei iPadOS die Apps einfach nur breit, ohne den geringsten Mehrwert bei großen Displays. Und jetzt erwarten die ernsthaft, dass Drittanbieter ihre Apps anpassen?

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